Jens Spahn und die Debatte um Leihmutterschaft
22. Juli 2026Nicht nur die Union äußerte sich kritisch zu einer Legalisierung der Leihmutterschaft, auch Spahn selbst bezog bereits 2015 Stellung: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“
Spahn entschied sich nun, auch auf Rat von Bundeskanzler Friedrich Merz, von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag zurückzutreten. In einem Brief schreibt er, dass sein persönliches Glück, gemeinsam mit seinem Mann eine Familie zu gründen, nicht mit seinem politischen Amt vereinbar sei. Die Erwartungen an ihn als Fraktionschef sowie der Spagat zwischen diesem Amt und seinem gewählten Weg, ein Kind zu bekommen, seien zu groß geworden.
Die Debatte dreht sich inzwischen nicht mehr nur um Jens Spahns Rolle als Politiker und schwuler Familienvater. Auch die Leihmutterschaft gerät erneut von einigen Seiten in die Kritik, während andere die Kritik an Spahn im Zusammenhang mit der Debatte um die Leihmutterschaft als homophob bezeichnen. Nachdem Spahn bereits durch mehrere Skandale, etwa wegen seiner Maskendeals in der Coronapandemie, in die Kritik geraten war, wird nun auch die Gründung seiner Regenbogenfamilie durch Leihmutterschaft diskutiert. Beobachter*innen halten es für bemerkenswert, dass dieser Aspekt seines Privatlebens größere Aufmerksamkeit erhält als frühere Skandale. Bemängelt wird zudem, dass dieser Weg, ein Kind zu bekommen, mit Kosten von etwa 100.000 bis 200.000 Euro ein Privileg für wenige bleibt.
Die Leihmutterschaft wird aus feministischer Perspektive kritisiert, da Frauen und Kinder so zur Ware gemacht würden. Die wenigsten Frauen würden sich ohne finanzielle Gründe dazu entscheiden, Leihmutter zu werden. Die Leihmutterschaft sei zudem ein tiefgreifender Eingriff – nicht nur in den Körper der Frau, sondern auch in ihr gesamtes Leben.
Bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden übernimmt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann die Amtsgeschäfte. Merz möchte die Wahl vermutlich noch vor Beginn der Urlaubszeit abhalten.






