Echte Vielfalt

Jugend

Als der spanische Fußballprofi Borja Iglesias im März dieses Jahres erneut queerfeindlich beleidigt wurde und darauf mit den Worten reagierte, er sei „lieber schwul als homophob“, war das mehr als ein persönliches Statement. Es war ein Spiegel für ein System, das queere Identitäten im Männerfußball noch immer unsichtbar hält.

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Ein aktuelles Beispiel: Christian Dobrick

Ein wichtiges Signal setzte zuletzt der Trainer von FC St. Pauli, Christian Dobrick, der sich öffentlich als homosexuell geoutet hat. Sein Schritt wurde von vielen Seiten als mutig und richtungsweisend bewertet. Dobrick selbst betonte, dass er mit seinem Coming-out auch anderen im Fußball Mut machen wolle. Die Reaktionen aus Verein, Fanszene und Öffentlichkeit fielen überwiegend positiv aus. Dennoch zeigt gerade dieser Fall, wie außergewöhnlich ein solches Outing im Profifußball nach wie vor ist.

Deutschland: Fortschritt auf dem Papier, Stillstand auf dem Platz?

In Deutschland gibt es zahlreiche Initiativen für Vielfalt im Fußball. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) positioniert sich öffentlich gegen Diskriminierung, Vereine beteiligen sich an Kampagnen, Stadien zeigen Regenbogenflaggen. Dennoch gibt es keinen offen schwulen aktiven Spieler in der Bundesliga. Dahinter stehen die Angst vor den Reaktionen der Fans, die Sorge um Karrierechancen sowie Unsicherheiten im Umgang innerhalb von Teams.

Die Initiative Fußball für Vielfalt und auch Kampagnen wie #ihrkönntaufunszählen zeig(t)en zwar Wirkung im Diskurs, haben aber bislang nicht dazu geführt, dass sich Spieler sicher genug fühlen, offen zu leben.

Der ehemalige DDR-Nachwuchsspieler Marcus Urban beendete seine Karriere, weil er seine Homosexualität nicht offen leben konnte. Erst Jahre später machte er sie öffentlich und wurde zu einer der wichtigsten Stimmen für Vielfalt im Fußball. Seine Geschichte ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Beispiel: Talent allein reicht nicht, wenn das Umfeld nicht sicher ist. Urban selbst betont immer wieder, dass sich zwar die gesellschaftliche Debatte verändert habe, die Strukturen im Profifußball jedoch deutlich weniger.

Frauenfußball: Sichtbarer, aber nicht gleichgestellt

Während im Männerfußball Unsichtbarkeit vorherrscht, zeigt sich im deutschen Frauenfußball ein anderes Bild. Spielerinnen wie Almuth Schult oder internationale Stars, die auch in der Bundesliga spielen, gehen offen(er) mit queeren Identitäten um. Das wirkt zwar auf den ersten Blick progressiv, doch auch hier gilt: Sichtbarkeit bedeutet nicht automatisch Gleichberechtigung und die Medienaufmerksamkeit bleibt oft hinter der des Männerfußballs zurück. Die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball machen deutlich, dass es nicht nur um Akzeptanz geht, sondern um gesellschaftliche Zuschreibungen.

Was sich ändern muss

Wenn der deutsche Fußball wirklich vielfältig sein will, braucht es mehr als Kampagnen. Notwendig sind beispielsweise verlässliche Schutzstrukturen für Spieler*innen, klare Sanktionen bei Diskriminierung im Stadion und online, verbindliche Diversity-Konzepte in Vereinen und Verbänden sowie sichtbare Unterstützung durch Führungspersonen im Sport. Vor allem aber braucht es ein Klima, in dem ein Coming-out nicht als Risiko, sondern als Selbstverständlichkeit gilt.

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Die medizinische Versorgung von trans* und nichtbinären Jugendlichen steht seit einigen Jahren im Mittelpunkt intensiver Debatten. Nun sorgt eine neue Entwicklung aus Großbritannien für Aufmerksamkeit: Eine geplante klinische Studie zu pubertätshemmenden Medikamenten wurde vorerst gestoppt. Fachleute betonen jedoch, dass es sich nicht um ein endgültiges Aus für die Forschung handelt, sondern um einen Schritt, der zusätzliche Sicherheitsprüfungen ermöglichen soll.

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Die sogenannte PATHWAYS-Studie sollte untersuchen, welche Auswirkungen Pubertätsblocker auf Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsinkongruenz haben. Geplant war, über mehrere Jahre rund 220 junge Menschen in die Studie aufzunehmen und medizinisch zu begleiten. Ziel war es, mehr wissenschaftliche Daten über Nutzen und Risiken der Behandlung zu gewinnen.

Pubertätsblocker sind Medikamente, die vorübergehend die körperlichen Veränderungen der Pubertät unterdrücken sollen. In der Behandlung von trans* Jugendlichen werden sie eingesetzt, um Zeit für diagnostische Abklärung und persönliche Entscheidungen zu gewinnen.

Bevor die Studie mit der Rekrutierung von Teilnehmenden beginnen konnte, griff jedoch die britische Arzneimittelbehörde MHRA ein. Sie äußerte neue Sicherheitsbedenken und empfahl, das Studienkonzept noch einmal zu prüfen. Konkret geht es unter anderem um mögliche langfristige biologische Risiken sowie um Fragen der Altersgrenze und des Einwilligungsprozesses.

Das britische Gesundheitsministerium erklärte, die Studie werde erst fortgesetzt, wenn geklärt sei, dass Sicherheit und Wohlbefinden der beteiligten Kinder und Jugendlichen ausreichend gewährleistet sind. Bis dahin sollen Forschende und Behörden gemeinsam Anpassungen am Studiendesign prüfen.

Die Entscheidung, die Studie zu pausieren, wird jedoch auch kritisch gesehen. Einige Fachleute und LSBTIQ*-Organisationen befürchten, dass politische Kontroversen die medizinische Forschung ausbremsen könnten.

Für junge Menschen, die bereits entsprechende Medikamente erhalten, gilt in Großbritannien weiterhin, dass ihre Behandlung individuell geprüft und fortgeführt werden kann. Gleichzeitig arbeiten Forschende daran, Studien so zu gestalten, dass sie sowohl ethisch vertretbar als auch wissenschaftlich aussagekräftig sind.

Die aktuelle Entwicklung zeigt vor allem, wie komplex die medizinische Versorgung von trans* Jugendlichen ist. Zwischen dem Schutz junger Menschen, der wissenschaftlichen Evidenz und dem Recht auf angemessene Gesundheitsversorgung müssen sorgfältige Entscheidungen getroffen werden, die nur auf Grundlage solider Forschung möglich sind.

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Vielfalt ist Realität in jedem Klassenzimmer. Unterschiedliche familiäre Hintergründe, Religionen, kulturelle Prägungen und ebenso unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten. Wenn Schulen ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag gerecht werden wollen, müssen sie diese Vielfalt nicht nur dulden, sondern aktiv gestalten.

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Queere Schüler*innen erleben nach wie vor überdurchschnittlich häufig Diskriminierung, Ausgrenzung oder Mobbing. Studien (z.B. der European Union Agency for Fundamental Rights, 2024) zeigen, dass fehlende Sichtbarkeit und mangelnde Sensibilität im schulischen Umfeld negative Auswirkungen auf psychische Gesundheit, Lernmotivation und Bildungsbiografien haben können. Eine inklusive Schulkultur ist deshalb keine Zusatzaufgabe, sondern Teil professioneller Schulentwicklung.

Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag einen Antrag in den Landtag eingebracht, der sich mit der Stärkung queerer Vielfalt und dem Schutz vor Diskriminierung im schulischen Kontext befasst. Im Kern geht es darum, bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln, Sensibilität strukturell zu verankern und Schulen in ihrer Verantwortung für ein diskriminierungsfreies Lernumfeld zu unterstützen. Der Antrag ist damit Ausdruck einer breiteren gesellschaftlichen Debatte – im Mittelpunkt steht jedoch das Thema selbst: Wie gelingt es, Vielfalt verbindlich in schulische Praxis zu übersetzen?

Es gibt bereits bewährte Ansätze, auf die sich zurückgreifen lässt:

1. Verlässliche Ansprechpersonen und Schutzkonzepte: Schulen können feste Vertrauenslehrkräfte oder Diversity-Beauftragte benennen, die für Fragen rund um sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität qualifiziert sind. Ergänzend wirken klar formulierte Antidiskriminierungsleitlinien, die explizit LSBTIQ*-Feindlichkeit benennen. Solche Schutzkonzepte orientieren sich häufig an Empfehlungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die betont, dass Diskriminierungsschutz institutionell verankert sein muss – nicht nur situativ reagierend.

2. Selbstgewählter Name und Pronomen im Schulalltag: Ein niedrigschwelliger, aber wirkungsvoller Schritt ist die konsequente Nutzung des selbstgewählten Namens und der gewünschten Pronomen. Auch wenn Personenstandsänderungen noch nicht abgeschlossen sind, signalisiert diese Praxis Anerkennung. Schulinterne Handreichungen können Lehrkräften Sicherheit im Umgang mit datenschutzrechtlichen Fragen geben und Missverständnisse vermeiden.

3. Unterrichtliche Verankerung: Queere Lebensrealitäten lassen sich in verschiedenen Fächern thematisieren: Im Deutschunterricht über Literatur, im Geschichtsunterricht über Emanzipationsbewegungen, im Biologieunterricht differenziert und wissenschaftlich fundiert. Wichtig ist dabei eine sachliche, altersangemessene und stereotypfreie Darstellung. Das Deutsches Jugendinstitut weist darauf hin, dass Sichtbarkeit im Lehrplan signifikant zur Reduktion von Vorurteilen beitragen kann.

4. Kooperation mit externen Trägern: Workshops mit queeren Bildungsinitiativen oder Projekttage zu Vielfalt und Demokratiebildung schaffen Raum für Fragen, die im regulären Unterricht oft zu kurz kommen. Hier profitieren Schulen von Kooperationen mit regionalen Netzwerken und Landesprogrammen. In Schleswig-Holstein unterstützt das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein Programme zur Stärkung von Akzeptanz und Diversität im Bildungsbereich, z.B. SCHLAU Schleswig-Holstein, ein landesweite Netzwerk lokaler SCHLAU Gruppen mit einem breiten Angebot an Bildungs-, Aufklärungs- und Antidiskriminierungsworkshops zu geschlechtlicher, sexueller und romantischer Vielfalt für Schulen, Sportvereine, Jugendzentren und andere Jugendeinrichtungen.

Queere Vielfalt in Schulen ist kein Randthema und keine ideologische Zusatzdebatte. Es geht um Bildungsqualität, Chancengerechtigkeit und den Schutz junger Menschen. Politische Initiativen wie der Antrag der SPD-Fraktion machen deutlich, dass dieses Thema auch auf Landesebene als strukturrelevant verstanden wird – entscheidend bleibt jedoch die konkrete Umsetzung im schulischen Alltag.

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Die Anerkennung der geschlechtlichen Identität ist für trans* und nichtbinäre Jugendliche von zentraler Bedeutung. Aktuelle Studien aus den USA belegen, dass ein respektvoller Umgang im sozialen Umfeld einen messbaren Einfluss auf die psychische Gesundheit junger Menschen hat. Insbesondere die bewusste Verwendung des selbstgewählten Namens und der passenden Pronomen kann das Risiko für schwere seelische Krisen deutlich senken.

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Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche, deren Identität von Familie, Freundeskreis oder Schule akzeptiert wird, signifikant seltener von Suizidgedanken oder -versuchen berichten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem wichtigen Schutzfaktor. Fehlt diese Unterstützung, steigt die psychische Belastung erheblich. Gefühle von Ausgrenzung, Unsichtbarkeit und mangelnder Wertschätzung prägen dann häufig den Alltag der Betroffenen.

Trotz der klaren Studienlage erfahren viele trans* und nichtbinäre Jugendliche diese Anerkennung nicht. In einer aktuellen Studie des Trevor Project gab weniger als die Hälfte an, regelmäßig mit dem gewünschten Namen und den richtigen Pronomen angesprochen zu werden. Besonders nichtbinäre Jugendliche sind betroffen, da ihre Identität im gesellschaftlichen Alltag noch immer wenig bekannt ist und häufig infrage gestellt wird. Geschlechtsneutrale Pronomen stoßen dabei oft auf Unverständnis oder bewusste Ablehnung.

Häufig wird fehlender Respekt mit Unsicherheit oder mangelnder Gewohnheit begründet. Expertinnen und Experten aus Psychologie, Medizin und Pädagogik weisen jedoch darauf hin, dass solche Argumente die Auswirkungen auf die Betroffenen verkennen. Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche bereits früh ein klares Gefühl für ihre eigene Geschlechtsidentität entwickeln können. Eine unterstützende Haltung bedeute dabei nicht, Entscheidungen vorzugeben, sondern jungen Menschen zuzuhören und ihre Selbstaussagen ernst zu nehmen.

Ein respektvolles Umfeld stärkt nach Einschätzung von Fachleuten das Selbstwertgefühl und fördert die Fähigkeit, mit Diskriminierung und gesellschaftlichem Druck umzugehen. Umgekehrt kann dauerhafte Missachtung der eigenen Identität das Risiko für Depressionen, Angststörungen und soziale Isolation erhöhen. Vor diesem Hintergrund wird Anerkennung zunehmend als Bestandteil von Präventionsarbeit verstanden.

Der Handlungsbedarf richtet sich vor allem an das direkte Umfeld der Jugendlichen. Familien, Schulen und soziale Einrichtungen spielen eine Schlüsselrolle. Oft sind es keine aufwendigen Maßnahmen, sondern einfache Gesten, die eine große Wirkung entfalten. Die konsequente Nutzung des richtigen Namens, ein respektvoller Sprachgebrauch und die Bereitschaft zuzuhören können das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit stärken.

Sichtbarkeit und Respekt sind damit keine symbolischen Akte, sondern konkrete Faktoren, die das Leben junger trans* und nichtbinärer Menschen nachhaltig beeinflussen. Fachleute betonen, dass gesellschaftliche Akzeptanz nicht nur eine Frage von Toleranz ist, sondern ein wirksames Mittel, um psychische Krisen zu verhindern und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.

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Am 16. November 2025 startet mit „lambda space“ ein bundesweit einmaliges Projekt: Das erste digitale queere Jugendzentrum Deutschlands geht online. Initiiert wurde die Plattform vom Jugendnetzwerk Lambda. Sie soll queeren Jugendlichen im Alter von 14 bis 26 Jahren einen sicheren digitalen Treffpunkt bieten – für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaft.

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Der Hintergrund: Viele queere junge Menschen – besonders auf dem Land – haben nach wie vor kaum Zugang zu unterstützenden Angeboten. Gleichzeitig verbringen sie einen großen Teil ihrer Freizeit online. Doch auch dort fehlen bisher geschützte Räume. Lambda kritisiert, dass die meisten großen Online-Plattformen von profitgetriebenen Tech-Konzernen dominiert würden und sich zunehmend queerfeindliche Tendenzen zeigten. „lambda space“ sei daher eine Antwort auf diese Entwicklung – als sicherer Raum für queere Jugendliche ohne lokale Angebote und als gemeinnützige, bedürfnisorientierte Alternative zu kommerziellen Netzwerken.

Die neue Plattform ermöglicht es Jugendlichen, sich in Foren auszutauschen, eigene Gruppenräume zu verschiedenen Themen zu gründen, über einen geschützten Messenger miteinander zu schreiben und andere queere junge Menschen in ihrer Umgebung kennenzulernen. Dabei steht Sicherheit im Vordergrund: Ein mehrstufiges Zugangssystem soll Schutz bieten, Beiträge werden durch geschulte Moderator*innen und KI in Echtzeit überwacht und das Projekt wird psychologisch begleitet. Außerdem gibt es einfache Möglichkeiten zur Beratung, falls jemand Unterstützung braucht.

Schon 865 Jugendliche stehen auf der Warteliste für den Zugang. Die Lambda-Vorstandsmitglieder Emily Schunk und Oska Jacobs zeigen sich begeistert: „Jetzt beginnt die spannende Beta-Phase, in der wir nach und nach allen 865 Jugendlichen den Zugang eröffnen“, erklärten sie. In Feedbackrunden wollen sie gemeinsam mit den Jugendlichen herausfinden, wie sich die Plattform anfühlt, was gut läuft und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Das Ziel ist klar: Junge queere Menschen sollen überall einen sicheren digitalen Raum haben – unabhängig davon, wo sie leben.

Hier die wichtigsten Infos zu lambda space zusammengefasst:
Website: lambdaspace.de

Was ist lambda space?

  • lambda space bezeichnet sich als erstes digitales queeres Jugendzentrum Deutschlands, das rund um die Uhr und von überall aus erreichbar ist.
  • Zielgruppe: Queere Jugendliche im Alter von 14 bis 26 Jahren — dabei sind auch Menschen willkommen, die sich „unsicher“ über ihre Sexualität oder Identität fühlen.

Wichtige Funktionen/Features

  • Plattformzugang über iOS, Android & Web.
  • Der Anspruch: Eine Atmosphäre wie in einem „echten“ Jugendzentrum – Gemeinschaft, Austausch, Begegnung – ins Digitale zu übertragen.
  • Sicherheit & Schutz stehen im Fokus: z. B. mit Verifikation, privaten Profilen, selbstlöschenden Nachrichten, geschultem Support-Team.

Beteiligung & Mitbestimmung

  • Der Verein betont, dass die Jugendlichen selbst mitentscheiden können: Mitgliedschaft ist kostenlos und bringt Mitspracherechte bei Aktivitäten, Mitgliederversammlung etc. (lambda space)

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Der Verein Social Media Camp e.V. veranstaltet vom 05. bis 07. Dezember 2025 erneut ein Camp-Wochenende, das sich an queere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren richtet. Das Camp findet in Mözen bei Bad Segeberg statt und wird in diesem Jahr in Kooperation mit dem CSD Deutschland e.V. durchgeführt.

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Ziel des Wochenendes ist es, den Teilnehmenden einen geschützten Rahmen zu bieten, um den sicheren und reflektierten Umgang mit sozialen Medien zu erlernen, digitale Informationen kritisch zu bewerten und Strategien gegen Hate Speech zu entwickeln.

Der Verein Social Media Camp e.V. besteht seit 2021 und wurde unter anderem mit dem Medienkompetenzpreis des Landes Schleswig-Holstein 2023 ausgezeichnet.

Inhalte und Ablauf

Das Camp bietet ein vielfältiges Programm mit Workshops und Austauschmöglichkeiten zu Themen rund um Medienkompetenz, digitale Sicherheit und gesellschaftliches Engagement im Netz.
Neben den inhaltlichen Angeboten steht auch der persönliche Austausch mit anderen Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Die Anreise erfolgt am Freitag Nachmittag individuell bis zum Hauptbahnhof Lübeck, von wo aus die Gruppe gemeinsam zum Veranstaltungsort in Mözen fährt.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro und beinhaltet Unterkunft und Verpflegung. Für Jugendliche mit finanziellen Einschränkungen stehen kostenlose Sozialtickets auf Anfrage zur Verfügung.

Anmeldung und weitere Informationen

Interessierte können sich per E-Mail an anmeldung@social-media-camp.eu wenden.
Weitere Informationen zur Kooperation mit dem CSD Deutschland e.V. finden sich in der Pressemitteilung unter:
https://csd-deutschland.de/das-social-media-camp-x-csd-deutschland-2025/

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Am 11. Oktober findet jedes Jahr der Coming Out Day statt – ein Aktionstag, der bereits 1988 in den USA ins Leben gerufen wurde, um queeren Menschen mehr Sichtbarkeit zu geben und auf die Herausforderungen eines Coming-outs aufmerksam zu machen.

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Für viele ist es noch immer schwer, offen über ihre Identität zu sprechen – besonders, wenn in Familie oder Freundeskreis abwertende Sprache benutzt wird oder Angst vor Ablehnung besteht. Diese innere Belastung kann auf Dauer psychisch stark belasten und sogar zu Angststörungen oder Depressionen führen, wie die News-Plattform watson berichtet.

In Deutschland haben viele junge queere Menschen noch Angst, offen zu ihrer Identität zu stehen. Um dem entgegenzuwirken, hat der Verein „Coming Out Day“ ein neues bundesweites Beratungsprojekt gestartet: Coming Out und so. Das Angebot richtet sich an queere Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre, die Unterstützung bei Themen wie Coming-out, Transition, Liebeskummer, Diskriminierung oder familiären Problemen suchen. Über einen Videochat können sie anonym und kostenlos mit geschulten Peer-Berater*innen sprechen – also mit jungen queeren Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Familienministerium gefördert und ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Ziel ist es, durch digitale Kommunikation einen niedrigschwelligen, sicheren und flexiblen Zugang zu schaffen. Alle Berater*innen haben zuvor Schulungen durch Psycholog*innen und Sozialpädagog*innen absolviert.

Online lässt sich eine passende Person auswählen und ein Termin für Gespräche per Video-Beratung vereinbaren. Wahlweise ist eine Beratung auch über Mail oder Messenger möglich.
Das Motto: „Einfach mal über alles quatschen mit einer Person, die Dich nicht judged und selber ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie du!“

Logo: Coming Out Day e.V.

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Im Juni kündigte die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump an, die Finanzierung für die nationale Suizidpräventions-Hotline für LSBTIQ*-Jugendliche zu streichen. Nun gibt es parteiübergreifende Bemühungen, das Programm wieder einzuführen.

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Als Partner der nationalen Krisenhotline „988“ bietet The Trevor Project rund um die Uhr vertrauliche Beratung und Unterstützung per Telefon und Chat für junge LSBTIQ*-Personen, die unter psychischen Belastungen leiden oder suizidgefährdet sind. Wie dringend solche Angebote gebraucht werden, zeigt eine landesweite Befragung zur psychischen Gesundheit: Demnach gaben fast 40 Prozent der jungen LSBTIQ* in den USA an, im Jahr 2024 Suizidgedanken gehabt zu haben. Von jenen, die professionelle Hilfe suchten, erhielt die Hälfte jedoch keine Unterstützung. Bei Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren ist Suizid die zweithäufigste Todesursache. Queere Jugendliche sind dabei laut The Trevor Project viermal häufiger betroffen als ihre cis- und heterosexuellen Altersgenossen.

Im Sommer kündigte die Trump-Regierung jedoch an, die Finanzierung für die Hotline einzustellen. Während die allgemeine Krisen- und Suizidhotline weitergeführt wird, soll es keine spezialisierten Angebote für junge LSBTIQ* mehr geben. Laut BBC erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Vereinigten Staaten, dass das Angebot eine „radikale Genderideologie“ befördere.

In einer Pressemitteilung reagiert der CEO von The Trevor Projekt, Jaymes Black, mit scharfer Kritik: „Das Programm wurde mit überwältigender Unterstützung beider Parteien ins Leben gerufen, denn trotz unserer politischen Differenzen sollten wir uns alle einig sein, dass das Leben jedes jungen Menschen es wert ist, gerettet zu werden. Ich bin zutiefst betrübt darüber, dass diese Regierung laut und deutlich erklärt hat, dass sie glaubt, dass das Leben einiger junger Menschen es nicht wert ist, gerettet zu werden.“

Die Entscheidung der Trump-Regierung wird von vielen Seiten kritisiert, auch innerhalb der eigenen Partei. Von den Senatorinnen Tammy Baldwin (Demokraten) und Lisa Murkowski (Republikaner) wurde nun parteiübergreifend ein Gesetzesentwurf vorgestellt, der die Finanzierung der spezialisierten Hilfehotline für junge LSBTIQ* rechtlich absichern will. Der Vorstoß wird von vielen Seiten begrüßt.

So erklärt der Vizepräsident für Regierungsangelegenheiten bei Human Rights Campaign David Stacey: „Wir sind stolz darauf, dass führende Politiker*innen beider Parteien die Bedeutung von 988, wofür es steht und welche Leben es verändert, anerkennen. Ihre Unterstützung hilft uns dabei sicherzustellen, dass jeder Mensch die Chance hat, seinen amerikanischen Traum zu leben“.

Derzeit wird die Hotline mithilfe von Spenden weiterbetrieben. Zudem wurde eine Petition gestartet, die politischen Druck erzeugen soll, um das Angebot zu sichern. Eine Finanzierung dieser wichtigen Arbeit muss gewährleistet werden, um vulnerable Gruppen gerade in Zeiten wachsender Queerfeindlichkeit bei psychischen Belastungen und akuter Suizidgefahr zu unterstützen. Die Krisenhotline rette Leben, betont Stacey.

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Wie können Lehrkräfte LSBTIQ*-Schüler*innen besser unterstützen? Dazu veranstaltet der Verband Queere Bildung e.V. am 24. September 2025 von 17:30–19:00 Uhr einen Onlineaustausch für Lehrkräfte.

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Mobbing und Diskriminierung gegenüber LSBTIQ*-Schüler*innen sind weiterhin ein ernstes Problem in Schulen. Laut Ergebnissen des LGBTIQ-Survey der EU-Grundrechteagentur haben rund zwei Drittel der befragten queeren Menschen von Mobbingerfahrungen in ihrer Schulzeit berichtet – ein Anstieg im Vergleich zur letzten Studie von 2019. Trotz positiverer Diskussion von queeren Themen in Schulen werden Diskriminierungserfahrungen nicht weniger.

Schulen und Lehrkräfte tragen eine besondere Verantwortung, Kinder und Jugendliche für die gesellschaftliche Vielfalt zu sensibilisieren und gegen Diskriminierung einzustehen. Im Rahmen des 2. Regenbogen-Parlaments wurde in einer Diskussion zum Thema Regebogen-Kompetenz in Schule und Unterricht hervorgeheben, dass Schulen und Lehrkräfte den Auftrag hätten, Kinder und Jugendliche auf diese Themen vorzubereiten. Lehrkräfte müssten aktiver gegen Diskriminierung von LSBTIQ*-Schüler*innen vorgehen, beispielsweise bei queerfeindlichen Schimpfwörtern.

Zur Frage, wie gelebte Vielfalt im Schulalltag konkret aussehen kann, findet am 24. September ein Online-Austausch für Lehrkräfte statt. Die Referent*innen Magnus Osterkamp und Christiane Morlock bieten in einem Input erste Impulse zum Thema. Danach soll es vorrangig um den Austausch unter den Teilnehmenden gehen. Lehrkräfte sind eingeladen, eigene Projekte, Herausforderungen und Ideen miteinander zu teilen und voneinander zu lernen. Im Rahmen der Veranstaltung sollen verschiedene Möglichkeiten diskutiert werden, um LSBTIQ*-Personen in Schulen zu fördern und empowern.

Die Anmeldung erfolgt über die Webseite des Fachverbands Queere Bildung e.V.

Queere Bildung e. V. ist der Fachverband für Bildungsarbeit zu sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt in Deutschland. Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Selbstverständlich Vielfalt – Kooperationsverbund für sexuelle, romantische und geschlechtliche Selbstbestimmung“ und wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

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Der Bundesverband Trans* e. V. hat eine Broschüre mit dem Titel „Wir reden mit! Warum trans* Kinder und Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden müssen“ veröffentlicht. Darin werden die Lebensrealitäten von inter*, trans* und nicht-binären Kindern und Jugendlichen sichtbar gemacht und Möglichkeiten zur Unterstützung aufgezeigt.

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Die Broschüre bezieht sich auf die Aktion #WirRedenMit, die im Frühjahr 2022 durchgeführt wurde.  An einer Online-Umfrage haben sich 576 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von fünf bis 26 Jahren beteiligt. Aus den Antworten ergab sich ein vielfach geäußerter Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Zudem möchten die Kinder und Jugendliche in ihren Belangen ernst genommen werden und benötigen mehr unterstützende Strukturen. Die zwölf zentralen Forderungen, die sich aus der Umfrage ergeben haben, können auf der Webseite der Aktion #WirRedenMit nachgelesen werden.

Erlebnisse wie Diskriminierung im Alltag, Mobbing in der Schule oder Konflikte in den Familien führen zu erhöhten psychischen Belastungen für trans*, inter* und nicht-binäre Kinder und Jugendliche. Wenn sie in ihrem Umfeld Unterstützung erfahren, ist die Gefahr psychischer Probleme nicht höher als bei cis-geschlechtlichen Kindern und Jugendlichen.

Ein zentraler Teil der Broschüre behandelt, wie Unterstützung aussehen kann: Geschlechtliche Vielfalt sollte selbstverständlich thematisiert und allgemein berücksichtigt werden. Dazu zählen kleine Maßnahmen wie geschlechtsneutrale Optionen bei Anmeldeformularen sowie die Möglichkeit, Pronomen und selbstgewählte Vornamen eintragen oder mitteilen zu können – sei es in der Schule, im Sportverein oder zu Hause. Die Repräsentation von Vielfalt in Büchern und Serien sowie im Unterrichtsmaterial kann ebenfalls zur Normalisierung von trans* und nicht-binären Identitäten beitragen, was sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene wirkt.

Ebenfalls wird betont, dass Diskriminierung zu entgegnen und sich gegen Trans*feindlichkeit zu positionieren ein relevanter Aspekt der Unterstützung von trans* Kindern und Jugendlichen ist. „Zu wissen, dass jemand hinter uns steht und wir uns immer an jemanden wenden können, ist unfassbar viel Wert!“, so ein*e Jugendliche*r in der Broschüre.

Zudem wird die Frage nach Selbstbestimmung ab 14 Jahren diskutiert. Dabei werden diverse Verbände und Organisationen zitiert, die durchaus dafür plädieren, dass Personen ab 14 Jahren selbstbestimmt ihren Vornamen und Geschlechtseintrag ändern dürfen sollten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beispielsweise fordert eine Stärkung der Selbstbestimmung von Minderjährigen. Im aktuellen Selbstbestimmungsgesetz können Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ihren Antrag selbst stellen, benötigen jedoch das Einverständnis ihrer Sorgeberechtigten.

In der Broschüre wird betont: „Entgegen weit verbreiteter Missverständnisse hat das Selbstbestimmungsgesetz allerdings nichts mit körperlichen oder medizinischen Änderungen zu tun. Beim Selbstbestimmungsgesetz geht es nur um Bürokratie: die Änderung von Vorname(n) und Geschlechtseintrag im Geburtenregister, was eine Änderung in den Dokumenten wie Geburtsurkunde oder Personalausweis zur Folge hat.“

In Bezug auf geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen bei Minderjährigen wird in der Broschüre die Behandlungsleitlinie des Deutschen Ethikrates angeführt. Darin wird die besondere Verantwortung für Minderjährige genauso wie deren Mitbestimmungsrecht betont. Der Bundesverband Trans* e. V. spricht in diesem Zusammenhang von einem Entscheidungsprozess, "in dem alle Beteiligten ihren Teil der Verantwortung tragen (Shared Decision Making)". Dafür braucht es passende und diskriminierungsfreie Beratungsangebote, die sich auf die individuellen Fälle einlassen. So würde eine pauschale Altersgrenze keinen Sinn machen. Ein*e trans* und nicht-binäre junge*r Erwachsene*r sagt dazu: „Transition ist individuell. Es gibt mehr als nur ‚ganz oder gar nicht‘. ‚Was brauchst du?‘ ist daher immer wieder eine enorm wichtige Fragestellung.“

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Echte Vielfalt
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