Echte Vielfalt

27. Januar 2026

Wehrpflicht 2026: Warum Gleichstellung in der Bundeswehr entscheidend ist

Die Debatte um eine neue Wehrpflicht in Deutschland wirft auch für queere Menschen wichtige Fragen auf. In einem Interview mit queer.de macht der Verein QueerBw, die Interessenvertretung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, inter- und queeren Angehörigen der Bundeswehr, deutlich, dass Sicherheitspolitik und Gleichberechtigung zusammen gedacht werden müssen.

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Hintergrund ist das seit 2026 geltende neue Wehrpflicht-Modell: Alle jungen Männer müssen sich registrieren und Angaben zu ihrer Wehrdiensttauglichkeit machen, Frauen können freiwillig teilnehmen. Ziel ist es, die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu stärken, ohne sofort zu einer verpflichtenden Einberufung zurückzukehren. Eine tatsächliche Dienstpflicht soll erst greifen, wenn sich nicht ausreichend Freiwillige finden.

Für queere Menschen ist diese Entwicklung eng mit der Frage verbunden, wie offen und diskriminierungsfrei die Bundeswehr heute tatsächlich ist. Im Interview mit queer.de betont QueerBw, dass Homosexualität und andere queere Identitäten in der Bundeswehr lange Zeit mit Benachteiligung verbunden waren. Noch bis ins Jahr 2000 galten homosexuelle Soldaten offiziell als Sicherheitsrisiko. Diese Vergangenheit wirke bis heute nach und müsse aktiv aufgearbeitet werden.

Gleichzeitig sieht QueerBw deutliche Fortschritte. Queere Soldat*innen seien heute sichtbarer, Netzwerke und Ansprechstellen existierten, und die rechtliche Gleichstellung sei weitgehend erreicht. Dennoch bestehe weiterhin Handlungsbedarf: Gerade im Zuge einer möglichen Ausweitung der Wehrpflicht müsse sichergestellt werden, dass queere Menschen ohne Angst vor Ausgrenzung oder queerfeindlichen Übergriffen dienen können. Schutzkonzepte, Sensibilisierung und klare Ansprechpersonen seien dafür unverzichtbar.

Die Diskussion um die neue Wehrpflicht betrifft queere Menschen damit nicht nur abstrakt, sondern ganz konkret in ihrer Lebensrealität. QueerBw macht deutlich, dass die Bereitschaft, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen, auch davon abhängt, ob diese Werte innerhalb der Bundeswehr selbst gelebt werden. Gleichberechtigung, Respekt und Sicherheit für homosexuelle und andere queere Soldat*innen seien keine Nebenthemen, sondern eine zentrale Voraussetzung für Akzeptanz und Engagement.

Logo: QueerBw

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