Am 22. Mai 1930 wurde Harvey Milk in New York als Sohn litauisch-jüdischer Eltern geboren. Er studierte Lehramt, diente in der US Navy und arbeitete anschließend in verschiedenen Berufen. Sein Leben endete am 27. November 1978 gewaltsam – zu diesem Zeitpunkt galt er bereits als eine der zentralen Figuren der queeren Bürgerrechtsbewegung in den USA.
Milk wuchs in New York auf, besuchte dort die Highschool und später das New York State College for Teachers. Schon früh setzte er sich mit gesellschaftlicher Vielfalt auseinander. Nach seinem Abschluss im Jahre 1951 trat er in die US Navy ein, verließ diese jedoch nach vier Jahren, nachdem er wegen seiner Sexualität befragt worden war.
1972 zog Milk nach San Francisco, das damals als Anlaufstelle für homosexuelle Menschen, Künstler*innen und Hippies galt. Gemeinsam mit seinem Partner Scott Smith lebte er in der Castro Street, dem Zentrum der queeren Szene. Dort eröffneten die beiden ein Fotogeschäft, das sich schnell zu einem wichtigen Treffpunkt im Viertel entwickelte.
Milk wurde als „Bürgermeister der Castro Street“ bekannt. Sein wachsendes politisches Interesse führte schließlich zu einer Kandidatur für den Stadtrat von San Francisco. Obwohl er zunächst erfolglos blieb, engagierte er sich weiterhin politisch. Nachdem Geschäftsleute versucht hatten, zwei schwulen Männern die Eröffnung eines Ladens zu verbieten, gründete Milk gemeinsam mit anderen Unternehmer*innen die Castro Village Association – einen der ersten Zusammenschlüsse überwiegend queerer Unternehmen. Später berief ihn sein enger Freund und Bürgermeister George Moscone in ein städtisches Gremium. Damit gehörte Milk zu den ersten offen schwulen Amtsträgern in den USA.
1977 gelang ihm schließlich der Einzug in den Stadtrat von San Francisco. Sein Wahlsieg gilt bis heute als Meilenstein für die LSBTIQ* Community in den USA. Milk setzte sich sowohl für die Rechte homosexueller Menschen als auch für soziale Themen wie Kinderbetreuung und bezahlbaren Wohnraum ein. Besonders bekannt wurde sein Einsatz gegen die sogenannte „Proposition 6“ in Kalifornien, die die Entlassung homosexueller Lehrkräfte ermöglicht hätte.
Harvey Milk und George Moscone wurden am 27. November 1978 vom ehemaligen Politiker Dan White im Rathaus erschossen. In der darauffolgenden Nacht gingen tausende Menschen auf die Straße, um der beiden Politiker zu gedenken. White wurde später zu einer vergleichsweise milden Haftstrafe verurteilt.
Harvey Milks Leben und politisches Wirken wurden vielfach künstlerisch aufgearbeitet. Sein Engagement gilt bis heute als wegweisend für nachfolgende Generationen queerer Aktivist*innen.
