Echte Vielfalt

Ehrenamt und Engagement

Mit einer gemeinsamen Erklärung zeigen 435 Verbände, Initiativen und Einrichtungen aus den Bereichen Behindertenhilfe und der Sozialen Psychiatrie Haltung gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Rechtspopulismus und die AFD. 

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Die Organisationen zeigen sich über ein zunehmendes von diesen Akteur*innen ausgehendes Klima von Hass und Gewalt besorgt, welches sich nicht nur gegen Menschen mit Behinderung und psychischer oder physischer Erkrankung richte. Es seien alle davon betroffen, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft engagierten.

„Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt. Und wir sind nicht alleine: Wir stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die das Auftreten und die Ziele von Parteien wie der Alternative für Deutschland und anderer rechter Bewegungen entschieden ablehnen“, heißt es in der Erklärung

Zu den Unterzeichnenden Organisationen gehören unter anderem die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege sowie Selbsthilfe- und Inklusionsorganisationen. „Wir lassen nicht zu, dass in Deutschland eine Stimmung erzeugt wird, die unsere Gesellschaft spaltet schreiben sie in der Erklärung.

Auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) hat die Erklärung mitunterzeichnet. Die Menschen- und Grundrechte seien Grundlage der Arbeit des LSVD, so Henny Engels aus dem Vorstand. „Zu den Grundrechten gehört auch das Recht auf Teilhabe und Schutz vor Diskriminierung. Das gilt auch für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen mit und ohne Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung. Gemeinsam treten wir für Menschlichkeit, Vielfalt und Respekt ein“ kommentierte Engels zur Erklärung.

Die Erklärung wurde auch in Leichte Sprache übersetzt.

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Der IDAHOBIT ist der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (englisch International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia). Seit 2005 wird er jedes Jahr am 17. Mai als Aktionstag begangen, um gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen auf Grund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität zu kämpfen.

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Der 17. Mai wurde als Tag gewählt, da am 17. Mai 1990 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen hatte.

Weltweit demonstrieren an diesem Tag LSBTIQ-Aktivist*innen und ihre Allies. Es finden Veranstaltungen statt und werden Kampagnen initiiert. Das internationale IDAHOBIT-Komitee ruft jedes Jahr zu einem Motto auf und dokumentiert die stattgefundenen Aktionen.

Auch in Norddeutschland fanden natürlich bisher immer Aktionen statt, auch wenn die Möglichkeiten letztes Jahr durch die Corona-Pandemie begrenzter waren. So demonstrierte der LSVD Hamburg 2020 mit Abstand vor dem Rathaus. In Flensburg leuchteten die „Rainbow Lights“ und wurde unter anderem das gläserne Treppenhaus des Flensburger Rathauses in Regenbogenfarben beleuchtet.

Das Motto des diesjährigen internationalen Aktionstages lautet:  “Together: Resisting, Supporting, Healing!”. Über die Planungen in Norddeutschland für dieses Jahr wird echte-vielfalt natürlich berichten!

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Mit einer öffentlichen Erklärung haben 800 Fußballer*innen ihren Kolleg*innen im Profi-Fußball Mut zugesprochen, sich zu outen.

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Noch immer ist es im Profifußball der Männer ein Tabu, sich als schwul zu outen. Zurzeit gibt keinen einzige offen homosexuellen Fußballer im Profifußball der Männer. Deswegen haben Fußballer*innen aus ganz Deutschland nun eine Aktion ins Leben gerufen: Unter dem Hashtag #ihrkönntaufunszählen und einer Erklärung, die im Fußballmagazin 11 Freunde veröffentlicht wurde, sicherten sie homosexuellen Spieler*innen ihre Unterstützung zu.

„Wir werden euch unterstützen und ermutigen und, falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen. Denn ihr tut das Richtige, und wir sind auf eurer Seite", heißt es in dem Solidaritätsschreiben.

Zu den Unterzeichner*innen des Aufrufes gehören unter anderen Profis wie Max Kruse (1. FC Union Berlin), Niklas Stark (Hertha BSC), Bakery Jatta (Hamburger SV), die Nationalspielerinnen Almuth Schult und Alexandra Popp (VfL Wolfsburg). Auch ganze Mannschaften wie zum Beispiel der 1. FC Köln haben den Appell unterschrieben.

Niemand solle zu einem Coming-out gedrängt werden, betonen die Unterzeichner*innen.  Dies sei die freie Entscheidung jedes Einzelnen.  Denjenigen, die sich dafür entscheiden würden, wollen die Unterzeichner*innen ihre Solidarität zusichern. Es gehöre zu den elementaren Freiheitsrechten jedes Menschen gehört, sich zu seiner sexuellen Orientierung bekennen zu können.

In den sozialen Medien wie Twitter wurde die Kampagne begeistert aufgenommen und verbreitet. Der DFB findet die Initiative eine „starke und wichtige Aktion“. Eine Userin kommentiert den Aufruf mit „Ob auf dem Platz, in der Fankurve oder in der Gesellschaft: was zählt ist Respekt, Akzeptanz & Vielfalt. Danke für diese wichtige Aktion @11Freunde_de die zeigt, wir dürfen nicht aufhören gegen Diskriminierung zu kämpfen und seid euch sicher #ihrkönntaufunszählen“.

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Mit einem Appell an die Deutsche Bischofskonferenz forderten mehrere katholische Organisationen, wie etwa das katholische LSBT+Komitee, in einem Appell notwendige Reformen in der katholischen Kirche. 

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Dazu gehört eine Veränderung der konservativen Sexualmoral, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche, sowie die Akzeptanz von sexuellen Minderheiten. "Die Kirche braucht einen neuen und positiven Zugang zur Sexualität, ihrer bewussten Gestaltung und der Tatsache, dass Sexualität zum Leben gehört“, so die Reformer*innen. Heterosexuelle, Lesben, Schwule, trans- und intergeschlechtliche Menschen – alle gehörten selbstverständlich zur Kirche. Hier dürfe es keine Verurteilungen und Diskriminierungen mehr geben. In Anbetracht der steigenden Kirchenaustrittszahlen stellen die Akteur*innen abschließend die mahnende Frage an die Bischöfe: "Welche Zukunft hat die Kirche ohne Gläubige?" Das Bündnis appelliert eindringlich: "Verspielen Sie die letzte Chance nicht!"

In der Tradition Luthers schlugen außerdem Aktivist*innen der Reformbewegung Maria 2.0 Thesenpapiere an die Türen von Kirchen.  In dem Papier mit sieben Thesen fordern sie unter anderem den Zugang für Frauen zu allen Ämtern, die Abkehr vom Klerikalismus und damit verbundenen Machtstrukturen sowie die Abschaffung des Zölibats.

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Eine nicht-queere Person, die sich für die Rechte von LSBTIQ* einsetzt, kann als „Ally“ bezeichnet werden, was sich aus dem Englischen als „Verbündete*r“ übersetzen lässt. Aber was heißt es in der Realität konkret, ein Ally zu sein?

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Für die LSBTIQ* Community ist ein Ally eine heterosexuelle und cisgeschlechtliche Person, die queere Menschen unterstützt und sich für ihre Rechte und Anliegen einsetzt. Hier gibt es jedoch kein allgemeingültiges Regelwerk: Ein Ally muss sich bilden, einsetzen, handeln, und aus Fehlern lernen können. Wie Expert*innen dem Oprah-Magazin mitteilten gibt es dabei jedoch Richtlinien, die dabei helfen können, ein guter Ally zu sein.

Das erste ist dabei die Anerkennung des eigenen Privilegs und dessen Einsatz zum Guten. Dieses äußert sich beispielsweise schon darin, dass eine cisgeschlechtliche Person keine Sorge haben muss, am Arbeitsplatz für ihre Geschlechtsidentität angegriffen zu werden – während das Nationale Zentrum für transgeschlechtliche Gerechtigkeit in den USA fand, dass dort über drei Viertel von trans Menschen Diskriminierung erfahren. In Deutschland erleben laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes 67,4 Prozent – fast drei Viertel – soziale Herabwürdigung. Dagegen kann sich ein Ally einsetzen, indem sie/er Menschen korrigiert, wenn sie trans Kolleg*innen mit den falschen Pronomen ansprechen („misgendern“)  – auch, wenn die betroffene Person gar nicht da ist. Außerdem sollte sich ein Ally immer gegen Beleidigungen oder queer-feindliche Witze aussprechen. Nicht nur in konfrontativen Situationen jedoch kann Allyship (Engl.: „Verbundenheit“) geübt werden: Wer in ihrer/seiner E-Mail-Signatur Pronomen angibt, de-stigmatisiert auch die Pronomens-Angabe für trans oder nicht-binäre Personen.

Und wer sich dabei unsicher über die (Hinter-)Gründe dieser Themen ist, sollte sich als Ally selbst fortbilden, recherchieren, lesen, und zuhören, und erst dann informierte Fragen stellen – anstatt die Erwartung zu haben, alles von queeren Menschen erklärt zu bekommen. Umso offener man bei dem Stellen informierter Fragen ist, desto leichter wird es zu lernen und effektiv zu kommunizieren, so Menschenrechtsaktivistin Maybe Burke: „Lass Leute von Anfang an wissen, dass Du für Anleitung und Feedback offen bist“.

Wie der schwule Journalist Carlos Maza in seiner Anleitung schreibt: Als Ally sollte man den queeren Menschen im eigenen Umfeld zuhören, sie fragen, wie es ihnen geht, und sich dabei bewusst machen, dass sie potentiell Dinge durchgemacht haben (oder noch immer durchmachen), die für eine heterosexuelle und cisgeschlechtliche Person unvorstellbar sind – und dabei Unterstützung anbieten wo es geht, ohne sich in die Rolle des „Retters“ zu begeben.

Der Weg zur Gerechtigkeit muss gemeinsam gegangen werden, und nicht-queere Menschen tragen dabei die gleiche Verantwortung wie LSBTIQ* - nur wer dies spürt und sich über das eigene Handeln nicht profiliert kann ein wahrer Ally sein.

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Ein breites Bündnis von 60 LSBTI*-Organisationen startet die Kampagne um die Erweiterung des Artikels 3 im Grundgesetz um sexuelle und geschlechtliche Identität und erhält dabei Unterstützung von hoher Prominenz.

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Ein Gastbeitrag von Frank Thies.


Noch vor der Bundestagswahl am 26.9.2021 soll der Artikel 3 des Grundgesetzes geändert werden. Bislang heißt es:

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

[caption id="attachment_10966" align="aligncenter" width="240"] (c) @AllOut[/caption]

Doch nun sollen drei Themen im Grundgesetz angegangen werden: 1. Der Rassebegriff soll ersetzt werden. 2. Die Kinderrechte sollen verankert werden. 3. Die geschlechtliche und sexuelle Identität soll geschützt werden.

Doch während die Presse bislang oft über die Änderung des Rassebegriffs berichtet hat, fallen die anderen beiden Themen eher unter den Tisch. Außerdem wünscht sich so manch LSBTI*-feindliche Person, dass der Schutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter*, Queers, Pansexuellen, Nicht-Binären und Asexuellen keinen Einzug erhält.

Seit langer Zeit gibt es den Runden Tisch „Ergänzung Artikel 3 GG“ mit vielen Videokonferenzen, an der u.a. All Out, der LSVD, das Aktionsbündnis gegen Homophobie e. V., BiNe – Bisexuelles Netzwerk e. V., Bundesverband Trans*, CSD Deutschland e. V., Intersexuelle Menschen e. V., Projekt 100% Mensch gUG und alle queeren Untergruppen der großen demokratischen Parteien beteiligt sind.

An dem Appell auf der Website grundgesetz-fuer-alle.de wurde lange gefeilt, damit alle ihn tragen können. Da es in der Politik auch oft um Befindlichkeiten geht, musste einiges berücksichtigt werden. Die Zeit drängt, denn Bundesregierung und Bundestag verhandeln gerade über die Änderung des Grundgesetzes.

[caption id="attachment_10967" align="aligncenter" width="240"] (c) @AllOut[/caption]

Zu den prominenten Erstunterzeichnenden gehören u. a.

  • Moderatorin Anne Will,
  • ehemaliger Olympionike Balian Buschbaum,
  • Comedienne Carolin Kebekus,
  • Komikerin Hella von Sinnen,
  • Autor und Blogger Johannes Kram,
  • Schauspieler Ralf Nierhoff,
  • Dragqueen Olivia Jones,
  • Comiczeichner Ralf König,
  • Aktivist Raul Krauthausen,
  • LSBTI*-Sonderbotschafter des EU-Parlament Riccardo Simonetti,
  • Showmacher Thomas Hermanns.

Anne Will sagt: „Es ist höchste Zeit, sowohl den Rassebegriff aus dem Artikel 3 GG zu streichen, als auch queere Menschen endlich durch das Grundgesetz vor Diskriminierung zu schützen.“

Mit-Organisator Frank Thies vom Bisexuellen Netzwerk meint dazu: „Als Lehrer und Bi-Aktivist liegt mir der Schutz vor Diskriminierung am Herzen. Bisexuelle werden oft unsichtbar gemacht – bitte nicht auch noch im Grundgesetz!“

[caption id="attachment_11003" align="aligncenter" width="190"] (c) Frank Thies[/caption]

Schließlich wurden gleichgeschlechtlich liebende Männer noch bis 1994 mit dem im Dritten Reich verschärften Paragraf 175 verfolgt.

Der Appell fordert alle Mitglieder und Fraktionen des Deutschen Bundestags auf, alle Menschen der queeren Community durch die Ergänzung des Artikel 3 (3) GG zu schützen. Abwiegelungen, dass die jetzige Form ausreiche, wird u. a. aus obigem Grund nicht geteilt. Ferner wird der Gesetzesänderungsentwurf der Fraktionen FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen begrüßt. Nach dem Eklat der SPD in dem Onlinetalk mit der LSBTI*-feindlichen FAZ-Feuilletonchefin Sandra Kegel hat die Partei nun eine Chance zu zeigen, ob sie auf der Seite der queeren Menschen steht. Denn für eine Änderung des Grundgesetzes bedarf es einer Zweidrittel-Mehrheit. Und so zählt jede Stimme.

Das Logo von „Grundgesetz für alle“ soll an das für die „Ehe für alle“ erinnern. Das Start-Kampagnenbild ist nur eins von vielen, mehr Vielfalt versprechen die Designer*innen für die Zukunft.

Der Hashtag lautet #GrundgesetzFürAlle, gerne ergänzt durch #Artikel3.

Wer die Idee unterstützen will, kann das durch Teilen der Kampagnenseite, Teilen der Petition und Machen einer Instastory oder Facebook Story tun.

Die Petition kann hier unterschrieben werden.

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Die Isolation des Corona-Lockdowns in Deutschland bedeutet für viele queere Menschen auch den Verlust von queeren Communities und Räumen: Veranstaltungen und Gruppentreffen müssen ausfallen, Räumlichkeiten müssen geschlossen bleiben. Da der Verlust an Einnahmen bei diesen oft prekär finanzierten Projekten stark einschlägt, müssen sich viele um ihre Existenz sorgen. Nun gibt es einen neuen Corona-Soli-Fonds der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung – eine wichtige Hilfe.

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Denn durch die Pandemie sind viele LSBTIQ-Vereine in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wie Queer.de berichtete hatte die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (hms) deswegen schon im vergangenen Jahr 20.000 Euro in Unterstützungen ausgezahlt. Diese Jahr läge der Fokus jedoch auf dem Erhalt queerer Räume außerhalb der Großstädte, und auf der Aufrechterhaltung von Angeboten für von der Krise besonders betroffene LSBTIQ, wie unter anderem queere Geflüchtete, Sexarbeiter*innen, und Obdachlose.

Warum die Unterstützung queerer Projekte so wichtig ist, geht aus der Erzählung der promovierenden Person Francis Seeck hervor, die*der in einem Interview zu den Effekten der Pandemie auf queere Menschen schildert: „Für eine Interviewpartnerin, die chronisch krank, älter und von Klassismus betroffen ist, hatte die Krise ganz dramatische Auswirkungen. Sie musste aus einem Hausprojekt in der Großstadt zurück in ihr Heimatdorf ziehen, wo sie nicht mehr geoutet als trans* Person leben kann und von Isolation und Ausgrenzung betroffen ist. Sie meldete sich mit suizidalen Gedanken bei mir.“ Außerdem seien überdurchschnittlich viele trans und nicht-binäre Personen von Einkommensausfällen betroffen, da sie oft im sogenannten „purple collar“-Dienstleistungssektor arbeiten, zum Beispiel in queeren Bars oder prekär freiberuflich.

Seeck sieht daher in der Krise eine große Gefahr für die queere Gemeinschaft: „Ich frage mich, welche queeren Bars und Räume nach der Corona-Krise noch bestehen werden“.

Deswegen sind Soli-Fonds wie die der hms von so großer Wichtigkeit für den Fortbestand solcher Räume. Gemeinnützige Vereine können hier einen Antrag stellen, wenn sie den folgenden Förderkriterien entsprechen:

  • Bewerben können sich Zentren aus dem LGBTIQ*-Bereich (Queere Zentren, community-basierte Beratungs­einrich­tungen) in Städten bis 500.000 Einwohner*innen.
  • Förderfähig sind vorrangig Miet- und weitere Ausgaben, die zum Erhalt queerer Räume erforderlich sind und nicht auf anderem Wege finanziert werden können.
  • Eine Antragstellung ist auch für den Erhalt von Angeboten möglich, jedoch nur, wenn die Fördermittel für die Unterstützung von durch die Corona-Krise besonders betroffene LGBTIQ* eingesetzt werden, z. B. für Geflüchtete, Migrant*innen, Sexarbeiter*innen, Senior*innen, Obdachlose und wenn der antragstellende Verein in 2020 einen Jahresumsatz von weniger als 20.000 Euro getätigt hat.

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Seit Anfang Januar protestieren Studierende der Bogazici-Universität in Istanbul. Anlass ist die Ernennung eines neuen Direktors der Universität, Melih Bulu, welcher der  islamisch-konservativen Regierungspartei AKP nahesteht, durch den Präsidenten Erdoğan. Die Polizei ging gewaltsam gegen die Proteste vor, und die türkische Regierung mache in diesem Zusammenhang Stimmung gegen LSBTIQ*.

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Zunächst wurden bei den Protesten vier Studierenden festgenommen. Die Polizei warf ihnen vor, mit einem queeren Bild im Rahmen einer Protest-Ausstellung religiöse Gefühle verletzt zu haben. Gegen zwei Studenten wurde mittlerweile ein Haftbefehl mit dem Vorwurf der Volksverhetzung erlassen. Bei darauffolgenden Protesten an der Universität gegen die Verhaftungen kam es zu weiteren etlichen Festnahmen. Die queere Organisation Kaos GL berichtete von etwa 100 mitunter gewaltsamen Verhaftungen und Ingewahrsamnahmen. Das Uni-Präsidium löste außerdem die queere Studierendengruppe der Bogazici-Universität auf.

In einem Interview mit dem Magazin Siegessäule äußert sich der queere Student Olcay über die Proteste und seine Motivation hierfür. Er berichtet auch, wie Erdogan immer weiter versuche, Einfluss auf Universitäten zu nehmen. Über das Bild, welches als Vorwand zur Repression gegen die Proteste diente, berichtet der Aktivist: „Es ist eine Collage und zeigt die Kaaba, einen Teil der Großen Moschee in Mekka. In der Mitte ist das mythische Wesen Şahmaran zu sehen, das für Weiblichkeit steht. Und in den Ecken sind kleine LGBTI*-Flaggen abgebildet. Das Bild richtet sich gegen Frauenhass und LGBTI*-Feindlichkeit, jemand hatte es anonym für die Ausstellung an der Uni eingereicht“.

Olcay äußert sich besorgt über zunehmende Gewaltandrohungen, die ihn in diesem Klima erreichen, sowie Beschimpfungen, die auch von der Polizei ausgingen: „Meine größte Sorge ist nicht, ob ich die Hand meines Partners in der Öffentlichkeit halten kann – ich habe Angst davor, zu Tode geprügelt zu werden“, sagt er.

Die Ängste Olcays sind mehr als begründet, denn LSBTIQ*-Feindlichkeit geht in der Türkei derzeit nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von staatlichen Institutionen aus. Politiker*innen des konservativen Edoğan-Regimes wollen die Rechte von LSBTIQ* weiter einschränken und fordern zum Beispiel ein Verbot queerer Organisationen und äußern sich hasserfüllt über LSBTIQ-Menschen. So sprach Präsidentensprecher Fahrettin Altun von einer "ungebändigten Minderheit", welche mit ihrem "pervertierten Weg des Denkens und Lebens" eine "Unmoral vermarkten" wolle. Präsident Erdoğan äußerte sich in Parteiansprachen abwertend über queere Jugendliche, bezeichnete die Aktivist*innen als „Terroristen“  und Innenminister Süleyman Soylu schimpfte auf Twitter mehrfach gegen "LGBT-Perverse".

Die Türkei reagierte außerdem auf die Kritik anderer Länder, insbesondere der USA, an der Repression gegen die Studierendenproteste und an der LSBTIQ*feindlichen Rhetorik. Man habe nicht das Recht, sich in die internen Angelegenheiten der Türkei einzumischen. Wer die Türkei im Umgang mit den Vorfällen an der Universität belehren wolle, solle lieber in den eigenen Spiegel schauen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Queere Organisationen der Türkei haben als Reaktion auf die Ereignisse eine Erklärung veröffentlicht, in der sie Polizeigewalt gegen Studierende, die hasserfüllten Aussagen gegenüber LSBTIQ* und die Einschränkung der Grundrechte queerer Menschen kritisieren. Die Erklärung verteidigt das demokratische Recht der Studierenden, zu protestieren. Der Kampf für LSBTIQ*-Rechte sei ein wichtiger Teil des Kampfes für Menschenrechte und eine demokratische Gesellschaft.

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Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen wurde es festgelegt: Hamburg soll ein Denkmal für sexuelle Vielfalt bekommen. „Wir realisieren gemeinsam mit den beteiligten Initiativen ein Denkmal für die sexuelle Vielfalt in Hamburg“ heißt es darin. Im Austausch mit der Community soll ein Ort geschaffen werden, der an alle Menschen erinnern soll, die aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität verfolgt und ausgegrenzt wurden.

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Im September letzten Jahres lud daher die Kulturbehörde zu einem Workshop ins Museum für hamburgische Geschichte ein. Dort wurden Perspektiven für das Design und den Standort des Denkmals erörtert.

Bereits seit 2018 setzt sich eine private Initiative für die Errichtung eines solchen Denkmals ein. Ein Gründungsmitglied der Initiative, der Historiker Gottfried Lorenz, weist in diesem Zusammenhang auf die spezielle Geschichte der LSBTIQ*-Community in Hamburg hin. In der Hansestadt entstanden zwischen 1945 und 1994 Vereine und Orte der Community, während diese in anderen Städten polizeilich verhindert wurden.

Das Denkmal soll dabei nicht nur dem Erinnern dienen. Farid Müller, Sprecher für LSBTIQ*  der Bürgerschaftsfraktion der Grünen erläutert hierzu gegenüber der Taz: „Ein Denkmal geht in der Regel in die Vergangenheit. Den Initiator*innen soll es gelingen, dass das Denkmal in die Zukunft strahlt.“
Ein Gegenwartsbezug des Denkmals ist auch dringend notwendig, denn noch immer leben LSBTIQ* nicht gleichberechtigt mit der Mehrheitsgesellschaft zusammen. Initiator Lorenz weist daraufhin, dass auch gegenwärtig Menschen mit homosexuellen Orientierungen diskriminiert werden: „Nach wie vor ist das Händchenhalten oder Küssen zwischen Männern oder Frauen in der Öffentlichkeit etwas, was Anstoß erregen kann. Deshalb soll das Denkmal auch eine Aufforderung für Toleranz und Akzeptanz der verschiedenen Gruppierungen sein“

Im Gespräch für den Standort des Denkmals sind unter anderem St. Georg, die HafenCity und der Jungfernstieg.

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Das Projekt Lesbisch* Sichtbar ist ein von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gefördertes Projekt. Verantwortlich für das Projekt ist RuT- Rad und Tat, eine Initiative lesbischer Frauen in Berlin. Ziel von Lesbisch* Sichtbar ist es, in Austausch mit einem Fachbeirat und weiteren Expert*innen sowie der LSBTIQ*-Community Maßnahmen für mehr lesbische Sichtbarkeit und Anerkennung zu entwickeln. Damit soll der strukturellen Benachteiligung von lesbischen Frauen entgegengewirkt werden. 

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Die Projektmitarbeiterin Stephanie Kuhnen, Journalistin und Herausgeberin des Sammelbandes „Lesben raus! Für mehr lesbische Sichtbarkeit“ im Queerverlag, sprach mit dem L-Mag über das Vorhaben: „Einfach nur eine Lesbe in den Vorstand zu wählen, verändert die Strukturen nicht“ so Kuhnen. Daher sei Lesbisch* Sichtbar ein Strukturprojekt, welches unter anderem für den Berliner Senat Vorschläge mache, wie die Stukturen hin zu einer gesellschaftlichen Teilhabe von Lesben verändert werden können. Ein weiteres Ziel sei die Vernetzung von lesbischen Initiativen sowie das Schaffen von Allianzen insbesondere mit den schwulen und trans* Communitys in Berlin. Wichtig sei dabei auch die Einbeziehung verschiedener Perspektiven, denn Lesben seien keine homogene Gruppe: „Lesbisch ist ein dynamischer Begriff und eine sehr vielfältige Identität. Wir sprechen eher von einer Lebensform“, so Kuhnen.

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