Echte Vielfalt

LSBTIQ

Am 16. November 2025 startet mit „lambda space“ ein bundesweit einmaliges Projekt: Das erste digitale queere Jugendzentrum Deutschlands geht online. Initiiert wurde die Plattform vom Jugendnetzwerk Lambda. Sie soll queeren Jugendlichen im Alter von 14 bis 26 Jahren einen sicheren digitalen Treffpunkt bieten – für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaft.

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Der Hintergrund: Viele queere junge Menschen – besonders auf dem Land – haben nach wie vor kaum Zugang zu unterstützenden Angeboten. Gleichzeitig verbringen sie einen großen Teil ihrer Freizeit online. Doch auch dort fehlen bisher geschützte Räume. Lambda kritisiert, dass die meisten großen Online-Plattformen von profitgetriebenen Tech-Konzernen dominiert würden und sich zunehmend queerfeindliche Tendenzen zeigten. „lambda space“ sei daher eine Antwort auf diese Entwicklung – als sicherer Raum für queere Jugendliche ohne lokale Angebote und als gemeinnützige, bedürfnisorientierte Alternative zu kommerziellen Netzwerken.

Die neue Plattform ermöglicht es Jugendlichen, sich in Foren auszutauschen, eigene Gruppenräume zu verschiedenen Themen zu gründen, über einen geschützten Messenger miteinander zu schreiben und andere queere junge Menschen in ihrer Umgebung kennenzulernen. Dabei steht Sicherheit im Vordergrund: Ein mehrstufiges Zugangssystem soll Schutz bieten, Beiträge werden durch geschulte Moderator*innen und KI in Echtzeit überwacht und das Projekt wird psychologisch begleitet. Außerdem gibt es einfache Möglichkeiten zur Beratung, falls jemand Unterstützung braucht.

Schon 865 Jugendliche stehen auf der Warteliste für den Zugang. Die Lambda-Vorstandsmitglieder Emily Schunk und Oska Jacobs zeigen sich begeistert: „Jetzt beginnt die spannende Beta-Phase, in der wir nach und nach allen 865 Jugendlichen den Zugang eröffnen“, erklärten sie. In Feedbackrunden wollen sie gemeinsam mit den Jugendlichen herausfinden, wie sich die Plattform anfühlt, was gut läuft und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Das Ziel ist klar: Junge queere Menschen sollen überall einen sicheren digitalen Raum haben – unabhängig davon, wo sie leben.

Hier die wichtigsten Infos zu lambda space zusammengefasst:
Website: lambdaspace.de

Was ist lambda space?

  • lambda space bezeichnet sich als erstes digitales queeres Jugendzentrum Deutschlands, das rund um die Uhr und von überall aus erreichbar ist.
  • Zielgruppe: Queere Jugendliche im Alter von 14 bis 26 Jahren — dabei sind auch Menschen willkommen, die sich „unsicher“ über ihre Sexualität oder Identität fühlen.

Wichtige Funktionen/Features

  • Plattformzugang über iOS, Android & Web.
  • Der Anspruch: Eine Atmosphäre wie in einem „echten“ Jugendzentrum – Gemeinschaft, Austausch, Begegnung – ins Digitale zu übertragen.
  • Sicherheit & Schutz stehen im Fokus: z. B. mit Verifikation, privaten Profilen, selbstlöschenden Nachrichten, geschultem Support-Team.

Beteiligung & Mitbestimmung

  • Der Verein betont, dass die Jugendlichen selbst mitentscheiden können: Mitgliedschaft ist kostenlos und bringt Mitspracherechte bei Aktivitäten, Mitgliederversammlung etc. (lambda space)

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Ebow ist eine der erfolgreichsten und besten queerfeministischen Rapperinnen der letzten Jahre. Wer ist Ebow? Was sind ihre Themen und was macht ihre Musik so besonders?

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Die Rapperin, Künstlerin und Schauspielerin Ebow, bürgerlich Ebru Düzgün, wurde 1990 in München geboren und wuchs im Münchner Westend auf. Sie ist Teil einer kurdischen Familie. Ihre Großmutter kam als Gastarbeiterin nach Deutschland und die Mutter trennte sich vom Vater, um ihrer Tochter eine Ausbildung zu ermöglichen. Ebow selbst studierte bis zum abgeschlossenen Master Architektur, bevor sie sich ganz der Musik widmete (Münchner Feuilleton, Goethe-Institut).

Schon früh machte Ebow auf Münchens Bühnen auf sich aufmerksam, etwa beim on3-Festival des Bayerischen Rundfunks (2011) oder dem Sound-of-Munich-Now-Festival (2012). Ihr Sound ist geprägt von einer Mischung aus orientalischen Klängen, R’n’B und Hip-Hop, in dem sich sowohl ihre kulturellen Wurzeln als auch ihre Vielseitigkeit als Künstlerin widerspiegeln (Münchner Feuilleton).

Seit ihrem ersten Album „Ebow“ aus dem Jahr 2013 sind vier weitere Studioalben entstanden: Komplexität (2017), K4L – Kanake for Life (2019), Canê (2022) und FC Chaya (2024). Sie beschreibt sich selbst als politische Musikerin, die sich in ihren Texten und Sounds mit dem Leben als Deutsche mit Migrationshintergrund, Queerfeminismus, Kapitalismuskritik und mit dem Aufwachsen als kurdische lesbische Frau in einer patriarchalen Gesellschaft beschäftigt (ebd., Amnesty International). Ebow eignet sich dabei Machtsymbole der männlich dominierten Deutschrap-Szene an, um auf die Machtdiskrepanzen zwischen Geschlechterrollen und Klassen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen und sich als Frau zu emanzipieren. Ihr Ziel: den Deutschrap von sexistischen und homophoben Klischees befreien und ihm eine feminine, queere und experimentelle Mentalität verleihen (Goethe-Institut). Sie sieht dabei jedoch die Gefahr, in sozialen, teils akademischen Blasen zu versickern: „Wenn wir gemeinsam kämpfen wollen, etwa gegen Rassismus und Sexismus, wieso gibt es dann so viel Beef in den eigenen Reihen? Ich hatte das Gefühl, manchen Leuten ging es nicht darum, eine Gemeinschaft voranzubringen, sondern sich selbst zu vermarkten.“ (ebd.)

Ebow ist also eine Musikerin mit intersektionaler Perspektive. Ihr ist besonders wichtig, nicht primär Songs für weiße Menschen zu schreiben, die sich mit intersektionalem Feminismus auseinandersetzen, sondern ihre Energie in ihre eigene Community zu stecken. Im Song „Hengameh“ findet sich diese Haltung wieder (ebd.).

Mit ihrem jüngsten Album „FC Chaya“ (2024) zeigt sich Ebow so persönlich und verletzlich wie bisher noch nie. Besonders eindrücklich ist der Song „Ebrus Story“, in dem sie von ihrem jahrelang aufgeschobenen Coming-Out als lesbische Frau erzählt. „Den Song zu schreiben und zu veröffentlichen hat sich extrem befreiend angefühlt“, sagt sie. Mit ihrer Tante hatte sie zuvor gesprochen, doch für den Rest der Familie kam ihr Outing durch den Song. Ihre Mutter erwiderte wertschätzend: „Man lerne sich ein Leben lang neu kennen.“ (Amnesty International)

Ebow ist eine Stimme des deutschen Queerfeminismus und einer migrantischen Gesellschaft. Durch poetische Wut, Aneignung von Symbolen zu Selbstermächtigung und Solidarität zur Vielfalt. Dieser Artikel ist nur ein kurzes Portrait über die Rapperin „Ebow“, um sie kennenzulernen und einen Einstieg in die Musik zu finden. Der Titel des Artikels zeigt wichtige Songs und einen Einblick in Ebows Laufbahn und Schaffen, in die unbedingt reingehört werden sollte!

Foto: Cover Foto by Nikolas Petros Androbik, 2024.

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Laut der britischen Zeitung „The Times“ plant das Internationale Olympische Komitee (IOC), trans Frauen künftig grundsätzlich von Frauenwettbewerben auszuschließen. Grundlage dieser Entscheidung sei eine wissenschaftliche Studie, die darauf hinweist, dass Personen, die die männliche Pubertät durchlaufen haben, auch nach einer Hormonbehandlung dauerhafte körperliche Vorteile behielten.

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IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte sich bereits zuvor klar dafür ausgesprochen, die „Frauenkategorie zu schützen“ und trans Athletinnen von den Olympischen Spielen auszuschließen. Eine neue interne Studie, vorgestellt von IOC-Gesundheitschefin Jane Thornton, soll belegen, dass trans Frauen cis Frauen körperlich überlegen seien – genaue Details sind aber bislang nicht bekannt.

Bisher durften die einzelnen Sportverbände selbst festlegen, wie sie mit trans Athlet*innen umgehen. Coventry betonte nun, dass der olympische Sport einen einheitlichen Ansatz brauche und der Schutz der Frauenkategorie im Vordergrund stehe. Laut internen Informationen soll das endgültige Verbot vor den Winterspielen 2026 in Italien offiziell verkündet werden, auch wenn die Entscheidung intern wohl schon gefallen sei.

Scharfe Kritik von queeren Verbänden

Die Pläne stoßen bei queeren Organisationen auf heftige Kritik. Verbände wie der LSVD+ und die dgti e.V. werfen dem IOC vor, durch solche Maßnahmen das Signal zu senden, dass trans Frauen und trans Männer keine „echten“ Frauen oder Männer seien. Sie sehen darin eine Diskriminierung und warnen davor, dass trans Menschen so erneut zu Bürger*innen zweiter Klasse gemacht würden.

LGBTI-Organisationen bezweifeln die wissenschaftliche Grundlage der Entscheidung und vermuten politische Motive dahinter. Sie verweisen auf den Einfluss der US-Regierung unter Donald Trump, der trans Personen bereits mehrfach diskriminierende Maßnahmen auferlegt hat und für 2028 in Los Angeles die Einreise von trans Athletinnen untersagen will.

Einfluss der US-Regierung

US-Präsident Donald Trump hat im Februar eine Verordnung erlassen, die Transgender-Frauen vom Frauensport ausschließt. Daraufhin passte das US-Olympische und Paralympische Komitee (USOPC) seine Richtlinien an und kündigte an, in Übereinstimmung mit dem Präsidialdekret ein „faires und sicheres Umfeld für Frauen“ zu gewährleisten.
Trumps Erlass mit dem Titel „Keine Männer im Frauensport“ droht Schulen und Universitäten mit dem Entzug von Bundesgeldern, wenn sie trans Mädchen oder Frauen in Frauenteams aufnehmen. Außerdem fordert er das IOC auf, seine eigenen Regeln entsprechend zu ändern – was nun, einige Monate später, offenbar Anklang gefunden hat.

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Der Verein Social Media Camp e.V. veranstaltet vom 05. bis 07. Dezember 2025 erneut ein Camp-Wochenende, das sich an queere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren richtet. Das Camp findet in Mözen bei Bad Segeberg statt und wird in diesem Jahr in Kooperation mit dem CSD Deutschland e.V. durchgeführt.

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Ziel des Wochenendes ist es, den Teilnehmenden einen geschützten Rahmen zu bieten, um den sicheren und reflektierten Umgang mit sozialen Medien zu erlernen, digitale Informationen kritisch zu bewerten und Strategien gegen Hate Speech zu entwickeln.

Der Verein Social Media Camp e.V. besteht seit 2021 und wurde unter anderem mit dem Medienkompetenzpreis des Landes Schleswig-Holstein 2023 ausgezeichnet.

Inhalte und Ablauf

Das Camp bietet ein vielfältiges Programm mit Workshops und Austauschmöglichkeiten zu Themen rund um Medienkompetenz, digitale Sicherheit und gesellschaftliches Engagement im Netz.
Neben den inhaltlichen Angeboten steht auch der persönliche Austausch mit anderen Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Die Anreise erfolgt am Freitag Nachmittag individuell bis zum Hauptbahnhof Lübeck, von wo aus die Gruppe gemeinsam zum Veranstaltungsort in Mözen fährt.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro und beinhaltet Unterkunft und Verpflegung. Für Jugendliche mit finanziellen Einschränkungen stehen kostenlose Sozialtickets auf Anfrage zur Verfügung.

Anmeldung und weitere Informationen

Interessierte können sich per E-Mail an anmeldung@social-media-camp.eu wenden.
Weitere Informationen zur Kooperation mit dem CSD Deutschland e.V. finden sich in der Pressemitteilung unter:
https://csd-deutschland.de/das-social-media-camp-x-csd-deutschland-2025/

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Die Gender-Mediathek ist eine Datenbank, die feministische und geschlechterbezogene audiovisuelle Lehr- und Lernmaterialien sammelt und zugänglich macht. Sie richtet sich an alle Interessierten, insbesondere an Dozierende, Trainer*innen und Multiplikator*innen, die in der Bildungsarbeit tätig sind. Ziel des Projekts ist es, die im Internet zahlreich und verstreut vorhandenen Materialien zu geschlechterpolitischen Themen systematisch zu erfassen und ihre Qualität zu überprüfen.

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Die Datenbank lässt sich über verschiedene Wege durchsuchen: Neben einer Volltext- und Schlagwortsuche stehen unter anderem Filter wie „Doku“, „Zum Hören“ oder „Kurzfilm“ zur Verfügung. So können Nutzende gezielt, entsprechend ihren Fragestellungen und Wünschen, nach passenden Medien suchen. Der Eintrag zu einem Medium, genannt „Medienkarte“, liefert dann Informationen über Inhalt, Produktion/Anbietende, technische Angaben (z.B. Format und Länge), Quellen und Hinweise zum sinnvollen pädagogischen Einsatz der Medien.

Regelmäßig widmet sich die Mediathek einem Schwerpunkt unter „Im Fokus“ aus dem Bereich feministischer und geschlechtspolitischer Themen. Bereits behandelte Schwerpunkte sind unter anderem Männlichkeit, trans* Leben, Schwarz sein und queere Kämpfe.

Ein systematischer Prüfprozess mit beispielsweise einem klaren Qualitäts- und Kriterienkatalog ist derzeit nicht umsetzbar. Die Inhalte werden aktuell von der Redaktion und Mitarbeitenden des Stiftungsverbundes der Heinrich-Böll-Stiftung, basierend auf Erfahrungen aus der eigenen Bildungsarbeit und Rücksprache mit so vielen Kolleg*innen wie möglich ausgewählt. Das soll verhindern, dass verschiedene Perspektiven und Zugänge verloren gehen, dennoch bleibt die Auswahl subjektiv. Aufgrund dessen erhebt die Gender-Mediathek keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Daher ist für das Projekt die kollaborative Zusammenarbeit besonders wichtig. Leicht und zügig können Nutzende über das Formular „Medien empfehlen“ selbst Vorschläge für feministische und geschlechterpolitische Bildungsmedien bei der Redaktion einreichen und so aktiv zur Erweiterung der Sammlung beitragen.

Die Gender-Mediathek ist ein gemeinsames Projekt des Gunda-Werner-Instituts, der Heinrich-Böll-Stiftung sowie deren 16 Landesstiftungen.

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Der Dachverband Lesben und Alter e.V. organisiert vom 14. bis 16. November 2025 in Frankfurt am Main eine Fachtagung zum Thema „Lesbisch & solidarisch: Vielfalt schützen gegen Antifeminismus und Rechtsruck“. Ziel der Tagung ist es, in Zeiten steigender Frauen- und Queerfeindlichkeit gemeinsam Strategien für Widerstand und Solidarität zu entwickeln. Sie richtet sich an Multiplikator*innen der Alters- und Gleichstellungsarbeit sowie an alle Interessierten.

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Das dreitägige Programm beinhaltet diverse inhaltliche Vorträge und Panels zur Aktualität von Antifeminismus und Rechtsextremismus. Dafür wurden zahlreiche Expert*innen und weitere Gäst*innen eingeladen, darunter Sophie Koch, die Beauftragte der Bundesregierung für Akzeptant sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, die am Samstag an einem politischen Panel spricht. Abseits der Vorträge und Diskussionen steht am Sonntag ein Besuch ins LUQS - Lesbenarchiv und queere Sammlung Frankfurt auf dem Programm, einem selbstorganisierten Archiv, das Erinnerungsarbeit im Kontext lesbischer und queerer Geschichte leistet.

Weitere Informationen zum Programm und Anmeldung auf der Webseite des Dachverbandes Lesben und Alter e.V.

Der Verband versteht sich als Interessenvertretung für die spezifische Lebenssituation älterer und alter lesbisch lebender Frauen. Seine Arbeit wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Logo: © Dachverband Lesben und Alter e. V.

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Zum 36. Mal veranstaltet der „Querbild e.V.“ das „Hamburg International Queer Film Festival“ (HiQFF)! Sechs Tage lang, vom 14.10.-19.10.2025, gibt es Filmvorführungen, Talks und viele weitere Veranstaltungen auf internationaler Ebene mit queerer Perspektive.

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„Das Hamburg International Queer Film Festival ist Deutschlands ältestes, größtes und von Beginn an queeres Filmfestival.“ (HiQFF) Es werden über 10.000 Besuchende erwartet. Wie viele andere in diesen Tagen, wirft auch das HiQFF die Frage auf, wie ein solidarisches Filmfestival in Zeiten multipler Krisen und Kriege aussehen kann. Das Festival entscheidet sich für Entschlossenheit zu Widerstand, Wachsamkeit und Beharrlichkeit).

Eröffnet wird das Festival mit einer Gala auf Kampnagel und dem iranischen Film „The Crowd“ von Sahand Kabiri, der damit auch seine Deutschlandpremiere feiert. Musikalisch gestaltet wird die Gala von der lesbischen und feministischen Rapperin Ebow und moderiert von Amina Balajo und Lady Sasha. Die Gala wird in Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht. Die Show von Ebow findet mit Taube*r Performer*in statt).

Teile des Programms wurden von anderen internationalen queeren Filmfestivals oder Gruppen kuratiert, darunter das „Pembe Hayat KuirFest“ (Türkei), das „Kaze Film Festival“ (Ruanda) und das „SAQMI – The Swedish Archive for Queer Moving Images“ (Schweden). Das „Pembe Hayat KuirFest“ aus Ankara hat ein Kurzfilmprogramm kuratiert, das dem Erschaffen von LSBTIQ*-Filmen in der Türkei Mut machen soll. Das Festival selbst ist in der Türkei seit 2024 verboten. Die gezeigten Kurzfilme handeln unter anderem von queerem Nachtleben, Trauer, der feministischen Bewegung und dem Leben von trans Personen in der Türkei. Das „Kaze Film Festival“ hat ebenfalls Programm gestaltet. Gegründet von der Kigali Pride Initiative thematisiert es mit einem Langfilm „I am Samuel“ und einem Kurzfilmprogramm „Fragements of us“ ruandische Geschichten über Zärtlichkeit und Widerstandsfähigkeit. Das „SAQMI – The Swedish Archive for Queer Moving Images“ zeigt ebenfalls ein Kurzfilmprogramm über sámische Queerness aus einer historischen und zeitgenössischen Perspektive).

Zusätzlich zu den Filmvorführungen finden viele verschiedene Talk-Formate statt oder es wird Raum zum Austausch in der „tagbar“ & „offbar“ geschaffen. Zum Feiern der Community und des Festivals können Menschen auf diversen Partys zusammenkommen. Am Donnerstag, den 16.10., findet der „Let’s Talk Queer Film Industry“ zur Stärkung der queeren Hamburger Filmcommunity statt. Die Veranstaltung „Let’s Talk Festivals“, eine Austauschmöglichkeit über Herausforderungen, Strategien und Zukunftsperspektiven zusammen mit den Gästen aus Ankara und Ruanda, findet am Samstag, den 18.10., statt. Am gleichen Tag gibt es auch eine Talkrunde zum Thema Queer Antifa, um Austausch und Vernetzung mit Gruppen aus Dresden und Hamburg zu antifaschistischer Arbeit, insbesondere zur Organisation und Selbstschutz von CSD-Demonstrationen, zu ermöglichen.

Alle weiteren Infos und das gesamte Programm sind unter Hamburg International Queer Film Festival zu finden. Beteiligt sind die Kinos 3001 Kino, B-Movie, Metropolis, Passage Kino und die Rineuto Lichtspiele sowie das Kunstlabor Kampnagel. Außerdem gibt es schon das achte Jahr in Folge ein extra HiQFF Schulprogramm für Hamburger Schulen, um altersgerecht Themen rund um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Schulalltag über die Filmleinwand aufzugreifen.

Logo: Hamburg International Queer Film Festival

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Sexualität ist auch politisch. Von den Rechten für LSBTIQ*-Personen über Debatten um Ehe und Abtreibung bis hin zur Frage nach Transidentität – immer wieder kreuzen sich Intimität und gesellschaftliche Machtfragen. Sexualität wird so zu einem zentralen Verbindungselement zwischen Individuum und Politik.

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Über dieses komplexe Verhältnis spricht Tilo Jung mit dem US-amerikanischen Autor und Kolumnisten Dan Savage. Die von Tilo Jung moderierte Interviewreihe „Jung & Naiv“ bietet regelmäßig tiefgehende Gespräche über Politik und Gesellschaft. Savage gilt als eine der bekanntesten Stimmen im internationalen Diskurs über Sexualität. Seit den 1990er-Jahren veröffentlicht er seine Kolumne Savage Love, in der er offen über Liebe, Sexualität und Beziehungen schreibt. Darüber hinaus engagiert er sich für LSBTIQ*-Rechte, bricht Tabus und wirbt für eine ehrliche, pragmatische Auseinandersetzung mit Sexualität.

Im Interview erklärt Savage, warum offene Kommunikation in Beziehungen entscheidend ist und welche Gefahren durch Tabuisierung, konservative Rückschritte und unrealistische Erwartungen entstehen können. Zugleich betont er, dass gesellschaftlicher Wandel möglich ist – ebenso wie persönliche Veränderung im Alltag. Deutlich wird dabei, dass Sexualität weit über die LSBTIQ*-Gemeinschaft hinaus untrennbar mit Politik verknüpft bleibt. Gesetze und Normen definieren, was als legitim gilt und was als „abweichend“ markiert wird. Sie bestimmen, wer sprechen darf und wessen Lebensweisen marginalisiert werden. Für Savage ist der Umgang mit Minderheiten – insbesondere mit deren Sexualität – dabei ein Indikator für die Qualität einer Demokratie.

Savage betont, dass Sexualität in Beziehungen ebenso wie in der Politik ein ständiger Aushandlungsprozess ist – zwischen Individuen, Partner*innen und gesellschaftlichen Normen. Alternative Beziehungsmodelle legitimierten sich durch Konsens, auch wenn sie Konventionen brechen. Entscheidend sind offene Gespräche über Wünsche und Grenzen, die Beziehungen stärken. Unterdrückte Sexualität dagegen schadet, wobei Savage klar unterscheidet zwischen selbstgewählter Kontrolle und fremder Unterdrückung.

Mit einem kritischen Blick in die USA unterstreicht das Interview, wie Tabus und Schweigen, Scham und Unwissenheit die Menschen verletzlich machen. Errungene Rechte können wieder zurückgenommen werden und konservative Kräfte nutzen Sexualität gezielt zur gesellschaftlichen Spaltung. Trotz der Schärfe seiner Analyse bleibt Savages Beobachtung jedoch nicht ohne Lichtblick. Er verweist darauf, wie „schnell“ sich Einstellungen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben – von der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Ehen bis zur wachsenden Sichtbarkeit vielfältiger Lebensentwürfe. Besonders die jüngere Generation stehe für neue Offenheit und Normalität im Umgang mit Vielfalt. Das unterstreicht: Gesellschaftlicher Wandel ist möglich – aber er braucht aktive Gestaltung.

Wer verstehen will, wie eng Intimität, Politik und persönliche Freiheit miteinander verflochten sind, und zugleich lebenspraktische Denkanstöße erhalten möchte, sollte das Gespräch nicht verpassen.

 #783 - Dan Savage on Epstein, Trump, queer rights, fascism & monogamy. Politik für Desinteressierte -Jung & Naiv

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In der Hansestadt Hamburg bietet der Lesben*verein Intervention e.V. seit den 1980er Jahren Begleitung, Beratung sowie Räume für Austausch und Empowerment für junge und ältere Lesben*.

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Der Verein wurde 1982 gegründet. In den späten 1980er Jahren richtete Intervention e.V. einen Lesbentreff im Hamburger Stadtteil St. Georg ein. Heute befinden sich die Räumlichkeiten des queeren Vereins im Karoviertel. Sie beherbergen eine lesben*- und queerspezifische Bibliothek und können für vielfältige Zwecke genutzt werden.

Nach eigenen Angaben verfolgt der Verein das Ziel, „SLINTA (sapphische, lesbische, intersex, nicht-binäre, trans*, agender Personen) unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem Hintergrund zu begleiten. Zudem engagiert sich Intervention e.V. solidarisch in der Frauen-, Lesben* und Queerbewegung.“

Unter Intervention e.V. als Träger laufen mehrere wertvolle Projekte für Hamburger Lesben*:

  • Das JungLesben*Zentrum Hamburg organisiert unter anderem einen offenen Treff für Menschen unter 27 Jahren, die sich der lesbischen* Community zugehörig fühlen. Das Zentrum verfolgt einen lesbisch*-feministischen Ansatz in der Pädagogik und berät junge queere Menschen sowie ihre Angehörigen.
  • Mit Refugee* Sisters Hamburg wurde ein kostenloses und mehrsprachiges Beratungsangebot für Geflüchtete geschaffen, das sich speziell an queere Frauen sowie inter* und trans* Personen richtet, die von Zwangsvertreibung betroffen sind. Die Fachkräfte beraten zu Asylverfahren von LSBTIQ*-Personen und bieten psychologische und psychosoziale Unterstützung an.
  • Die Netzwerkstelle Lesben* in Hamburg setzt sich für die Sensibilisierung lesbischer* Bedarfe und Lebenswelten ein. Gemeinsam mit anderen Akteur*innen werden „Handlungsschritte für ein diskriminierungsfreieres Leben von LSBTIQ+“ entwickelt. Auch an der Planung der feministischen Demonstrationen am 8. März sowie des jährlichen Dyke* Marchs in Hamburg beteiligt sich die Netzwerkstelle.

Die hier benannten Projekte werden von der Stadt Hamburg finanziert, Interventionen e.V. als Träger ist auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Weitere Informationen und Spendenkonto auf der Webseite des Lesben*verein Interventionen e.V.

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Die Forschung zu LSBTIQ*-Lebensrealitäten in Deutschland hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Neben Analysen zu Diskriminierung rücken zunehmend auch Erfahrungen im Alltag in den Blick. Doch trotz dieser Fortschritte bleiben viele sozialwissenschaftliche Studien weiterhin heteronormativ geprägt. Das hat zur Folge, dass LSBTIQ*-Personen in großen Teilen der Forschung unterrepräsentiert oder unsichtbar bleiben.

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Genau hier setzt die Seite des LSVD+ „Aktuelle Umfragen zu LSBTIQ – Forschungsvorhaben und Studien an. Sie bietet einen laufend aktualisierten Überblick über Forschungsprojekte und Online-Befragungen, die gezielt LSBTIQ*-Lebenslagen erfassen. Damit ist sie nicht nur eine hilfreiche Sammlung, sondern auch eine Einladung: zur Beteiligung, zur Mitgestaltung und zur stärkeren Verankerung queerer Perspektiven in der Forschung.

Drei Beispiele der letzten Studien:

  • Queerfeindliche Gewalt in Berlin (September 2025):

Im Rahmen des Berliner Monitorings untersuchte Camino im Auftrag des Landes Berlin, wie sich queerfeindliche Gewalt auswirkt – mit dem Ziel, Präventions- und Unterstützungsangebote passgenauer zu entwickeln.

  • Erleben von Geburt und Elternschaft (August 2025):

Eine anonyme Online-Studie erforschte, wie Kindheitserfahrungen und andere Faktoren das Befinden nach der Geburt, die Elternschaft und die Bindung zum Kind beeinflussen. Eingeladen waren ausdrücklich Menschen aller Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen.

  • Queere und andere Lebenswege (Juli 2025):

Die Universität Bremen analysierte in dieser Online-Befragung den Zusammenhang zwischen sozialen Erfahrungen, Selbstakzeptanz und Wohlbefinden queerer Menschen.

Die LSVD+-Seite knüpft dabei direkt an die Debatten an, die wir kürzlich in unserem Artikel Daten am Rand: LSBTIQ* in europäischen Forschungsarchiven aufgegriffen haben. Dort zeigte eine GESIS-Studie, wie fragmentiert und defizitorientiert LSBTIQ*-Lebensrealitäten in europäischen Datenarchiven dokumentiert sind. Während diese Analyse die strukturellen Defizite sichtbar macht, bietet die LSVD+-Seite einen sehr konkreten Ansatz: Sie öffnet den Zugang zu laufenden Studien in Deutschland – und trägt so aktiv dazu bei, bestehende Datenlücken zu schließen. Was die Studien dabei nicht so leicht lösen, sind die Lücken in den Europäischen Datenbanken.

Darüber hinaus ist die Seite mehr als nur eine Sammlung von Links: Sie erleichtert den Zugang zu Institutionen und Forschungsvorhaben, zeigt auch nach Abschluss von Befragungen noch relevante Anlaufstellen für wissenschaftlich interessierte Personen auf und sorgt so für langfristige Sichtbarkeit.

Die LSVD+-Seite schafft einen zentralen Zugang zu aktueller LSBTIQ*-Forschung und leistet damit einen wichtigen Beitrag, die Vielfalt gesellschaftlicher Lebenslagen sichtbarer zu machen. Wer sich informieren, beteiligen oder neue Forschungsideen entwickeln möchte, findet hier wertvolle Impulse.

Es lohnt sich, regelmäßig vorbeizuschauen, da kontinuierlich neue Befragungen veröffentlicht werden.

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Echte Vielfalt
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