Echte Vielfalt

Lebensbereiche

Der Lübecker CSD e.V. lädt zur Kranzniederlegung am Freitag, 23.01.2026 um 18 Uhr, zum Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus ein.

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Mit dabei sind die Mitglieder des Vereins, Menschen aus der Community und Unterstützer*innen. Es wird eine Gedenkminute geben und Kränze am Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle niedergelegt werden.

Seit Januar 2016 gibt es am Ort des Hauses der Kulturen ein Denkmal für all die Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität während der NS-Zeit verfolgt, entrechtet oder ermordet wurden. Das Denkmal ist seitdem ein wichtiges Symbol gegen das Vergessen und die Würdigung der damaligen queeren Menschen und ihrer Lebensrealität. Am 23. Januar soll das Denkmal über seine Symbolkraft hinaus ein Ort des gemeinsamen Erinnerns sein. Hierzu lädt der Lübecker CSD e.V. herzlich ein. Im Anschluss an die Gedenkminute gibt es ein Treffen im Haus der Kulturen in Lübeck zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen. Der Termin darf gerne in weiteren Netzwerken geteilt werden.

Wer sich mit einem Kranz oder Gesteck beteiligen möchte, kann sich an die Gärtnerei Lohff wenden. Die Bestellungen werden dort gesammelt und am Veranstaltungstag direkt zum Denkmal geliefert (Kontakt s. unten).

Ziel der Arbeit des Lübecker CSD e.V. ist es, nicht nur Geschichte zu dokumentieren, sondern aktiv zu erinnern, um die Namen und die Leben der Opfer zu würdigen und darüber hinaus die Vergangenheit mit den heutigen Kämpfen um Menschenrechte und Vielfalt zu verbinden.

 

Datum & Uhrzeit: 23. Januar 2026 um 18 Uhr

Ort: Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle (Parade 12, 23552 Lübeck)

Kontakt Gärtnerei: Gärtnerei Lohff, Friedhofsallee 57, Lübeck, Telefon 0451 / 49 16 51.

Weitere Infos: Lübeck Pride e.V., Erinnern Lübeck

 

© Foto: Lübecker CSD e.V.

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Der Sonderforschungsbereich SFB 1665 „Sexdiversity“ der Universität zu Lübeck lädt im Wintersemester 2025/26 zu einer spannenden Reihe öffentlicher Vorträge ein, die sich unter dem Titel „Zwi:schen:räume – Geschlechterdiversität in Wissenschaft, Medizin und Gesellschaft“ mit zentralen Fragen rund um Geschlecht und Vielfalt auseinandersetzen. Ziel der Reihe ist es, wissenschaftliche Perspektiven, praktische Erfahrungen und gesellschaftliche Debatten in einen lebendigen Dialog zu bringen und so die Herausforderungen und Bedeutungen von Geschlechterdiversität sichtbar zu machen.

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Terminhinweis: 4. Februar 2026 – Alltagshürden und Alltagskämpfe

Der Vortrag am 4. Februar 2026 stellt einen besonderen Schwerpunkt der Reihe dar: Hier steht das Alltagsleben von nichtbinären, inter* und trans* Personen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung widmet sich konkreten Herausforderungen im Alltag – sowohl sozialen als auch institutionellen – und beleuchtet sie aus wissenschaftlicher wie persönlicher Perspektive.

Programm am 04.02.2026

  • Keynote: Jenny Wilken von der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit e.V., die über die Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Hürden von trans*, inter* und nichtbinären Menschen spricht.
  • Inputs:
    • Dr. Alik Mazukatow (Universität zu Lübeck, SFB 1665)
    • Dr. Luce deLire (Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Moderation: Anna Luther, Diversitätsexpertin

Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um strukturelle wie individuelle Herausforderungen im Alltag sichtbarer zu machen und mit einem interessierten Publikum zu diskutieren. Sie richtet sich an alle, die sich für Geschlechterdiversität, gesellschaftliche Teilhabe und inklusive Lebenswelten interessieren.

Zeit: 18:00–20:00 Uhr
Ort: Haus Eden, Königstraße 25, Lübeck (nur über Treppen zugänglich)

Weitere Infos und Organisation

Die Reihe wird von Juliane Scholz und Christoph Rehmann-Sutter organisiert; im Programmteam wirken zudem u. a. Ulrike Krämer, Nadine Hornig und Olaf Hiort mit. Alle Termine und Detailinformationen sind über die Website des SFB 1665 einsehbar.

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Die Anerkennung der geschlechtlichen Identität ist für trans* und nichtbinäre Jugendliche von zentraler Bedeutung. Aktuelle Studien aus den USA belegen, dass ein respektvoller Umgang im sozialen Umfeld einen messbaren Einfluss auf die psychische Gesundheit junger Menschen hat. Insbesondere die bewusste Verwendung des selbstgewählten Namens und der passenden Pronomen kann das Risiko für schwere seelische Krisen deutlich senken.

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Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche, deren Identität von Familie, Freundeskreis oder Schule akzeptiert wird, signifikant seltener von Suizidgedanken oder -versuchen berichten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem wichtigen Schutzfaktor. Fehlt diese Unterstützung, steigt die psychische Belastung erheblich. Gefühle von Ausgrenzung, Unsichtbarkeit und mangelnder Wertschätzung prägen dann häufig den Alltag der Betroffenen.

Trotz der klaren Studienlage erfahren viele trans* und nichtbinäre Jugendliche diese Anerkennung nicht. In einer aktuellen Studie des Trevor Project gab weniger als die Hälfte an, regelmäßig mit dem gewünschten Namen und den richtigen Pronomen angesprochen zu werden. Besonders nichtbinäre Jugendliche sind betroffen, da ihre Identität im gesellschaftlichen Alltag noch immer wenig bekannt ist und häufig infrage gestellt wird. Geschlechtsneutrale Pronomen stoßen dabei oft auf Unverständnis oder bewusste Ablehnung.

Häufig wird fehlender Respekt mit Unsicherheit oder mangelnder Gewohnheit begründet. Expertinnen und Experten aus Psychologie, Medizin und Pädagogik weisen jedoch darauf hin, dass solche Argumente die Auswirkungen auf die Betroffenen verkennen. Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche bereits früh ein klares Gefühl für ihre eigene Geschlechtsidentität entwickeln können. Eine unterstützende Haltung bedeute dabei nicht, Entscheidungen vorzugeben, sondern jungen Menschen zuzuhören und ihre Selbstaussagen ernst zu nehmen.

Ein respektvolles Umfeld stärkt nach Einschätzung von Fachleuten das Selbstwertgefühl und fördert die Fähigkeit, mit Diskriminierung und gesellschaftlichem Druck umzugehen. Umgekehrt kann dauerhafte Missachtung der eigenen Identität das Risiko für Depressionen, Angststörungen und soziale Isolation erhöhen. Vor diesem Hintergrund wird Anerkennung zunehmend als Bestandteil von Präventionsarbeit verstanden.

Der Handlungsbedarf richtet sich vor allem an das direkte Umfeld der Jugendlichen. Familien, Schulen und soziale Einrichtungen spielen eine Schlüsselrolle. Oft sind es keine aufwendigen Maßnahmen, sondern einfache Gesten, die eine große Wirkung entfalten. Die konsequente Nutzung des richtigen Namens, ein respektvoller Sprachgebrauch und die Bereitschaft zuzuhören können das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit stärken.

Sichtbarkeit und Respekt sind damit keine symbolischen Akte, sondern konkrete Faktoren, die das Leben junger trans* und nichtbinärer Menschen nachhaltig beeinflussen. Fachleute betonen, dass gesellschaftliche Akzeptanz nicht nur eine Frage von Toleranz ist, sondern ein wirksames Mittel, um psychische Krisen zu verhindern und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.

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Die SPD-Politikerin Sophie Koch hat Ende Mai 2025 ihr Amt als Queer-Beauftragte der Bundesregierung angetreten. In ihrem ersten Interview mit  der Zeitung Schwulissimo macht sie deutlich, dass diese Aufgabe in eine politisch angespannte Zeit fällt. Queere Lebensrealitäten stünden wieder stärker unter Druck, nicht nur durch offene Anfeindungen, sondern auch durch politische Debatten, die Unsicherheit und Angst schürten.

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Vermitteln, zuhören und sichtbar machen

Koch versteht sich in ihrem Amt als Bindeglied zwischen Politik und Gesellschaft. Einerseits will sie innerhalb der Bundesregierung dafür sorgen, dass queere Themen ernst genommen und mitgedacht werden, andererseits sieht sie den engen Austausch mit Verbänden, Initiativen und Betroffenen als unverzichtbar an. Ihr Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und queere Perspektiven dauerhaft in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Fokus auf ländliche Räume

Besonders wichtig ist ihr der Blick über die großen Städte hinaus. Koch betont, dass queere Menschen im ländlichen Raum oft stärker von Ausgrenzung, Unsichtbarkeit und Angst betroffen seien. Eigene Erfahrungen mit Bedrohungen rund um CSDs und queere Veranstaltungen hätten ihr gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf dort sei. Diese Perspektive möchte sie gezielt in ihre politische Arbeit einfließen lassen.

Rechtliche Gleichstellung als Kernaufgabe

Inhaltlich nennt Koch mehrere zentrale Baustellen. Ein Schwerpunkt ist die Verankerung queerer Rechte im Grundgesetz, um Diskriminierung klarer entgegenzutreten. Zudem will sie bestehende Ungleichbehandlungen im Abstammungsrecht beseitigen, die queere Familien und ihre Kinder benachteiligen. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll aus ihrer Sicht reformiert werden, damit Betroffene ihre Rechte einfacher durchsetzen können.

Schutz vor Hass und Gewalt

Angesichts zunehmender Bedrohungen, insbesondere durch rechtsextreme Gruppen, misst Koch dem Thema Sicherheit große Bedeutung bei. Sie fordert, dass Polizei und Behörden queere Demonstrationen und Veranstaltungen konsequent schützen. Gleichzeitig betont sie, dass Repression allein nicht ausreiche: Politische Bildung, Demokratieförderung und Präventionsarbeit seien entscheidend, um langfristig Hass und Queerfeindlichkeit zurückzudrängen.

Kontinuität und klare Haltung

Abschließend macht Koch deutlich, dass sie an bestehende Initiativen anknüpfen will, insbesondere an den Nationalen Aktionsplan „Queer Leben“. Ihr Anspruch ist es, die begonnenen Projekte nicht nur fortzuführen, sondern weiterzuentwickeln. Akzeptanz, Gleichberechtigung und Sicherheit für queere Menschen sollen kein Nischenthema bleiben, sondern als selbstverständlicher Teil staatlicher Verantwortung verstanden werden.

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Zuletzt haben wir hier bei Echte Vielfalt am 06. November 2025 zum Diskurs über die Speicherung von queeren Merkmalen im Melderegister informiert. Nun läuft noch bis zum 13. Januar 2026 eine Petition, die queerpositive Forderungen an die Bundesregierung stellt.

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Was bisher geschah, kurz zusammengefasst:

Im November 2024 wurden im Selbstbestimmungsgesetz die Rechte von trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen erweitert. Geschlecht und Vornamen sind seitdem rechtlich gesehen leichter zu ändern. Im Juli 2025 legte das Bundesinnenministerium (BMI) dann Verordnungsentwürfe zu Änderungen im Meldewesen vor, die beabsichtigen, die früheren Angaben, z. B. zu Geschlecht und Namen, in einer Art „Lebensakte“ aufzuführen. Es wäre damit unmittelbar zu erkennen, wenn eine Person ihre Daten ändert, d.h. eine trans*, intergeschlechtliche oder nicht-binäre Identität wird ungeschützt und ohne Einverständnis der betroffenen Person sichtbar. Im Oktober sollten diese Änderungen zur Abstimmung kommen, die jedoch nicht stattfand, sondern vertagt wurde. Grund dafür könnten der Druck und die Kritik aus der queeren Community gewesen sein (LSVD+, taz).

Bisher gibt es noch keine Neuigkeiten, wie und wann es mit der Abstimmung zu den geplanten Verordnungen weitergeht. Doch noch bis zum 13. Januar 2026 kannst du deine Stimme nutzen und die Petition „Keine Führung eigener Register zur Erfassung von trans* und nichtbinärer Personen“ mitzeichnen. Sie will erreichen, dass die Rechte auf informationelle Selbstbestimmung, Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung nicht eingeschränkt werden und dass jegliche Erfassung von Minderheiten in Sonderregistern verhindert wird. Die vollständige Begründung ist hier zu finden. Die Petition wurde am 14. Juli 2025 gestartet. Bisher haben 27.556 Personen mitgezeichnet, doch das Quorum ist noch nicht erreicht! Zum Unterzeichnen geht es hier.

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Die gemeinnützige Organisation Queermentor stellt mit ihrer ersten offiziellen Spendenkampagne gewohnte Kommunikationsmuster radikal auf den Kopf. Mit der Botschaft „Dann spende nicht an uns!“ reagiert sie selbstbewusst auf stereotype Vorbehalte gegenüber queeren Menschen – und zeigt gleichzeitig, wofür sie als Initiative einsteht: Chancengleichheit, Empowerment und eine diskriminierungsfreie Arbeitswelt.

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Provokante Botschaften, um Missstände sichtbar zu machen

Die Kampagne nutzt queerfeindliche Stereotype als Spiegel der Realität, die viele LSBTIQ*-Menschen im Arbeitsleben weiterhin erleben müssen. In einem auffälligen Retro-Pop-Art-Look heißen die Visuals etwa:

  • „Scheiße, ein Schwuler im Team?“
  • „Oh Gott, eine Lesbe als Chefin?“
  • „Pronomen bereiten Dir Angst?“

Doch der provokante Stil verfolgt einen klaren Zweck: Vorurteile und strukturelle Barrieren sichtbar machen, die queere Menschen im Berufsalltag häufig ausbremsen.

Der Clou der Kampagne: Wer sich noch an diese Denkmuster klammert, ist ausdrücklich nicht die Zielgruppe, denn Queermentor will Unterstützer*innen, die bereit sind, Vielfalt zu fördern.

Der Twist: Haltung statt Anbiederung

Anstatt um Akzeptanz zu bitten, setzt Queermentor auf Werte und klare Positionierung. Die Botschaft lautet: Wer im „Vorgestern“ verharrt und Veränderung ablehnt, soll nicht spenden.
Wer eine gerechte, vielfältige Arbeitswelt will, ist eingeladen zu unterstützen.
Damit wählt die Organisation bewusst einen Weg, der queere Selbstbestimmung und Stärke in den Mittelpunkt stellt – in einer Zeit, in der queeren Themen gesellschaftlich wie politisch verstärkt Gegenwind entgegenweht.

Warum diese Kampagne notwendig ist

Gründer Pavlo Stroblja erklärt, warum die Kampagne bewusst provoziert:

„Als queere Person habe ich selbst erfahren, wie subtil und offen Vorbehalte im Berufsleben wirken können. Deshalb setzen wir bewusst auf Provokation, um vorherrschende Biases und Barrieren sichtbar zu machen.“

Queermentor nutzt die Kampagne damit als Aufklärung und als Aufruf, sich gegen Diskriminierung zu positionieren und nicht wegzuschauen.

Wofür Queermentor steht: Empowerment, Chancen, Sicherheit

Queermentor ist mehr als ein Mentoring-Programm. Die Organisation setzt sich aktiv für eine Arbeitswelt ein, in der queere Menschen gleiche Chancen erhalten, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder sozialer Lage.

Die Initiative bietet:

  • Kostenloses Mentoring für queere Menschen ab 16 Jahren
  • Workshops und Weiterbildungen
  • Sichere Räume & Community-Vernetzung
  • Niedrigschwellige Angebote ohne finanzielle Hürden

Damit erfüllt Queermentor eine zentrale Mission: Queere Menschen stärken – persönlich, beruflich und gesellschaftlich.

Spenden für eine sichere Zukunft der Programme

Damit das kostenfreie Angebot auch 2026 fortgeführt werden kann, ist Queermentor auf Spenden angewiesen. Unterstützer*innen können jederzeit über die Website spenden.

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Die Berliner Uhlala Group hat ihren neuen Pride Champion Index veröffentlicht, mit dem seit 2019 das Engagement von Unternehmen und Institutionen in deutschsprachigen Ländern für ihre LGBTQIA+-Beschäftigten gemessen wird. Der Index  (ehemals Pride Index) dient nicht nur als Orientierung für queere Jobsuchende, sondern auch als Steuerungsinstrument, das Unternehmen zeigt, wie inklusiv ihre Arbeitskultur tatsächlich ist.

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Was der Pride Champion Index ist

Der Pride Champion Index ist ein umfassendes Benchmarking- und Audit-Verfahren, das Organisationen danach bewertet, wie gut sie queere Mitarbeitende schützen, einbinden und sichtbar unterstützen. Teilnehmende Unternehmen durchlaufen einen detaillierten Fragenkatalog, der zentrale Handlungsfelder abfragt:

  • Strategie & Governance: Existenz klarer Diversity-Ziele, Leitlinien und Verantwortlichkeiten.
  • Personal- und Führungsprozesse: Inklusive Rekrutierung, Weiterbildung, Beschwerdemechanismen, Schutzrichtlinien.
  • Unternehmenskultur & Community-Building: Queere Netzwerke, Allies-Programme, interne Austauschformate.
  • Kommunikation & Sichtbarkeit: Interne wie externe Kommunikation zu Vielfalt und Pride.
  • Monitoring & Erfolgsmessung: Messbarkeit von Fortschritten und Verankerung in der Führungsebene.

Je nach erreichter Punktzahl werden Auszeichnungen wie Gold, Silber oder Bronze vergeben. Ziel ist es, Inklusion quantifizierbar zu machen und zugleich Anreize für strukturelle Verbesserungen zu schaffen.

Rekordwerte trotz rückläufiger Teilnahme

Während die Zahl der Teilnehmer*innen erneut gesunken ist – von 54 im Vorjahr auf nun 46 Organisationen und deutlich weniger als über 70 vor zwei Jahren –, ziehen die Macher*innen eine überraschend positive Bilanz: Das durchschnittliche Engagement liegt so hoch wie nie.

  • Großunternehmen erzielten im Schnitt 90 Prozent und damit einen historischen Höchststand.
  • Kleine und mittelständische Unternehmen erreichten 87 Prozent.
  • Öffentliche Institutionen liegen mit 85 Prozent knapp dahinter.

Im Branchenvergleich führen Versicherungen mit rund 99 Prozent die Liste an, während die Rechtsbranche mit 72 Prozent das Schlusslicht bildet.

Stuart Bruce Cameron, Gründer der Uhlala Group, betont die gesellschaftliche Bedeutung des diesjährigen Ergebnisses: „2025 ist das Jahr, in dem sichtbar wird, welche Organisationen ihre Werte nicht nur formulieren, sondern messbar machen. Die Teilnahme am Pride Champion Audit ist kein Imageprojekt, sondern eine bewusste Entscheidung für Verantwortung.“

Unternehmen mit voller Punktzahl

Unter den diesjährigen Spitzenreitern mit 100 Prozent finden sich drei prominente Namen:

  • Bayer (Leverkusen)
  • Rewe (Köln)
  • Allianz (Berlin)

Diese Unternehmen konnten in allen geprüften Kategorien überzeugen, von Governance über Personalprozesse bis hin zur sichtbaren Unterstützung queerer Mitarbeitender.

Orientierungshilfe für queere Fachkräfte

Der Pride Champion Index versteht sich als Kompass für queere Menschen, die nach Arbeitgebern suchen, die Diversity ernst nehmen und eine wertschätzende, diskriminierungsfreie Arbeitskultur fördern. Gleichzeitig zeigt das Ranking Organisationen, wo noch Handlungsspielräume bestehen und welche Maßnahmen ihre Inklusionsarbeit nachhaltig stärken können.

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Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat am 12.11.2025 unter dem Motto „Deine Erfahrung zählt!“ die bisher größte Befragung zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland gestartet. Der Bund möchte damit vielfältige Perspektiven und Umgangsweisen mit Diskriminierungserfahrungen sammeln, um sie für konkrete Verbesserung in Politik und Gesellschaft zu nutzen.

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Dabei steht vor allem die Diskriminierung im Alltag im Vordergrund. Diskriminierung kann in vielen Formen auftreten, doch bedeutet sie meist die unfaire Behandlung oder (strukturelle) Benachteiligung bestimmter Gruppen an Menschen aufgrund eines Merkmals oder einer Art und Weise ihr Leben zu führen. Solche Merkmale können das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, die Sprache, das Alter, das Aussehen, die (soziale) Herkunft, die Religion oder Weltanschauung und eine Behinderung oder (chronische) Krankheiten sein.

Und das betrifft, wie gesagt, nicht nur abstraktere politische Ebenen, sondern auch viele Situationen im Alltag, wie z.B. beim Einkaufen, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche und Sicherheit im öffentlichen Raum (Antidiskriminierungsstelle des Bundes).

Bei der Erstellung des Fragebogens sollen rund 400 Akteur*innen mitgewirkt haben, um ein ganzheitliches und intersektionales Forschungsinteresse vertreten zu können (Universität Mainz). Die Teilnahme ist für alle Personen ab 14 Jahren möglich, die schon einmal Diskriminierungserfahrungen gemacht haben. Alle Angaben werden anonym aufgenommen und vertraulich behandelt. Für das Ausfüllen des Fragebogens werden ca. 30 Minuten benötigt. Die Umfrage ist in Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch, Spanisch, Russisch, Polnisch, Ukrainisch und Deutscher Gebärdensprache möglich.

Die Umfrage läuft vom 12.11.2025 bis zum 28.02.2026 und die Ergebnisse sollen im Frühsommer 2027 veröffentlicht werden

Du kannst ganz einfach online oder unter diesem Link teilnehmen: zur Umfrage.

Ist dir die Papierform lieber, kannst du ihn in deutscher und einfacher deutscher Sprache kostenlos bestellen und zurücksenden. Dort gibt es auch kostenlose Flyer, Postkarten und Poster zum Verteilen und Aufhängen im öffentlichen Raum. Ansonsten kann die Umfrage auch in Sozialen Netzwerken und den Medien geteilt werden (Antidiskriminierungsstelle des Bundes).

Bisher haben schon ca. 13.000 Personen an der Umfrage teilgenommen (Stand: 17.12.2025, 10:00 Uhr).

Warum ist es wichtig, an dieser Befragung teilzunehmen? Es ist eine Möglichkeit, queere Perspektiven zu äußern und die Diskriminierungen der Community sichtbar zu machen. Auch um Politiker*innen in Verantwortung zu ziehen, wenn die Umstände queeren Lebens bekannt werden. Gerade die Gewalt gegen Menschen aus der queeren Community ist stark angestiegen. Außerdem: Je mehr Menschen teilnehmen, desto verlässlicher und repräsentativer werden die Daten und können gezielter für politische Vorhaben genutzt werden (Antidiskriminierungsstelle des Bundes).

Auf geht’s zur Umfrage!

Vielleicht tut es auch gut, diese Umfrage gemeinsam mit Freund*innen oder vertrauten Menschen auszufüllen, dabei nicht allein zu sein oder bewusst danach etwas zu tun, was dir Freude bereitet oder Sicherheit gibt!

Logo: © Antidiskriminierungsstelle des Bundes – 2025

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Der Bundestag diskutierte Mitte November 2025 einen Antrag der Linksfraktion, der darauf abzielt, queere Menschen besser vor Gewalt zu schützen und insbesondere die Sicherheit von CSD- und Pride-Veranstaltungen zu verbessern. Anlass ist ein deutlicher Anstieg queerfeindlicher Übergriffe: Laut Linken wurden 2025 so viele rechtsextreme Angriffe auf Pride-Events registriert wie nie zuvor, nahezu jeder zweite CSD war betroffen.

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Forderungen der Linken

Im Antrag verlangt die Fraktion, dass die Bundesregierung queerfeindliche Gewalt stärker in den Blick nimmt. Sie schlägt unter anderem vor,

  • queerfeindliche Tatmotive systematischer zu erfassen,
  • polizeiliche Meldedienste zu verbessern,
  • Betroffene von Hasskriminalität besser zu unterstützen und
  • eine umfassende Sicherheitsstrategie für 2026 zu entwickeln, um die Versammlungsfreiheit queerer Menschen zu gewährleisten.

Position der Linken in der Debatte

Maik Brückner, queerpolitischer Sprecher der Linken, eröffnete die Debatte mit dem Hinweis, dass sich viele queere Menschen in Deutschland nicht sicher fühlten. Er machte vor allem rechtsextreme Gruppen für Angriffe verantwortlich. Zudem kritisierte er konservative Politiker dafür, mit Polemik gegen queere Themen wie das Selbstbestimmungsgesetz oder die Regenbogenflagge den öffentlichen Diskurs weiter nach rechts zu verschieben.

Reaktionen der Union

CDU und CSU wiesen die Vorwürfe zurück und bezeichneten den Antrag der Linken als „Symbolpolitik“. Der CSU-Abgeordnete Siegfried Walch sprach von fundamentalistischen Einstellungen unter Teilen der Zugewanderten und betonte, dass in Deutschland „unsere Regeln und unser Wertesystem“ gälten, zu rechtsextremen Anschlägen äußerte er sich nicht.
Trotz der Kritik erklärten beide Unions-Politiker, dass queere Menschen selbstverständlich gleichberechtigt seien und offen leben und lieben können sollten.

Kritik der Grünen

Nyke Slawik, queerpolitische Sprecherin der Grünen, warf der Union vor, durch rechtspopulistische Ablenkungsdebatten gesellschaftliche Feindbilder zu schüren, statt reale Probleme anzugehen. Sie warnte vor der Verschiebung des Diskurses nach rechts, die durch Kampagnen gegen trans Personen oder Geflüchtete verstärkt werde. Laut Slawik wird dieser Trend von Rechtsextremen und der AfD aktiv befeuert.

Positionen der AfD

Die Redebeiträge der AfD waren geprägt von starker Abwertung queerer Menschen.
Christopher Drößler nannte Dragqueens „oft pervers“ und sprach von einer „gesellschaftszersetzenden Agenda“. Beatrix von Storch machte vor allem „muslimische Gewalt“ für Übergriffe verantwortlich — eine Behauptung, die wissenschaftlich nicht gedeckt ist und sich in die rechtspopulistische Erzählung einfügt, Migration sei das Kernproblem.
Zudem wurde daran erinnert, dass Drößler selbst zuvor auf Social Media antisemitische und rechtsextreme Verschwörungstheorien über CSDs verbreitet hatte, etwa die Behauptung, Pride-Events seien von „globalistischen Kapitalkräften“ gesteuert.

Stellungnahmen der SPD

SPD-Abgeordneter Helge Lindh kritisierte die AfD scharf dafür, CSDs bewusst als „hypersexualisierte Veranstaltungen“ zu diffamieren. Er warf der Partei vor, selbst die Sexualisierung zur Diskreditierung queerer Menschen zu betreiben.
Sein Parteikollege Hakan Demir betonte, dass der Staat ein verlässlicher Schutzmechanismus für Minderheiten sein müsse.

Weiteres Verfahren und aktuelle Entwicklungen

Nach Abschluss der Debatte wurde der Antrag der Linken zur detaillierten Prüfung in den Innenausschuss überwiesen. Dort wird er weiter beraten, hat jedoch derzeit keine erkennbare Mehrheit im Bundestag.

Der queere Dachverband LSVD⁺ begrüßte grundsätzlich, dass das Thema im Parlament behandelt wurde, sieht aber weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Bislang hat die Bundesregierung keine neue umfassende Sicherheitsstrategie für CSDs vorgelegt, jedoch betonen einzelne Regierungsvertreter, das Thema sei „auf dem Radar“.

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Nach der Bundestagswahl 2025 ist vieles offen. Während politische Akteure über Koalitionen verhandeln, blickt ein Teil der Gesellschaft mit wachsender Sorge in die Zukunft – besonders innerhalb der LSBTIQ*-Community. Die Frage, wie sicher hart erkämpfte Rechte tatsächlich sind, ist keine theoretische mehr. Sie ist real, spürbar und mit Blick auf Europa alarmierend.

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Bedrohliche Signale aus Europa

Ein Blick über die deutschen Grenzen hinaus zeigt, wie schnell gesellschaftlicher Fortschritt ins Wanken geraten kann. Laut ILGA Europe hat sich die Lage für LGSBTIQ*-Menschen in mehreren EU-Staaten zuletzt deutlich verschlechtert. In Ländern wie Ungarn, Italien, Bulgarien oder Rumänien wurden neue Gesetze verabschiedet oder vorbereitet, die queere Menschen offen diskriminieren. Der politische Diskurs wird zunehmend von Desinformation, Hassrhetorik und dem Kampfbegriff der „queeren Propaganda“ geprägt.

Besonders besorgniserregend: Gerichtsurteile europäischer Höchstgerichte zur Gleichstellung von LSBTIQ*-Familien werden in einigen Staaten weiterhin ignoriert. Gleichzeitig geraten Medienfreiheit, Zivilgesellschaft und Versammlungsrechte unter Druck. Hier zeigen sich Entwicklungen, die immer auch direkte Auswirkungen auf Minderheiten haben.

Deutschland ist keine Insel

Auch hierzulande ist die Situation weniger stabil, als sie lange schien. Zwar definieren sich inzwischen rund zwölf Prozent der Menschen in Deutschland als LSBTIQ*, in der Generation Z sogar mehr als jede*r Fünfte. Doch parallel dazu zeigen aktuelle Studien: Die gesellschaftliche Akzeptanz nimmt wieder ab. Hasskriminalität, Diskriminierung im Alltag und Unsicherheit im Berufsleben sind für viele queere Menschen weiterhin Realität.

Gerade deshalb wird eine Gruppe immer wichtiger: Allys, also Menschen außerhalb der Community, die sich bewusst und aktiv an ihre Seite stellen.

Was einen guten Ally ausmacht

Ein Ally zu sein bedeutet mehr als wohlmeinende Likes in sozialen Netzwerken. Es beginnt mit Zuhören, mit dem Erkennen eigener Privilegien und mit der Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen. Wer nie Angst haben musste, sich Händchen haltend zu zeigen oder im Job offen über das eigene Privatleben zu sprechen, lebt in einer anderen Realität – und genau diese Differenz gilt es anzuerkennen.

Gute Allys informieren sich, ohne Betroffene zu retraumatisieren. Sie greifen ein, wenn abfällige Witze gemacht werden oder Vorurteile unwidersprochen bleiben, ruhig, sachlich und ohne moralischen Zeigefinger. Oft reicht ein klarer Satz oder eine einfache Frage, um einen Perspektivwechsel anzustoßen.

Sichtbarkeit und Solidarität im Alltag

Solidarität darf sichtbar sein, muss aber nicht laut auftreten. Ein kleines Symbol, ein offenes Wort oder die Teilnahme an lokalen Initiativen können für queere Menschen ein starkes Signal sein: Du bist nicht allein. Gleichzeitig gilt: Unterstützung heißt nicht Bevormundung. Allys sollten Raum lassen, damit Betroffene selbst sprechen können, also Unterstützung auf Augenhöhe statt Rettungsfantasien.

Verantwortung auf beiden Seiten

Auch die Community selbst steht in der Verantwortung. Viele Menschen wissen wenig über queere Lebensrealitäten – nicht aus Bosheit, sondern aus Unwissen. Wer Allys gewinnen will, braucht Geduld, Offenheit und die Bereitschaft zum Dialog. Angst und Vorurteile lassen sich nicht mit Abwehr, sondern nur mit Argumenten und Begegnung abbauen.

Am Ende profitieren vor allem LSBTIQ*-Menschen von starken Verbündeten. Deshalb gilt: Wer sich solidarisch zeigt, verdient Respekt und Dankbarkeit, nicht Misstrauen oder Abgrenzung. In Zeiten wachsender Unsicherheit ist eines klarer denn je: Gleichberechtigung lässt sich nur gemeinsam verteidigen.

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Echte Vielfalt
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