Weiterlesen Eine Schirmherrschaft bedeutet die ideelle und öffentlichkeitswirksame Unterstützung einer Veranstaltung oder Organisation durch eine bekannte Persönlichkeit oder Institution. Für Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther ist diese Aufgabe nach eigener Aussage eine klare Verpflichtung: Schleswig-Holstein stehe für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Besonders Vertreter*innen der CSD-Initiativen im Land bewerten die Entscheidung positiv. Sie sehen darin ein wichtiges Signal für mehr queere Sichtbarkeit und Gleichberechtigung – insbesondere zu einem Zeitpunkt, an dem rechte Positionen zunehmend gesellschaftliche Zustimmung erhielten und queerfeindliche Äußerungen wieder lauter würden. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Entscheidung dadurch, dass sie von einem CDU-Politiker ausgeht. Unter dem Parteivorsitz von Friedrich Merz hat sich die CDU in gesellschaftspolitischen Fragen deutlich konservativer positioniert. So hatte sich Merz im vergangenen Jahr beispielsweise dagegen ausgesprochen, die Regenbogenflagge zum Christopher Street Day über dem Bundestag zu hissen. Dieser sei schließlich „kein Zirkuszelt“. Mit seiner Entscheidung grenzt sich Daniel Günther daher zumindest teilweise vom Kurs seiner Partei ab. Zugleich sendet er ein politisches Signal – auch in Richtung der ehemaligen schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien. Diese hatte zuletzt unter anderem ein Verbot des Gendersternchens unterstützt und Förderungen für queere Initiativen beendet. Über diesen symbolischen Schritt hinaus plant die Landesregierung zudem, die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen weiter auszubauen. Im Rahmen des Aktionsplans „Echte Vielfalt 2.0“ sollen Maßnahmen gegen Diskriminierung sowie zur Förderung queerer Sichtbarkeit intensiviert werden.
Ehrenamt und Engagement
vielfalt.SH e.V.
8. Februar 2026Weiterlesen So ist vielfalt.SH e.V. „Mit diesen vielfältigen Projekten und Aktivitäten sind wir im Norden Schleswig-Holsteins vertreten. Wir unterstützen und leisten Peer-to-Peer Beratung bei allen Themen der sexuellen Gesundheit, geschlechtlichen, sexuellen und romantischen Vielfalt und Selbstbestimmung“, so Vorstandsvorsitzender Andreas Witolla. Der ehrenamtliche Vorstand besteht aus Franziska Paulsen, Jörg Kobarg und Andreas Witolla. Im Projektteam arbeiten Alejandro Valdivia, Doro Bueschler, Leonie Schröpfer und Nic Thöne. Kontakt: info@vielfalt.sh Weitere Informationen zu vielfalt.SH e.V. finden sich auf der Website: www.vielfalt.sh
Demokratie braucht Verbündete – auch für queere Menschen
18. Dezember 2025Weiterlesen Bedrohliche Signale aus Europa Ein Blick über die deutschen Grenzen hinaus zeigt, wie schnell gesellschaftlicher Fortschritt ins Wanken geraten kann. Laut ILGA Europe hat sich die Lage für LGSBTIQ*-Menschen in mehreren EU-Staaten zuletzt deutlich verschlechtert. In Ländern wie Ungarn, Italien, Bulgarien oder Rumänien wurden neue Gesetze verabschiedet oder vorbereitet, die queere Menschen offen diskriminieren. Der politische Diskurs wird zunehmend von Desinformation, Hassrhetorik und dem Kampfbegriff der „queeren Propaganda“ geprägt. Besonders besorgniserregend: Gerichtsurteile europäischer Höchstgerichte zur Gleichstellung von LSBTIQ*-Familien werden in einigen Staaten weiterhin ignoriert. Gleichzeitig geraten Medienfreiheit, Zivilgesellschaft und Versammlungsrechte unter Druck. Hier zeigen sich Entwicklungen, die immer auch direkte Auswirkungen auf Minderheiten haben. Deutschland ist keine Insel Auch hierzulande ist die Situation weniger stabil, als sie lange schien. Zwar definieren sich inzwischen rund zwölf Prozent der Menschen in Deutschland als LSBTIQ*, in der Generation Z sogar mehr als jede*r Fünfte. Doch parallel dazu zeigen aktuelle Studien: Die gesellschaftliche Akzeptanz nimmt wieder ab. Hasskriminalität, Diskriminierung im Alltag und Unsicherheit im Berufsleben sind für viele queere Menschen weiterhin Realität. Gerade deshalb wird eine Gruppe immer wichtiger: Allys, also Menschen außerhalb der Community, die sich bewusst und aktiv an ihre Seite stellen. Was einen guten Ally ausmacht Ein Ally zu sein bedeutet mehr als wohlmeinende Likes in sozialen Netzwerken. Es beginnt mit Zuhören, mit dem Erkennen eigener Privilegien und mit der Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen. Wer nie Angst haben musste, sich Händchen haltend zu zeigen oder im Job offen über das eigene Privatleben zu sprechen, lebt in einer anderen Realität – und genau diese Differenz gilt es anzuerkennen. Gute Allys informieren sich, ohne Betroffene zu retraumatisieren. Sie greifen ein, wenn abfällige Witze gemacht werden oder Vorurteile unwidersprochen bleiben, ruhig, sachlich und ohne moralischen Zeigefinger. Oft reicht ein klarer Satz oder eine einfache Frage, um einen Perspektivwechsel anzustoßen. Sichtbarkeit und Solidarität im Alltag Solidarität darf sichtbar sein, muss aber nicht laut auftreten. Ein kleines Symbol, ein offenes Wort oder die Teilnahme an lokalen Initiativen können für queere Menschen ein starkes Signal sein: Du bist nicht allein. Gleichzeitig gilt: Unterstützung heißt nicht Bevormundung. Allys sollten Raum lassen, damit Betroffene selbst sprechen können, also Unterstützung auf Augenhöhe statt Rettungsfantasien. Verantwortung auf beiden Seiten Auch die Community selbst steht in der Verantwortung. Viele Menschen wissen wenig über queere Lebensrealitäten – nicht aus Bosheit, sondern aus Unwissen. Wer Allys gewinnen will, braucht Geduld, Offenheit und die Bereitschaft zum Dialog. Angst und Vorurteile lassen sich nicht mit Abwehr, sondern nur mit Argumenten und Begegnung abbauen. Am Ende profitieren vor allem LSBTIQ*-Menschen von starken Verbündeten. Deshalb gilt: Wer sich solidarisch zeigt, verdient Respekt und Dankbarkeit, nicht Misstrauen oder Abgrenzung. In Zeiten wachsender Unsicherheit ist eines klarer denn je: Gleichberechtigung lässt sich nur gemeinsam verteidigen.
„Auf dem Weg zu einer diversen Kinder- und Jugendhilfe“ – Digitaler Fachtag der Kinderschutzzentren
28. August 2023Weiterlesen Ziel des Fachtags ist es, die Frage zu thematisieren, „[w]ie es Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe gelingen kann, Freiräume für die Persönlichkeitsentwicklung queerer Kinder und Jugendlicher zu schaffen und zu verteidigen, sie in ihrer Identität zu stärken und ihren spezifischen Bedarfen gerecht zu werden […]“. Dabei sollen neben Impulsen und einem Diskurs auch konkrete Beispiele vorgestellt werden. Für die Veranstalter*innen ist Erkennen und Verstehen der spezifischen Bedarfe die Grundlage, damit Fachkräfte dem Thema überhaupt gerecht werden können. Der Kongress beginnt um 9:30 Uhr mit einer Begrüßung durch Sven Lehmann (Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, BMFSFJ). Im Anschluss daran gibt es einen Vortrag zum Thema „Lebenswelten queerer Jugendlicher“. Nach einer kleinen Pause können sich die Teilnehmer*innen dann entscheiden, ob sie an einem Forum zum Thema [Herausforderungen bei der] „Öffnung der Jugendhilfe für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ teilnehmen wollen oder an einem von drei Workshops mit den Themen: Nach einer Mittagspause wird es abschließend noch einen Impulsvortrag mit „Drei Handlungsanregungen für eine queersensible Kinder- und Jugendhilfe“ geben, bevor gegen 13:30 Uhr der Fachtag endet. Den genauen Ablauf mit allen Gastredner*innen und ihren Themen findet sich unter folgendem Link. Laut Veranstalter*innen richtet sich der Fachkongress bundesweit an alle Fach- und Leitungskräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, medizinisch-therapeutischer Einrichtungen, aber auch juristischer Handlungsfelder und der Kindertagesbetreuung sowie allen weiteren für den Kinderschutz wichtigen Arbeitsfelder. Der Tagungsbeitrag beträgt 75 €. Studierende zahlen einen ermäßigten Beitrag von 40 €. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite. Dort gibt es auch den Link zum Anmeldeportal. Student*innen schicken hingegen ihre Anmeldung mit Immatrikulationsnachweis an folgende Mailadresse: anmeldung@kinderschutz-zentren.org
Fachtag: Verbundenheit und Einsamkeit im Alter – Fokus: Ältere Lesben (21./22.10.2022)
23. September 2022Weiterlesen Inzwischen ist die Erkenntnis, dass Einsamkeit als sozialer Stressfaktor krank macht, weit verbreitet. Verbundenheit und Gemeinsamkeit auf der anderen Seite können dem entgegenwirken. „Welche Erfahrungen und Perspektiven bringen ältere lesbische Frauen in die Debatte um das gesellschaftliche Großthema ein?“, kündigt Lesben und Alter e.V. vor diesem Hintergrund auf dem Flyer zum geplanten Fachtag als Leitfrage an. Damit zusammenhängend sollen unter anderem folgende Fragen und Themen auf der Fachveranstaltung Raum finden: Die zweitägige Fachveranstaltung beginnt am Freitag (21.10.2022) nach der Eröffnung mit Grußworten – unter anderem vom Staatsekretär und Queer-Beauftragten der Bundesregierung Sven Lehmann – mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Sonia Lippke zu Alter, Teilhabe und Einsamkeit, bevor Barbara Bossard, Präsidentin von queerAltern aus Zürich, unter dem Titel „Engagement schafft Zugehörigkeit“ referiert. Am Nachmittag ist unter anderem eine Talkrunde angesetzt, bei der auch Silbernetz-Gründerin Elke Schilling Teil des Podiums sein wird. Am Samstag (22.10.2022) folgt dann der Fachaustausch „Allein, aber nicht einsam!“ für Fachfrauen und Mitgliedsorganisationen, bei dem die Erkenntnisse des Vortages aus Sicht von Frauen/Lesben/queeren Initiativen diskutiert werden soll. Mitglieder des Dachverbands nehmen kostenfrei an der Tagung teil, Nicht-Mitglieder werden „um einen kleinen Obolus von 20 Euro“ gebeten. Es wird allerdings auch darauf aufmerksam gemacht, dass Reisekosten zumindest anteilig übernommen werden können, ein entsprechendes Reisekostenformular wird den Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt. Eine Anmeldung ist unter diesem Link möglich, dort finden Sie auch Details zum Programm und Veranstaltungsort. Nach Angaben des Verbands leben in Deutschland mindestens 500.000 lesbische Frauen über 65 Jahre. Lesben und Alter e.V. sieht sich als Interessenvertretung für diese Frauen gegenüber Gesellschaft, Politik, Medien und Verbänden und will die Wahrnehmung für die spezifische Lebenssituation älterer lesbischer Frauen stärken.
Neue Petition gestartet: Grundgesetz für alle
24. September 2021Weiterlesen Hierbei soll der Artikel 3 des Grundgesetzes, nach dem niemand zum Beispiel wegen seiner Herkunft oder seines Geschlechts benachteiligt werden darf, ergänzt werden. Dem Bündnis geht es unter anderem darum, dass „viele Menschen der queeren Community bis heute Diskriminierung, Ausgrenzung, Hassgewalt“ erleben. Ein Schutz durch das Grundgesetz sichere die Menschenrechte von Menschen der queeren Community für die Zukunft ab. Die Initiator*innen der Petition auf der Plattform change.org fordern angesichts der kommenden Bundestageswahl nun: “In den nächsten Koalitionsvertrag muss - schwarz auf weiß - die Forderung eines verlässlichen Schutzes der sexuellen und geschlechtlichen Identität durch Artikel 3, Absatz 3 Grundgesetz.“ Innerhalb kürzester Zeit haben den Aufruf fast 15.000 Menschen unterzeichnet. Wer sich anschließen möchte, gelangt hier zur Petition.
Erste Bi+Pride Deutschlands – 23. bis 25.09.2021
16. September 2021Weiterlesen Eine Gruppe Bi+Aktivist*innen organisiert die Bi+Pride 2021 für bisexuelle und pansexuelle Sichtbarkeit. Die Veranstaltung besteht aus drei Tagen und beginnt am 23. September, dem offiziellen Tag der Bisexualität. Es wird an verschiedenen Orten – online und offline – die Bi-Flagge in den Farben Pink, Lila und Blau gehisst. Auf der Homepage finden Sie eine Übersicht zu den genauen Orten, an denen die Flagge gehisst wird. Bisher haben Verantwortliche aus mehr als 14 Städten und 23 Gebäuden zugesagt. Am Freitag, 24. September und weiteren Tagen wird es Workshops (offline und online) geben. Auch hier finden Sie auf der Homepage eine Übersicht. Am Samstag, 25. September, ist die Demonstration durch die Hamburger Innenstadt geplant. Die vollständige Route der Demonstration ist auf der Homepage der Bi+Pride zu finden. Es gibt bi+-spezifische Themen. Dazu gehören auch Ignorieren, Unsichtbarmachung und Nichternstnehmen von Bi+ – auch in der queeren Community. Darüber soll aufklärt werden. Bi+ Erasure (Unsichtbarmachung von Bi+sexualität) bedeutet unter anderem mangelnde Repräsentation, mangelnde Gemeinschaft, mangelndes Bewusstsein fürs Thema, mangelnde Sprache und mangelnde Anerkennung. Dies bedeutet, dass der größte Teil der Kultur die meiste Zeit unter der Annahme steht und agiert, dass es Bi+sexualität nicht gibt und nicht geben kann. Das hat gravierende Folgen für diejenigen, die mehr als ein Geschlecht lieben und/oder begehren können. Dazu führen die Veranstalter*innen vier Beispiele auf:Warum wird neben dem CSD eine Bi+Pride durchgeführt?
CSD Westküste am 18.09.2021 in Heide
8. September 2021Wie eine gemeinnützige Organisation versucht, LGBTQ-Geflüchteten aus Afghanistan zu helfen
26. August 2021Weiterlesen Wie in vielen Konflikten sind LGBTQI*-Personen in Afghanistan in besonderer Weise gefährdet. Gleichgeschlechtliche Intimität wurde bereits unter der früheren afghanischen Regierung mit Gefängnishaft oder sogar mit dem Tod bestraft, und Aktivist*innen befürchten, dass LGBTQI*-Personen unter den Taliban noch stärker von Gewalt bedroht sein werden, und verweisen auf die strenge Auslegung der Scharia, mit der die Gruppe während ihrer Regierungszeit von 1996 bis 2001 regierte. Obwohl sich die heutigen Taliban als gemäßigter darstellen, sind viele Menschenrechtsgruppen weiterhin besorgt. Erst letzten Monat erklärte ein Taliban-Richter gegenüber der deutschen Boulevardzeitung Bild, dass homosexuelle Männer zu Tode geprügelt werden sollen. Rainbow Railroad, eine weltweit tätige gemeinnützige Organisation, die LGBTQI*-Personen, die verfolgt werden, helfen will, bereitet sich darauf vor, LGBTQI*-Afghanen bei ihrem Fluchtversuch zu unterstützen. Die 2006 in Kanada gegründete Organisation hilft LGBTQI*-Personen, aus Ländern zu fliehen, in denen sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität unmittelbar bedroht sind. Die Gruppe beantwortet jedes Jahr über 3 000 Anfragen und hilft jährlich etwa 200 Menschen, die Grenzen zu überschreiten. Rainbow Railroad hat in diesem Jahr bereits 50 Hilfegesuche von Menschen aus Afghanistan erhalten und rechnet in naher Zukunft mit einem weiteren Anstieg. Das US-Amerikanische TIME Magazin sprach mit Kimahli Powell, der Geschäftsführerin von Rainbow Railroad, über die aktuelle Situation von LGBTQI* in Afghanistan. Auf die Frage, ob Rainbow Railroad daran arbeite, allen zu helfen, die derzeit versuchen, Afghanistan zu verlassen, erklärte Powell, dass LGBTQI*-Organisationen in Afghanistan aus verschiedenen Gründen sehr eingeschränkt seien, unter anderem, weil sich das Land in einem ständigen Kriegszustand befindet und einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen kriminalisiert werden. Es gäbe nur wenige Menschenrechtsverteidiger, an die man sich wenden könne, und es gäbe nur wenige Organisationen, die Unterstützung anbieten. Das ist der Kontext, in dem Rainbow Railroad in der Region tätig ist. Wichtige Partnerschaften seien jedoch für Rainbow Railroad von großer Bedeutung, um gefährdete Menschen zu identifizieren, denn es sei wirklich schwierig, Afghan*innen zu finden, die bereit seien, überhaupt das Risiko einzugehen, sich im Internet als Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft zu outen. Trotzdem erhalte Powells Organisation immer wieder Hilfesuchen aus Afghanistan, allein in diesem Jahr seien es mindestens 50 gewesen, meisten Anfragen von Einzelpersonen. Man gehe jedoch davon aus, dass es in den kommenden Wochen und Monaten noch viele weitere geben wird. Um zu versuchen, mehr Menschen zu erreichen, stütze man sich derzeit auf das weitreichende internationale Netzwerk und Kontakte im Land. Doch die Situation sei sehr instabil, so Powell: „Wenn ich sage, dass wir mit einem sprunghaften Anstieg der Anfragen rechnen, dann meine ich damit, dass in den kommenden Tagen und Wochen die Menschen versuchen werden, sich auf jede erdenkliche Weise an uns zu wenden, und dass wir auf der Suche nach Lösungen sein werden“. Im Moment sei die Situation für queere Menschen in Afghanistan unklar, da die Taliban die Macht übernommen haben. Doch schon im Gesetz der vorherigen Regierung wurde einvernehmliches gleichgeschlechtliches Handeln kriminalisiert. Dies habe, so Powell, zu einer Kultur der Belästigung und Gewalt durch die Polizei sowie zu einer Kultur der Diskriminierung geführt. Die Menschen hätten keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten und würden ihre Arbeitsstellen verlieren, wenn sie sich outen. LGBTQ-Personen könnten nicht melden, wenn sie diskriminiert, angegriffen, vergewaltigt oder verhaftet werden. So seien LGBTQI* schon vor der Machtergreifung der Taliban dieser Art von Diskriminierung ausgesetzt gewesen. Nun sorgt Powell sich, angesichts der Trends im Nahen Osten und in Nordafrika, dass Queerfeindlichkeit unter diesem Regime noch zunehmen würden. Doch für die Afghan*innen, die flüchten und sich im Ausland neu ansiedeln werden können, gilt, dass sie die Unterstützung von Gemeinschaften brauchen, insbesondere von LGBTQ-Gemeinschaften. „Sie brauchen Zugang zu Wohnraum, sie brauchen Zugang zu emotionaler und psychischer Unterstützung, sie brauchen Zugang zu Ressourcen. Ich denke, das ist die Chance, die Einzelpersonen, Zivilgesellschaften und Regierungen bieten können“.








