Das Forum Queeres Archiv München e.V. forscht seit über 25 Jahren zur Geschichte von LSBTIQ* in München und Bayern und trägt damit zur Sichtbarmachung queerer Lebenswelten in Deutschland bei. Im folgenden Artikel werden der Verein und seine Arbeit vorgestellt.
Im Jahr 1999 gründete sich der Verein zunächst unter dem Namen „forum homosexualität münchen – Lesben und Schwule in Geschichte und Kultur e.V.“ und sammelt und forscht seitdem zur queeren Geschichte in München und Bayern. Zum 20. Jubiläum wurde der Name modernisiert und in „Forum Queeres Archiv München e.V. – LesBiSchwulTransInter* in Geschichte und Kultur“ umbenannt.
Das Archiv versucht „die Lebenskultur von LGBTIQ* der vergangenen Jahrzehnte in München und der Region zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“. Darin enthalten sind zahlreiche Bücher, Poster und Filme, darunter auch Aufzeichnungen von Pride-Veranstaltungen und Demonstrationen. Ebenso beinhaltet das Archiv private Tagebücher und Fotoalben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und inter* Personen, die der Verein als besonders relevant hervorhebt: Private Dokumente hätten „zu jeder Zeit außergewöhnliche Bedeutung und sind es wert, als Zeugnisse bewahrt zu werden“.
Es werden regelmäßig Führungen durch das Archiv angeboten. Im digitalen queeren Archiv sind zudem einige ausgewählte Dokumente online verfügbar – zum Beispiel eine Zeitschrift für lesbische und trans Frauen in der Weimarer Republik Die Freundin.
Zu den aktuellen Projekten des Archivs gehören unter anderem die Erforschung der lesbischen Kneipengeschichte in München, eine Forschungsgruppe zum Maler Paul Hoecker sowie die Vorstellung von bayerischen LGBTIQ* Persönlichkeiten in Steckbriefen.
Besonders zu empfehlen ist auch die Münchner LGBTIQ*-Chronik, die „Landmarken der LGBTIQ*-Geschichte und -Emanzipation“ in München und darüber hinaus enthält. Diese reichen vom ersten Beleg für die Verfolgung Homosexueller im 14. Jahrhundert zur Gründung schwuler Clubs in den 1920ern, der Verfolgung von LGBTIQ*-Personen im Nationalsozialismus. Sie beinhaltet auch Daten emanzipatorischer Momente der Lesben- und Schwulenbewegung in der Nachkriegszeit sowie zeitgenössische Meilensteine der queeren Szene in der bayerischen Hauptstadt.
Die Ergebnisse der Arbeit des Queeren Archiv München werden auch in diversen Publikationen bereitgestellt. Zudem veranstaltet der Verein regelmäßig Events zum Thema.
Logo: Forum Queeres Archiv München
