Echte Vielfalt

Lebensbereiche

Am 16. Juli 2026 erschien „Die Odyssee“, eine Filmadaption des antiken griechischen Epos von Homer, in den deutschen Kinos. Bereits vor dem Kinostart führte die Besetzung zu heftigen Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Der kanadische Schauspieler und Autor Elliot Page stand besonders im Fokus der Anfeindungen.

Weiterlesen

Page outete sich 2020 als trans. Seitdem ist er regelmäßig intensivem Hass, Bedrohungen und Transfeindlichkeit ausgesetzt. In seiner Autobiografie „Pageboy“ schreibt er: „Nach meinem ersten Coming-Out 2014 [als homosexuell] glaubte mir die große Mehrheit noch, ich wurde nicht nach Beweisen gefragt. Doch der Hass und der Backlash, den ich auch da schon erfuhr, waren nichts im Vergleich zu jetzt. Nicht mal annähernd.“

Der Trailer zu Christopher Nolans „Die Odyssee“ löste eine erneute Hasswelle aus. Grundlage dafür war das Gerücht, Page würde die Rolle des griechischen Helden Achilles übernehmen, das inzwischen widerlegt ist. Tatsächlich ist er als griechischer Soldat Sinon nur wenige Minuten auf der Leinwand zu sehen. Trotzdem entwickelte sich die vermeintliche Besetzung schnell zum Gegenstand einer Online-Hetzkampagne in rechten und konservativen Netzwerken. Drittanbieter, die Hochrechnungen von Dislike-Zahlen veröffentlichen, verzeichneten Rekordwerte für den Trailer auf YouTube.

Rechte Kommentare nutzten die vermeintliche Besetzung zum Anlass für Angriffe auf Pages Identität. Besonders Elon Musk befeuerte die Anfeindungen und warf Nolan vor, nur für Oscars zu casten und daher Diversität zu erzwingen. Diese Behauptung ist bereits deshalb haltlos, weil die Besetzung von Hauptrollen mit Angehörigen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen historisch gesehen keine Voraussetzung dafür ist, einen Oscar zu gewinnen.

Musk und weitere rechte Stimmen werfen Nolan außerdem vor, die „historische Authentizität“ des griechischen Epos durch politische Korrektheit zu verfälschen. Nolans Film ist jedoch keine wissenschaftliche Rekonstruktion der antiken Welt, sondern eine künstlerische Neuinterpretation eines mythologischen Stoffes. Auch die Figuren entstammen der griechischen Mythologie und sind keine historischen Personen.

Der Fall macht deutlich, dass trans* Menschen in der Film- und Kulturbranche weiterhin mit Vorurteilen, Abwertung und gezielten Anfeindungen konfrontiert sind und queere Sichtbarkeit noch immer häufig als politische Botschaft statt als Teil gesellschaftlicher Realität wahrgenommen wird.

Schließen


Am 25. Juli kam es am Rand des Christopher Street Days im Berliner Tiergarten zu einem schweren Angriff. Nach den bislang vorliegenden Berichten fuhr ein Mann mit einem Kleintransporter in eine Menschenmenge und griff anschließend weitere Personen mit einer Stichwaffe an. Eine Frau kam dabei ums Leben, etwa 30 Menschen wurden verletzt. CN: queerfeindliche Hasskriminalität, schwere Verletzungen, Tod

Weiterlesen

Der mutmaßliche Täter, der 21-jährige Abdul B., wurde später bei einem Polizeieinsatz getötet. Die Sicherheitsbehörden gehen bislang von einem islamistisch motivierten Anschlag aus. Einzelheiten zum Tatablauf, zur Motivation und zu möglichen vorherigen Erkenntnissen der Behörden sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Der Angriff führte zu politischen Diskussionen über den Schutz großer Veranstaltungen, die Prävention von Extremismus und die Sicherheit queerer Menschen. Der LSVD+–Verband Queere Vielfalt fordert einen besseren Schutz vor queerfeindlicher Gewalt und warnt gleichzeitig davor, den Anschlag für rassistische Hetze zu instrumentalisieren, wie es insbesondere durch rechtsextreme Akteur*innen und Medien geschehe. Der Schutz queerer Menschen müsse unabhängig davon gewährleistet werden, aus welchem menschenfeindlichen Milieu die Gewalt hervorgeht.

Auch aus der Politik wurden verschiedene Maßnahmen mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen vorgeschlagen. Während CDU und CSU stärker Fragen der inneren Sicherheit und der Extremismusbekämpfung betonten, legten SPD und Linke den Fokus unter anderem auf rechtliche Absicherung, Prävention und den Ausbau von Schutzangeboten.

Neben der politischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung ist die Unterstützung der Verletzten und Zeug*innen von großer Bedeutung. Viele Menschen benötigen nach einem solchen Ereignis nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch psychologische Begleitung. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen stehen verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung. Der Bundesopferbeauftragte und die Hilfsorganisation WEISSER RING e.V. vermitteln unter anderem Traumatherapien, finanzielle Soforthilfen sowie Beratungen zu weiteren Versorgungs- und Entschädigungsleistungen. Auch Menschen, die den Anschlag nicht unmittelbar erlebt haben, können durch die Berichterstattung oder eigene frühere Gewalterfahrungen erneut belastet werden.

Der Angriff hat vielerorts Trauer und Verunsicherung, aber auch Reflektion und Solidarität ausgelöst. Am Tatort im Tiergarten entstanden Gedenkorte, an denen Menschen Blumen, Regenbogenfahnen und persönliche Nachrichten niederlegten. Viele wollten damit deutlich machen, dass Hass und Gewalt die queere Community nicht spalten dürfen. Auch bei späteren CSD-Veranstaltungen, unter anderem in Hamburg, zeigten sich viele Menschen solidarisch mit den Betroffenen in Berlin.

Schließen


Am 18. August begeht die LSBTIQ* Community den International Butch Appreciation Day. Der Tag würdigt Butches und ihren Beitrag zur queeren Geschichte, Kultur und Emanzipation. Doch wer ist mit dem Begriff „Butch“ überhaupt gemeint und woher stammt er?

Weiterlesen

„Butch“ ist eine Selbstbezeichnung, die vor allem in queeren Communities verwendet wird. Meist beschreibt sie Menschen, die sich maskulin präsentieren oder eine maskuline Geschlechterrolle einnehmen. Viele Butches sind lesbische Frauen, die maskulin auftreten. Auch nicht-binäre oder trans* maskuline Personen nutzen den Begriff für sich. Dabei geht es nicht allein um Kleidung und Auftreten, sondern auch um die eigene Identität und die Position innerhalb einer queeren Community.

Die Bezeichnung entstand in queeren Subkulturen im frühen 20. Jahrhundert. Sie wurde zunächst für weibliche Personen verwendet, deren Körpersprache und Kleidungsstil von den damals herrschenden Weiblichkeitsidealen abwichen und als maskulin wahrgenommen wurden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Begriff zu einer Identitätsbezeichnung und einem Bestandteil lesbischer und queerer Kultur.

Häufig wird „Butch“ gemeinsam mit dem Begriff „Femme“ genannt. Femmes entsprechen in ihrem Auftreten eher normativen Vorstellungen von Weiblichkeit und bilden so das traditionelle Gegenstück zu Butches. Historisch beschrieben die Begriffe häufig auch Beziehungsdynamiken innerhalb lesbischer Communities. Der Umgang mit starren Geschlechterverständnissen und -ordnungen wird in diesen Beziehungen sichtbar, denn Butches und Femmes können gesellschaftliche Kategorisierungen hinterfragen und durch ein weiteres Verständnis von geschlechtlicher Vielfalt ergänzen oder aufbrechen.

Innerhalb der Butch-Community gibt es unterschiedliche Selbstbezeichnungen, wobei Stone Butches besonders bekannt sind. Damit sind in der Regel Butches gemeint, für die die explizit dargestellte Ablehnung der konventionellen Geschlechterrolle, die ihnen gesellschaftlich zugewiesen wird, ein wichtiger Teil ihrer Identität ist. Zudem wird der Begriff häufig von Lesben verwendet, die sexuell dominant sind und nicht wollen, dass ihre Geschlechtsteile während dem Sex berührt oder penetriert werden.

Größere Bekanntheit erlangte der Begriff 1993 mit der Veröffentlichung des Romans „Stone Butch Blues“ von Leslie Feinberg. Heute gilt der Roman als Klassiker der queeren Literatur und hat wesentlich dazu beigetragen, Erfahrungen von Butches und trans* Personen sichtbar zu machen.

Die Festlegung des 18. August als Butch Appreciation Day geht vermutlich auf die 2010er-Jahre zurück, in denen viele ähnliche Aktionstage entstanden. Bereits 2011 finden sich online Beiträge, die auf den Tag Bezug nehmen. Auch wenn seine Ursprünge nicht eindeutig dokumentiert sind, steht der 18. August heute symbolisch für die Anerkennung von Butches und ihres Beitrags zu queerer Geschichte und Sichtbarkeit.

Schließen


Unionsfraktionschef Thorsten Frei sieht keinen Anlass, das Diskriminierungsverbot im Grundgesetz um den Schutz der sexuellen Orientierung zu erweitern. Die Ergänzung würde „[nicht] mehr Sicherheit für queere Menschen [schaffen]“, so Frei. Seine Aussage fällt in eine Zeit, in der queerfeindliche Gewalt zunimmt und politische Debatten über den Schutz marginalisierter Gruppen immer schärfer geführt werden. Ein verfassungsrechtlicher Schutz wäre kein Allheilmittel, könnte aber einen Baustein für einen umfassenderen Schutz queerer Menschen darstellen.

Weiterlesen

Frei bezieht sich auf Artikel 3 des Grundgesetzes, der bislang Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Behinderung verbietet, nicht jedoch aufgrund der sexuellen Orientierung. Seit Jahren fordern der LSVD+–Verband Queere Vielfalt, Bundesqueerbeauftragte, Fachverbände und zahlreiche Wissenschaftler*innen eine Ergänzung, um queere Menschen verfassungsrechtlich gleichzustellen. Besonders nach dem Anschlag auf den Berliner CSD werden die Stimmen dafür erneut lauter.

Dass Frei diese Erweiterung ablehnt, ist politisch nicht neu. Teile der Union argumentieren seit Jahren, dass ein solcher Zusatz „symbolisch“ sei und keine praktische Auswirkung habe. Frei wiederholt diese Argumentation, indem er anmerkt, dass er „den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt“ verstehen könne, dieser jedoch in seinen Augen „unsere Verfassung überfrachten“ würde.

Ein expliziter Schutz im Grundgesetz hätte jedoch nicht nur symbolische Bedeutung, sondern könnte auch die Rechtssicherheit bei Diskriminierungsfällen erhöhen, die Verwaltung stärker binden und die Auslegung durch Gerichte beeinflussen. Damit würde die juristische Position von Betroffenen gestärkt. Zudem sind Grundgesetzänderungen selten und damit von besonderer Bedeutung. Eine Ergänzung wäre zugleich ein staatliches Bekenntnis gegen queerfeindliche Diskriminierung.

Im parteipolitischen Kontext lässt sich Freis Statement in die Haltung von Teilen der Union einordnen, die sich seit Jahren von Themen abgrenzen, die als progressiv oder identitätspolitisch gelten. Eine stärkere queerpolitische Positionierung steht dabei teilweise im Konflikt mit konservativen Positionen innerhalb der Partei und ihrer Wähler*innenschaft.

Die Debatte zeigt, dass die Diskussion um Artikel 3 mehr als ein juristisches Detail ist. Sie verdeutlicht, wie stark Fragen des Minderheitenschutzes und der queerpolitischen Gleichstellung politisiert sind. Eine verfassungsrechtliche Gleichstellung allein kann keine Sicherheit gewährleisten. Sie könnte jedoch einen verbindlichen rechtlichen Rahmen schaffen und den Schutz vor Diskriminierung stärken.

Schließen


Am 8. August fand in Mölln zum ersten Mal ein Christopher Street Day statt. Mölln ist dabei nicht die einzige Stadt in Schleswig-Holstein, in der 2026 erstmals ein CSD stattfand. Bereits am 20. Juni wurde in Hohenlockstedt demonstriert, am 27. Juni folgte Ahrensburg. Am 29. August soll der erste CSD in Bad Oldesloe stattfinden.

Weiterlesen

In Mölln zog der Demonstrationszug am 8. August mit rund 400 Teilnehmenden durch die Innenstadt und setzte ein Zeichen für die Sichtbarkeit und die Rechte queerer Menschen. Die Veranstaltung endete mit einem Konzert, bei dem lokale Musiker*innen auftraten. Auch die evangelische Kirche Lübeck-Lauenburg war beteiligt. Die Kirchengemeinde Mölln hatte bereits im Vorfeld die Trägerschaft für den CSD übernommen. In seinem Redebeitrag dankte Ingo Schäper, Bürgermeister von Mölln, den Organisator*innen für ihr Engagement.

Ein wichtiges Thema der Veranstaltung war die Situation der Community im Herzogtum Lauenburg. Dort gebe es bislang nur wenige Angebote für die LSBTIQ* Community. Die Organisator*innen des CSDs beobachten außerdem, dass die Toleranz gegenüber queeren Menschen infolge des gesellschaftlichen Rechtsrucks zurückgehe. Diese Entwicklung zeigt sich auch in Recherchen des Vereins ZEBRA. Demnach steigt die Zahl der Angriffe auf queere Menschen.

In Hohenlockstedt fand der CSD unter dem Motto „Queer durchs Kaff“ statt. Bereits seit vier Jahren wird unter diesem Motto im Kreis Steinburg jährlich ein CSD organisiert. Dabei findet die Veranstaltung immer in einer anderen Gemeinde statt. Auf diese Weise soll queeres Leben auch außerhalb der größeren Städte sichtbar gemacht werden.

Der CSD in Ahrensburg fand im Rahmen der Pride Week vom 21. bis zum 28. Juni statt. Über die gesamte Woche gab es verschiedene Veranstaltungen für die queere Community und Interessierte, unter anderem einen queeren Gottesdienst.

Der nächste erstmalig stattfindende CSD in Schleswig-Holstein steht bereits bevor. In Bad Oldesloe startet die Demonstration am 29. August um 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz.

Das Jugendnetzwerk lambda::nord betont die Bedeutung der Unterstützung von CSDs in Kleinstädten. Sie würden zeigen, dass die queere Community nicht nur in großen Städten, sondern auch in ländlichen Regionen präsent und sichtbar sei. Die Veranstaltungen könnten außerdem Raum für Vernetzung bieten. Auch Pastor Matthias Lage begrüßt die Entwicklung, durch die mehr Sichtbarkeit für queeres Leben geschaffen werde.

Schließen


Das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) wurde 2024 unter der Ampel-Regierung verabschiedet und löste das vielfach als menschenunwürdig kritisierte und verfassungswidrige "Transsexuellengesetz" ab. Mit dem SBGG wurde es für trans*, inter* und nicht-binäre Personen möglich, ihren Vornamen und Geschlechtseintrag durch eine einfache Erklärung beim Standesamt zu ändern. Das Gesetz stellte einen wichtigen Meilenstein im Kampf um rechtliche Selbstbestimmung queerer Menschen dar. Aktuell wird jedoch erneut über eine Verschärfung debattiert.

Weiterlesen

Bei der letzten Konferenz der Justizminister*innen (JuMiKo), die im Juni in Hamburg stattfand, sprach sich auch der Berliner Senat für eine Überarbeitung des SBGG aus. Auf eine Schriftliche Anfrage zweier Grünen-Abgeordneten erklärte der Berliner Senat, dass der Umgang mit möglichen Missbrauchsfällen wie dem Fall der Neonazi-Figur Marla-Svenja Liebich neu geregelt werden solle.

Liebich war bereits 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach dem Urteil ließ Liebich den Geschlechtseintrag und den Vornamen über das SBGG ändern. Dass dies Ausdruck einer tatsächlichen trans* Identität ist, wird vielfach angezweifelt. Vielmehr besteht der Verdacht, dass es sich um eine gezielte Provokation, eine Verhöhnung des Gesetzes und einen Angriff auf das SBGG handelt – insbesondere, da Liebich zuvor über lange Zeit gegen queere Menschen gehetzt hatte.

Bereits während der Verabschiedung des SBGG warnten konservative Stimmen vor einem möglichen Missbrauch. Der Fall Liebich wird nun erneut als Argument für eine Verschärfung des Gesetzes angeführt. Weitere vergleichbare Fälle konnten bislang jedoch nicht benannt werden.

In ihren Regierungsrichtlinien hat die Koalition in Berlin, bestehend aus SPD und CDU, festgehalten, dass sie sich für ein modernes Selbstbestimmungsrecht auf Bundesebene einsetzt. Mitte Juni hatte Justizsenatorin Felor Badenberg einem Antrag aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zugestimmt, der eine Aufforderung an die Bundesregierung enthält, eine Gesetzesinitiative für einen Prüfmechanismus bei „offenkundigem Missbrauch“ des SBGG zu entwickeln. Die Grünen-Abgeordneten bezeichnen dieses Vorgehen als widersprüchlich.

Queere Fachverbände warnen eindringlich vor einer Änderung des SBGG, da sie befürchten, dass alle trans* Personen aufgrund eines Einzelfalls unter Generalverdacht gestellt würden. Auch aus juristischer Sicht wird die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung infrage gestellt. Der Rechtsreferendar Salomon J. Gehring kommt in einem Beitrag für die Legal Tribune Online (LTO) zu dem Schluss, dass das Gesetz bereits Schutz vor Missbrauch biete. Offensichtliche Missbrauchsfälle verpflichteten Standesämter demnach nicht dazu, einem Antrag auf Namens- und Personenstandsänderung zuzustimmen. Zwar sehe das Gesetz „keine behördliche Plausibilitätskontrolle“ vor, es verbiete eine solche Prüfung jedoch ebenso wenig. Darüber hinaus gilt auch für das SBGG der allgemeine Rechtsgrundsatz des Verbots des Rechtsmissbrauchs.

Die Antwort des Berliner Senats auf die Schriftliche Anfrage der Grünen kann hier nachgelesen werden.

Schließen


Je nach Austragungsort zieht die Veranstaltung "WorldPride" mehrere Millionen Besucher*innen aus der ganzen Welt an und hat damit eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Gastgeberstadt, insbesondere für den Tourismus. Der Berliner CSD e.V. hat die Bewerbung um den WorldPride 2032 zu einem zentralen Ziel der Pride-Saison 2026 erklärt. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, wäre es der erste WorldPride in Deutschland.

Weiterlesen

Der WorldPride wird von InterPride vergeben. InterPride ist ein internationaler Zusammenschluss von über 375 Organisationen, die Prides veranstalten. Das mehrtägige Großereignis besteht aus verschiedenen Kultur- und Bildungsangeboten sowie politischen Veranstaltungen und Demonstrationen. Der erste WorldPride fand im Jahr 2000 in Rom statt, nachdem die InterPride-Generalversammlung 1997 in New York seine Einführung beschlossen hatte.

Der Berliner CSD e.V. hat für die CSD-Saison 2026 sechs politische Kernforderungen an den Berliner Senat formuliert. Im Mittelpunkt steht dabei die Bewerbung Berlins um den WorldPride 2032.

  1. Die Zeit ist jetzt: WorldPride 2032 in Berlin
  2. Queere Räume schützen
  3. Mehr Sicherheit für queere Menschen
  4. Vielfalt in der Bildung stärken
  5. Queere Gesundheitsangebote ausbauen
  6. Queere Großveranstaltungen ausreichend finanzieren

Nach Angaben des Berliner CSD e.V. soll die Bewerbung dazu beitragen, einen gemeinsamen Prozess anzustoßen und die queere Community sowie die gesamte Stadtgesellschaft zusammenzubringen. Darüber hinaus sieht der Verein darin eine Chance für nachhaltige Investitionen in queere Projekte. Besonders in Zeiten, in denen queere Räume zunehmend unter finanziellem Druck stehen, brauche es eine politische Strategie, die queeres Leben schützt und erkämpfte Rechte sichert.

Der WorldPride 2026 fand in Amsterdam statt und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Wochen. Welche Stadt den WorldPride ausrichten darf, entscheidet InterPride. Dafür müssen die Pride-Organisationen, die sich bewerben, ihr Konzept auf der InterPride-Weltkonferenz vorstellen. Anschließend stimmen die Mitgliedsorganisationen von InterPride über die ausrichtende Stadt ab.

2028 wird der WorldPride in Kapstadt stattfinden und damit erstmals auf dem afrikanischen Kontinent. Die Bewerbungsphase für den WorldPride 2030 ist bereits abgeschlossen. Zu den Bewerberstädten gehören unter anderem Bangkok und Barcelona. Für die Ausrichtung des WorldPride 2032 könnte London zu einem potenziellen Mitbewerber Berlins werden.

Schließen


Am 17. Juli erschien bei Netflix der Film „Heartstopper Forever“, der den Abschluss der britischen Coming-of-Age-Serie "Heartstopper" bildet. Damit endet die Verfilmung von Alice Osemans Graphic Novels, an der die Autorin selbst als Produzentin mitgearbeitet hat. Für viele gelten die Bücher und Verfilmungen als wichtige Beiträge zur Repräsentation queeren Lebens in den Medien.

Weiterlesen

Oseman veröffentlicht bereits seit 2014 Bücher. 2020 erschien ihr vierter Roman „Loveless“, in dem sie sich mit ihren eigenen Erfahrungen zu Aromantik und Asexualität auseinandersetzt. Die Grundlage für die Serie und den aktuellen Film bilden sechs Graphic Novels, die alle von Alice Oseman verfasst wurden. „Heartstopper“ begann ursprünglich als Webcomic auf den Online-Foren Tumblr und Tapas. Der Comic war so erfolgreich, dass Oseman sich entschied, ihn auch in gedruckter Form zu veröffentlichen. Die erste Staffel der Serie erschien im April 2022.

Die „Heartstopper“-Reihe begleitet die beiden Jungen Nick und Charlie beim Kennenlernen in der Schule. Während Charlie bereits weiß, dass er schwul ist, fällt es dem Rugbyspieler Nick zunächst schwer, seine Gefühle für Charlie und seine Bisexualität zu akzeptieren. Die Serie beschäftigt sich mit den Lebensrealitäten queerer Menschen. Dazu gehören nicht nur die erste Liebe, sondern auch das Coming-out, psychische Erkrankungen und die Frage, welchen Weg die Figuren nach ihrem Schulabschluss einschlagen wollen. Während die letzten Staffeln vor allem Charlies Kampf mit psychischen Problemen in den Mittelpunkt stellten, konzentriert sich der aktuelle Film auf Nicks Zukunft und damit auch auf die Zukunft seiner Beziehung zu Charlie. Gleichzeitig stehen weitere Mitglieder der vielfältigen Freundesgruppe von Nick und Charlie vor ähnlichen Entscheidungen, die wegweisend für ihre Beziehungen und ihren weiteren Lebensweg sind.

Osemans Figuren sind unter anderem trans*, schwul, lesbisch, bisexuell und nicht-binär. Damit werden unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten abgebildet, wodurch zahlreiche Leser*innen und Zuschauer*innen - auch über die Zielgruppe junger Erwachsener hinaus - Repräsentation erfahren können. Gleichzeitig greift Oseman immer wieder gesellschaftliche Rückschritte und queerfeindliche Entwicklungen auf und verarbeitet diese in ihren Geschichten.

Schließen


Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind kürzlich mithilfe einer Leihmutter in den USA Väter geworden. Dies, während die Union noch im Februar auf ihrem Parteitag bekräftigte, dass Leihmutterschaft weiterhin verboten bleiben sollte. Dass Spahn privat etwas tat, was den politischen Positionen seiner Fraktion grundsätzlich widerspricht, löste einen medialen Aufschrei aus und rückte die Debatte um die Leihmutterschaft in Deutschland erneut auf die Tagesordnung.

Weiterlesen

Nicht nur die Union äußerte sich kritisch zu einer Legalisierung der Leihmutterschaft, auch Spahn selbst bezog bereits 2015 Stellung: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“

Spahn entschied sich nun, auch auf Rat von Bundeskanzler Friedrich Merz, von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag zurückzutreten. In einem Brief schreibt er, dass sein persönliches Glück, gemeinsam mit seinem Mann eine Familie zu gründen, nicht mit seinem politischen Amt vereinbar sei. Die Erwartungen an ihn als Fraktionschef sowie der Spagat zwischen diesem Amt und seinem gewählten Weg, ein Kind zu bekommen, seien zu groß geworden.

Die Debatte dreht sich inzwischen nicht mehr nur um Jens Spahns Rolle als Politiker und schwuler Familienvater. Auch die Leihmutterschaft gerät erneut von einigen Seiten in die Kritik, während andere die Kritik an Spahn im Zusammenhang mit der Debatte um die Leihmutterschaft als homophob bezeichnen. Nachdem Spahn bereits durch mehrere Skandale, etwa wegen seiner Maskendeals in der Coronapandemie, in die Kritik geraten war, wird nun auch die Gründung seiner Regenbogenfamilie durch Leihmutterschaft diskutiert. Beobachter*innen halten es für bemerkenswert, dass dieser Aspekt seines Privatlebens größere Aufmerksamkeit erhält als frühere Skandale. Bemängelt wird zudem, dass dieser Weg, ein Kind zu bekommen, mit Kosten von etwa 100.000 bis 200.000 Euro ein Privileg für wenige bleibt.

Die Leihmutterschaft wird aus feministischer Perspektive kritisiert, da Frauen und Kinder so zur Ware gemacht würden. Die wenigsten Frauen würden sich ohne finanzielle Gründe dazu entscheiden, Leihmutter zu werden. Die Leihmutterschaft sei zudem ein tiefgreifender Eingriff – nicht nur in den Körper der Frau, sondern auch in ihr gesamtes Leben.

Bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden übernimmt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann die Amtsgeschäfte. Merz möchte die Wahl vermutlich noch vor Beginn der Urlaubszeit abhalten.

Schließen


An Schleswig-Holsteins Schulen bekommen trans* und nicht-binäre Schüler*innen, die noch vor ihrer Namens- und Personenstandsänderung stehen, bislang Zeugnisse mit ihrem alten, abgelegten Vornamen (Deadname) ausgestellt. Dies kann bei den Betroffenen zu psychischen Belastungen, Zwangsoutings und Diskriminierung auf dem weiteren Bildungs- und Berufsweg führen.

Weiterlesen

Das Jugendnetzwerk lambda::nord e.V. fordert gegenüber dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK) daher schon seit Längerem, dass bei der Zeugnisausstellung Ergänzungsausweise berücksichtigt werden. Diese standardisierten Ausweispapiere mit selbstgewählten personenbezogenen Daten werden von den Innenministerien als Nachweisdokument anerkannt.

Die Leiterin des MBWFK, Dr. Dorit Stenke (CDU), brachte in einer Landtagsdebatte zur Sprache, dass sie eine solche Regelung für entbehrlich halte. Daraufhin forderte der Landesgeschäftsführer von lambda::nord, Moritz Griepentrog, die Herausgabe der Gutachten, mit denen das Ministerium seine Position zur Zeugnisausstellung rechtlich begründet. Nach Angaben des Vereins verlangt das Ministerium für die Bereitstellung der Gutachten 150 Euro. Griepentrog kritisiert dieses Vorgehen, hebt jedoch gleichzeitig die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ministerium in anderen Bereichen positiv hervor.

Um die Gutachten zu finanzieren, startet lambda::nord beim Christopher Street Day (CSD) in Lübeck eine Spendenaktion. Die Aktion läuft unter dem Motto „150 Euro Zeugnisgeld“ und wird am Infostand des Vereins am 14. und 15. August stattfinden.

Schließen


Echte Vielfalt
Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Erkennen von Ihnen, wenn Sie zu unserer Website zurückkehren, und helfen unserem Team zu verstehen, welche Bereiche der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.

.moove-gdpr-branding-cnt,.moove-gdpr-company-logo-holder {display: none;} #moove_gdpr_cookie_info_bar p{text-shadow: none;}