Echte Vielfalt

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Neben Büchern, Serien und Filmen gibt es inzwischen auch etliche Podcasts, die queere Geschichten und Stimmen ins Zentrum rücken. Hier stellen wir vier Podcasts vor, die in regelmäßigen Folgen über LSBTIQ*-Themen sprechen und so zu einer vielfältigen Repräsentation queerer Stimmen im Audioformat beitragen.

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Willkommen im Club – der queere Podcast von PULS

Im queeren Podcast von PULS (BR) sind mittlerweile fast 200 Folgen erschienen, die Themen aus der LSBTIQ*-Community aufgreifen. Die Hosts Sophia und Dimi sprechen offen und zugänglich über queere Lebensrealitäten – von historischen Blickwinkeln über persönliche Erfahrungen bis hin zu aktuellen Fragen rund um Identität, Liebe und Gesellschaft.

Between Dykes

Dan und Margo sprechen im Podcast „Between Dykes“ über Themen rund um Queerness, Nicht-Binarität und Trans*sein. Sie diskutieren unter anderem Begriffe wie FLINTA* und tauschen sich über die Bedeutung queerer Communities und Allyship aus. Außerdem teilen sie ihre persönlichen Erfahrungen und Gedanken, etwa zum Lesbisch-Sein oder zu Mastektomien, und geben Einblicke in ihre Beziehung.

Light On! Queere Kultur und Geschichte

Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Regensburg wird im recht neuen Podcast „Light On! Queere Kultur und Geschichte“ über Geschichte von LSBTIQ*-Personen gesprochen, die oft unsichtbar geblieben sind. Wissenschaftler*innen sprechen in den einzelnen Folgen über diverse (kultur-)geschichtliche Themen im Kontext queerer Lebenswelten.

Queer Voices Podcast

Élie Chevillet lädt im „Queer Voices Podcast“ jede Folge eine Person aus der LSBTIQ* Community ein, um verschiedene Facetten von Queerness zu beleuchten. Durch die Verbindung von sozialen Themen mit persönlichen und biografischen Perspektiven eröffnet der Podcast eine intersektionale Sicht auf queere Lebensrealitäten. Dabei sollen Stimmen zu Wort kommen, die auch innerhalb der queeren Gemeinschaft häufig weniger Sichtbarkeit erfahren.

 

Weitere Podcast-Empfehlungen haben wir in einem früheren Artikel zusammengestellt.

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Im November 2022 beschloss die damalige Ampelregierung den bundesweit ersten „Aktionsplan für Akzeptanz und Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“ – kurz: Aktionsplan „Queer leben“. Dieser wurde von der neuen Regierung aus CDU/CSU und SPD eingestellt. Nun fordert eine Petition, den Aktionsplan zurückzuholen.

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Mit dem Aktionsplan „Queer Leben“ sollten die rechtliche Gleichstellung, die Sicherheit und Teilhabe queerer Menschen verbessert werden. Im Rahmen dessen wurden einige Maßnahmen umgesetzt, die als Erfolge für die LSBTIQ*-Gemeinschaft gedeutet wurden, darunter das Selbstbestimmungsgesetz sowie die Abschaffung des Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer. In Hinblick auf die Situation von Regenbogenfamilien, die mit dem Aktionsplan ebenfalls verbessert werden sollte, hat sich jedoch wenig getan.

Obwohl der Aktionsplan und seine Umsetzung auch vonseiten queerer Initiativen in der Kritik standen, war er das bundesweit einzige Förderprojekt für queere Projekte, wie im Petitionstext hervorgehoben wird. In den meisten Bundesländern werden solche Maßnahmenpakete stetig weiterentwickelt, dies müsse auch auf Bundesebene geschehen.

Die Initiator*innen richten sich mit ihrer Forderung, den Aktionsplan weiterzuführen, an die Bundesregierung, insbesondere Lars Klingbeil (Bundesfinanzminister), Alexander Dobrindt (Bundesinnenminister) und Karin Prien (Ministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Dabei wird betont, dass ein Auslaufen des Aktionsplans, mit dem Queerfeindlichkeit abgebaut werden sollte, in Zeiten „wachsender queerfeindlicher Hasskriminalität und dem Erstarken rechtsextremer Kräfte […] schlicht verantwortungslos“ sei.

In einer Pressemitteilung zitiert Alexander Vogt vom Bundesvorstand des LSVD+ - Verband Queere Vielfalt den Bundeskanzler Friedrich Merz mit seinem Versprechen, queere Menschen zu schützen, und fordert, dass diesen Worten auch Taten folgen müssen: „Die Bundesregierung darf sich nicht ihrer Verantwortung entziehen, denn queeres Leben in Deutschland ist derzeit so bedroht wie schon lange nicht mehr“, so Vogt.

Hier geht es zur Petition. Zu den Erstunterzeichner*innen gehören unter anderem der LSVD+, die Bundesprecher*innen der Linke queer, die Bundestagsabgeordneten Maik Brückner, Sven Lehmann und Nyke Slawik sowie Aktivist*innen. Initiiert wurde sie von Nadine Primo und Luna Möbius. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des LSVD+.

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Das Forum Queeres Archiv München e.V. forscht seit über 25 Jahren zur Geschichte von LSBTIQ* in München und Bayern und trägt damit zur Sichtbarmachung queerer Lebenswelten in Deutschland bei. Im folgenden Artikel werden der Verein und seine Arbeit vorgestellt.

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Im Jahr 1999 gründete sich der Verein zunächst unter dem Namen „forum homosexualität münchen – Lesben und Schwule in Geschichte und Kultur e.V.“ und sammelt und forscht seitdem zur queeren Geschichte in München und Bayern. Zum 20. Jubiläum wurde der Name modernisiert und in „Forum Queeres Archiv München e.V. – LesBiSchwulTransInter* in Geschichte und Kultur“ umbenannt.

Das Archiv versucht „die Lebenskultur von LGBTIQ* der vergangenen Jahrzehnte in München und der Region zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“. Darin enthalten sind zahlreiche Bücher, Poster und Filme, darunter auch Aufzeichnungen von Pride-Veranstaltungen und Demonstrationen. Ebenso beinhaltet das Archiv private Tagebücher und Fotoalben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und inter* Personen, die der Verein als besonders relevant hervorhebt: Private Dokumente hätten „zu jeder Zeit außergewöhnliche Bedeutung und sind es wert, als Zeugnisse bewahrt zu werden“.

Es werden regelmäßig Führungen durch das Archiv angeboten. Im digitalen queeren Archiv sind zudem einige ausgewählte Dokumente online verfügbar – zum Beispiel eine Zeitschrift für lesbische und trans Frauen in der Weimarer Republik Die Freundin.

Zu den aktuellen Projekten des Archivs gehören unter anderem die Erforschung der lesbischen Kneipengeschichte in München, eine Forschungsgruppe zum Maler Paul Hoecker sowie die Vorstellung von bayerischen LGBTIQ* Persönlichkeiten in Steckbriefen.

Besonders zu empfehlen ist auch die Münchner LGBTIQ*-Chronik, die „Landmarken der LGBTIQ*-Geschichte und -Emanzipation“ in München und darüber hinaus enthält. Diese reichen vom ersten Beleg für die Verfolgung Homosexueller im 14. Jahrhundert zur Gründung schwuler Clubs in den 1920ern, der Verfolgung von LGBTIQ*-Personen im Nationalsozialismus. Sie beinhaltet auch Daten emanzipatorischer Momente der Lesben- und Schwulenbewegung in der Nachkriegszeit sowie zeitgenössische Meilensteine der queeren Szene in der bayerischen Hauptstadt.

Die Ergebnisse der Arbeit des Queeren Archiv München werden auch in diversen Publikationen bereitgestellt. Zudem veranstaltet der Verein regelmäßig Events zum Thema.

Logo: Forum Queeres Archiv München

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Die Debatte um eine neue Wehrpflicht in Deutschland wirft auch für queere Menschen wichtige Fragen auf. In einem Interview mit queer.de macht der Verein QueerBw, die Interessenvertretung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, inter- und queeren Angehörigen der Bundeswehr, deutlich, dass Sicherheitspolitik und Gleichberechtigung zusammen gedacht werden müssen.

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Hintergrund ist das seit 2026 geltende neue Wehrpflicht-Modell: Alle jungen Männer müssen sich registrieren und Angaben zu ihrer Wehrdiensttauglichkeit machen, Frauen können freiwillig teilnehmen. Ziel ist es, die personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu stärken, ohne sofort zu einer verpflichtenden Einberufung zurückzukehren. Eine tatsächliche Dienstpflicht soll erst greifen, wenn sich nicht ausreichend Freiwillige finden.

Für queere Menschen ist diese Entwicklung eng mit der Frage verbunden, wie offen und diskriminierungsfrei die Bundeswehr heute tatsächlich ist. Im Interview mit queer.de betont QueerBw, dass Homosexualität und andere queere Identitäten in der Bundeswehr lange Zeit mit Benachteiligung verbunden waren. Noch bis ins Jahr 2000 galten homosexuelle Soldaten offiziell als Sicherheitsrisiko. Diese Vergangenheit wirke bis heute nach und müsse aktiv aufgearbeitet werden.

Gleichzeitig sieht QueerBw deutliche Fortschritte. Queere Soldat*innen seien heute sichtbarer, Netzwerke und Ansprechstellen existierten, und die rechtliche Gleichstellung sei weitgehend erreicht. Dennoch bestehe weiterhin Handlungsbedarf: Gerade im Zuge einer möglichen Ausweitung der Wehrpflicht müsse sichergestellt werden, dass queere Menschen ohne Angst vor Ausgrenzung oder queerfeindlichen Übergriffen dienen können. Schutzkonzepte, Sensibilisierung und klare Ansprechpersonen seien dafür unverzichtbar.

Die Diskussion um die neue Wehrpflicht betrifft queere Menschen damit nicht nur abstrakt, sondern ganz konkret in ihrer Lebensrealität. QueerBw macht deutlich, dass die Bereitschaft, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen, auch davon abhängt, ob diese Werte innerhalb der Bundeswehr selbst gelebt werden. Gleichberechtigung, Respekt und Sicherheit für homosexuelle und andere queere Soldat*innen seien keine Nebenthemen, sondern eine zentrale Voraussetzung für Akzeptanz und Engagement.

Logo: QueerBw

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Bereits im Artikel „Gedenken und Kranzniederlegung für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus in Lübeck“ wurde der nahende internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erwähnt. In folgendem Artikel findet ihr verschiedene Gedenkveranstaltungen rund um diese Zeit mit dem Fokus auf Verfolgung aufgrund sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

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Warum das Gedenken wichtig ist?

Queere Personen waren eine Gruppe verfolgter Menschen durch den Nationalsozialismus. Leben in sexueller und geschlechtlicher Vielfalt hatte Unterdrückung, Gefahr für das Leben und Gewalt zur Folge. Viele der Veranstaltungen wollen gedenken und erinnern, aber auch Zusammenhänge herstellen zu der Lebensrealität queerer Personen im heutigen Deutschland.

Überörtlich

Gedenkstunde im Deutschen Bundestag

Datum & Uhrzeit: 28. Januar 2026 um 12.30 Uhr

Ort: Deutscher Bundestag (Platz der Republik 1, 11011 Berlin)

Veranstaltende: Deutscher Bundestag

Weitere Infos: Pressemitteilungen Deutscher Bundestag, Möglichkeiten zum Fernseh- oder Hörfunk

ZDFinfo Dokutag am 27. Januar 2026

Am Holocaust-Gedenktags 2026 zeigt ZDFinfo am Dienstag, 27. Januar 2026, ab 7.00 Uhr Filme über die Geschichte des Nationalsozialismus und das Gedenken an die Opfer

Weitere Infos: ZDF-Presseportal

 Umfangreiches Programmangebot des ZDF anlässlich des Holocaustgedenktages 2026

abrufbar in der ZDF-Mediathek

z.B. Doku „Verbotene Liebe – Queere Opfer in der NS-Diktatur“ von Sebastian Scherrer

 

Lübeck

Gedenken und Kranzniederlegung für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus in Lübeck

Datum & Uhrzeit: 23. Januar 2026 um 18.00 Uhr

Ort: Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle (Parade 12, 23552 Lübeck)

Veranstaltende: Lübecker CSD e.V.

Weitere Infos: Lübeck Pride e.V.Erinnern Lübeck

 

Bremen

Ausstellung: gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945

Datum & Uhrzeit: Eröffnung: 25. Januar 2026 um 11.00 Uhr, Ausstellung: 26.01.-15.03.2026

Ort: Zentrum für Kunst (Hermann-Ritter-Straße 108, 28197 Bremen)

Veranstaltende: Rat & Tat-Zentrum für queeres Leben e.V., Erinnern für die Zukunft e.V. & Landeszentrale für politische Bildung Bremen

Weitere Infos: Ausstellung gefährdet leben, Gesamtprogramm Gedenken in Bremen Januar-April 2026

Gedenken des Senats an die Opfer des Nationalsozialismus 2026 (mit der Schwerpunktperspektive auf queere Opfer)

Datum & Uhrzeit: 27. Januar 2026 um 19.00 Uhr

Ort: Obere Halle, Bremer Rathaus (Am Markt 21, 28195 Bremen)

Veranstaltende:  breites Bündnis aus Vereinen, Initiativen und Kooperationspartnern, Koordination: Erinnern für die Zukunft e.V. & Landeszentrale für politische Bildung

Weitere Infos: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Gesamtprogramm Gedenken in Bremen Januar-April 2026

Bremen before Stonewall – Queerhistorische Geschichte(n)

Datum & Uhrzeit: 1. Februar 2026 um 15.00 Uhr

Ort: Krankenhaus-Museum (Züricher Straße 40, 28325 Bremen)

Veranstaltende: mit Elisabeth Schindler auf Spurensuche

Weitere Infos: Kultur Ambulanz Bremen, Gesamtprogramm Gedenken in Bremen Januar-April 2026

 

Hamburg

Rundgang anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus

Datum & Uhrzeit: 27. Januar 2026 um 13.00 Uhr

Ort: denk.mal Hannoverscher Bahnhof (Lohseplatz, 20457 Hamburg)

Veranstaltende: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen

Weitere Infos: Gedenkstätten Hamburg

 

Berlin

Gedenken des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas

Datum & Uhrzeit: 28. Januar 2026 um 14.00 Uhr

Ort: Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (Simsonweg, 10557 Berlin)

Veranstaltende: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Weitere Infos: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Gedenken mit Kranzniederlegung an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten LSBTIQ*

Datum & Uhrzeit: 28. Januar 2026 um 15.00 Uhr

Ort: am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen (Ebertstraße auf Höhe Hannah-Arendt-Straße, 10785 Berlin-Tiergarten)

Veranstaltende: LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e. V., LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt e.V. & Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Weitere Infos: LSVD+

 

Köln

Gedenken an die queeren Opfer der NS-Zeit 2026

Datum & Uhrzeit: 27. Januar 2026 um 17.00 Uhr

Ort: am Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen“ (Trankgasse 20, 50667 Köln)

Veranstaltenden: Queeres Netzwerk NRW, LSVD+ Landesverband NRW, Netzwerk geschlechtliche Vielfalt Trans NRW, Arcus Stiftung

Weitere Infos: Queeres Netzwerk NRW

 

Düsseldorf

Stolperstein-Spaziergang

Datum & Uhrzeit: 26. Januar 2026 um 17.30 Uhr

Ort: Denkmal auf der Apollowiese (Mannesmannufer 1, 40213 Düsseldorf)

Veranstaltende: Queere Geschichte(n) Düsseldorf e.V.

Weitere Infos: Queere Geschichte(n) Düsseldorf e.V.

Dokumentarfilm „Klänge des Verschweigens. Ein detektivischer Musikfilm“ von Klaus Stanjek über seinen schwulen Onkel in der NS-Zeit

Datum & Uhrzeit: 27. Januar 2026 um 19.00 Uhr

Ort: Bambi Filmstudio (Klosterstr. 78, 40211 Düsseldorf)

Veranstaltende: Queere Geschichte(n) Düsseldorf e.V.

Weitere Infos: Queere Geschichte(n) Düsseldorf e.V.

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Der Lübecker CSD e.V. lädt zur Kranzniederlegung am Freitag, 23.01.2026 um 18 Uhr, zum Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus ein.

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Mit dabei sind die Mitglieder des Vereins, Menschen aus der Community und Unterstützer*innen. Es wird eine Gedenkminute geben und Kränze am Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle niedergelegt werden.

Seit Januar 2016 gibt es am Ort des Hauses der Kulturen ein Denkmal für all die Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität während der NS-Zeit verfolgt, entrechtet oder ermordet wurden. Das Denkmal ist seitdem ein wichtiges Symbol gegen das Vergessen und die Würdigung der damaligen queeren Menschen und ihrer Lebensrealität. Am 23. Januar soll das Denkmal über seine Symbolkraft hinaus ein Ort des gemeinsamen Erinnerns sein. Hierzu lädt der Lübecker CSD e.V. herzlich ein. Im Anschluss an die Gedenkminute gibt es ein Treffen im Haus der Kulturen in Lübeck zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen. Der Termin darf gerne in weiteren Netzwerken geteilt werden.

Wer sich mit einem Kranz oder Gesteck beteiligen möchte, kann sich an die Gärtnerei Lohff wenden. Die Bestellungen werden dort gesammelt und am Veranstaltungstag direkt zum Denkmal geliefert (Kontakt s. unten).

Ziel der Arbeit des Lübecker CSD e.V. ist es, nicht nur Geschichte zu dokumentieren, sondern aktiv zu erinnern, um die Namen und die Leben der Opfer zu würdigen und darüber hinaus die Vergangenheit mit den heutigen Kämpfen um Menschenrechte und Vielfalt zu verbinden.

 

Datum & Uhrzeit: 23. Januar 2026 um 18 Uhr

Ort: Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle (Parade 12, 23552 Lübeck)

Kontakt Gärtnerei: Gärtnerei Lohff, Friedhofsallee 57, Lübeck, Telefon 0451 / 49 16 51.

Weitere Infos: Lübeck Pride e.V., Erinnern Lübeck

 

© Foto: Lübecker CSD e.V.

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Der Sonderforschungsbereich SFB 1665 „Sexdiversity“ der Universität zu Lübeck lädt im Wintersemester 2025/26 zu einer spannenden Reihe öffentlicher Vorträge ein, die sich unter dem Titel „Zwi:schen:räume – Geschlechterdiversität in Wissenschaft, Medizin und Gesellschaft“ mit zentralen Fragen rund um Geschlecht und Vielfalt auseinandersetzen. Ziel der Reihe ist es, wissenschaftliche Perspektiven, praktische Erfahrungen und gesellschaftliche Debatten in einen lebendigen Dialog zu bringen und so die Herausforderungen und Bedeutungen von Geschlechterdiversität sichtbar zu machen.

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Terminhinweis: 4. Februar 2026 – Alltagshürden und Alltagskämpfe

Der Vortrag am 4. Februar 2026 stellt einen besonderen Schwerpunkt der Reihe dar: Hier steht das Alltagsleben von nichtbinären, inter* und trans* Personen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung widmet sich konkreten Herausforderungen im Alltag – sowohl sozialen als auch institutionellen – und beleuchtet sie aus wissenschaftlicher wie persönlicher Perspektive.

Programm am 04.02.2026

  • Keynote: Jenny Wilken von der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit e.V., die über die Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Hürden von trans*, inter* und nichtbinären Menschen spricht.
  • Inputs:
    • Dr. Alik Mazukatow (Universität zu Lübeck, SFB 1665)
    • Dr. Luce deLire (Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Moderation: Anna Luther, Diversitätsexpertin

Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um strukturelle wie individuelle Herausforderungen im Alltag sichtbarer zu machen und mit einem interessierten Publikum zu diskutieren. Sie richtet sich an alle, die sich für Geschlechterdiversität, gesellschaftliche Teilhabe und inklusive Lebenswelten interessieren.

Zeit: 18:00–20:00 Uhr
Ort: Haus Eden, Königstraße 25, Lübeck (nur über Treppen zugänglich)

Weitere Infos und Organisation

Die Reihe wird von Juliane Scholz und Christoph Rehmann-Sutter organisiert; im Programmteam wirken zudem u. a. Ulrike Krämer, Nadine Hornig und Olaf Hiort mit. Alle Termine und Detailinformationen sind über die Website des SFB 1665 einsehbar.

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Die Anerkennung der geschlechtlichen Identität ist für trans* und nichtbinäre Jugendliche von zentraler Bedeutung. Aktuelle Studien aus den USA belegen, dass ein respektvoller Umgang im sozialen Umfeld einen messbaren Einfluss auf die psychische Gesundheit junger Menschen hat. Insbesondere die bewusste Verwendung des selbstgewählten Namens und der passenden Pronomen kann das Risiko für schwere seelische Krisen deutlich senken.

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Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche, deren Identität von Familie, Freundeskreis oder Schule akzeptiert wird, signifikant seltener von Suizidgedanken oder -versuchen berichten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem wichtigen Schutzfaktor. Fehlt diese Unterstützung, steigt die psychische Belastung erheblich. Gefühle von Ausgrenzung, Unsichtbarkeit und mangelnder Wertschätzung prägen dann häufig den Alltag der Betroffenen.

Trotz der klaren Studienlage erfahren viele trans* und nichtbinäre Jugendliche diese Anerkennung nicht. In einer aktuellen Studie des Trevor Project gab weniger als die Hälfte an, regelmäßig mit dem gewünschten Namen und den richtigen Pronomen angesprochen zu werden. Besonders nichtbinäre Jugendliche sind betroffen, da ihre Identität im gesellschaftlichen Alltag noch immer wenig bekannt ist und häufig infrage gestellt wird. Geschlechtsneutrale Pronomen stoßen dabei oft auf Unverständnis oder bewusste Ablehnung.

Häufig wird fehlender Respekt mit Unsicherheit oder mangelnder Gewohnheit begründet. Expertinnen und Experten aus Psychologie, Medizin und Pädagogik weisen jedoch darauf hin, dass solche Argumente die Auswirkungen auf die Betroffenen verkennen. Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche bereits früh ein klares Gefühl für ihre eigene Geschlechtsidentität entwickeln können. Eine unterstützende Haltung bedeute dabei nicht, Entscheidungen vorzugeben, sondern jungen Menschen zuzuhören und ihre Selbstaussagen ernst zu nehmen.

Ein respektvolles Umfeld stärkt nach Einschätzung von Fachleuten das Selbstwertgefühl und fördert die Fähigkeit, mit Diskriminierung und gesellschaftlichem Druck umzugehen. Umgekehrt kann dauerhafte Missachtung der eigenen Identität das Risiko für Depressionen, Angststörungen und soziale Isolation erhöhen. Vor diesem Hintergrund wird Anerkennung zunehmend als Bestandteil von Präventionsarbeit verstanden.

Der Handlungsbedarf richtet sich vor allem an das direkte Umfeld der Jugendlichen. Familien, Schulen und soziale Einrichtungen spielen eine Schlüsselrolle. Oft sind es keine aufwendigen Maßnahmen, sondern einfache Gesten, die eine große Wirkung entfalten. Die konsequente Nutzung des richtigen Namens, ein respektvoller Sprachgebrauch und die Bereitschaft zuzuhören können das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit stärken.

Sichtbarkeit und Respekt sind damit keine symbolischen Akte, sondern konkrete Faktoren, die das Leben junger trans* und nichtbinärer Menschen nachhaltig beeinflussen. Fachleute betonen, dass gesellschaftliche Akzeptanz nicht nur eine Frage von Toleranz ist, sondern ein wirksames Mittel, um psychische Krisen zu verhindern und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.

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Die SPD-Politikerin Sophie Koch hat Ende Mai 2025 ihr Amt als Queer-Beauftragte der Bundesregierung angetreten. In ihrem ersten Interview mit  der Zeitung Schwulissimo macht sie deutlich, dass diese Aufgabe in eine politisch angespannte Zeit fällt. Queere Lebensrealitäten stünden wieder stärker unter Druck, nicht nur durch offene Anfeindungen, sondern auch durch politische Debatten, die Unsicherheit und Angst schürten.

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Vermitteln, zuhören und sichtbar machen

Koch versteht sich in ihrem Amt als Bindeglied zwischen Politik und Gesellschaft. Einerseits will sie innerhalb der Bundesregierung dafür sorgen, dass queere Themen ernst genommen und mitgedacht werden, andererseits sieht sie den engen Austausch mit Verbänden, Initiativen und Betroffenen als unverzichtbar an. Ihr Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und queere Perspektiven dauerhaft in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Fokus auf ländliche Räume

Besonders wichtig ist ihr der Blick über die großen Städte hinaus. Koch betont, dass queere Menschen im ländlichen Raum oft stärker von Ausgrenzung, Unsichtbarkeit und Angst betroffen seien. Eigene Erfahrungen mit Bedrohungen rund um CSDs und queere Veranstaltungen hätten ihr gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf dort sei. Diese Perspektive möchte sie gezielt in ihre politische Arbeit einfließen lassen.

Rechtliche Gleichstellung als Kernaufgabe

Inhaltlich nennt Koch mehrere zentrale Baustellen. Ein Schwerpunkt ist die Verankerung queerer Rechte im Grundgesetz, um Diskriminierung klarer entgegenzutreten. Zudem will sie bestehende Ungleichbehandlungen im Abstammungsrecht beseitigen, die queere Familien und ihre Kinder benachteiligen. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll aus ihrer Sicht reformiert werden, damit Betroffene ihre Rechte einfacher durchsetzen können.

Schutz vor Hass und Gewalt

Angesichts zunehmender Bedrohungen, insbesondere durch rechtsextreme Gruppen, misst Koch dem Thema Sicherheit große Bedeutung bei. Sie fordert, dass Polizei und Behörden queere Demonstrationen und Veranstaltungen konsequent schützen. Gleichzeitig betont sie, dass Repression allein nicht ausreiche: Politische Bildung, Demokratieförderung und Präventionsarbeit seien entscheidend, um langfristig Hass und Queerfeindlichkeit zurückzudrängen.

Kontinuität und klare Haltung

Abschließend macht Koch deutlich, dass sie an bestehende Initiativen anknüpfen will, insbesondere an den Nationalen Aktionsplan „Queer Leben“. Ihr Anspruch ist es, die begonnenen Projekte nicht nur fortzuführen, sondern weiterzuentwickeln. Akzeptanz, Gleichberechtigung und Sicherheit für queere Menschen sollen kein Nischenthema bleiben, sondern als selbstverständlicher Teil staatlicher Verantwortung verstanden werden.

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Zuletzt haben wir hier bei Echte Vielfalt am 06. November 2025 zum Diskurs über die Speicherung von queeren Merkmalen im Melderegister informiert. Nun läuft noch bis zum 13. Januar 2026 eine Petition, die queerpositive Forderungen an die Bundesregierung stellt.

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Was bisher geschah, kurz zusammengefasst:

Im November 2024 wurden im Selbstbestimmungsgesetz die Rechte von trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen erweitert. Geschlecht und Vornamen sind seitdem rechtlich gesehen leichter zu ändern. Im Juli 2025 legte das Bundesinnenministerium (BMI) dann Verordnungsentwürfe zu Änderungen im Meldewesen vor, die beabsichtigen, die früheren Angaben, z. B. zu Geschlecht und Namen, in einer Art „Lebensakte“ aufzuführen. Es wäre damit unmittelbar zu erkennen, wenn eine Person ihre Daten ändert, d.h. eine trans*, intergeschlechtliche oder nicht-binäre Identität wird ungeschützt und ohne Einverständnis der betroffenen Person sichtbar. Im Oktober sollten diese Änderungen zur Abstimmung kommen, die jedoch nicht stattfand, sondern vertagt wurde. Grund dafür könnten der Druck und die Kritik aus der queeren Community gewesen sein (LSVD+, taz).

Bisher gibt es noch keine Neuigkeiten, wie und wann es mit der Abstimmung zu den geplanten Verordnungen weitergeht. Doch noch bis zum 13. Januar 2026 kannst du deine Stimme nutzen und die Petition „Keine Führung eigener Register zur Erfassung von trans* und nichtbinärer Personen“ mitzeichnen. Sie will erreichen, dass die Rechte auf informationelle Selbstbestimmung, Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung nicht eingeschränkt werden und dass jegliche Erfassung von Minderheiten in Sonderregistern verhindert wird. Die vollständige Begründung ist hier zu finden. Die Petition wurde am 14. Juli 2025 gestartet. Bisher haben 27.556 Personen mitgezeichnet, doch das Quorum ist noch nicht erreicht! Zum Unterzeichnen geht es hier.

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Echte Vielfalt
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