Queeres Leben findet nicht nur in Großstädten statt. LSBTIQ* Menschen leben ebenso in Kleinstädten und ländlichen Regionen. Während urbane Zentren häufig über gewachsene Community-Strukturen, Beratungsangebote und eine größere Sichtbarkeit verfügen, sind die Bedingungen in ländlichen Räumen oft deutlich herausfordernder. Genau hier setzt das Bundesvernetzungstreffen „Queer im ländlichen Raum“ an, das vom 23. bis 25. Oktober 2026 in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen stattfindet.
Bereits zum vierten Mal kommen Initiativen, Projekte und engagierte Einzelpersonen aus ganz Deutschland zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Strategien für queeres Leben und Engagement außerhalb der Metropolen zu entwickeln. Organisiert wird das Treffen von mehreren Organisationen und Initiativen gemeinsam mit der Akademie Waldschlösschen, einer bundesweiten Bildungs- und Vernetzungsstätte mit queerem Schwerpunkt.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens steht ein Thema, das viele queere Menschen und Initiativen derzeit beschäftigt: Schutz, Prävention und Resilienz in Zeiten zunehmender Bedrohungen. Angesichts queerfeindlicher Anfeindungen, rechtsextremer Mobilisierung und unsicherer Förderstrukturen sollen gemeinsam Antworten auf zentrale Fragen erarbeitet werden. Dazu gehört beispielsweise, wie sich queere Menschen, Vereine und zivilgesellschaftliche Netzwerke schützen können, welche Bündnisse vor Ort benötigt werden und wie Räume für Vielfalt und demokratisches Engagement auch unter schwierigen Bedingungen erhalten bleiben können.
Das Programm umfasst Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Geplant sind unter anderem Veranstaltungen zu Schutzkonzepten für queere Organisationen, zum Umgang mit Hass und digitaler Gewalt sowie zu Fördermöglichkeiten für Projekte in ländlichen Regionen. Darüber hinaus bietet das Treffen zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung und zum informellen Austausch.
Gerade in ländlichen Räumen übernehmen ehrenamtlich engagierte Menschen häufig zentrale Aufgaben. Sie organisieren Treffpunkte, schaffen Beratungsangebote und setzen sich für Sichtbarkeit und Akzeptanz ein. Gleichzeitig arbeiten viele von ihnen unter schwierigen Bedingungen und verfügen nur über begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen. Das Bundesvernetzungstreffen schafft deshalb nicht nur Raum für fachliche Diskussionen, sondern auch für gegenseitige Unterstützung, Empowerment und den Aufbau langfristiger Netzwerke.
Die Veranstaltung richtet sich an Initiativen, Projekte und Aktivist*innen, die bereits zu queeren Themen in ländlichen oder kleinstädtischen Regionen arbeiten oder entsprechende Strukturen aufbauen möchten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Webseite des Bundesvernetzungstreffens.
