Echte Vielfalt

Queer

Die Grundlage des Geschlechterbegriffs ist ein von der Reproduktionsfähigkeit ausgehendes, biologisches Verständnis von Menschen als entweder „weiblich“ oder „männlich“– also als „gebärfähig“ oder nicht. Der Geschlechterbegriff hat jedoch nicht nur biologische, sondern auch soziale, und damit identitätsstiftende, rechtliche Aspekte – nach Auffassung der Geschlechterforschung können jedoch sowohl das biologische als auch soziale Geschlecht als gesellschaftliche Konstruktionen verstanden werden, die die Realität geschlechtlicher Vielfalt nur unzureichend erfassen.

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Zwar basiert das biologische Geschlecht (englisch „sex“) auf sicht- und messbaren Faktoren wie Chromosomen, Hormonen, äußeren und inneren Geschlechtsorganen, - z.B. Vulva, Eierstöcke, Östrogen und XX-Chromosomen als weiblich; und Hoden, Penis, Testosteron und XY-Chromosomen als männlich, - so bedeutet dies jedoch nicht, dass es nicht auch Menschen gibt, deren biologisches Geschlecht mehrdeutig ist. Diese Menschen werden als inter*, intersexuell, oder intergeschlechtlich bezeichnet. Oft werden ihre äußeren Geschlechtsorgane jedoch schon als Säuglinge operativ an „männlich“ oder „weiblich“ angepasst, um sie in diese gesellschaftlich konstruierten Kategorien einordnen zu können.

Dieses soziale Geschlecht (englisch „gender“) wird durch die Bewertung von Aussehen, Körpersprache und Handlungsweisen, die als „männlich“ oder „weiblich“ gelten stark kulturell definiert: Zum Beispiel durch „Jungs- und Mädchenabteilungen“ bei Spielsachen, Kleidung, Büchern, und Filmen; die schon Kindern beibringen, welchen Rollen sie zu entsprechen haben.

Oft stimmt das biologische Geschlecht mit dem sozialen insoweit überein, dass sich Menschen damit identifizieren und gesellschaftlichen Erwartungen mehr oder weniger leicht entsprechen können. Es kommt jedoch auch vor – sowohl bei Menschen mit eindeutigen als auch mehrdeutigen biologischen Geschlechtsmerkmalen – dass sich eine Person nicht als das Geschlecht fühlt, das ihr bei der Geburt zugewiesen wurde, oder sich gar keinem Geschlecht, oder beiden zugeordnet fühlt. Männer und Frauen, bei denen das biologische und soziale Geschlecht zusammenpassen, werden „cis“ genannt. Biologische Frauen, die sich als Männer identifizieren (und andersrum) bezeichnen sich als „trans“ und Menschen, die sich keinem oder beiden der sozialen Geschlechter zugehörig fühlen als „agender“ oder „nicht-binär“ (englisch „non-binary“), was oft mit „Enby“ (Ausprache „Enbi“) abgekürzt wird.

Es gibt jedoch auch viele Kulturen, wie die der Indigenen Hawaiianer – der „Kanaka Maoli“ – die kein binäres System von Zweigeschlechtlichkeit vertreten, bei der sich die Pole „männlich“ und „weiblich“ gegenseitig ausschließen, sondern die Existenz mehrerer Geschlechter kennen und daher schon bestehende Bezeichnungen wie „Māhū“ haben, was sich als „in der Mitte“ übersetzen lässt.

Es geht also hervor, dass eine Binarität der biologischen oder sozialen Geschlechter kein zwangsläufiges Naturgesetz, sondern eine soziale Konstruktion ist, deren Aufhebung – oder zumindest Auflockerung und Öffnung – für viele eine Erleichterung bedeuten könnte, um die echte Vielfalt von Sex und Gender abzubilden.

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„Asexualität kennen die meisten ja noch, aber bei Aromantik hörts dann meistens auf. Weil es ist ja wirklich so extrem präsent in unserer Gesellschaft: Wie wir groß werden, bei Disney-Filme fängt das schon an, und in der Schule. Du musst heiraten, Kinder kriegen, Haus bauen. Das ist wichtig, und wenn du das nicht erreichst, dann hast du sozusagen versagt“ – Caro, die aromantisch ist und in mehreren queer-platonische Beziehungen lebt, erzählt in einem Interview, wie es ist, in einer solchen Gesellschaft keine romantische Beziehung zu wollen.

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Für sie sei es nie das richtige gewesen: Caro (25) habe tatsächlich viele klassische, romantische, und wie sie sagt, „einengende“ Beziehungen geführt, bis sie in der queeren Community in einem Tumblr-Post etwas über Aromantik las – „und dann hat es einfach Klick gemacht“: Sie ist auf dem sogenannten Ace/Aro-Spektrum, welches Personen einschließt, die asexuell und/oder aromantisch sind. Während Asexualität bedeutet kein oder wenig Verlangen nach Sexualität mit anderen Menschen zu haben, bezieht sich Aromantik darauf keine klassische, romantische Beziehung führen zu wollen. Dabei schließe das eine das andere jedoch nicht automatisch ein: Ein Menschen könne sowohl Ace als auch Aro sein, jedoch auch nur aromantisch und trotzdem mit dem Verlangen nach Sex, oder asexuell und trotzdem mit dem Wunsch nach einer romantischen Beziehung.

Caro bezeichnet sich als Ace/Aro und hat nur selten und unter bestimmten Umständen Lust auf Knutschen oder Sex, wie man es von klassischen romantischen Beziehungen erwarten würde. Sie fühle sich einfach nicht romantisch zu Menschen hingezogen – sondern platonisch. Im Ace/Aro-Spektrum gibt es für diese Art von Anziehung einen Begriff, der den romantischen „Crush“ (Schwarm) ersetzt: Man spricht davon einen „Squish“ zu haben. „Ein Squish ist ein super intensives Gefühl einer anderen Person gegenüber, das aber nicht von romantischer Natur ist.“ Das könne sich sogar ähnlich äußern wie verknallt sein, dass man einer Person sehr nah sein und viel Zeit mit ihr verbringen will – aber eben freundschaftlich. Als „mehr als eine normale Freundschaft, weniger als eine romantische Beziehung“ und „irgendwas zwischen Partner*In und Freund*In“ beschreibt Caro die queer-platonischen Beziehungen, die aus solchen Squishes entstehen können. Der Unterschied zu „normalen“ Freundschaften sei dabei, dass es in queer-platonischen Beziehungen schon eine „wesentlich tiefere emotionale Bindung“ gäbe. Dabei werde vorher „klipp und klar“ kommuniziert, was jeder will. Es gibt sogar einen queer-platonischen Beziehungsvertrag, bei dem man umkreisen und durchstreichen kann was man mag, und was nicht, wie „kleine Küsse“, „große Küsse“, „Sex“ und „Händchen halten“.

Caro findet, dass solche Absprachen in jeder Art von Beziehung gelten sollten – auch klassischen, hetero-romantischen – da es ein „vorgefertigtes Bild gibt von dem, was in einer romantischen Beziehung passieren soll oder darf, oder nicht, und darüber redet niemand, aber alle wissen es, und es ist irgendwie allgemeingültiges Gesetz – obwohl das eigentlich eine Sache ist, die total individuell ist. Jeder Mensch ist ja anders und jeder Mensch kann Nähe anders zulassen, an sich ranlassen, und zurückgeben“.

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Was ist der Unterschied zwischen bisexuell und queer? Und zwischen queer und pansexuell? Und zwischen pansexuell und polysexuell? Und ist das überhaupt wichtig? Und wenn ja: Warum?

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Der erste Unterschied zwischen queer sein auf der einen Seite, und bi-, pan-, oder polysexuell sein, auf der anderen, offenbart sich durch das Vorhandensein der Komponente „Sexualität“ in den Begriffen. Das heißt, dass Menschen, die sich als bi-, pan-, und polysexuell outen, damit erstmal nur Auskunft über ihre sexuelle Orientierung geben – nicht ihre geschlechtliche Identität. Während das zwar nicht bedeutet, dass bi-, pan-, und polysexuelle nicht auch queer sein können, so schließen diese Bezeichnungen nicht automatisch jede Person ein, die Geschlecht und Sexualität nicht „traditionell“ lebt – wie der Begriff queer es tut. Queer ist damit eine positive Selbstbezeichnung für Personen, die nicht heterosexuell und/oder cisgeschlechtlich sind. In diesem Zusammenhang kann „nicht heterosexuell“ entweder bedeuten nur Menschen des eigenen Geschlechts anziehend zu finden (homosexuell), oder mindestens zwei verschiedene Geschlechter zu begehren (bi-, pan-, und polysexuell). „Nicht cisgeschlechtlich sein“ als mögliches Element von Queer sein, bezieht sich wiederum auf die eigene Geschlechtsidentität und hat erstmal nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun, sondern besagt, dass sich eine Person nicht oder nur zum Teil zu dem Geschlecht zugehörig fühlt, welches ihr bei der Geburt zugewiesen wurde. Trans*, inter*, agender und nicht-binäre Personen bezeichnen sich daher oft auch als queer – jedoch nicht immer.

Und darin offenbart sich der zweite Unterschied zwischen queer sein und beispielsweise bi sein: Als eine Frage der Selbstidentifizierung und der Begriffe, die Menschen zur Verfügung stehen, wenn sie sich zur ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität outen wollen. In einem Gespräch zwischen zwei Journalistinnen des Online-Netzwerks Funk, von denen sich eine als queer und die andere als bisexuell bezeichnet, schildert die bisexuelle Journalistin, dass sie den Begriff queer gar nicht gekannt habe, als sie vor zehn Jahren begann sich in einem kleinen bayerischen Dorf als bi zu identifizieren. Dies bedeute für sie jedoch nicht, dass sie sich nur für Frauen und Männer interessiere - eine überholte Vorstellung und häufige Annahme der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft.

Und so geht aus diesem Gespräch der dritte Unterschied zwischen den verschiedenen Bezeichnungen hervor: Die Erfahrungen, die Menschen damit machen. So erzählt die queere Person in dem oben genannten Gespräch, dass ihr oft vorgeworfen werde, mit ihrer queeren Selbstbezeichnung nur für Aufmerksamkeit sorgen zu wollen; oder dass man ihr sage: „Du siehst ja gar nicht queer aus!“. Die bisexuelle Journalistin wiederum berichtet von sogenannter „Bi-Erasure“, auf Deutsch „Bi-Radierung“: Das Phänomen, dass bisexuellen Menschen häufig unterstellt wird, nur in der Übergangsphase zum Outing als schwul oder lesbisch sein, oder sich nicht entscheiden zu können und in einer „Phase“ zu sein.

So zeigt sich jedoch in den Unterschieden der oben genannten Bezeichnungen auch eine große Gemeinsamkeit, und zwar die Abweichung von „traditionellen“ Vorstellungen. Damit kann „queer“ eine Art Regenschirm-Begriff für alle darstellen, die sich nicht zur heteronormativen Mehrheitsgesellschaft zugehörig fühlen – sondern zu einer queeren Community.

Mehr Informationen und mehr Begriffe finden Sie in der Fibel Echte Vielfalt. 

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Mehr als einen Menschen lieben und sogar mehrere Beziehungen führen: Polyamore Menschen machen genau das. Echte-Vielfalt sprach mit Maria, die Polyamorie lebt. Maria ist Anfang 30, Psychologin, pansexuell und lebt in Bayern.

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Was verstehst Du unter Polyamorie?

Polyamorie bedeutet grundlegend, Beziehungen mit mehreren Menschen zu haben, so dass es hier keine Exklusivität gibt: Weder auf Sexualität bezogen noch auf emotionale Nähe. Es gibt natürlich auch Unterschiede, zum Beispiel Polyamorie-Konzepte, in der Beziehungen hierarchisiert werden, oder Konzepte, die das ablehnen. Ich nutze diese Begriffe mittlerweile auch gar nicht mehr so, sondern erkläre lieber direkt, wie es eigentlich bei mir ist.

Wie sieht denn das polyamore Beziehungsmodell derzeit bei Dir praktisch aus?

Ich sehe mich mittlerweile auch eher als „beziehungsanarchistisch“, da ich vorgefertigte Konzepte einfach nicht hilfreich finde. Bei mir ist es so, dass ich derzeit, je nachdem wie man fragt, um die fünf Beziehungen habe. Diese sind alle sehr unterschiedlich, wie auch die Menschen, mit denen ich diese Beziehungen habe. Am meisten Zeit verbringe ich mit Josef, wir wohnen auch im selben Ort, und er ist auch die Person, mit der ich Zukunftsträume habe. Josef hat vorher hauptsächlich Beziehungen mit Männern gehabt, seine bisherigen Beziehungen waren auch eher monogam. Josef möchte übrigens keine anderen Leute daten, aber das bedeutet bei uns nicht, dass ich nicht Beziehungen mit anderen Menschen ausleben darf.
Ich habe eine weitere Beziehung mit einer Person, die auch bei mir in der Nähe wohnt, welche total schön ist, auch wenn wir uns nicht so oft sehen. Dann habe ich außerdem noch Beziehungen zu drei Personen, die alle in der gleichen Stadt in Norddeutschland wohnen, und welche jeweils untereinander auch Beziehungen zueinander haben.

Wie hat es sich ergeben, dass Du dich für eine polyamore Lebensweise entschieden hast?

Ich war immer in monogamen Beziehungen, bis meine beste Freundin entschieden hat, ihre langjährige Beziehung zu öffnen. Ich dachte, das wäre nie etwas für mich, dann habe ich aber mitbekommen, wie das bei den beiden funktioniert und fand es total schön und wurde neugierig. Mir schien es dann auch irgendwann intuitiv sinnvoller und für mich passender als die Beziehungsformen, die ich bis dahin gelebt hatte. Es ist Teil meiner Identität geworden und wenn ich es Leuten erzähle, fühlt es sich auch ein bisschen wie ein Coming-out an, interessanterweise ist das bei meiner sexuellen Orientierung, die sich auf mehr als ein Geschlecht bezieht, anders.

Weiß denn Deine Familie davon?

Die weiß davon. Mein Bruder hat sehr interessiert reagiert. Meine Mutter hatte zunächst damit mehr Schwierigkeiten, da sie Angst hatte, dass ich keine ernsteren Beziehungen mehr habe, oder sie keine Enkelkinder bekommen wird.

Welche Herausforderungen ergeben sich bei diesem Beziehungskonzept?

Die größte Herausforderung ist das Zeitmanagement (lacht). Es gibt keine Begrenzung von Liebe, die man für Menschen empfinden kann, aber es gibt halt nur eine begrenzte Zeit, von der ich auch nicht mehr zu Verfügung habe als andere Leute. Das beschäftigt mich oft, also wie ich es schaffen kann, mit allen meinen Beziehungsmenschen Zeit zu verbringen, ohne dass sich jemand vernachlässigt fühlt, das beschäftigt mich aber genauso in meinen Freundschaften.

Andere denken oft, dass eine große Herausforderung die Eifersucht ist, was mich fasziniert, da Eifersucht erst mal nur ein Gefühl ist. Wenn man sich auf eine Beziehung einlässt, dann geht man das Risiko ein, dass man Dinge fühlt, und zwar nicht nur schöne Dinge, sondern auch unangenehme.
Ich merke auch, dass das, was mir über Eifersucht beigebracht wurde, oft einfach nicht stimmt. So läge ich ganz oft daneben vorherzusagen, wann zum Beispiel Josef eifersüchtig wird. Natürlich kommt das vor, das man eifersüchtig wird, aber dann spricht man darüber und dann legt sich das auch wieder ziemlich schnell.

Wie begegnen Dir Menschen aus der LSBTIQ-Community, wenn sie erfahren, dass Du poly bist?

Viele, die ich in einem solchen Umfeld kennen lerne, sind entweder selbst poly oder wissen, was damit gemeint ist. Ich treffe aber natürlich auch in meiner Blase eher Leute, die offen für sowas sind, deswegen ist das vielleicht auch nicht so verallgemeinerbar.

Was wünscht Du dir von der Gesellschaft?

Entspannung, was die Gestaltung des Liebes- und Sexlebens anderer Leute angeht. Hier kann ich nicht so verstehen, warum es so wichtig ist, wie ich lebe, da ich ja niemandem damit schade. Zum Beispiel: Nur weil man als anders und nicht der Norm entsprechend eingeordnet wird, ist es nicht in Ordnung, jemanden, obwohl man ihn nicht kennt, ganz persönliche und intime Dinge zu fragen. Ebenfalls stört mich, dass an meine Beziehungsform gerade im Fall von Konflikten zwischen Beziehungspartner*innen mitunter von außen andere Ansprüche gestellt werden als an andere Beziehungsmodelle. Wenn es also Schwierigkeiten gibt, führen einige das sofort auf die Beziehungsform zurück. Ich würde aber ja auch nicht Freund*innen, die in monogamen Beziehungen leben, im Falle von Beziehungsproblemen vorwerfen, dass sie das falsche Beziehungsmodell leben.

Ein weiterer Punkt ist das Thema Kinder, hier wünsche ich mir eine größere Offenheit dafür, dass Menschen, die in anderen Beziehungsmodellen leben, genauso Kinder großziehen können. Das ist ähnlich den Vorurteilen Regenbogenfamilien gegenüber.

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Queer und Veganismus – diese beiden Themen haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Doch die Initiative Vegan Rainbow Project zeigt auf, wie beide Themen politisch miteinander verbunden werden können.

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Das Projekt der beiden queeren, lesbischen Frauen Daniela Zysk und India Kandel möchte darüber informieren, wie sich Unterdrückung und Marginalisierung verschiedener Gruppen, ob Mensch oder Tier, ähneln oder sich sogar gegenseitig bedingen. Ihr Ziel: Auf die Befreiung und Gleichberechtigung aller Lebewesen hinarbeiten, und dabei queeren Aktivismus und die Tierrechtsbewegung zusammenbringen.

Dafür stellen Sie auf ihrem Blog Wissen zur Verfügung und führen Interviews mit verschiedenen veganen Personen. Sie halten Vorträge oder nehmen an veganen oder LSBTIQ*-Events und Demonstrationen teil. Sichtbarkeit für vegan lebende, unterdrückte und marginalisierte Gruppen zu schaffen, sei ein zentraler Bestandteil ihres Aktivismus.

Auf ihrem Blog berichten sie zum Beispiel über Gnadenhöfe für Tiere, die von Personen aus dem LSBTIQ*-Spektrum geführt werden. Oder sprechen mit Wissenschaftler*innen und Theoretiker*innen, die sich mit den Überschneidungen von Sexismus und der Ausbeutung von Nutztieren beschäftigen.

Homophobie, Sexismus oder auch Speziesismus, also die Unterdrückung von Lebewesen auf Grund ihrer Artzugehörigkeit, ähneln sich in ihrer Wirkungsweise, so erläutert India in einem Interview. in allen Fällen werden Gruppen auf Grund bestimmter Merkmale abgewertet und ungleich behandelt. Auch Vorurteile gegenüber Veganer*innen und queeren Menschen können sich ähneln, wie Daniela aus eigener Erfahrung berichtet. Beides werde mitunter als „nicht natürlich“ bezeichnet oder als Defizit gesehen.

In der queeren Community möchten Daniela und India auf die Ausbeutung von Nutztieren aufmerksam machen, denn gerade hier gäbe es schon eine erhöhte Sensibilität für verschiedene Unterdrückungsformen: „Genau wie wir, wollen und sollten andere Tiere selbst über ihren eigenen Körper und ihr (Sexual-) Leben bestimmen dürfen. In der Tierindustrie sind jedoch Vergehen gegen die körperliche und sexuelle Selbstbestimmung […] an der Tagesordnung. Ohne diese Praktiken könnte die Tierindustrie nicht existieren“ schreiben sie in einem Flyer.

Wer das Projekt und seine Message unterstützen möchte, kann zum Beispiel im Webshop eine Pride-Flagge mit Vegan-Schriftzug erwerben oder India und Daniela für einen Vortrag auf einer Veranstaltung anfragen.

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