Echte Vielfalt

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Obwohl es in Deutschland mittlerweile viele sogenannte „Regenbogenfamilien“ mit homosexuellen Eltern gibt, müssen lesbische Mütter- und schwule Väter-Paare noch immer mit einer Menge Vorurteilen kämpfen. Zu ebendiesen befragte die Wissenssendung Galileo 2019 ein schwules Ehepaar, das mit seinen Zwillingssöhnen in Bayern lebt.

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Das Paar, Matthias und Andi, – „Papa und Papi“ – reisten für ihre Söhne in die USA, da Leih-Mutterschaft – wenn eine Frau eine künstlich befruchtete, gespendete Eizelle für jemand anderen austrägt – dort in vielen Staaten legal ist und über Agenturen vermittelt wird. Anders als in Deutschland, wo homosexuelle Paare seit 2017 zwar gemeinsam adoptieren dürfen, Leih-Mutterschaft aber im Allgemeinen verboten ist.
Zum Zeitpunkt des Interviews waren Matthias‘ und Andis Söhne drei Jahre alt, und auf die Frage, ob die Kinder merken würden, dass etwas „anders“ sei, antwortet einer der Väter: „Es ist ihre Normalität, und es ist unsere Normalität“. Ein Interview welches 2013 von der Süddeutschen Zeitung mit fünf Jugendlichen aus Regenbogenfamilien geführt wurde belegt genau das: Ein Jugendlicher erzählt meistens zu vergessen, dass andere, wenn er von seinen Eltern redet, nicht wissen, dass damit seine zwei Mütter gemeint sind. Auch die Frage danach, wer den „männlichen“ und wer den „weiblichen Teil“ einnehme, verstehe er nicht: „Ich finde sie relativ sinnlos“.
Zur anderen Vorurteils-Frage, ob bei zwei schwulen Vätern nicht eine Mutter fehlen würde, fand eine Studie 2014  tatsächlich folgendes: Die zwei Gehirnareale, die jeweils getrennt bei in heterosexuellen Müttern und Vätern aktiviert würden, würden in beiden schwulen Eltern beide gestärkt – es entstehe sogar eine Verbindung zwischen den beiden Arealen. Biologisch seien schwule Eltern also genauso geeignet, wie ein heterosexuelles Paar, für Kinder zu sorgen.
Alle anderen Argumente oder Vorurteile betreffend sagt einer der von Galileo interviewten Väter, Matthias: „Die Kinder sind glücklich und werden mit Liebe großgezogen“. Laut SZ fand eine weitere Studie genau dies: Eltern aus Regenbogenfamilien würden sehr auf ihre Kinder eingehen, weil viele davon Wunschkinder seien. Wer sich an diesem Modell störe, müsse das reflektieren, so Matthias: Das Problem liege nämlich „immer bei einem selbst“, und nicht bei einem „Paar, das gerade mit zwei glücklichen Kindern rumläuft“.

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Die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e.V.) ist ein bundesweit aktiver Fachverband, der die  Interessen und die Selbsthilfe von älteren schwulen Männern fördert.

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Gemeinnützige Organisationen können ebenso wie fördernde Personen Mitglieder werden. So gehören der BISS auch die Deutsch Aids-Hilfe oder das Magnus-Hirschfeld-Centrum Hamburg an.

Ein zentrales Anliegen des Vereins ist es,  „die Allgemeinheit […] darüber aufzuklären, unter welchen besonderen Bedingungen gleichgeschlechtlich orientierte Männer ihr Älterwerden bewältigen müssen und wie gleichgeschlechtlich orientierten älteren Männern die vollständige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden kann“, wie es in der Satzung heißt.

Neben politischer Lobbyarbeit erfolgt die Stärkung der Belange und der Berücksichtigung der Lebenslagen älterer, schwuler Männer auch durch die Vernetzung von schwulen Seniorengruppen oder Selbsthilfeverbänden. Informationen über regionale Angebote, so auch für Schleswig-Holstein, stellt die BISS auf ihrer Webseite bereit.

Eine zentrale und erfolgreiche Aktion der letzten Jahre der BISS war die Kampagne „offene Rechnung“. Hier wurde das Gründungsziel, die Rehabilitierung und Entschädigung schwuler Männer,  die nach § 175 (Bundesrepublik) beziehungsweise § 151 (DDR) verurteilt wurden, erreicht. Im Rahmen der Kampagne kamen Aktivist*innen und Entscheidungsträger*innen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft durch das Engagement von BISS zusammen und forderten die Aufhebung der Urteile sowie eine Entschädigung der Opfer. Im Juli 2017 schließlich trat das Gesetz zur Rehabilitierung in Kraft, was vom Verein als „einmaliger rechtspolitscher Vorgang“ in der BRD bezeichnet wird.

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Seit 1974 orientiert sich das Engagement der HAKI e. V. an den Bedürfnissen von Lesben, Schwulen, bi*, trans*, inter* und queeren Menschen im Norden. Wir ermöglichen die Erfahrung von Solidarität und Selbstbestimmung in diskriminierungsfreien Räumen.

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Unser Ziel ist die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz der Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten.

HAKI e.V.
Raum für lesbische, schwule, bi*, trans*, inter* und queere Menschen in Schleswig-Holstein

Walkerdamm 17
24103 Kiel
Telefon (0431) 17 090
www.haki-sh.de
Mail post@haki-sh.de

Wir geben Vielfalt einen Raum.


Der LSVD Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e. V. setzt sich landesweit für Lesben, Schwule, bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche sowie alle anderen queeren Menschen ein. Medienpräsenz, politische Lobbyarbeit, Vernetzung, Kooperationen und Aufklärung sind uns die wichtigsten Anliegen. Dazu verantwortet der LSVD SH mehrere CSDs im Land, u. a. die Prides in Norderstedt und Pinneberg.

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LSVD Schleswig-Holstein e.V.
Südportal 3
22848 Norderstedt

Homepage www.lsvd.sh
Mail schleswig-holstein@lsvd.de
Telefon 01578 544 5670

Wir wollen das volle Programm:

  • Gesetzlich garantierte gleiche Rechte.
  • Respekt und Akzeptanz.
  • Gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft, ohne Zwang zur Tarnung und Versteckspiel.

Das sind unsere Ziele. Dafür arbeitet der Lesben- und Schwulenverband.

Der Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein ist ein Landesverband des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland, LSVD. Der Landesverband hat sich Mitte/Ende 2010 Jahren wieder neu zusammengefunden und hat rund 120 aktive Mitglieder.


Der nachfolgende Artikel ist mit freundlicher Genehmigung des SHFV aus dem FussballMagazin des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands vom 25.8.2014 entnommen. SHFV unterstützt Bündnis für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben Am 14. August 2014 gab der Lesben und Schwulenverband (LSVD) Schleswig-Holstein e.V. im Rahmen des Aktionsplans des Landes Schleswig-Holsteins für die Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten den Startschuss für ein schleswig-holsteinisches "Bündnis gegen Homophobie".  Auf der Gründungsveranstaltung im Lübecker Rathaus wurde als erste Maßnahme des Bündnisses eine „Lübecker Erklärung“ unterzeichnet. Die Unterzeichner verpflichten sich mit diesem symbolischen Akt, jeglicher Form von Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern im Alltag ihrer Organisatoren aktiv entgegenzuwirken.

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Als Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner haben sich in dem „Bündnis gegen Homophobie“ verschiedene gesellschaftliche Organisationen, Institutionen und Unternehmen zusammengetan, um ein klares Zeichen zu setzen gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die AOK Nordwest, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Europa-Universität Flensburg, die Stadtbäckerei Junge und der Schleswig-Holsteinische Fußballverband, der in Lübeck durch seinen Vizepräsidenten Manfred Möller und den Beauftragten für gesellschaftliche Entwicklung im Vorstand des SHFV, Eddy Münch, vertreten war.

Als der SHFV vom Lesben- und Schwulenverband Landesverband angefragt wurde, ob man bereit sei, mit zu den Erstunterzeichnern der  Lübecker Erklärung zu gehören, bedurfte es keiner großen Diskussion, denn die Lübecker Erklärung, ist genau das, was der SHFV im Rahmen seines Projektes Schleswig-Holstein kickt fair, tagtäglich praktiziert.

Alle Menschen, egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft, welcher Hautfarbe, oder sexueller Orientierung, sollen  bei der aktiven Ausübung und Organisation des Fußballsports in Schleswig- Holstein gleichberechtigt beteiligt sein.

Es darf einfach keinerlei Diskriminierung im Fußball geben!

Es ist unsere Verbandsphilosophie, dass wir im Land zwischen den Meeren weltoffen und tolerant sind.

Leider muss man aber - wenn man ganz ehrlich ist - konstatieren, dass auch im Jahr 2014, immer noch homophobes Verhalten, sowohl auf den Spielfeldern in Schleswig-Holstein als auch daneben auf den Zuschauerrängen immer noch eine Rolle spielt. Und das wollen wir nicht hinnehmen.

Blöde Sprüche gegen Homosexuelle gelten vielerorts „als nicht so schlimm“ und werden als Kavaliersdelikt abgetan. Nur wenige denken tatsächlich darüber nach, wie sich die Betroffenen fühlen.

Dies ist ein Beweis dafür, dass im Fußballsport und seinem gesamten Umfeld ein deutlicher Nachholbedarf an Toleranz vorherrscht.

Ein erster Schritt, um etwas zu verändern ist eine eindeutige Positionierung seitens der Verbände. Unser Dachverband, der Deutsche Fußball-Bund, hat hier in der jüngeren Vergangenheit deutliche Zeichen gesetzt und nun gilt es, diese weiter mit Leben zu füllen.

Dazu gehört es unserer Meinung nach auch, an einem Tag wie bei der feierlichen Unterschrift unter die „ Lübecker Erklärung“ dabei gewesen zu sein und damit eindeutig  „Flagge“ zu zeigen.

Vielfalt der Kulturen und Lebensformen, das ist es, was wir als Schleswig-Holsteinischer Fußballverband auch in unseren Reihen anstreben.

Download im pdf-Format: SHFV Magazin_2014_34

Foto: Leo Bloom

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Ältere Menschen aus der LSBTIQ* Community blicken häufig auf einen langen Kampf um Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung zurück. Viele von ihnen haben Diskriminierung und Ausgrenzung erlebt und sind bis heute nicht geoutet. Umso wichtiger ist es, ihre individuellen Lebensrealitäten auch dann mitzudenken, wenn sie pflegerische Unterstützung benötigen oder in eine Pflegeeinrichtung ziehen. Der 9. Altersbericht der Bundesregierung empfiehlt deshalb unter anderem eine diversitätssensible Gestaltung von Angeboten und Leistungen der Altenhilfe.

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Die Bundesinteressensvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. bietet aktuell einen kostenfreien digitalen Fortbildungskurs zum Thema LSBTIQ* in der Pflege an. Ziel ist es, für die Lebenswelten von LSBTIQ* Personen und Menschen mit HIV zu sensibilisieren. Das Angebot richtet sich an Pflegekräfte, Ausbilder*innen, Auszubildende in der Pflege sowie weitere Multiplikator*innen im Pflegebereich.

Der E-Learning-Kurs behandelt Themen wie die Geschichte der LSBTIQ* Community, wichtige Begrifflichkeiten sowie Diskriminierungserfahrungen. Die Inhalte werden unter anderem durch Videos, Biografiearbeit, Erfahrungsberichte und praxisnahe Beispiele vermittelt.

Ziel des Kurses ist es, Pflegekräfte und andere Fachpersonen dabei zu unterstützen, eine biografieorientierte und diversitätssensible Pflegepraxis umzusetzen. Gleichzeitig soll er Auszubildende bei der Vermittlung von Lehrinhalten zu LSBTIQ* und Menschen mit HIV unterstützen. Die curriculare Einheit CE 09 („Menschen bei der Lebensgestaltung lebensweltorientiert unterstützen“) des Pflegeberufegesetzes bietet hierfür den fachlichen Rahmen. Gefördert wird das Angebot durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Der Kurs gliedert sich in zwei große Themenbereiche. Im ersten Teil steht die Vermittlung von Grundlagenwissen und Begrifflichkeiten im Vordergrund. Im zweiten Teil werden darauf aufbauend Methoden vorgestellt und erprobt, die später im Pflegealltag, im Unterricht oder in Schulungen eingesetzt werden können.

Für die Bearbeitung des gesamten Lernmaterials sollten etwa acht Stunden eingeplant werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat sowie acht Fortbildungspunkte für die „Registrierung beruflich Pflegender“. Der Kurs kann jederzeit begonnen werden. Weitere Informationen sowie den Link zur Teilnahme finden Sie hier.

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In diesem Beitrag wird das Angebot "Mann liebt Mann" von Leben mit Behinderung Hamburg (LmBHH) beschrieben.

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Mann liebt Mann

  • offene Gruppe für erwachsene queere Männer mit und ohne Behinderungen aus dem Großraum Hamburg
  • weitgehend am letzten Samstag mit Monat
  • 15 bis 18 Uhr im Südring 36 bei LmBHH, 22303 Hamburg-Winterhude

Kontakt:

Weitere Angebote von LmBHH:

  • Selbsthilfegruppe (vernetzt mit KISS Hamburg)
  • Bildung und Beratung
  • LmbHH lädt regelmäßig externe Berater*innen ein von AIDS-Hilfe Hamburg, Hein und Fiete Schwuler Checkpoint, Polizei LSBTI Hamburg, Psychosozialer Dienst Hamburg, Mitarbeitende von LmBHH beispielsweise zum Thema "Leichte Sprache" und auch aus der Politik und der Freien und Hansestadt Hamburg.
  • "Sexuelle Gesundheit" und "Vielfalt des Lebens" wird auch deshalb immer angesprochen.
  • Und es gibt auch ein kostenloses Kaffeetrinken zum Erfahrungsaustausch und Kennenlernen.

Karl-Ernst Schmidt, derzeitige Leiter der Gruppe, schreibt:

"Einige Teilnehmer begleite und unterstütze ich auch bei 'Behinderte Schwule treffen sich' in der Akademie Waldschlösschen.

Zudem bin ich selbst seit Anfang der 1990er Jahre ehrenamtlich in AIDS-Hilfen aktiv und war zuletzt Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Sylt (von 2000 bis 2017)."

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Bereits 2024 erschien die Broschüre „Demenz und queer“ für Schleswig-Holstein. Das Modellprojekt stieß auf große Resonanz und machte deutlich, dass bundesweit Bedarf an Orientierung und Sensibilisierung für die Lebensrealitäten queerer Menschen mit Demenz besteht. Daraufhin schlossen sich das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz zusammen, um eine bundesweit nutzbare Ausgabe zu veröffentlichen.

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Menschen mit Demenz verlieren nach und nach Erinnerungen und damit oft auch den Zugang zu wichtigen Teilen ihrer Biografie. Gleichzeitig können weit zurückliegende Erlebnisse wieder stärker in den Vordergrund treten. Für queere Menschen kann dies besondere Herausforderungen mit sich bringen. Diskriminierungserfahrungen, Ausgrenzung oder frühere Lebenssituationen können erneut präsent werden. Gerade ältere queere Menschen haben teilweise strafrechtliche Verfolgung erlebt oder waren gezwungen, ihre Identität zu verbergen und in gesellschaftlich erwarteten Rollen zu leben. Mit fortschreitender Demenz kann es zudem vorkommen, dass Hemmschwellen sinken und Menschen sich erstmals oder erneut gegenüber ihrem Umfeld outen.

Die Broschüre möchte diese Perspektiven sichtbar machen und Angehörigen, Fachkräften, Beratungsstellen sowie Einrichtungen Orientierung bieten. Sie verbindet fachliche Informationen mit praxisnahen Empfehlungen und soll dazu beitragen, Diskriminierung vorzubeugen sowie Unsicherheiten im Umgang mit queeren Menschen mit Demenz abzubauen.

In einer Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 8. Juni 2026 betont Anneke Wilken-Bober vom Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein die Bedeutung von Verbündeten, sogenannten Allies, die sich für die LSBTIQ* Community einsetzen:

„Menschen mit Demenz sind nicht nur hetero und weiß. Vielfalt lebt vom Mitmachen und es braucht viele Menschen, die sich positionieren. Jahrzehntelang haben beispielsweise Lesben, Schwule und auch Trans* Personen um Sichtbarkeit gekämpft. Sie brauchen sogenannte ‚Allies‘, Verbündete: Menschen, die sich in unserer immer noch stark heteronorm geprägten Gesellschaft für sie einsetzen, im Kleinen und im Großen.“

Menschen mit Demenz sind in besonderem Maße auf ein respektvolles und unterstützendes Umfeld angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige, Pflegekräfte und andere Bezugspersonen sensibel auf unterschiedliche Lebensrealitäten eingehen und Diskriminierung entgegenwirken.

Mit „Demenz und queer – Vielfalt denken, sehen, ermöglichen“ liegt nun eine überarbeitete bundesweite Ausgabe vor. Ergänzend wurde eine Hörversion veröffentlicht, um die Barrierefreiheit des Angebots zu verbessern. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein zusätzliches Kapitel zu Begrifflichkeiten unter dem Titel „Miteinander sprechen“.

Die Broschüre kann im Shop der Deutschen Alzheimer Gesellschaft kostenlos als PDF heruntergeladen oder als Druckversion bestellt werden. Ergänzend steht ein Informationsplakat zur Verfügung.

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Am 27. Juni findet in Quickborn im Kreis Pinneberg zum zweiten Mal ein antifaschistischer Christopher Street Day (CSD) statt. Bereits im Vorfeld sorgt die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung für Diskussionen.

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Die Organisator*innen verstehen den CSD ausdrücklich als antifaschistisch. Sie begründen dies damit, dass queere Menschen zu den zentralen Feindbildern rechtsextremer Akteur*innen gehören. Zudem verweisen sie auf die historischen Wurzeln der CSD-Bewegung. Die Stonewall-Proteste von 1969 seien von Widerstand gegen Diskriminierung und staatliche Repression geprägt gewesen. Antifaschismus sei daher von Beginn an Teil queerer Emanzipationsbewegungen gewesen.

In diesem Jahr ist zudem das Werben für politische Parteien auf der Veranstaltung untersagt. Die Organisator*innen begründen dies damit, dass der Einsatz für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe nicht für parteipolitische Zwecke instrumentalisiert werden solle.

Kritik an dieser Positionierung kommt unter anderem vom schwulen SPD-Politiker Christian Bergmann. In einem Artikel des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (shz) wirft er den Organisator*innen vor, „Pinkwashing von extremen politischen Positionen“ zu betreiben. Bergmann nimmt nach eigenen Angaben bereits seit den 1990er Jahren an CSDs teil, möchte der Veranstaltung in Quickborn in diesem Jahr jedoch fernbleiben, da er sich nicht als „linksautonomen Steinewerfer“ sehe.

Die Gleichsetzung von Antifaschismus und Extremismus begleitet die Debatte um den Quickborner CSD bereits seit seiner Premiere im vergangenen Jahr. Damals äußerten CDU und FDP Kritik und erhoben unter anderem Vorwürfe über verbale Angriffe auf Polizist*innen und Politiker*innen. Die Organisator*innen wiesen diese Darstellung zurück und verweisen angesichts der aktuellen Kritik auf ihre Stellungnahme aus dem Vorjahr.

Der Konflikt verdeutlicht die unterschiedlichen Auffassungen über die politische Ausrichtung von CSD-Veranstaltungen. Während die zu starke politische Positionierung der Veranstaltung mancherseits kritisiert wird, verstehen die Organisator*innen Antifaschismus als notwendigen Bestandteil queerer Interessenvertretung.

Nach Angaben verschiedener Organisationen und Medienberichte waren im Jahr 2025 zahlreiche CSD-Veranstaltungen von rechtsextremen Gegenprotesten, Störaktionen oder Einschüchterungsversuchen betroffen. Vor diesem Hintergrund begründen die Veranstalter*innen ihre antifaschistische Ausrichtung mit dem Schutz queerer Menschen und dem Einsatz gegen queerfeindliche und rechtsextreme Bestrebungen.

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