Weiterlesen Während der CSD-Saison entstehen häufig zusätzliche Kulturprogramme wie Filmabende, Podiumsdiskussionen oder Ausstellungen. Doch außerhalb der Sommermonate verlagert sich queere Kultur in andere Formate: Ein zentrales Beispiel für kontinuierliche Arbeit ist HAKI e.V. in Kiel. Der Verein organisiert ganzjährig Gruppenangebote, Selbsthilfeformate und kulturelle Begegnungsräume. Auch der Landesverband LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt Schleswig-Holstein wirkt über den Pride-Sommer hinaus in Bildungs-, Beratungs- und Vernetzungsprojekten. Auch wenn größere Städte wie Kiel und Lübeck allein durch ihre strukturelle Infrastruktur, Szene-Lokale und ihr Hochschulumfeld profitieren, zeigt sich in Schleswig-Holstein eine bemerkenswerte regionale Streuung: Kleinere Städte wie Elmshorn, Pinneberg oder Rendsburg haben eigene CSD-Initiativen oder Community-Gruppen aufgebaut. An der Westküste, in Mittelstädten oder im ländlichen Raum entstehen zunehmend niedrigschwellige Angebote. Allerdings bleibt die Herausforderung deutlich: Im ländlichen Raum sind queere Veranstaltungen oft projektbezogen und stark von Einzelengagement abhängig. Kontinuität ist hier schwerer zu sichern als in urbanen Zentren. Dazu kommt, dass queere Kultur in Schleswig-Holstein überwiegend ehrenamtlich organisiert ist: Vereine, Initiativen und lose Netzwerke stemmen Veranstaltungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Fördermittelakquise und politische Interessenvertretung. Trotz der insgesamt positiven Entwicklungen bleiben Fragen offen: Während CSD-Paraden inzwischen in vielen Städten etabliert sind, ist die strukturelle Absicherung ganzjähriger Kulturangebote noch ausbaufähig.
Weiterlesen Grundlage des neuen Aktionsplans ist die „Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“, der sich die Stadt Lübeck angeschlossen hat. Diese Charta ist ein europaweit anerkanntes Rahmenwerk für kommunale Gleichstellungsarbeit und fordert, Gleichstellung umfassend zu denken und in allen Lebensbereichen wirkungsvoll zu verankern. In ihrem aktualisierten Text bekräftigt die Charta unter anderem Schwerpunkte des 2. Aktionsplans Der Aktionsplan 2025 – 2028 fasst 63 Maßnahmen zusammen, die in sieben Handlungsfelder gegliedert sind. Eines davon ist das neue Handlungsfeld VII: „Queeres Lübeck“, das mit zwölf spezifischen Maßnahmen die Sichtbarkeit, Teilhabe und Unterstützung von queeren Menschen in der Stadtgesellschaft stärken soll. Die weiteren Handlungsfelder umfassen Themen wie: Stadtverwaltung, zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine und Einzelpersonen haben sich in breit angelegten Beteiligungsformaten eingebracht – ein Zeichen dafür, dass Gleichstellungsarbeit in Lübeck als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird. Auftaktveranstaltung im März 2026 Ein weiterer wichtiger Schritt für die Umsetzung des neuen Plans ist die öffentliche Auftaktveranstaltung, zu der alle Interessierten eingeladen sind: Mittwoch, 11. März 2026, 16:00 – 20:00 Uhr Bei dieser Veranstaltung stehen Information, Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt. Sie bietet Raum für Gespräche zu den geplanten Maßnahmen des Aktionsplans und für die Frage, wie die gemeinsame Umsetzung aktiv gestaltet werden kann.
Aula der Volkshochschule Lübeck, Falkenplatz 2
Queere Vielfalt in Schulen: Vom Anspruch zur gelebten Praxis
26. Februar 2026Weiterlesen Queere Schüler*innen erleben nach wie vor überdurchschnittlich häufig Diskriminierung, Ausgrenzung oder Mobbing. Studien (z.B. der European Union Agency for Fundamental Rights, 2024) zeigen, dass fehlende Sichtbarkeit und mangelnde Sensibilität im schulischen Umfeld negative Auswirkungen auf psychische Gesundheit, Lernmotivation und Bildungsbiografien haben können. Eine inklusive Schulkultur ist deshalb keine Zusatzaufgabe, sondern Teil professioneller Schulentwicklung. Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag einen Antrag in den Landtag eingebracht, der sich mit der Stärkung queerer Vielfalt und dem Schutz vor Diskriminierung im schulischen Kontext befasst. Im Kern geht es darum, bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln, Sensibilität strukturell zu verankern und Schulen in ihrer Verantwortung für ein diskriminierungsfreies Lernumfeld zu unterstützen. Der Antrag ist damit Ausdruck einer breiteren gesellschaftlichen Debatte – im Mittelpunkt steht jedoch das Thema selbst: Wie gelingt es, Vielfalt verbindlich in schulische Praxis zu übersetzen? Es gibt bereits bewährte Ansätze, auf die sich zurückgreifen lässt: 1. Verlässliche Ansprechpersonen und Schutzkonzepte: Schulen können feste Vertrauenslehrkräfte oder Diversity-Beauftragte benennen, die für Fragen rund um sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität qualifiziert sind. Ergänzend wirken klar formulierte Antidiskriminierungsleitlinien, die explizit LSBTIQ*-Feindlichkeit benennen. Solche Schutzkonzepte orientieren sich häufig an Empfehlungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die betont, dass Diskriminierungsschutz institutionell verankert sein muss – nicht nur situativ reagierend. 2. Selbstgewählter Name und Pronomen im Schulalltag: Ein niedrigschwelliger, aber wirkungsvoller Schritt ist die konsequente Nutzung des selbstgewählten Namens und der gewünschten Pronomen. Auch wenn Personenstandsänderungen noch nicht abgeschlossen sind, signalisiert diese Praxis Anerkennung. Schulinterne Handreichungen können Lehrkräften Sicherheit im Umgang mit datenschutzrechtlichen Fragen geben und Missverständnisse vermeiden. 3. Unterrichtliche Verankerung: Queere Lebensrealitäten lassen sich in verschiedenen Fächern thematisieren: Im Deutschunterricht über Literatur, im Geschichtsunterricht über Emanzipationsbewegungen, im Biologieunterricht differenziert und wissenschaftlich fundiert. Wichtig ist dabei eine sachliche, altersangemessene und stereotypfreie Darstellung. Das Deutsches Jugendinstitut weist darauf hin, dass Sichtbarkeit im Lehrplan signifikant zur Reduktion von Vorurteilen beitragen kann. 4. Kooperation mit externen Trägern: Workshops mit queeren Bildungsinitiativen oder Projekttage zu Vielfalt und Demokratiebildung schaffen Raum für Fragen, die im regulären Unterricht oft zu kurz kommen. Hier profitieren Schulen von Kooperationen mit regionalen Netzwerken und Landesprogrammen. In Schleswig-Holstein unterstützt das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein Programme zur Stärkung von Akzeptanz und Diversität im Bildungsbereich, z.B. SCHLAU Schleswig-Holstein, ein landesweite Netzwerk lokaler SCHLAU Gruppen mit einem breiten Angebot an Bildungs-, Aufklärungs- und Antidiskriminierungsworkshops zu geschlechtlicher, sexueller und romantischer Vielfalt für Schulen, Sportvereine, Jugendzentren und andere Jugendeinrichtungen. Queere Vielfalt in Schulen ist kein Randthema und keine ideologische Zusatzdebatte. Es geht um Bildungsqualität, Chancengerechtigkeit und den Schutz junger Menschen. Politische Initiativen wie der Antrag der SPD-Fraktion machen deutlich, dass dieses Thema auch auf Landesebene als strukturrelevant verstanden wird – entscheidend bleibt jedoch die konkrete Umsetzung im schulischen Alltag.
Weiterlesen Schwere Lage in Iran, Saudi-Arabien und Irak Amnesty International verzeichnete in diesem Frühjahr einen Höchststand bei Hinrichtungen, wobei die drei Länder mit den extremsten Strafen für queere Menschen (Iran, Saudi-Arabien und Irak) besonders auffallen. Im Irak hat ein neues homofeindliches Gesetz zu einer drastischen Verschärfung der Lage geführt: Behörden und politische Akteur*innen haben gezielte Hetzjagden auf queere Menschen gestartet, die oft ins Untergrund- oder Versteckleben gedrängt werden. Viele versuchen, das Land zu verlassen. Im Iran verschärft das Regime im Zuge seiner Repressionen gegen Protestbewegungen auch die Unterdrückung queerer Aktivist*innen. Tausende wurden verhaftet, viele gefoltert oder getötet. Einige, wie die queere Aktivistin Zahra Sedighi-Hamadani, konnten nur durch internationale Unterstützung ausreisen. In Saudi-Arabien hängt das Überleben queerer Menschen oft von finanziellen Mitteln ab: Wohlhabende können sich ein verstecktes Leben einrichten oder ausreisen, arme Menschen sind der Gefahr von Ausbeutung, Folter und Verhaftung ausgesetzt. Die Entscheidung, die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 nach Saudi-Arabien zu vergeben, zeigt für Haag, wie Sportgroßveranstaltungen in Ländern mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen politische Botschaften der Gleichgültigkeit senden. Ein globaler Trend zum Rückschritt Während einige Staaten homosexuelle Handlungen entkriminalisieren, verstärken andere die Kriminalisierung queeren Lebens. Nach Einschätzung von Amnesty gibt es global kaum noch positive Entwicklungen: In Ländern wie Ungarn, Bulgarien oder der Slowakei werden Rechte eingeschränkt, und auch in den USA haben politische Kräfte begonnen, frühere Fortschritte zurückzudrängen. Ein wesentlicher Faktor sei der strategische politische Aufbau queerfeindlicher Netzwerke, die darauf abzielten, erreichte Rechte systematisch wieder abzubauen. Afrika: Einfluss externer Bewegungen und neue Bedrohungen In Teilen Afrikas erschweren neue repressive Gesetze die Lage zusätzlich. In Uganda etwa führte langjährige Einflussnahme evangelikaler Gruppen aus dem Ausland zur Verabschiedung eines Anti-Homosexualitätsgesetzes mit Todesstrafe. Ähnliche Entwicklungen werden aktuell auch in Ghana und anderen ostafrikanischen Staaten beobachtet. Haag betont, dass europäische Regierungen Druck auf diese Parlamente ausüben und lokale, progressive Gemeinschaften stärken müssten, um diesem Trend entgegenzuwirken. Was nötig ist: Globale Solidarität und politische Kraft Angesichts dieser Entwicklungen ist laut Haag eine internationale Bündelung queerpolitischer Kräfte notwendig: Queere Lobbyarbeit, politische Einflussnahme und Kooperation zwischen NGOs und Staaten müsse stärker werden. Besonders wichtig sei es, staatliche Unterstützung für lokale Initiativen wieder auszuweiten, nachdem sie vielerorts zurückgefahren wurde. Deutschland im Blick Auch in Deutschland bestehen Herausforderungen. Die neue Bundesregierung wird kritisiert, weil im aktuellen Koalitionsvertrag wichtige Schutzmaßnahmen gegen Hassverbrechen fehlen. Zudem wurde ein Aufnahmeprogramm für gefährdete Menschen, darunter viele queere Geflüchtete, eingestellt, was ihre Situation weiter verschärft. Amnesty fordert daher, dass Deutschland und andere EU-Staaten mehr tun, um Schutz und Aufnahme zu gewährleisten. Gegen Rassismus und Queerfeindlichkeit Haag macht deutlich, dass Diskriminierung und Gewalt nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Schutz vor Queerfeindlichkeit müsse Hand in Hand gehen mit Maßnahmen gegen Rassismus und andere Formen struktureller Diskriminierung. Gleichzeitig müsse klar signalisiert werden, dass Hasskriminalität streng verfolgt werde.
Weiterlesen Europa: Fortschritt und Gegenwind Deutschland wurde zuletzt leicht nach oben gereiht, doch die Lage in Europa ist uneinheitlich: Nur 22 Länder ermöglichen die gleichgeschlechtliche Ehe und Transpersonen können in lediglich zwölf Staaten ihren Personenstand rechtlich ändern. Pride-Paraden und queere Veranstaltungen sind in mindestens 14 Ländern eingeschränkt oder werden offen angegriffen. Zugleich warnt die internationale queere Bewegung vor einer Koordination globaler Rückschläge, die unter dem Deckmantel von „Tradition“ und „öffentlicher Stabilität“ Rechte zurücknehmen und Diskriminierung festigen wollen. Dieses Phänomen ist nicht auf einzelne Staaten beschränkt, sondern zeichnet sich in verschiedenen Regionen Europas ab. Die EU-Strategie: Ambitioniert – aber umstritten Die neue Gleichstellungsstrategie der EU (2026–2030) verspricht mehr Schutz für LGBTIQ+-Personen, Maßnahmen gegen Gewalt und Hass im Netz sowie inklusive Arbeitsbedingungen. Doch viele queere Organisationen kritisieren die EU dafür, in den vergangenen Jahren zu wenig bewirkt zu haben – symbolische Erklärungen statt wirksamer Politik. Laut dem Ipsos LGBT+ Pride Report 2025 sinkt zudem die weltweite Akzeptanz queerer Menschen: Nur 47 % der globalen Bevölkerung unterstützen LGBTIQ+-Personen, und Anti-Diskriminierungsgesetze werden nur von rund 51 % befürwortet. Deutschland im Spiegel Europas Die Meinungen queerer Akteur*innen aus anderen EU-Ländern über Deutschland zeigen ein differenziertes Bild: Gesellschaft und Politik in Deutschland Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen weiterhin gleiche Rechte befürwortet: 78 % stehen einem allgemeinen Schutz vor Diskriminierung positiv gegenüber, 71 % unterstützen die Ehe für Schwule und Lesben. Doch bei konkreten Anti-Diskriminierungsgesetzen sinkt die Zustimmung auf 49 % und 18 % lehnen solche Gesetze ab. Innerhalb Deutschlands ist die Stimmung ambivalent: Queere Kultur und Gemeinschaften sind sichtbar und vielfältig, doch politische Polarisierung und hetzerische Stimmen verunsichern viele LGBTIQ+-Personen. Solidarität und Vernetzung als Schlüssel Ein zentrales Thema im Austausch zwischen Community-Vertreter*innen ist die Notwendigkeit internationaler Solidarität. Queere Organisationen aus der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich betonen, wie wichtig grenzüberschreitende Zusammenarbeit und gemeinsame Strategien gegen queere-feindliche Bewegungen sind. Insbesondere die Finanzierung zivilgesellschaftlicher Initiativen müsse gestärkt werden, um langfristig Rechte zu sichern.
Weiterlesen In der Broschüre werden zunächst Merkmale von rechtsextremen Ideologien genannt, worunter neben rassistischen und migrationsfeindlichen Einstellungen auch die Ablehnung geschlechtlicher Vielfalt gezählt wird. Rechte Ideologien basieren meist auf der Idee, dass es nur zwei Geschlechter gebe. Diese haben klare Rollen in der Familie, der wiederum eine nationalistische bzw. völkische Bedeutung zugewiesen wird. So ist die „Ungleichwertigkeit von Männlichkeit und Weiblichkeit […] eine Grundlage der gesellschaftlichen und politischen Ordnung in extrem rechten Ideologien.“ (S. 10) Rechte Akteur*innen benutzen biologistische Argumente, wobei sie wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine Natürlichkeit geschlechtlicher Hierarchien widerlegen, außer Acht lassen. Im Geschlechterverständnis sind auch Verschränkungen mit rassistischen Motiven zu finden: „Es wird ein direkter Bezug von der Familie als ‚Keimzelle der Nation‘ zu einer als homogen imaginierten ‚Volksgemeinschaft‘ hergestellt.“ (S. 13) Feministische Forderungen, zu denen auch geschlechtliche Vielfalt zählt, werden klar abgelehnt. So wird der Zusammenhang zu Trans*feindlichkeit geschaffen: „Rechtsextreme Erzählungen zu den Themen körperliche Selbstbestimmung, Reproduktion, Geschlechter- und Familienbilder werden explizit mit trans*feindlichen Erzählungen verbunden. Dabei werden aktuelle gesellschaftliche, meist menschenfeindlich aufgeladene, Debatten aufgenommen oder es wird auf Argumentationsmuster und Konzepte zurückgegriffen, die bereits seit Jahrzehnten dazu dienen bzw. dienten, queeren Menschen ihr Recht auf körperliche und geschlechtliche Selbstbestimmung abzusprechen“ (S. 17) In rechten Diskursen werden mit Begriffen wie „Gender-Ideologie“ oder „Gender-Wahn“ antifeministische und trans*feindliche Motive verschleiert. Zudem wird oft argumentiert, dass Kinder vor einer vermeintlichen „Frühsexualisierung“ geschützt werden müssen. In der Broschüre wird klargestellt, dass dies keine wissenschaftliche Basis hat und ähnliche Argumentationslinien bereits in der NS-Zeit zu finden sind. Trans* und nichtbinäre Personen werden von Rechten diffamiert und zum Teil öffentlich angegriffen. Zur Frage, inwiefern Trans*feindlichkeit rechtsextremen Akteur*innen in die Hand spielt, liefert die Broschüre die Antwort, dass es als strategisches Mittel fungiert: Einerseits hätten „trans*feindliche Aussagen ein hohes Anknüpfungspotential an verschiedene Teile der Gesellschaft“, was für eine rechtsextreme Agenda ausgenutzt werden könne, um „im nächsten Schritt für weitere Elemente extrem rechter Ideologien zu mobilisieren“ (S. 37). Zudem werden damit traditionelle antifeministische Diskurse, die heutzutage weniger Mobilisierungspotential haben, verschoben und die (weiße) cis-Frau als Schutzobjekt umgedeutet, das von Trans*geschlechtlichkeit gefährdet sei. Außerdem werden, beispielsweise mit den Argumenten zum Kinderschutz, Allianzen zwischen Rechtsextremen und anderen Gruppen, zum Beispiel religiösen und konservativen, innerhalb der Gesellschaft geschaffen. In der Broschüre wird zuletzt auf Gegenstrategien eingegangen, die unter anderem eine kritische Auseinandersetzung mit Trans*feindlichkeit sowie der Zusammenarbeit mit Organisationen und Interessensverbänden von trans* Personen beinhalten. Außerdem müsse das Thema im größeren politischen Kontext betrachtet werden: „Immer wieder wird davon gesprochen, es gehe beim Thema Trans*geschlechtlichkeit ‚nur‘ um eine kleine Personengruppe. Ganz im Gegenteil können wir aber beobachten, dass es bei Trans*feindlichkeit von der extremen Rechten um strategische politische Angriffe auf Menschenrechte und Selbstbestimmung geht. Es geht darum, rechtsextreme Ideologien und damit auch Antisemitismus, Rassismus, Ableismus und Klassismus zu normalisieren und eine vielfalts- und demokratiefeindliche Gesellschaft zu errichten.“ (S. 43) Die Verschränkungen von Queerfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben sich in den vergangenen Jahren anhand der zahlreichen Angriffe auf Christopher Street Day (CSD) Veranstaltungen gezeigt. Die Arbeit des Bundesverband Trans* und der Amadeu Antonio Stiftung hilft, diese Ereignisse im Kontext rechter Ideologien zu verstehen, um gezielt dagegen vorzugehen. Der Bundesverband Trans* setzt sich für die Rechte von trans* Personen ein. Mit regelmäßigen Publikationen und Fortbildungen klärt der Verband über wichtige Themen im Kontext von geschlechtlicher Vielfalt auf. Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Die Stiftung betrachtet auch Antifeminismus und Queerfeindlichkeit im Kontext rechter Ideologien. Bei der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus wird dieser Zusammenhang erforscht und dazu beraten. Zur Publikation: „Was bringt Trans*- feindlichkeit rechtsextremen Akteur*innen? Und: Was ist daran so gefährlich?“ Bild (Deckblatt der Broschüre): Bundesverband Trans*
Raum für Austausch und Akzeptanz: TIN*MV nimmt Arbeit auf
10. Februar 2026- Einzelberatungen zu Themen wie geschlechtliche Vielfalt, Coming-Out, Transition oder De-Transition
- Weiterbildungen und Sensibilisierungsangebote für Fachkräfte, um Kompetenzen im Umgang mit TIN*-Themen zu stärken
- Vernetzung und Austausch mit queeren Akteur*innen und Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern
vielfalt.SH e.V.
8. Februar 2026Weiterlesen So ist vielfalt.SH e.V. „Mit diesen vielfältigen Projekten und Aktivitäten sind wir im Norden Schleswig-Holsteins vertreten. Wir unterstützen und leisten Peer-to-Peer Beratung bei allen Themen der sexuellen Gesundheit, geschlechtlichen, sexuellen und romantischen Vielfalt und Selbstbestimmung“, so Vorstandsvorsitzender Andreas Witolla. Der ehrenamtliche Vorstand besteht aus Franziska Paulsen, Jörg Kobarg und Andreas Witolla. Im Projektteam arbeiten Alejandro Valdivia, Doro Bueschler, Leonie Schröpfer und Nic Thöne. Kontakt: info@vielfalt.sh Weitere Informationen zu vielfalt.SH e.V. finden sich auf der Website: www.vielfalt.sh
Vier queere Podcast-Empfehlungen
5. Februar 2026Weiterlesen Willkommen im Club – der queere Podcast von PULS Im queeren Podcast von PULS (BR) sind mittlerweile fast 200 Folgen erschienen, die Themen aus der LSBTIQ*-Community aufgreifen. Die Hosts Sophia und Dimi sprechen offen und zugänglich über queere Lebensrealitäten – von historischen Blickwinkeln über persönliche Erfahrungen bis hin zu aktuellen Fragen rund um Identität, Liebe und Gesellschaft. Between Dykes Dan und Margo sprechen im Podcast „Between Dykes“ über Themen rund um Queerness, Nicht-Binarität und Trans*sein. Sie diskutieren unter anderem Begriffe wie FLINTA* und tauschen sich über die Bedeutung queerer Communities und Allyship aus. Außerdem teilen sie ihre persönlichen Erfahrungen und Gedanken, etwa zum Lesbisch-Sein oder zu Mastektomien, und geben Einblicke in ihre Beziehung. Light On! Queere Kultur und Geschichte Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Regensburg wird im recht neuen Podcast „Light On! Queere Kultur und Geschichte“ über Geschichte von LSBTIQ*-Personen gesprochen, die oft unsichtbar geblieben sind. Wissenschaftler*innen sprechen in den einzelnen Folgen über diverse (kultur-)geschichtliche Themen im Kontext queerer Lebenswelten. Queer Voices Podcast Élie Chevillet lädt im „Queer Voices Podcast“ jede Folge eine Person aus der LSBTIQ* Community ein, um verschiedene Facetten von Queerness zu beleuchten. Durch die Verbindung von sozialen Themen mit persönlichen und biografischen Perspektiven eröffnet der Podcast eine intersektionale Sicht auf queere Lebensrealitäten. Dabei sollen Stimmen zu Wort kommen, die auch innerhalb der queeren Gemeinschaft häufig weniger Sichtbarkeit erfahren. Weitere Podcast-Empfehlungen haben wir in einem früheren Artikel zusammengestellt.
Petition zur Wiedereinführung des Aktionsplans „Queer Leben“
3. Februar 2026Weiterlesen Mit dem Aktionsplan „Queer Leben“ sollten die rechtliche Gleichstellung, die Sicherheit und Teilhabe queerer Menschen verbessert werden. Im Rahmen dessen wurden einige Maßnahmen umgesetzt, die als Erfolge für die LSBTIQ*-Gemeinschaft gedeutet wurden, darunter das Selbstbestimmungsgesetz sowie die Abschaffung des Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer. In Hinblick auf die Situation von Regenbogenfamilien, die mit dem Aktionsplan ebenfalls verbessert werden sollte, hat sich jedoch wenig getan. Obwohl der Aktionsplan und seine Umsetzung auch vonseiten queerer Initiativen in der Kritik standen, war er das bundesweit einzige Förderprojekt für queere Projekte, wie im Petitionstext hervorgehoben wird. In den meisten Bundesländern werden solche Maßnahmenpakete stetig weiterentwickelt, dies müsse auch auf Bundesebene geschehen. Die Initiator*innen richten sich mit ihrer Forderung, den Aktionsplan weiterzuführen, an die Bundesregierung, insbesondere Lars Klingbeil (Bundesfinanzminister), Alexander Dobrindt (Bundesinnenminister) und Karin Prien (Ministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Dabei wird betont, dass ein Auslaufen des Aktionsplans, mit dem Queerfeindlichkeit abgebaut werden sollte, in Zeiten „wachsender queerfeindlicher Hasskriminalität und dem Erstarken rechtsextremer Kräfte […] schlicht verantwortungslos“ sei. In einer Pressemitteilung zitiert Alexander Vogt vom Bundesvorstand des LSVD+ - Verband Queere Vielfalt den Bundeskanzler Friedrich Merz mit seinem Versprechen, queere Menschen zu schützen, und fordert, dass diesen Worten auch Taten folgen müssen: „Die Bundesregierung darf sich nicht ihrer Verantwortung entziehen, denn queeres Leben in Deutschland ist derzeit so bedroht wie schon lange nicht mehr“, so Vogt. Hier geht es zur Petition. Zu den Erstunterzeichner*innen gehören unter anderem der LSVD+, die Bundesprecher*innen der Linke queer, die Bundestagsabgeordneten Maik Brückner, Sven Lehmann und Nyke Slawik sowie Aktivist*innen. Initiiert wurde sie von Nadine Primo und Luna Möbius. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des LSVD+.







