Echte Vielfalt

15. Oktober 2026

Diskriminierung und psychische Gesundheit: Forschungsprojekt untersucht Alltagserfahrungen junger Menschen

Diskriminierung kann in unterschiedlichen Lebensbereichen stattfinden, z. B. in der Schule, im Verein oder an öffentlichen Orten. Für Betroffene können solche Erfahrungen das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen. Eine Studie der Universität Bamberg untersucht deshalb, wie Diskriminierung im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen erlebt wird und welche Zusammenhänge mit der aktuellen Stimmung und dem Wohlbefinden bestehen.

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Viele junge Menschen berichten von Benachteiligung, Ausgrenzung oder Diskriminierung. Besonders häufig betrifft dies Personen, die auch in anderen Bereichen strukturellen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Forschungsergebnisse des Deutschen Jugendinstituts zeigen, dass Diskriminierungserfahrungen mit einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens verbunden sein können. Zu den betroffenen Gruppen gehören unter anderem junge Menschen mit Behinderung, mit Migrationsgeschichte oder mit nicht-heterosexueller Orientierung.

Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Cedric Sachser verfolgt deshalb einen intersektionalen Ansatz. Um zu untersuchen, wann Diskriminierung erlebt wird und wie sich solche Situationen auf die aktuelle Stimmung und das psychische Wohlbefinden der Teilnehmenden auswirken, setzt das Projekt auf eine Tagebuchstudie. Mithilfe sogenannter Ecological-Momentary-Assessment-Befragungen werden die Teilnehmenden direkt in ihrem Alltag befragt.

Zu Beginn findet ein Einführungstermin statt. Dabei erhalten die Teilnehmenden Informationen zur Studie, füllen Fragebögen aus und beantworten Fragen in einem Interview. Anschließend folgt eine zehntägige Tagebuchphase. Während dieser Zeit sollen die Teilnehmenden mehrmals täglich kurze Fragen auf einem Smartphone beantworten. Dabei geht es unter anderem um ihre aktuelle Stimmung und mögliche Diskriminierungserfahrungen. Zum Abschluss findet ein weiterer Termin mit Fragebögen und einem Interview statt.

Die Kombination aus wiederholten Befragungen soll einen möglichst alltagsnahen Einblick ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frage, ob eine Person grundsätzlich Diskriminierung erlebt, sondern auch, wie sich konkrete Situationen kurzfristig auf das Wohlbefinden auswirken können.

Gesucht werden Personen zwischen 15 und 25 Jahren, die Diskriminierung erleben oder erlebt haben und gut Deutsch oder Englisch sprechen. Die Einführungs- und Abschlusstermine können online über Zoom oder in den Räumen des Lehrstuhls für Kinder- und Jugendpsychologie in Bamberg stattfinden.

Für die Teilnahme kann eine Aufwandsentschädigung von bis zu 30 Euro gezahlt werden. Interessierte Personen können zunächst an einem kurzen Vor-Screening teilnehmen, in dem geprüft wird, ob sie für die Studie infrage kommen.

Die Studie soll dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und psychischem Wohlbefinden besser zu verstehen. Die Ergebnisse können damit eine Grundlage für weitere Forschung sowie für passende Unterstützungs- und Präventionsangebote bilden.

Hier können alle Informationen noch einmal nachgelesen werden.

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