Echte Vielfalt

23. Juni 2026

Die Minenarbeiter von Durham und ihre außergewöhnliche Verbindung zur LSBTIQ* Community

In den Jahren 1984 und 1985 kam es in Großbritannien zum langwierigen Bergarbeiterstreik (Miners’ Strike). Die Regierung unter Margaret Thatcher plante die Schließung zahlreicher als unrentabel eingestufter Zechen. Rund 20.000 Bergarbeiter hätten dadurch ihren Arbeitsplatz verloren. Die Gewerkschaften riefen deshalb zum Streik gegen die Schließungspläne auf. Im Zuge des Konflikts wurden den Streikenden jedoch wichtige finanzielle Unterstützungsstrukturen entzogen, sodass viele Bergarbeiter auf Hilfe von außen angewiesen waren.

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Sie wandten sich an kleinere lokale Gruppen und Initiativen. Auch die LSBTIQ* Community in London wurde auf ihre Situation aufmerksam. Schnell formierte sich die Gruppe LGSM („Lesbians and Gays Support the Miners“), die Spenden für die streikenden Bergarbeiter sammelte. Insgesamt kamen 22.500 Pfund zusammen – umgerechnet etwa 70.000 Pfund nach heutigem Wert. Die Gruppe zeigte sich solidarisch mit den Arbeitern und unterstützte sie nicht nur finanziell, sondern auch moralisch. Viele Mitglieder der LSBTIQ* Community sahen Parallelen zwischen der Situation der Bergarbeiter und ihren eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung und fehlender gesellschaftlicher Unterstützung.

Die Bergarbeiter zeigten sich für diese Solidarität dankbar und beteiligten sich in den folgenden Jahren zahlreich an Pride-Paraden. Zwischen beiden Gruppen entstand eine besondere Verbindung, die bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Doch was hat diese Geschichte mit der LSBTIQ* Community im Jahr 2026 zu tun? Die Partei Reform UK errang bei den Kommunalwahlen 2025 in Durham die Mehrheit und strich als eine ihrer ersten Maßnahmen die öffentliche Förderung der lokalen Pride Parade für das Jahr 2026. Daraufhin startete die Durham Miners‘ Association (DMA) einen Spendenaufruf. Innerhalb kurzer Zeit kamen 25.000 Pfund zusammen – mehr Geld, als zuvor von öffentlicher Seite für die Veranstaltung bereitgestellt worden war.

Dank dieser Unterstützung kann Durham im Jahr 2026 die größte Pride-Parade seiner Geschichte ausrichten.

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