Antidemokratische Akteur*innen treten längst nicht mehr nur am Rand der Gesellschaft auf. Sie suchen gezielt zivilgesellschaftliche Räume auf, bauen Vertrauen auf und versuchen, Einfluss zu gewinnen. Ihre Angriffe richten sich häufig auch gegen gesellschaftliche Vielfalt, insbesondere gegen queere Menschen und ihre Rechte. Wenn rechte Akteur*innen Einfluss in Vereinen, Initiativen oder sozialen Einrichtungen gewinnen, kann das auch Auswirkungen darauf haben, wie offen und sicher diese Räume für LSBTIQ*-Personen sind.
Der Fachtag „Sie kommen nicht mit Fackeln“ beschäftigt sich mit den Strategien, mit denen rechte Akteur*innen versuchen, zivilgesellschaftliche Räume zu unterwandern, und mit den Folgen für die demokratische Arbeit vor Ort. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie funktioniert rechte Unterwanderung? Woran lässt sie sich erkennen? Und wie können Haupt- und Ehrenamtliche angemessen darauf reagieren? Eingeladen sind Interessierte sowie Haupt- und Ehrenamtliche aus sozialen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen und Initiativen in Schleswig-Holstein.
Zum Auftakt spricht David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e. V. über Strategien der Unterwanderung am Beispiel Sachsen-Anhalts. Anschließend gibt es Raum für Austausch und gemeinsame Diskussion.
Wyonne Ulrich, Kreisvertreterin des Paritätischen Schleswig-Holstein und Geschäftsführerin eines sozialen Trägers, berichtet anschließend über ihre Erfahrungen aus der Praxis im Umgang mit antidemokratischen Haltungen im kommunalen Raum. Dabei geht es unter anderem um politische Gremien und Ausschüsse sowie um die Herausforderungen, die sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.
Eine weitere Perspektive bringt Daniel Trepsdorf gemeinsam mit ehrenamtlichen Vertreter*innen des dörflichen Bündnisses für Demokratie und Vielfalt „Wage Mut!“ ein. Unter dem Titel „Unterwanderung im eigenen Dorf: Was tun, wenn der Nachbar Nazi ist?“ sprechen sie über Engagement und Demokratiearbeit vor Ort. Das Regionale Beratungsteam gegen Rechts stellt außerdem seine Arbeit vor und beschäftigt sich mit der Frage, wie viel politische Haltung möglich und wie viel politische Neutralität notwendig ist.
Ab 15:00 Uhr sind die Teilnehmenden eingeladen, die Themen der Referent*innen an Gruppentischen zu vertiefen und Erfahrungen auszutauschen. Der Fachtag findet am Dienstag, dem 17. November 2026, von 10:00 bis 16:00 Uhr beim PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, Zum Brook 4, 24143 Kiel, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Veranstaltung wird vom Team des Demokratieprojekts „zusammenWACHSEN“ im Paritätischen Schleswig-Holstein moderiert und im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ angeboten. Eine Anmeldung ist bis zum 11. November 2026 möglich und kann hier erfolgen.
