Am 8. August fand in Mölln zum ersten Mal ein Christopher Street Day statt. Mölln ist dabei nicht die einzige Stadt in Schleswig-Holstein, in der 2026 erstmals ein CSD stattfand. Bereits am 20. Juni wurde in Hohenlockstedt demonstriert, am 27. Juni folgte Ahrensburg. Am 29. August soll der erste CSD in Bad Oldesloe stattfinden.
In Mölln zog der Demonstrationszug am 8. August mit rund 400 Teilnehmenden durch die Innenstadt und setzte ein Zeichen für die Sichtbarkeit und die Rechte queerer Menschen. Die Veranstaltung endete mit einem Konzert, bei dem lokale Musiker*innen auftraten. Auch die evangelische Kirche Lübeck-Lauenburg war beteiligt. Die Kirchengemeinde Mölln hatte bereits im Vorfeld die Trägerschaft für den CSD übernommen. In seinem Redebeitrag dankte Ingo Schäper, Bürgermeister von Mölln, den Organisator*innen für ihr Engagement.
Ein wichtiges Thema der Veranstaltung war die Situation der Community im Herzogtum Lauenburg. Dort gebe es bislang nur wenige Angebote für die LSBTIQ* Community. Die Organisator*innen des CSDs beobachten außerdem, dass die Toleranz gegenüber queeren Menschen infolge des gesellschaftlichen Rechtsrucks zurückgehe. Diese Entwicklung zeigt sich auch in Recherchen des Vereins ZEBRA. Demnach steigt die Zahl der Angriffe auf queere Menschen.
In Hohenlockstedt fand der CSD unter dem Motto „Queer durchs Kaff“ statt. Bereits seit vier Jahren wird unter diesem Motto im Kreis Steinburg jährlich ein CSD organisiert. Dabei findet die Veranstaltung immer in einer anderen Gemeinde statt. Auf diese Weise soll queeres Leben auch außerhalb der größeren Städte sichtbar gemacht werden.
Der CSD in Ahrensburg fand im Rahmen der Pride Week vom 21. bis zum 28. Juni statt. Über die gesamte Woche gab es verschiedene Veranstaltungen für die queere Community und Interessierte, unter anderem einen queeren Gottesdienst.
Der nächste erstmalig stattfindende CSD in Schleswig-Holstein steht bereits bevor. In Bad Oldesloe startet die Demonstration am 29. August um 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz.
Das Jugendnetzwerk lambda::nord betont die Bedeutung der Unterstützung von CSDs in Kleinstädten. Sie würden zeigen, dass die queere Community nicht nur in großen Städten, sondern auch in ländlichen Regionen präsent und sichtbar sei. Die Veranstaltungen könnten außerdem Raum für Vernetzung bieten. Auch Pastor Matthias Lage begrüßt die Entwicklung, durch die mehr Sichtbarkeit für queeres Leben geschaffen werde.
