Echte Vielfalt

Aufklärung und Bildung

Noch sind es rund fünfeinhalb Monate bis zur Premiere, doch im Hambötler Huus in Negernbötel, Schleswig-Holstein, wird bereits intensiv gearbeitet, denn die ersten Proben für „Aperol & Rollenbilder – Part Two“ haben begonnen. Das neue Theaterstück von Queerbogen wird am Samstag, den 30. Januar 2027, Premiere feiern und knüpft damit an die erste erfolgreiche Ausgabe aus dem Juni an.

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Im Zentrum steht erneut die Frage, wie stark gesellschaftliche Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“ unseren Alltag prägen. Autor, Regisseur und Darsteller Sascha Grimm führt das Thema weiter aus und verbindet persönliche Erfahrungen mit feministischen Perspektiven, Kritik am Patriarchat und der Frage, welche Rollen wir oft ganz selbstverständlich übernehmen, ohne sie zu hinterfragen. Dabei soll das Stück nicht spalten, sondern sichtbar machen, welche Freiheiten entstehen, wenn Menschen Eigenschaften, Kleidung oder Verhaltensweisen nicht mehr einem Geschlecht zuordnen müssen, und was verloren geht, wenn diese Zuordnungen bestehen bleiben.

„Aperol & Rollenbilder – Part Two“ zeigt, dass es nicht darum geht, Männern etwas wegzunehmen oder einzelne Personen zu kritisieren. Vielmehr lädt das Stück dazu ein, die eigenen Vorstellungen zu reflektieren und zu entdecken, wie vielfältig und offen Geschlechterrollen sein können, wenn sie nicht als gegeben verstanden werden.

Auch die Inszenierung selbst spielt mit Erwartungen, denn Kleidung, Rollen und Szenen verändern sich im Verlauf des Abends. „Das Stück beginnt und endet nicht dort, wo man es vielleicht vermuten würde.“ Sascha Grimm beschreibt den neuen Teil in einer Pressemitteilung der Firmenpresse als „deutlich mehr Theater als der erste Teil“ mit „richtige[r] Handlung, mehr Bewegung und mehr Inszenierung“, ohne dabei die persönliche und manchmal unbequeme Note zu verlieren. Die Aufführung ist Teil eines größeren Theaterprojekts von Queerbogen.

Parallel zu den Proben entstehen Bühnenbilder und Requisiten, während die Finanzierung weiter aufgebaut wird. Queerbogen sucht dafür noch nach regionalen Unternehmen und Privatpersonen, die das Projekt als Sponsor*innen oder Unterstützer*innen begleiten wollen. Auf der Webseite können sich Interessierte dazu informieren. Auch für die Premiere ist dort bereits eine Anmeldung möglich.

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Am 16. Juli 2026 erschien „Die Odyssee“, eine Filmadaption des antiken griechischen Epos von Homer, in den deutschen Kinos. Bereits vor dem Kinostart führte die Besetzung zu heftigen Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Der kanadische Schauspieler und Autor Elliot Page stand besonders im Fokus der Anfeindungen.

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Page outete sich 2020 als trans. Seitdem ist er regelmäßig intensivem Hass, Bedrohungen und Transfeindlichkeit ausgesetzt. In seiner Autobiografie „Pageboy“ schreibt er: „Nach meinem ersten Coming-Out 2014 [als homosexuell] glaubte mir die große Mehrheit noch, ich wurde nicht nach Beweisen gefragt. Doch der Hass und der Backlash, den ich auch da schon erfuhr, waren nichts im Vergleich zu jetzt. Nicht mal annähernd.“

Der Trailer zu Christopher Nolans „Die Odyssee“ löste eine erneute Hasswelle aus. Grundlage dafür war das Gerücht, Page würde die Rolle des griechischen Helden Achilles übernehmen, das inzwischen widerlegt ist. Tatsächlich ist er als griechischer Soldat Sinon nur wenige Minuten auf der Leinwand zu sehen. Trotzdem entwickelte sich die vermeintliche Besetzung schnell zum Gegenstand einer Online-Hetzkampagne in rechten und konservativen Netzwerken. Drittanbieter, die Hochrechnungen von Dislike-Zahlen veröffentlichen, verzeichneten Rekordwerte für den Trailer auf YouTube.

Rechte Kommentare nutzten die vermeintliche Besetzung zum Anlass für Angriffe auf Pages Identität. Besonders Elon Musk befeuerte die Anfeindungen und warf Nolan vor, nur für Oscars zu casten und daher Diversität zu erzwingen. Diese Behauptung ist bereits deshalb haltlos, weil die Besetzung von Hauptrollen mit Angehörigen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen historisch gesehen keine Voraussetzung dafür ist, einen Oscar zu gewinnen.

Musk und weitere rechte Stimmen werfen Nolan außerdem vor, die „historische Authentizität“ des griechischen Epos durch politische Korrektheit zu verfälschen. Nolans Film ist jedoch keine wissenschaftliche Rekonstruktion der antiken Welt, sondern eine künstlerische Neuinterpretation eines mythologischen Stoffes. Auch die Figuren entstammen der griechischen Mythologie und sind keine historischen Personen.

Der Fall macht deutlich, dass trans* Menschen in der Film- und Kulturbranche weiterhin mit Vorurteilen, Abwertung und gezielten Anfeindungen konfrontiert sind und queere Sichtbarkeit noch immer häufig als politische Botschaft statt als Teil gesellschaftlicher Realität wahrgenommen wird.

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Am 18. August begeht die LSBTIQ* Community den International Butch Appreciation Day. Der Tag würdigt Butches und ihren Beitrag zur queeren Geschichte, Kultur und Emanzipation. Doch wer ist mit dem Begriff „Butch“ überhaupt gemeint und woher stammt er?

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„Butch“ ist eine Selbstbezeichnung, die vor allem in queeren Communities verwendet wird. Meist beschreibt sie Menschen, die sich maskulin präsentieren oder eine maskuline Geschlechterrolle einnehmen. Viele Butches sind lesbische Frauen, die maskulin auftreten. Auch nicht-binäre oder trans* maskuline Personen nutzen den Begriff für sich. Dabei geht es nicht allein um Kleidung und Auftreten, sondern auch um die eigene Identität und die Position innerhalb einer queeren Community.

Die Bezeichnung entstand in queeren Subkulturen im frühen 20. Jahrhundert. Sie wurde zunächst für weibliche Personen verwendet, deren Körpersprache und Kleidungsstil von den damals herrschenden Weiblichkeitsidealen abwichen und als maskulin wahrgenommen wurden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Begriff zu einer Identitätsbezeichnung und einem Bestandteil lesbischer und queerer Kultur.

Häufig wird „Butch“ gemeinsam mit dem Begriff „Femme“ genannt. Femmes entsprechen in ihrem Auftreten eher normativen Vorstellungen von Weiblichkeit und bilden so das traditionelle Gegenstück zu Butches. Historisch beschrieben die Begriffe häufig auch Beziehungsdynamiken innerhalb lesbischer Communities. Der Umgang mit starren Geschlechterverständnissen und -ordnungen wird in diesen Beziehungen sichtbar, denn Butches und Femmes können gesellschaftliche Kategorisierungen hinterfragen und durch ein weiteres Verständnis von geschlechtlicher Vielfalt ergänzen oder aufbrechen.

Innerhalb der Butch-Community gibt es unterschiedliche Selbstbezeichnungen, wobei Stone Butches besonders bekannt sind. Damit sind in der Regel Butches gemeint, für die die explizit dargestellte Ablehnung der konventionellen Geschlechterrolle, die ihnen gesellschaftlich zugewiesen wird, ein wichtiger Teil ihrer Identität ist. Zudem wird der Begriff häufig von Lesben verwendet, die sexuell dominant sind und nicht wollen, dass ihre Geschlechtsteile während dem Sex berührt oder penetriert werden.

Größere Bekanntheit erlangte der Begriff 1993 mit der Veröffentlichung des Romans „Stone Butch Blues“ von Leslie Feinberg. Heute gilt der Roman als Klassiker der queeren Literatur und hat wesentlich dazu beigetragen, Erfahrungen von Butches und trans* Personen sichtbar zu machen.

Die Festlegung des 18. August als Butch Appreciation Day geht vermutlich auf die 2010er-Jahre zurück, in denen viele ähnliche Aktionstage entstanden. Bereits 2011 finden sich online Beiträge, die auf den Tag Bezug nehmen. Auch wenn seine Ursprünge nicht eindeutig dokumentiert sind, steht der 18. August heute symbolisch für die Anerkennung von Butches und ihres Beitrags zu queerer Geschichte und Sichtbarkeit.

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In einem neuen Bericht analysiert die LSBTIQ* Medienorganisation GLAAD, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz (KI) auf die queere Community haben kann. Dabei warnt die Organisation vor verschiedenen Risiken, weist aber auch auf mögliche Chancen für queere Menschen und ihre Angehörigen hin.

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Die US-amerikanische Organisation GLAAD setzt sich seit vielen Jahren für eine faire und vielfältige Darstellung queerer Menschen in den Medien ein. In ihrem aktuellen Bericht untersucht sie, wie KI-Systeme die Wahrnehmung von LSBTIQ* Personen beeinflussen können. Als Beispiel nennt GLAAD das KI-Modell Llama 4 von Meta. Dieses empfahl auf die Anfrage einer Person, die sich als Elternteil eines frisch geouteten Kindes ausgab, sogenannte „Konversionstherapien“ für homosexuelle Menschen. Wissenschaftliche Fachgesellschaften lehnen solche Praktiken seit Jahren ab, da sie nicht wirksam sind und mit erheblichen psychischen Belastungen verbunden sein können.

Auch eine Umfrage von LGBT Tech zeigt die Skepsis vieler queerer Menschen gegenüber KI. Demnach sorgen sich 73 Prozent der befragten queeren Erwachsenen in den USA vor KI-generierter Desinformation. 68 Prozent befürchten, dass Vorurteile durch KI-Systeme verstärkt oder weiterverbreitet werden. Unter den befragten trans* Personen teilen sogar 94 Prozent diese Sorge.

Als Herausforderungen nennt GLAAD unter anderem die Verbreitung oder Verstärkung von Hass gegenüber queeren Menschen sowie mögliche Diskriminierungen durch automatisierte Entscheidungssysteme. Dies könne beispielsweise die Kreditvergabe, den Wohnungsmarkt oder Bewerbungsverfahren betreffen. Auch Systeme zur Gesichtserkennung oder automatischen Geschlechtszuordnung könnten bestehende Stereotype reproduzieren. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass queere Inhalte auf digitalen Plattformen eingeschränkt sichtbar gemacht werden. In Ländern, in denen queere Menschen nur unzureichend rechtlich geschützt sind, gewinnen zudem Datenschutzfragen besondere Bedeutung.

Neben den Risiken sehen viele queere Menschen jedoch auch Chancen. Genannt wird vor allem der Abbau von Zugangsbarrieren. Informationen, Beratungsangebote und Unterstützungsstrukturen könnten durch KI leichter auffindbar werden. Auch Eltern könnten dabei unterstützt werden, die queere Identität ihrer Kinder besser zu verstehen und sich über entsprechende Themen zu informieren.

Kate Ellis, Präsidentin und CEO von GLAAD, fordert deshalb den Einsatz menschlicher Kontrollmechanismen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von KI-Systemen, damit diese allen Menschen gerecht werden und Diskriminierungen nicht verstärken.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch das Forschungsfeld „Queering AI“. Es untersucht, wie Künstliche Intelligenz so gestaltet werden kann, dass sie queere Menschen angemessen repräsentiert, bestehende Vorurteile nicht reproduziert und gesellschaftliche Ungleichheiten im besten Fall sogar abbauen hilft.

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Ältere Menschen aus der LSBTIQ* Community blicken häufig auf einen langen Kampf um Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung zurück. Viele von ihnen haben Diskriminierung und Ausgrenzung erlebt und sind bis heute nicht geoutet. Umso wichtiger ist es, ihre individuellen Lebensrealitäten auch dann mitzudenken, wenn sie pflegerische Unterstützung benötigen oder in eine Pflegeeinrichtung ziehen. Der 9. Altersbericht der Bundesregierung empfiehlt deshalb unter anderem eine diversitätssensible Gestaltung von Angeboten und Leistungen der Altenhilfe.

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Die Bundesinteressensvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. bietet aktuell einen kostenfreien digitalen Fortbildungskurs zum Thema LSBTIQ* in der Pflege an. Ziel ist es, für die Lebenswelten von LSBTIQ* Personen und Menschen mit HIV zu sensibilisieren. Das Angebot richtet sich an Pflegekräfte, Ausbilder*innen, Auszubildende in der Pflege sowie weitere Multiplikator*innen im Pflegebereich.

Der E-Learning-Kurs behandelt Themen wie die Geschichte der LSBTIQ* Community, wichtige Begrifflichkeiten sowie Diskriminierungserfahrungen. Die Inhalte werden unter anderem durch Videos, Biografiearbeit, Erfahrungsberichte und praxisnahe Beispiele vermittelt.

Ziel des Kurses ist es, Pflegekräfte und andere Fachpersonen dabei zu unterstützen, eine biografieorientierte und diversitätssensible Pflegepraxis umzusetzen. Gleichzeitig soll er Auszubildende bei der Vermittlung von Lehrinhalten zu LSBTIQ* und Menschen mit HIV unterstützen. Die curriculare Einheit CE 09 („Menschen bei der Lebensgestaltung lebensweltorientiert unterstützen“) des Pflegeberufegesetzes bietet hierfür den fachlichen Rahmen. Gefördert wird das Angebot durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Der Kurs gliedert sich in zwei große Themenbereiche. Im ersten Teil steht die Vermittlung von Grundlagenwissen und Begrifflichkeiten im Vordergrund. Im zweiten Teil werden darauf aufbauend Methoden vorgestellt und erprobt, die später im Pflegealltag, im Unterricht oder in Schulungen eingesetzt werden können.

Für die Bearbeitung des gesamten Lernmaterials sollten etwa acht Stunden eingeplant werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat sowie acht Fortbildungspunkte für die „Registrierung beruflich Pflegender“. Der Kurs kann jederzeit begonnen werden. Weitere Informationen sowie den Link zur Teilnahme finden Sie hier.

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Bereits 2024 erschien die Broschüre „Demenz und queer“ für Schleswig-Holstein. Das Modellprojekt stieß auf große Resonanz und machte deutlich, dass bundesweit Bedarf an Orientierung und Sensibilisierung für die Lebensrealitäten queerer Menschen mit Demenz besteht. Daraufhin schlossen sich das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz zusammen, um eine bundesweit nutzbare Ausgabe zu veröffentlichen.

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Menschen mit Demenz verlieren nach und nach Erinnerungen und damit oft auch den Zugang zu wichtigen Teilen ihrer Biografie. Gleichzeitig können weit zurückliegende Erlebnisse wieder stärker in den Vordergrund treten. Für queere Menschen kann dies besondere Herausforderungen mit sich bringen. Diskriminierungserfahrungen, Ausgrenzung oder frühere Lebenssituationen können erneut präsent werden. Gerade ältere queere Menschen haben teilweise strafrechtliche Verfolgung erlebt oder waren gezwungen, ihre Identität zu verbergen und in gesellschaftlich erwarteten Rollen zu leben. Mit fortschreitender Demenz kann es zudem vorkommen, dass Hemmschwellen sinken und Menschen sich erstmals oder erneut gegenüber ihrem Umfeld outen.

Die Broschüre möchte diese Perspektiven sichtbar machen und Angehörigen, Fachkräften, Beratungsstellen sowie Einrichtungen Orientierung bieten. Sie verbindet fachliche Informationen mit praxisnahen Empfehlungen und soll dazu beitragen, Diskriminierung vorzubeugen sowie Unsicherheiten im Umgang mit queeren Menschen mit Demenz abzubauen.

In einer Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 8. Juni 2026 betont Anneke Wilken-Bober vom Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein die Bedeutung von Verbündeten, sogenannten Allies, die sich für die LSBTIQ* Community einsetzen:

„Menschen mit Demenz sind nicht nur hetero und weiß. Vielfalt lebt vom Mitmachen und es braucht viele Menschen, die sich positionieren. Jahrzehntelang haben beispielsweise Lesben, Schwule und auch Trans* Personen um Sichtbarkeit gekämpft. Sie brauchen sogenannte ‚Allies‘, Verbündete: Menschen, die sich in unserer immer noch stark heteronorm geprägten Gesellschaft für sie einsetzen, im Kleinen und im Großen.“

Menschen mit Demenz sind in besonderem Maße auf ein respektvolles und unterstützendes Umfeld angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige, Pflegekräfte und andere Bezugspersonen sensibel auf unterschiedliche Lebensrealitäten eingehen und Diskriminierung entgegenwirken.

Mit „Demenz und queer – Vielfalt denken, sehen, ermöglichen“ liegt nun eine überarbeitete bundesweite Ausgabe vor. Ergänzend wurde eine Hörversion veröffentlicht, um die Barrierefreiheit des Angebots zu verbessern. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein zusätzliches Kapitel zu Begrifflichkeiten unter dem Titel „Miteinander sprechen“.

Die Broschüre kann im Shop der Deutschen Alzheimer Gesellschaft kostenlos als PDF heruntergeladen oder als Druckversion bestellt werden. Ergänzend steht ein Informationsplakat zur Verfügung.

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Queeres Leben findet nicht nur in Großstädten statt. LSBTIQ* Menschen leben ebenso in Kleinstädten und ländlichen Regionen. Während urbane Zentren häufig über gewachsene Community-Strukturen, Beratungsangebote und eine größere Sichtbarkeit verfügen, sind die Bedingungen in ländlichen Räumen oft deutlich herausfordernder. Genau hier setzt das Bundesvernetzungstreffen „Queer im ländlichen Raum“ an, das vom 23. bis 25. Oktober 2026 in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen stattfindet.

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Bereits zum vierten Mal kommen Initiativen, Projekte und engagierte Einzelpersonen aus ganz Deutschland zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Strategien für queeres Leben und Engagement außerhalb der Metropolen zu entwickeln. Organisiert wird das Treffen von mehreren Organisationen und Initiativen gemeinsam mit der Akademie Waldschlösschen, einer bundesweiten Bildungs- und Vernetzungsstätte mit queerem Schwerpunkt.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens steht ein Thema, das viele queere Menschen und Initiativen derzeit beschäftigt: Schutz, Prävention und Resilienz in Zeiten zunehmender Bedrohungen. Angesichts queerfeindlicher Anfeindungen, rechtsextremer Mobilisierung und unsicherer Förderstrukturen sollen gemeinsam Antworten auf zentrale Fragen erarbeitet werden. Dazu gehört beispielsweise, wie sich queere Menschen, Vereine und zivilgesellschaftliche Netzwerke schützen können, welche Bündnisse vor Ort benötigt werden und wie Räume für Vielfalt und demokratisches Engagement auch unter schwierigen Bedingungen erhalten bleiben können.

Das Programm umfasst Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Geplant sind unter anderem Veranstaltungen zu Schutzkonzepten für queere Organisationen, zum Umgang mit Hass und digitaler Gewalt sowie zu Fördermöglichkeiten für Projekte in ländlichen Regionen. Darüber hinaus bietet das Treffen zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung und zum informellen Austausch.

Gerade in ländlichen Räumen übernehmen ehrenamtlich engagierte Menschen häufig zentrale Aufgaben. Sie organisieren Treffpunkte, schaffen Beratungsangebote und setzen sich für Sichtbarkeit und Akzeptanz ein. Gleichzeitig arbeiten viele von ihnen unter schwierigen Bedingungen und verfügen nur über begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen. Das Bundesvernetzungstreffen schafft deshalb nicht nur Raum für fachliche Diskussionen, sondern auch für gegenseitige Unterstützung, Empowerment und den Aufbau langfristiger Netzwerke.

Die Veranstaltung richtet sich an Initiativen, Projekte und Aktivist*innen, die bereits zu queeren Themen in ländlichen oder kleinstädtischen Regionen arbeiten oder entsprechende Strukturen aufbauen möchten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Webseite des Bundesvernetzungstreffens.

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2016 wurde die Queerfilmnacht gegründet. Sie ging aus der Fusion der bereits 2005 gestarteten L-Filmnacht und der wenig später gegründeten Gay-Filmnacht hervor. Ziel war es, sichtbar zu machen, dass Queerness weit mehr umfasst als lesbische und schwule Perspektiven. Seitdem wird in fast 50 Kinos in Deutschland und Österreich jeden Monat ein neuer Film mit queeren Themen aus der internationalen Filmlandschaft gezeigt.

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Die Queerfilmnacht möchte queere Geschichten auf die Kinoleinwand bringen und dabei auch Orte erreichen, in denen es nur wenige Angebote für die LSBTIQ* Community gibt. Gleichzeitig bietet sie queeren Filmschaffenden und ihren Werken eine Plattform in einer Filmbranche, die nach wie vor überwiegend von nicht-queeren Erzählungen geprägt ist.

Im Juni steht der Film „Donkey Days“ auf dem Programm. Die Komödie erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Angetrieben von den Erwartungen ihrer Mutter befinden sich beide seit Jahren in einem ständigen Konkurrenzverhältnis. Als sie in ihr Elternhaus in Norddeutschland zurückkehren, werden sie mit alten Konflikten, Familiengeheimnissen und unverarbeiteten Verletzungen konfrontiert. Dabei nähern sie sich einander langsam wieder an.

Für Norddeutschland stehen bereits folgende Termine fest:

  • Flensburg: 51 Stufen; 17.06.
  • Bremen: City 46; 19.06.
  • Lüneburg: Scala Programmkino; 26.06.
  • Kiel: Kommunales Kino in der Pumpe; 29.06.
  • Hamburg: Metropolis; 29.06.

Im Juli wird außerdem „Drunken Noodles“ gezeigt, im August folgt „Strange River“.

Auf der Webseite der Queerfilmnacht lassen sich das aktuelle Programm, Kurzbeschreibungen der Filme sowie Trailer einsehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, nach teilnehmenden Kinos in der jeweiligen Region zu suchen.

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Am 22. Mai 1930 wurde Harvey Milk in New York als Sohn litauisch-jüdischer Eltern geboren. Er studierte Lehramt, diente in der US Navy und arbeitete anschließend in verschiedenen Berufen. Sein Leben endete am 27. November 1978 gewaltsam – zu diesem Zeitpunkt galt er bereits als eine der zentralen Figuren der queeren Bürgerrechtsbewegung in den USA.

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Milk wuchs in New York auf, besuchte dort die Highschool und später das New York State College for Teachers. Schon früh setzte er sich mit gesellschaftlicher Vielfalt auseinander. Nach seinem Abschluss im Jahre 1951 trat er in die US Navy ein, verließ diese jedoch nach vier Jahren, nachdem er wegen seiner Sexualität befragt worden war.

1972 zog Milk nach San Francisco, das damals als Anlaufstelle für homosexuelle Menschen, Künstler*innen und Hippies galt. Gemeinsam mit seinem Partner Scott Smith lebte er in der Castro Street, dem Zentrum der queeren Szene. Dort eröffneten die beiden ein Fotogeschäft, das sich schnell zu einem wichtigen Treffpunkt im Viertel entwickelte.

Milk wurde als „Bürgermeister der Castro Street“ bekannt. Sein wachsendes politisches Interesse führte schließlich zu einer Kandidatur für den Stadtrat von San Francisco. Obwohl er zunächst erfolglos blieb, engagierte er sich weiterhin politisch. Nachdem Geschäftsleute versucht hatten, zwei schwulen Männern die Eröffnung eines Ladens zu verbieten, gründete Milk gemeinsam mit anderen Unternehmer*innen die Castro Village Association – einen der ersten Zusammenschlüsse überwiegend queerer Unternehmen. Später berief ihn sein enger Freund und Bürgermeister George Moscone in ein städtisches Gremium. Damit gehörte Milk zu den ersten offen schwulen Amtsträgern in den USA.

1977 gelang ihm schließlich der Einzug in den Stadtrat von San Francisco. Sein Wahlsieg gilt bis heute als Meilenstein für die LSBTIQ* Community in den USA. Milk setzte sich sowohl für die Rechte homosexueller Menschen als auch für soziale Themen wie Kinderbetreuung und bezahlbaren Wohnraum ein. Besonders bekannt wurde sein Einsatz gegen die sogenannte „Proposition 6“ in Kalifornien, die die Entlassung homosexueller Lehrkräfte ermöglicht hätte.

Harvey Milk und George Moscone wurden am 27. November 1978 vom ehemaligen Politiker Dan White im Rathaus erschossen. In der darauffolgenden Nacht gingen tausende Menschen auf die Straße, um der beiden Politiker zu gedenken. White wurde später zu einer vergleichsweise milden Haftstrafe verurteilt.

Harvey Milks Leben und politisches Wirken wurden vielfach künstlerisch aufgearbeitet. Sein Engagement gilt bis heute als wegweisend für nachfolgende Generationen queerer Aktivist*innen.

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Vom 01.05.2026 bis 31.05.2026 öffnen Hamburgs (queere) Vereine und Initiativen ihre Türen zum Queer History Month. Auch Einzelpersonen gestalten das vielfältige Programm mit. Der Mai wurde dabei bewusst gewählt, um auf die Demonstrationen und Feierlichkeiten im Pride Month vorzubereiten.

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Bereits im April berichteten wir in unserem Artikel „Spuren queeren Lebens im Norden: Geschichte, Orte und Erinnerungskultur in Norddeutschland“ kurz über den Queer History Month in Hamburg.

Ziel ist es, die Geschichte der LSBTIQ* Community zu erzählen, erlebbar zu machen und sichtbar zu halten. In einer Zeit, in der Gewalt und Hass gegen queere Menschen (in Deutschland) zunehmen, ist es besonders wichtig, diese Sichtbarkeit zu stärken, um gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern und die Kämpfe sowie Errungenschaften der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Eingeladen sind alle Interessierten – unabhängig davon, ob sie sich selbst zur Community zählen, Allies sind oder mehr über queere Geschichte erfahren möchten.

Weltweit wird der Queer History Month unterschiedlich benannt (z. B. LGBTQ History Month) und begangen. Seinen Ursprung hat der Queer History Month 1994 im US-Bundesstaat Missouri. Seit 2024 finden in Hamburg jährlich im Mai zahlreiche Veranstaltungen statt, die sich insbesondere der historischen Bildung widmen.

Das Programm umfasst Ausstellungen, Führungen, Filmveranstaltungen und weitere Formate, durch die sich queere Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und auf vielfältige Weise erschließen lässt.

Das gesamte Programm findet sich auf der Webseite queerhistoryhamburg.de. Dort können auch eigene Veranstaltungsideen eingebracht oder direkt angemeldet werden. Manche Veranstaltungen sind kostenlos, andere kostenpflichtig. Es empfiehlt sich, vorab zu prüfen, ob eine Anmeldung erforderlich ist.

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