Echte Vielfalt

Lebensbereiche

Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind kürzlich mithilfe einer Leihmutter in den USA Väter geworden. Dies, während die Union noch im Februar auf ihrem Parteitag bekräftigte, dass Leihmutterschaft weiterhin verboten bleiben sollte. Dass Spahn privat etwas tat, was den politischen Positionen seiner Fraktion grundsätzlich widerspricht, löste einen medialen Aufschrei aus und rückte die Debatte um die Leihmutterschaft in Deutschland erneut auf die Tagesordnung.

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Nicht nur die Union äußerte sich kritisch zu einer Legalisierung der Leihmutterschaft, auch Spahn selbst bezog bereits 2015 Stellung: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“

Spahn entschied sich nun, auch auf Rat von Bundeskanzler Friedrich Merz, von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag zurückzutreten. In einem Brief schreibt er, dass sein persönliches Glück, gemeinsam mit seinem Mann eine Familie zu gründen, nicht mit seinem politischen Amt vereinbar sei. Die Erwartungen an ihn als Fraktionschef sowie der Spagat zwischen diesem Amt und seinem gewählten Weg, ein Kind zu bekommen, seien zu groß geworden.

Die Debatte dreht sich inzwischen nicht mehr nur um Jens Spahns Rolle als Politiker und schwuler Familienvater. Auch die Leihmutterschaft gerät erneut von einigen Seiten in die Kritik, während andere die Kritik an Spahn im Zusammenhang mit der Debatte um die Leihmutterschaft als homophob bezeichnen. Nachdem Spahn bereits durch mehrere Skandale, etwa wegen seiner Maskendeals in der Coronapandemie, in die Kritik geraten war, wird nun auch die Gründung seiner Regenbogenfamilie durch Leihmutterschaft diskutiert. Beobachter*innen halten es für bemerkenswert, dass dieser Aspekt seines Privatlebens größere Aufmerksamkeit erhält als frühere Skandale. Bemängelt wird zudem, dass dieser Weg, ein Kind zu bekommen, mit Kosten von etwa 100.000 bis 200.000 Euro ein Privileg für wenige bleibt.

Die Leihmutterschaft wird aus feministischer Perspektive kritisiert, da Frauen und Kinder so zur Ware gemacht würden. Die wenigsten Frauen würden sich ohne finanzielle Gründe dazu entscheiden, Leihmutter zu werden. Die Leihmutterschaft sei zudem ein tiefgreifender Eingriff – nicht nur in den Körper der Frau, sondern auch in ihr gesamtes Leben.

Bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden übernimmt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann die Amtsgeschäfte. Merz möchte die Wahl vermutlich noch vor Beginn der Urlaubszeit abhalten.

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An Schleswig-Holsteins Schulen bekommen trans* und nicht-binäre Schüler*innen, die noch vor ihrer Namens- und Personenstandsänderung stehen, bislang Zeugnisse mit ihrem alten, abgelegten Vornamen (Deadname) ausgestellt. Dies kann bei den Betroffenen zu psychischen Belastungen, Zwangsoutings und Diskriminierung auf dem weiteren Bildungs- und Berufsweg führen.

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Das Jugendnetzwerk lambda::nord e.V. fordert gegenüber dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK) daher schon seit Längerem, dass bei der Zeugnisausstellung Ergänzungsausweise berücksichtigt werden. Diese standardisierten Ausweispapiere mit selbstgewählten personenbezogenen Daten werden von den Innenministerien als Nachweisdokument anerkannt.

Die Leiterin des MBWFK, Dr. Dorit Stenke (CDU), brachte in einer Landtagsdebatte zur Sprache, dass sie eine solche Regelung für entbehrlich halte. Daraufhin forderte der Landesgeschäftsführer von lambda::nord, Moritz Griepentrog, die Herausgabe der Gutachten, mit denen das Ministerium seine Position zur Zeugnisausstellung rechtlich begründet. Nach Angaben des Vereins verlangt das Ministerium für die Bereitstellung der Gutachten 150 Euro. Griepentrog kritisiert dieses Vorgehen, hebt jedoch gleichzeitig die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ministerium in anderen Bereichen positiv hervor.

Um die Gutachten zu finanzieren, startet lambda::nord beim Christopher Street Day (CSD) in Lübeck eine Spendenaktion. Die Aktion läuft unter dem Motto „150 Euro Zeugnisgeld“ und wird am Infostand des Vereins am 14. und 15. August stattfinden.

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Die Pressemitteilung des LSVD+ – Verband Queere Vielfalt mit dem Titel „225. Innenministerkonferenz: Mangelhafte Umsetzung von Maßnahmen gegen queerfeindliche Hasskriminalität“ wurde am 30.06.2026 veröffentlicht. Der Verband kritisiert die Innenministerkonferenz, die vom 17. bis 19. Juni 2026 in Hamburg stattgefunden hat, dafür, dass Queerfeindlichkeit weiterhin nicht ausreichend bekämpft werde. Grundlage ist die Vorstellung des Evaluationsberichts zur Umsetzung der Empfehlungen des 2021 eingerichteten Arbeitskreises „Bekämpfung homophober und transfeindlicher Gewalt“.

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Die Innenministerkonferenz beschloss 2021, dass das Bundesinnenministerium einen temporären Arbeitskreis einrichtet, der sich aus Vertreter*innen verschiedener Ministerien, Mitarbeitenden von Universitäten und der Polizeiakademie Niedersachsen sowie zivilgesellschaftlichen LSBTIQ*-Organisationen zusammensetzt. Der Arbeitskreis erarbeitete einen Abschlussbericht mit 22 Handlungsempfehlungen, der im Sommer 2023 von der Innenministerkonferenz angenommen wurde. Nach einem ersten Umsetzungsbericht im Jahr 2025 wurde im Rahmen der diesjährigen Innenministerkonferenz nun der Evaluationsbericht vorgelegt.

In einer Pressemitteilung äußert sich Alexander Vogt aus dem Bundesvorstand des LSVD+ angesichts des Anstiegs queerfeindlicher Hasskriminalität und sieht erheblichen Handlungsbedarf. Der Verband begrüßt zwar die Fortschritte, kritisiert jedoch, dass viele Empfehlungen des Arbeitskreises nicht vollständig umgesetzt wurden. Dabei werden konkrete Forderungen genannt.

Eine hauptamtliche LSBTIQ*-Ansprechperson in allen Polizeibehörden sei notwendig, um klare Zuständigkeiten zu schaffen. Individuelles Engagement und nebenamtliche Zuständigkeiten seien nicht ausreichend.

Inhalte zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sollen in der Aus- und Fortbildung von Polizei und Sicherheitsbehörden verbindlich vermittelt werden, um einen diskriminierungssensiblen Umgang bundesweit als Standard zu etablieren.

Darüber hinaus fordert der LSVD+ eine langfristig gesicherte Finanzierung von Beratungs-, Melde- und Präventionsangeboten, da der Anstieg queerfeindlicher Gewalt zu einem erhöhten Bedarf an spezialisierter Opferberatung führe.

Der LSVD+ schließt die Pressemitteilung mit der Forderung, die Handlungsempfehlungen vollständig umzusetzen und die Umsetzung transparent zu dokumentieren. Spätestens in zwei Jahren solle zudem eine erneute Evaluation des Umsetzungsstandes erfolgen.

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In einem neuen Bericht analysiert die LSBTIQ* Medienorganisation GLAAD, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz (KI) auf die queere Community haben kann. Dabei warnt die Organisation vor verschiedenen Risiken, weist aber auch auf mögliche Chancen für queere Menschen und ihre Angehörigen hin.

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Die US-amerikanische Organisation GLAAD setzt sich seit vielen Jahren für eine faire und vielfältige Darstellung queerer Menschen in den Medien ein. In ihrem aktuellen Bericht untersucht sie, wie KI-Systeme die Wahrnehmung von LSBTIQ* Personen beeinflussen können. Als Beispiel nennt GLAAD das KI-Modell Llama 4 von Meta. Dieses empfahl auf die Anfrage einer Person, die sich als Elternteil eines frisch geouteten Kindes ausgab, sogenannte „Konversionstherapien“ für homosexuelle Menschen. Wissenschaftliche Fachgesellschaften lehnen solche Praktiken seit Jahren ab, da sie nicht wirksam sind und mit erheblichen psychischen Belastungen verbunden sein können.

Auch eine Umfrage von LGBT Tech zeigt die Skepsis vieler queerer Menschen gegenüber KI. Demnach sorgen sich 73 Prozent der befragten queeren Erwachsenen in den USA vor KI-generierter Desinformation. 68 Prozent befürchten, dass Vorurteile durch KI-Systeme verstärkt oder weiterverbreitet werden. Unter den befragten trans* Personen teilen sogar 94 Prozent diese Sorge.

Als Herausforderungen nennt GLAAD unter anderem die Verbreitung oder Verstärkung von Hass gegenüber queeren Menschen sowie mögliche Diskriminierungen durch automatisierte Entscheidungssysteme. Dies könne beispielsweise die Kreditvergabe, den Wohnungsmarkt oder Bewerbungsverfahren betreffen. Auch Systeme zur Gesichtserkennung oder automatischen Geschlechtszuordnung könnten bestehende Stereotype reproduzieren. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass queere Inhalte auf digitalen Plattformen eingeschränkt sichtbar gemacht werden. In Ländern, in denen queere Menschen nur unzureichend rechtlich geschützt sind, gewinnen zudem Datenschutzfragen besondere Bedeutung.

Neben den Risiken sehen viele queere Menschen jedoch auch Chancen. Genannt wird vor allem der Abbau von Zugangsbarrieren. Informationen, Beratungsangebote und Unterstützungsstrukturen könnten durch KI leichter auffindbar werden. Auch Eltern könnten dabei unterstützt werden, die queere Identität ihrer Kinder besser zu verstehen und sich über entsprechende Themen zu informieren.

Kate Ellis, Präsidentin und CEO von GLAAD, fordert deshalb den Einsatz menschlicher Kontrollmechanismen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von KI-Systemen, damit diese allen Menschen gerecht werden und Diskriminierungen nicht verstärken.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch das Forschungsfeld „Queering AI“. Es untersucht, wie Künstliche Intelligenz so gestaltet werden kann, dass sie queere Menschen angemessen repräsentiert, bestehende Vorurteile nicht reproduziert und gesellschaftliche Ungleichheiten im besten Fall sogar abbauen hilft.

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Sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend kann Betroffene ein Leben lang begleiten. Für queere Menschen können zusätzlich Erfahrungen mit Diskriminierung oder fehlenden queersensiblen Unterstützungsangeboten den Zugang zu Hilfe erschweren. Gleichzeitig gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, welche Bedarfe queere Betroffene haben und welche Unterstützungsangebote sie als hilfreich erleben.

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Für ein Promotionsprojekt an der Universität Vechta werden derzeit queere Erwachsene gesucht, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben und bereit sind, ihre Erfahrungen im Rahmen eines Interviews zu teilen.

Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie queere Betroffene mit den Folgen sexualisierter Gewalt umgehen, welche Unterstützungsangebote sie als hilfreich erleben und welche Herausforderungen im Hilfesystem bestehen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig zur Verbesserung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für queere Betroffene beitragen können.

Das Projekt wird von Adrian Etzel im Rahmen seiner Promotion im Bereich der Sozialen Arbeit durchgeführt. Ein positives Votum der Ethikkommission der Universität Vechta liegt vor. Die Interviews finden in einem vertraulichen Rahmen statt. Den Ort können die Teilnehmenden grundsätzlich selbst wählen. Für das Gespräch sind etwa zwei Stunden vorgesehen, wobei sich die Dauer an den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden orientiert. Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Weiterleiten dieser Information an interessierte Personen und Netzwerke ist ausdrücklich erwünscht. Jede Teilnahme kann dazu beitragen, die Lebensrealitäten queerer Betroffener besser zu verstehen und Hilfs- und Beratungsangebote künftig bedarfsgerechter zu gestalten.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist kein Randphänomen. Sie kann in Familien, im sozialen Umfeld, in Vereinen, Schulen oder anderen Institutionen stattfinden und oft noch viele Jahre später psychische, körperliche und soziale Folgen haben. Die Aufarbeitung solcher Erfahrungen verläuft individuell und kann durch unterstützende Beziehungen, Beratungsangebote und therapeutische Begleitung erleichtert werden. Wissenschaftliche Studien können dazu beitragen, konkrete Bedarfe besser sichtbar zu machen.

Wenn Sie selbst von sexualisierter Gewalt betroffen sind oder vermuten, dass eine Person in Ihrem Umfeld Unterstützung benötigt, können Sie sich an das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch wenden. Die Beratung ist anonym und kostenfrei. Sie erreichen das Hilfe-Telefon unter der Telefonnummer 0800 22 55 530 (montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr). Darüber hinaus können über die Webseite des Hilfe-Telefons Nachrichten geschrieben und Beratungs- und Anlaufstellen in der Nähe gesucht werden.

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Ältere Menschen aus der LSBTIQ* Community blicken häufig auf einen langen Kampf um Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung zurück. Viele von ihnen haben Diskriminierung und Ausgrenzung erlebt und sind bis heute nicht geoutet. Umso wichtiger ist es, ihre individuellen Lebensrealitäten auch dann mitzudenken, wenn sie pflegerische Unterstützung benötigen oder in eine Pflegeeinrichtung ziehen. Der 9. Altersbericht der Bundesregierung empfiehlt deshalb unter anderem eine diversitätssensible Gestaltung von Angeboten und Leistungen der Altenhilfe.

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Die Bundesinteressensvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. bietet aktuell einen kostenfreien digitalen Fortbildungskurs zum Thema LSBTIQ* in der Pflege an. Ziel ist es, für die Lebenswelten von LSBTIQ* Personen und Menschen mit HIV zu sensibilisieren. Das Angebot richtet sich an Pflegekräfte, Ausbilder*innen, Auszubildende in der Pflege sowie weitere Multiplikator*innen im Pflegebereich.

Der E-Learning-Kurs behandelt Themen wie die Geschichte der LSBTIQ* Community, wichtige Begrifflichkeiten sowie Diskriminierungserfahrungen. Die Inhalte werden unter anderem durch Videos, Biografiearbeit, Erfahrungsberichte und praxisnahe Beispiele vermittelt.

Ziel des Kurses ist es, Pflegekräfte und andere Fachpersonen dabei zu unterstützen, eine biografieorientierte und diversitätssensible Pflegepraxis umzusetzen. Gleichzeitig soll er Auszubildende bei der Vermittlung von Lehrinhalten zu LSBTIQ* und Menschen mit HIV unterstützen. Die curriculare Einheit CE 09 („Menschen bei der Lebensgestaltung lebensweltorientiert unterstützen“) des Pflegeberufegesetzes bietet hierfür den fachlichen Rahmen. Gefördert wird das Angebot durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Der Kurs gliedert sich in zwei große Themenbereiche. Im ersten Teil steht die Vermittlung von Grundlagenwissen und Begrifflichkeiten im Vordergrund. Im zweiten Teil werden darauf aufbauend Methoden vorgestellt und erprobt, die später im Pflegealltag, im Unterricht oder in Schulungen eingesetzt werden können.

Für die Bearbeitung des gesamten Lernmaterials sollten etwa acht Stunden eingeplant werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat sowie acht Fortbildungspunkte für die „Registrierung beruflich Pflegender“. Der Kurs kann jederzeit begonnen werden. Weitere Informationen sowie den Link zur Teilnahme finden Sie hier.

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2023 erschien das Buch „The Boys Are Kissing“ des britischen Autors Zak Zarafshan. Rund dreieinhalb Jahre später erobert die Geschichte nun die Theaterbühne. Unter der Regie von Anne Lenk feierte die Inszenierung am 6. Juni 2026 im Hamburger Thalia Theater ihre Deutschlandpremiere.

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Alles beginnt mit einem harmlosen Kuss zweier neunjähriger bester Freunde auf dem Schulhof. In der Kleinstadt, in der sie leben, löst dieser einen Ausnahmezustand aus, in den sich Eltern, Kinder und die Schule gleichermaßen einmischen. Die Eltern der Jungen sind verzweifelt auf der Suche nach der richtigen Reaktion. Auf der einen Seite stehen Matt und Sarah, ein heterosexuelles Paar, auf der anderen Chloe und Amira, ein lesbisches Paar. Beide sind überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen.

In dieses Chaos mischen sich zwei überirdische Figuren ein: die queeren Wächter*innen. Sie versuchen, den Jungen beizustehen und die Eltern in die „richtige“ Richtung zu lenken. Durch wechselnde Rollen und pointierte Interventionen bringen sie Matt, Sarah, Chloe und Amira immer wieder dazu, ihre Überzeugungen zu hinterfragen und neue Perspektiven einzunehmen.

Das Stück ist geprägt von der Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu tun, von gesellschaftlichem Anpassungsdruck und ins Wanken geratenen Weltbildern. Hinter den schnellen, lauten und oft humorvollen Momenten verbergen sich tiefere Fragen nach Vorurteilen, Erziehung und gesellschaftlichen Erwartungen. Das Bühnenbild und die Kostüme sind farbenfroh gestaltet und verändern sich fortlaufend.

In der rund 100-minütigen Aufführung werden Themen wie Queerfeindlichkeit, Rassismus und Adultismus - die Diskriminierung und Abwertung von Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene - mit viel Sarkasmus und Humor behandelt. Dadurch bleibt das Stück zugänglich, regt aber gleichzeitig zum Nachdenken an. Besonders bemerkenswert ist, dass die beiden Jungen erst gegen Ende des Stücks selbst zu Wort kommen. Anne Lenk nutzt dies als Stilmittel, um zu zeigen, wie sehr die Erwachsenen damit beschäftigt sind, das vermeintlich Richtige zu tun, während sie die Perspektiven der Kinder aus dem Blick verlieren.

„The Boys Are Kissing“ wurde von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Nachtkritik schreibt: „Die raschen Dialoge Zarafshans sitzen so gut, weil Lenk ihnen – und ihren Darstellern – Raum lässt, ohne sie zu illustrieren.“ Peter Helling von NDR Kultur bezeichnet die Inszenierung als „ein genau komponiertes Feelgood-Stück zum Abschluss einer Spielzeit, die doch stark von überdeutlichen Botschaften zum Thema gegenseitiger Respekt geprägt war“.

Auf der Webseite des Thalia Theaters finden sich weitere Informationen zum Stück, zu den Spielterminen sowie zum Ticketverkauf.

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In diesem Beitrag wird das Angebot "Mann liebt Mann" von Leben mit Behinderung Hamburg (LmBHH) beschrieben.

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Mann liebt Mann

  • offene Gruppe für erwachsene queere Männer mit und ohne Behinderungen aus dem Großraum Hamburg
  • weitgehend am letzten Samstag mit Monat
  • 15 bis 18 Uhr im Südring 36 bei LmBHH, 22303 Hamburg-Winterhude

Kontakt:

Weitere Angebote von LmBHH:

  • Selbsthilfegruppe (vernetzt mit KISS Hamburg)
  • Bildung und Beratung
  • LmbHH lädt regelmäßig externe Berater*innen ein von AIDS-Hilfe Hamburg, Hein und Fiete Schwuler Checkpoint, Polizei LSBTI Hamburg, Psychosozialer Dienst Hamburg, Mitarbeitende von LmBHH beispielsweise zum Thema "Leichte Sprache" und auch aus der Politik und der Freien und Hansestadt Hamburg.
  • "Sexuelle Gesundheit" und "Vielfalt des Lebens" wird auch deshalb immer angesprochen.
  • Und es gibt auch ein kostenloses Kaffeetrinken zum Erfahrungsaustausch und Kennenlernen.

Karl-Ernst Schmidt, derzeitige Leiter der Gruppe, schreibt:

"Einige Teilnehmer begleite und unterstütze ich auch bei 'Behinderte Schwule treffen sich' in der Akademie Waldschlösschen.

Zudem bin ich selbst seit Anfang der 1990er Jahre ehrenamtlich in AIDS-Hilfen aktiv und war zuletzt Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Sylt (von 2000 bis 2017)."

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Bereits 2024 erschien die Broschüre „Demenz und queer“ für Schleswig-Holstein. Das Modellprojekt stieß auf große Resonanz und machte deutlich, dass bundesweit Bedarf an Orientierung und Sensibilisierung für die Lebensrealitäten queerer Menschen mit Demenz besteht. Daraufhin schlossen sich das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz zusammen, um eine bundesweit nutzbare Ausgabe zu veröffentlichen.

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Menschen mit Demenz verlieren nach und nach Erinnerungen und damit oft auch den Zugang zu wichtigen Teilen ihrer Biografie. Gleichzeitig können weit zurückliegende Erlebnisse wieder stärker in den Vordergrund treten. Für queere Menschen kann dies besondere Herausforderungen mit sich bringen. Diskriminierungserfahrungen, Ausgrenzung oder frühere Lebenssituationen können erneut präsent werden. Gerade ältere queere Menschen haben teilweise strafrechtliche Verfolgung erlebt oder waren gezwungen, ihre Identität zu verbergen und in gesellschaftlich erwarteten Rollen zu leben. Mit fortschreitender Demenz kann es zudem vorkommen, dass Hemmschwellen sinken und Menschen sich erstmals oder erneut gegenüber ihrem Umfeld outen.

Die Broschüre möchte diese Perspektiven sichtbar machen und Angehörigen, Fachkräften, Beratungsstellen sowie Einrichtungen Orientierung bieten. Sie verbindet fachliche Informationen mit praxisnahen Empfehlungen und soll dazu beitragen, Diskriminierung vorzubeugen sowie Unsicherheiten im Umgang mit queeren Menschen mit Demenz abzubauen.

In einer Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 8. Juni 2026 betont Anneke Wilken-Bober vom Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein die Bedeutung von Verbündeten, sogenannten Allies, die sich für die LSBTIQ* Community einsetzen:

„Menschen mit Demenz sind nicht nur hetero und weiß. Vielfalt lebt vom Mitmachen und es braucht viele Menschen, die sich positionieren. Jahrzehntelang haben beispielsweise Lesben, Schwule und auch Trans* Personen um Sichtbarkeit gekämpft. Sie brauchen sogenannte ‚Allies‘, Verbündete: Menschen, die sich in unserer immer noch stark heteronorm geprägten Gesellschaft für sie einsetzen, im Kleinen und im Großen.“

Menschen mit Demenz sind in besonderem Maße auf ein respektvolles und unterstützendes Umfeld angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige, Pflegekräfte und andere Bezugspersonen sensibel auf unterschiedliche Lebensrealitäten eingehen und Diskriminierung entgegenwirken.

Mit „Demenz und queer – Vielfalt denken, sehen, ermöglichen“ liegt nun eine überarbeitete bundesweite Ausgabe vor. Ergänzend wurde eine Hörversion veröffentlicht, um die Barrierefreiheit des Angebots zu verbessern. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein zusätzliches Kapitel zu Begrifflichkeiten unter dem Titel „Miteinander sprechen“.

Die Broschüre kann im Shop der Deutschen Alzheimer Gesellschaft kostenlos als PDF heruntergeladen oder als Druckversion bestellt werden. Ergänzend steht ein Informationsplakat zur Verfügung.

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In den Jahren 1984 und 1985 kam es in Großbritannien zum langwierigen Bergarbeiterstreik (Miners’ Strike). Die Regierung unter Margaret Thatcher plante die Schließung zahlreicher als unrentabel eingestufter Zechen. Rund 20.000 Bergarbeiter hätten dadurch ihren Arbeitsplatz verloren. Die Gewerkschaften riefen deshalb zum Streik gegen die Schließungspläne auf. Im Zuge des Konflikts wurden den Streikenden jedoch wichtige finanzielle Unterstützungsstrukturen entzogen, sodass viele Bergarbeiter auf Hilfe von außen angewiesen waren.

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Sie wandten sich an kleinere lokale Gruppen und Initiativen. Auch die LSBTIQ* Community in London wurde auf ihre Situation aufmerksam. Schnell formierte sich die Gruppe LGSM („Lesbians and Gays Support the Miners“), die Spenden für die streikenden Bergarbeiter sammelte. Insgesamt kamen 22.500 Pfund zusammen – umgerechnet etwa 70.000 Pfund nach heutigem Wert. Die Gruppe zeigte sich solidarisch mit den Arbeitern und unterstützte sie nicht nur finanziell, sondern auch moralisch. Viele Mitglieder der LSBTIQ* Community sahen Parallelen zwischen der Situation der Bergarbeiter und ihren eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung und fehlender gesellschaftlicher Unterstützung.

Die Bergarbeiter zeigten sich für diese Solidarität dankbar und beteiligten sich in den folgenden Jahren zahlreich an Pride-Paraden. Zwischen beiden Gruppen entstand eine besondere Verbindung, die bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Doch was hat diese Geschichte mit der LSBTIQ* Community im Jahr 2026 zu tun? Die Partei Reform UK errang bei den Kommunalwahlen 2025 in Durham die Mehrheit und strich als eine ihrer ersten Maßnahmen die öffentliche Förderung der lokalen Pride Parade für das Jahr 2026. Daraufhin startete die Durham Miners' Association (DMA) einen Spendenaufruf. Innerhalb kurzer Zeit kamen 25.000 Pfund zusammen – mehr Geld, als zuvor von öffentlicher Seite für die Veranstaltung bereitgestellt worden war.

Dank dieser Unterstützung kann Durham im Jahr 2026 die größte Pride-Parade seiner Geschichte ausrichten.

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