Echte Vielfalt

12. März 2026

Regenbogenfamilien in Deutschland – mit Blick nach Schleswig-Holstein

Immer mehr Kinder wachsen heute in sogenannten Regenbogenfamilien auf: Familien, in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich oder nicht-binär ist. Was früher gesellschaftlich kaum sichtbar war, gehört inzwischen für viele Menschen selbstverständlich zum Familienalltag.

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Doch trotz wachsender Akzeptanz stehen Regenbogenfamilien noch immer vor besonderen Herausforderungen – rechtlich, gesellschaftlich und im Alltag. Gleichzeitig gibt es auch Fortschritte, etwa durch neue politische Initiativen oder regionale Unterstützungsangebote.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 2024 in Deutschland 31.000 gleichgeschlechtliche Paare mit insgesamt rund 50.000 Kindern. Die meisten dieser Kinder wachsen bei lesbischen Paaren auf, doch auch schwule Väter, trans* Eltern oder Patchworkkonstellationen gehören zur Realität.

Trotz gesellschaftlicher Fortschritte gibt es im deutschen Familienrecht noch Lücken. Besonders deutlich wird das bei lesbischen Paaren mit Kindern: Während der biologische Vater eines Kindes automatisch rechtlicher Elternteil sein kann, gilt das für die zweite Mutter bislang nicht automatisch. In vielen Fällen muss sie ihr eigenes Kind erst durch eine Stiefkindadoption rechtlich anerkennen lassen. Queere Familienverbände fordern deshalb seit Jahren eine Reform des Abstammungsrechts, damit beide Elternteile von Beginn an rechtlich anerkannt werden (siehe auch unsere Artikel hier und hier).

Für viele Regenbogenfamilien ist der Alltag heute weitgehend selbstverständlich: Kita, Schule, Spielplatz – alles läuft ähnlich wie bei anderen Familien auch. Dennoch berichten Eltern immer wieder von Situationen, in denen sie erklären müssen, warum ein Kind zwei Mütter oder zwei Väter hat. Besonders in ländlicheren Regionen kann Sichtbarkeit noch mit Unsicherheiten verbunden sein.

Gleichzeitig hat sich viel verändert. Viele Kitas und Schulen arbeiten heute bewusst mit Konzepten zu Vielfalt und Familienformen, um unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar zu machen. Eine wichtige Rolle spielen Beratungsstellen und Community-Netzwerke, die Regenbogenfamilien begleiten und unterstützen. Beispielsweise bieten sie Austauschgruppen für Eltern, Beratung zur Familiengründung, Informationen zu rechtlichen Fragen und Treffen für Kinder aus Regenbogenfamilien. Diese Angebote helfen Familien, sich zu vernetzen und Erfahrungen zu teilen, besonders dort, wo queere Strukturen noch nicht stark sichtbar sind.

In Schleswig-Holstein wird das Thema Vielfalt in Familien zunehmend politisch und gesellschaftlich aufgegriffen. Das Land unterstützt Projekte zur Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, darunter auch Angebote für Regenbogenfamilien. Gerade in einem Flächenland mit vielen kleineren Städten und ländlichen Regionen ist diese Vernetzung wichtig. Sie schafft Räume, in denen Familien Unterstützung finden und Erfahrungen austauschen können.

In Kiel und Umgebung finden Regenbogenfamilien-Treffen organsiert von HAKI e.V. statt.

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