Echte Vielfalt

10. September 2026

US-Basketball: Debatte um trans* Frauen im Sport erneut entfacht

Mit einer Aussage der US-Basketballerin Sophie Cunningham ist die Debatte über die Teilnahme von trans* Frauen im Frauensport in den USA erneut in den Fokus gerückt. Dabei beruft sie sich auf den vermeintlichen „Schutz“ junger Mädchen und stellt trans* Frauen als Gefahr dar.

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In einem Interview mit ESPN begründet Cunningham ihre Forderung nach einem Ausschluss von trans* Frauen damit, dass diese biologische Männer seien und junge Mädchen entsprechend vor ihnen geschützt werden müssten.

Verschiedene Sportverbände gehen unterschiedlich mit der Teilnahme von trans* Personen um. In der Leichtathletik können trans* Frauen nur unter bestimmten Voraussetzungen teilnehmen, etwa wenn sie einen festgelegten Testosteronwert unterschreiten. Auch das International Olympic Committee (IOC) diskutierte nach mehreren Debatten über die Einführung von Geschlechtertests. Kritisiert wird dabei insbesondere der Eingriff in die Privatsphäre, den solche Tests bedeuten. Zudem würden rein biologische Tests der Komplexität von Geschlechtsidentität nicht gerecht.

Die Women’s National Basketball Association, in der Cunningham spielt, hat bisher keine spezifische Regelung zur Teilnahme von trans* Frauen.

Cunninghams Positionierung hat die Debatte um die Teilnahme von trans* Frauen im Sport wieder auf die politische Tagesordnung gesetzt. Konservative Politiker*innen und Aktivist*innen greifen das Thema auf und integrieren es in Kampagnen gegen „Wokeness“. Bei ihren Spielen bedankten sich einige Fans mit Schildern bei Cunningham für ihre Äußerungen.

Gleichzeitig werden auch Gegenstimmen aus dem Sport und der Zivilgesellschaft laut. Minnesota-Trainerin Cheryl Reeve äußerte sich gegenüber der Presse inklusiv, ebenso wie die Spielerinnengewerkschaft WNBPA. Die WNBPA positionierte sich gegen Hass und Diskriminierung, auch gegenüber trans* Personen.

Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass trans* Frauen nach einer Hormontherapie keine eindeutigen körperlichen Vorteile gegenüber cis Frauen im Sport aufweisen. Zwar hätten trans* Frauen laut der Studie eine größere fettfreie Masse, bei anderen sportlich relevanten Merkmalen habe es jedoch keine Unterschiede gegeben. Damit sei, so Forscher Bruno Gualano, die Exklusion von trans* Frauen aus dem Frauensport wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

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