Echte Vielfalt

29. September 2026

Fehlende Angebote für queere Menschen im ländlichen Raum: Wie Danny Glaß dies verändern möchte

Queeres Leben ist in Schleswig-Holstein zunehmend sichtbar. In diesem Jahr finden 18 CSDs statt – so viele wie noch nie. Dennoch fehlt es insbesondere in ländlichen Räumen an festen und kontinuierlichen Anlaufstellen. Gerade für queere Jugendliche kann dies zum Problem werden, da ihre Mobilität häufig eingeschränkt ist.

Weiterlesen

Während größere Städte wie Kiel, Lübeck oder Flensburg über Beratungsstellen, Jugendgruppen und Community-Orte verfügen, sieht die Situation im ländlichen Raum häufig anders aus. Jugendliche haben dort weniger Möglichkeiten, sich mit anderen queeren Menschen auszutauschen oder Unterstützung bei Fragen zur eigenen Identität zu erhalten. Zugleich sind sie teilweise auf ihre Eltern oder eine eingeschränkte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Der Besuch queerer Jugendtreffs kann dadurch zur logistischen Herausforderung werden oder ganz unmöglich sein. „Wenn Treffpunkte und Beratung fehlen, bleiben queere Menschen mit Fragen oder Diskriminierungserfahrungen schneller allein“, so Danny Clausen-Holm vom Verband Queerer Vielfalt in Schleswig-Holstein.

Danny Glaß von lambda::nord kennt die Situation queerer Jugendlicher auf dem Land aus eigener Erfahrung. Seit seinem Outing mit 14 Jahren engagiert sich der Husumer für die Community. Sein Ziel ist es, queere Treffpunkte auch außerhalb der Städte zu etablieren, die über einzelne Veranstaltungen wie den CSD hinaus ganzjährig zur Verfügung stehen.

Neben neuen Angeboten wie dem „Hafen der Akzeptanz“ setzt Glaß auf die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring Nordfriesland werden bereits aktive Ehrenamtliche und Fachkräfte in Workshops für die Lebensrealitäten queerer Jugendlicher sensibilisiert. Dabei geht es unter anderem um queere Lebensrealitäten und Sprache sowie um die Frage, wie bestehende Angebote so gestaltet werden können, dass sich queere Jugendliche mitgedacht und angesprochen fühlen.

Vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl registrierter Straftaten gegen queere Menschen in Schleswig-Holstein kommt sicheren Anlaufstellen zusätzliche Bedeutung zu. Zwar existieren bereits ehrenamtlich organisierte Gruppen, doch diese stoßen teilweise an Kapazitätsgrenzen oder sind wenig bekannt. Auf der Seite des NDR gibt es eine Karte, die einen Überblick über bereits bestehende queere Anlaufstellen in Schleswig-Holstein bietet.

Auch die langfristige Finanzierung entsprechender Angebote bleibt eine Herausforderung. Auf Landesebene werden queere Projekte gefördert, zugleich können Veränderungen bei Bundesprogrammen Auswirkungen auf die verfügbaren Mittel haben. Auch lambda::nord ist auf eine verlässliche Finanzierung seiner Angebote angewiesen. Neben einer stabilen Förderung wünscht sich Danny Glaß vor allem mehr gesellschaftliche Akzeptanz. Seine zentrale Botschaft formuliert er dabei bewusst einfach: „Queere Menschen sind Menschen. Queere Jugendliche sind Jugendliche.“

Schließen



Weitere interessante Beiträge zu diesem Thema finden Sie auch in: Aufklärung und Bildung, Lebensbereiche, Jugend
Echte Vielfalt
Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Erkennen von Ihnen, wenn Sie zu unserer Website zurückkehren, und helfen unserem Team zu verstehen, welche Bereiche der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.

.moove-gdpr-branding-cnt,.moove-gdpr-company-logo-holder {display: none;} #moove_gdpr_cookie_info_bar p{text-shadow: none;}