Weiterlesen Das Jugendnetzwerk lambda::nord e.V. fordert gegenüber dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK) daher schon seit Längerem, dass bei der Zeugnisausstellung Ergänzungsausweise berücksichtigt werden. Diese standardisierten Ausweispapiere mit selbstgewählten personenbezogenen Daten werden von den Innenministerien als Nachweisdokument anerkannt. Die Leiterin des MBWFK, Dr. Dorit Stenke (CDU), brachte in einer Landtagsdebatte zur Sprache, dass sie eine solche Regelung für entbehrlich halte. Daraufhin forderte der Landesgeschäftsführer von lambda::nord, Moritz Griepentrog, die Herausgabe der Gutachten, mit denen das Ministerium seine Position zur Zeugnisausstellung rechtlich begründet. Nach Angaben des Vereins verlangt das Ministerium für die Bereitstellung der Gutachten 150 Euro. Griepentrog kritisiert dieses Vorgehen, hebt jedoch gleichzeitig die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ministerium in anderen Bereichen positiv hervor. Um die Gutachten zu finanzieren, startet lambda::nord beim Christopher Street Day (CSD) in Lübeck eine Spendenaktion. Die Aktion läuft unter dem Motto „150 Euro Zeugnisgeld“ und wird am Infostand des Vereins am 14. und 15. August stattfinden.
Weiterlesen Die Innenministerkonferenz beschloss 2021, dass das Bundesinnenministerium einen temporären Arbeitskreis einrichtet, der sich aus Vertreter*innen verschiedener Ministerien, Mitarbeitenden von Universitäten und der Polizeiakademie Niedersachsen sowie zivilgesellschaftlichen LSBTIQ*-Organisationen zusammensetzt. Der Arbeitskreis erarbeitete einen Abschlussbericht mit 22 Handlungsempfehlungen, der im Sommer 2023 von der Innenministerkonferenz angenommen wurde. Nach einem ersten Umsetzungsbericht im Jahr 2025 wurde im Rahmen der diesjährigen Innenministerkonferenz nun der Evaluationsbericht vorgelegt. In einer Pressemitteilung äußert sich Alexander Vogt aus dem Bundesvorstand des LSVD+ angesichts des Anstiegs queerfeindlicher Hasskriminalität und sieht erheblichen Handlungsbedarf. Der Verband begrüßt zwar die Fortschritte, kritisiert jedoch, dass viele Empfehlungen des Arbeitskreises nicht vollständig umgesetzt wurden. Dabei werden konkrete Forderungen genannt. Eine hauptamtliche LSBTIQ*-Ansprechperson in allen Polizeibehörden sei notwendig, um klare Zuständigkeiten zu schaffen. Individuelles Engagement und nebenamtliche Zuständigkeiten seien nicht ausreichend. Inhalte zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sollen in der Aus- und Fortbildung von Polizei und Sicherheitsbehörden verbindlich vermittelt werden, um einen diskriminierungssensiblen Umgang bundesweit als Standard zu etablieren. Darüber hinaus fordert der LSVD+ eine langfristig gesicherte Finanzierung von Beratungs-, Melde- und Präventionsangeboten, da der Anstieg queerfeindlicher Gewalt zu einem erhöhten Bedarf an spezialisierter Opferberatung führe. Der LSVD+ schließt die Pressemitteilung mit der Forderung, die Handlungsempfehlungen vollständig umzusetzen und die Umsetzung transparent zu dokumentieren. Spätestens in zwei Jahren solle zudem eine erneute Evaluation des Umsetzungsstandes erfolgen.
Weiterlesen Die Proband*innen sollten mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Gut eingestellte psychische oder körperliche Erkrankungen stellen jedoch nicht zwingend ein Ausschlusskriterium dar. Nicht mehr gesucht werden cisgeschlechtliche Personen sowie trans Männer, die eine Hormontherapie erhalten. Die Studienteilnehmenden nehmen an einer einmaligen Untersuchung am UKSH in Kiel teil. Diese dauert etwa eine Stunde und 45 Minuten und umfasst das Ausfüllen von Fragebögen, eine Blutentnahme sowie verschiedene Verfahren zur Schmerzmessung. „Eine queer- und trans*-freundliche Atmosphäre ist gegeben“, heißt es im Flyer zur Studie. Alle Proband*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro. Die Anmeldung erfolgt online. Bei Fragen oder Unsicherheiten kann eine E-Mail an schmerz-studie@web.de gesendet werden.
Trans* Frauen und nicht-binäre Personen für deutschlandweite Studie zur urologischen Versorgung gesucht
4. Juni 2026Trans* Frauen können grundsätzlich an Prostatakrebs erkranken. Über die urologische Versorgung dieser Personengruppe und mögliche besondere Herausforderungen im Zugang zu Vorsorge- und Behandlungsangeboten liegen bislang jedoch nur wenige Erkenntnisse vor.
Im Rahmen ihrer Promotion führt Jessica Gloe, Doktorandin an der Universität Kiel (UKSH), derzeit eine wissenschaftliche Studie zur Inanspruchnahme von Prostatakrebsvorsorge durch trans* Frauen in Deutschland durch. Ziel der Untersuchung ist es, die aktuelle Versorgungssituation besser zu verstehen. Dabei stehen insbesondere Vorsorgeuntersuchungen, mögliche Zugangsbarrieren sowie Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen im Fokus. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, die gesundheitliche Versorgung in diesem Bereich zu verbessern.
An der Studie teilnehmen können trans* Frauen und nicht-binäre Personen ab 18 Jahren. Für die Teilnahme ist das Ausfüllen eines sechsseitigen Fragebogens vorgesehen, wofür etwa 15 Minuten eingeplant werden sollten. Die Datenerhebung erfolgt vollständig anonym und kann sowohl digital als auch postalisch durchgeführt werden. Eine unabhängige Ethikkommission hat die Studie geprüft und ihre Durchführung genehmigt.
Hier können der Fragebogen sowie weitere Informationen zur Studie heruntergeladen werden. Bei Fragen steht Jessica Gloe telefonisch unter 0179 610 49 41 oder per E-Mail an stu249024@mail.uni-kiel.de zur Verfügung. Das Teilen und Weiterleiten des Fragebogens ist ausdrücklich erwünscht, um ein möglichst umfassendes Bild der Versorgungssituation zu erhalten.
Veranstaltungshinweis: Queerfilmnacht
2. Juni 2026Weiterlesen Die Queerfilmnacht möchte queere Geschichten auf die Kinoleinwand bringen und dabei auch Orte erreichen, in denen es nur wenige Angebote für die LSBTIQ* Community gibt. Gleichzeitig bietet sie queeren Filmschaffenden und ihren Werken eine Plattform in einer Filmbranche, die nach wie vor überwiegend von nicht-queeren Erzählungen geprägt ist. Im Juni steht der Film „Donkey Days“ auf dem Programm. Die Komödie erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Angetrieben von den Erwartungen ihrer Mutter befinden sich beide seit Jahren in einem ständigen Konkurrenzverhältnis. Als sie in ihr Elternhaus in Norddeutschland zurückkehren, werden sie mit alten Konflikten, Familiengeheimnissen und unverarbeiteten Verletzungen konfrontiert. Dabei nähern sie sich einander langsam wieder an. Für Norddeutschland stehen bereits folgende Termine fest: Im Juli wird außerdem „Drunken Noodles“ gezeigt, im August folgt „Strange River“. Auf der Webseite der Queerfilmnacht lassen sich das aktuelle Programm, Kurzbeschreibungen der Filme sowie Trailer einsehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, nach teilnehmenden Kinos in der jeweiligen Region zu suchen.
Weiterlesen Eine Schirmherrschaft bedeutet die ideelle und öffentlichkeitswirksame Unterstützung einer Veranstaltung oder Organisation durch eine bekannte Persönlichkeit oder Institution. Für Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther ist diese Aufgabe nach eigener Aussage eine klare Verpflichtung: Schleswig-Holstein stehe für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Besonders Vertreter*innen der CSD-Initiativen im Land bewerten die Entscheidung positiv. Sie sehen darin ein wichtiges Signal für mehr queere Sichtbarkeit und Gleichberechtigung – insbesondere zu einem Zeitpunkt, an dem rechte Positionen zunehmend gesellschaftliche Zustimmung erhielten und queerfeindliche Äußerungen wieder lauter würden. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Entscheidung dadurch, dass sie von einem CDU-Politiker ausgeht. Unter dem Parteivorsitz von Friedrich Merz hat sich die CDU in gesellschaftspolitischen Fragen deutlich konservativer positioniert. So hatte sich Merz im vergangenen Jahr beispielsweise dagegen ausgesprochen, die Regenbogenflagge zum Christopher Street Day über dem Bundestag zu hissen. Dieser sei schließlich „kein Zirkuszelt“. Mit seiner Entscheidung grenzt sich Daniel Günther daher zumindest teilweise vom Kurs seiner Partei ab. Zugleich sendet er ein politisches Signal – auch in Richtung der ehemaligen schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien. Diese hatte zuletzt unter anderem ein Verbot des Gendersternchens unterstützt und Förderungen für queere Initiativen beendet. Über diesen symbolischen Schritt hinaus plant die Landesregierung zudem, die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen weiter auszubauen. Im Rahmen des Aktionsplans „Echte Vielfalt 2.0“ sollen Maßnahmen gegen Diskriminierung sowie zur Förderung queerer Sichtbarkeit intensiviert werden.
CSD-Saison in Schleswig-Holstein
19. Mai 2026Weiterlesen Mit dem Pride Month im Juni beginnt auch wieder die CSD-Saison in Deutschland. Doch bereits im Mai finden in Schleswig-Holstein erste Veranstaltungen statt. Alle Termine in Schleswig-Holstein sowie Informationen zu den jeweiligen Mottos und Veranstaltungsorten lassen sich online einsehen. Das große CSD-Straßenfest in Hamburg findet in diesem Jahr am 01.08.2026 statt. Wer einen CSD besucht, sollte einige Dinge beachten. Da die Veranstaltungen überwiegend in den Sommermonaten stattfinden, empfiehlt es sich, ausreichend Wasser mitzunehmen und auf Sonnenschutz zu achten. Hilfreich ist es außerdem, gemeinsam mit anderen Personen hinzugehen und im Vorfeld einen festen Treffpunkt zu vereinbaren, falls man sich verliert. Gleichzeitig gilt: Auch Menschen, die allein teilnehmen, finden häufig schnell Anschluss. Besonders wichtig ist ein achtsamer Umgang miteinander – insbesondere im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Da CSDs in erster Linie Demonstrationen sind, sollte auch das Feiern in einem verantwortungsvollen Rahmen stattfinden. Zudem wird darum gebeten, Müll und Flaschen wieder mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Auch auf dem Heimweg sollten Teilnehmende aufmerksam bleiben, da es immer wieder zu Angriffen auf Besucher*innen von CSDs kommt. Gleichzeitig soll der CSD aber auch ein Ort sein, an dem Menschen gemeinsam feiern, sichtbar sein und die Atmosphäre genießen können.
Weiterlesen Bislang gibt es in Schleswig-Holstein vor allem den allgemeinen verfassungsrechtlichen Schutz vor Diskriminierung durch das Grundgesetz sowie spezifischere Regelungen für die Privatwirtschaft durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Ein umfassendes Landesgesetz gegen Diskriminierung im öffentlichen Dienst existiert bisher nicht. Die Grünen-Politikerin Touré verweist in diesem Zusammenhang auf eigene Erfahrungen aus ihrer Schulzeit, in der sie rassistische Diskriminierung durch Schulpersonal selbst erlebt oder beobachtet habe. Auch junge queere Menschen sind im Schulalltag überdurchschnittlich häufig von Mobbing und Diskriminierung betroffen. Verschiedene Initiativen versuchen daher, Vielfalt im Schulalltag zu stärken und Diskriminierung vorzubeugen. Das geplante Gesetz soll den bestehenden Schutz erweitern und Benachteiligungen nicht nur an Schulen, sondern auch in anderen öffentlichen Einrichtungen des Landes erfassen – etwa in Ministerien, bei der Polizei oder an Gerichten. Betroffene sollen künftig die Möglichkeit erhalten, gegen staatliche Stellen zu klagen. Wenn sie stichhaltige Hinweise auf Diskriminierung vorlegen, müssten die betroffenen Behörden nachweisen, dass keine Diskriminierung stattgefunden hat. Die mögliche Entschädigung soll sich an bestehenden Regelungen wie dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz orientieren. Dort reichen Schadenersatz- oder Entschädigungszahlungen häufig von mehreren hundert bis zu einigen tausend Euro. Kritik an dem Vorhaben kommt unter anderem von FDP-Fraktionschef Christopher Vogt. Er bemängelt insbesondere die geplante Beweislastumkehr, die aus seiner Sicht Misstrauen gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst vermittle. Zudem bezeichnete er den Gesetzesentwurf als „Bürokratiemonster“. Die FDP brachte dazu einen Antrag in den schleswig-holsteinischen Landtag ein, der Diskriminierung grundsätzlich als Problem anerkennt, den konkreten Entwurf der Grünen jedoch aus den genannten Gründen ablehnt. Wann ein finaler Gesetzesentwurf beschlossen wird, ist derzeit noch unklar. Dies hängt unter anderem von möglichen Änderungen am Entwurf sowie vom weiteren parlamentarischen Verfahren ab.
Veranstaltungshinweis: Rainbow Days in Flensburg
22. April 2026Weiterlesen
Die Rainbow Days finden seit 2018 jährlich in Flensburg statt. Sie gingen aus den zuvor stattfindenden CSDs und queeren Aktionswochen im Jahr 2017 hervor. Veranstalter ist der vielfalt.SH e.V., ein Verein mit Sitz in Flensburg. Vielfalt.SH fungiert als Trägerverein für verschiedene Organisationen, darunter die Aidshilfe Nordfriesland und das Landesnetzwerk SCHLAU Schleswig-Holstein. Mit Beratungsangeboten zur sexuellen Gesundheit und Selbstbestimmung unterstützt der Verein queere Menschen, insbesondere im Norden Deutschlands.
Die Veranstaltungsreihe startet mit dem Regenbogenempfang in der Bürger*innenhalle des Flensburger Rathauses, zu dem unter anderem Samson Grzybek eingeladen ist. Grzybek ist Gründer*in von Queermed Deutschland. Queermed unterstützt queere Menschen im Gesundheitssystem und setzt sich für ein diskriminierungsfreies Gesundheitswesen ein. Eröffnet wird der Empfang vom Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Marie Sprute.
Im Anschluss erwarten die Teilnehmenden vielfältige Veranstaltungen, die ein breites Publikum ansprechen. Dazu gehören Austauschtreffen für verschiedene Gruppen innerhalb der Community, unter anderem ein Lesbenstammtisch, sowie Kulturangebote, Workshops und Partys.
Der CSD in Flensburg ist Teil der Rainbow Days und findet am 17. Mai statt. Das Datum wurde bewusst gewählt: Am 17. Mai ist der IDAHOBIT – der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (englisch: International Day Against Homo-, Bi-, Inter- and Trans*phobia). Am 17. Mai 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten, weshalb dieses Datum jährlich als Aktionstag begangen wird.
Queer und Fußball – ein schwieriges Verhältnis
9. April 2026Weiterlesen Ein aktuelles Beispiel: Christian Dobrick Ein wichtiges Signal setzte zuletzt der Trainer von FC St. Pauli, Christian Dobrick, der sich öffentlich als homosexuell geoutet hat. Sein Schritt wurde von vielen Seiten als mutig und richtungsweisend bewertet. Dobrick selbst betonte, dass er mit seinem Coming-out auch anderen im Fußball Mut machen wolle. Die Reaktionen aus Verein, Fanszene und Öffentlichkeit fielen überwiegend positiv aus. Dennoch zeigt gerade dieser Fall, wie außergewöhnlich ein solches Outing im Profifußball nach wie vor ist. Deutschland: Fortschritt auf dem Papier, Stillstand auf dem Platz? In Deutschland gibt es zahlreiche Initiativen für Vielfalt im Fußball. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) positioniert sich öffentlich gegen Diskriminierung, Vereine beteiligen sich an Kampagnen, Stadien zeigen Regenbogenflaggen. Dennoch gibt es keinen offen schwulen aktiven Spieler in der Bundesliga. Dahinter stehen die Angst vor den Reaktionen der Fans, die Sorge um Karrierechancen sowie Unsicherheiten im Umgang innerhalb von Teams. Die Initiative „Fußball für Vielfalt“ und auch Kampagnen wie #ihrkönntaufunszählen zeig(t)en zwar Wirkung im Diskurs, haben aber bislang nicht dazu geführt, dass sich Spieler sicher genug fühlen, offen zu leben. Der ehemalige DDR-Nachwuchsspieler Marcus Urban beendete seine Karriere, weil er seine Homosexualität nicht offen leben konnte. Erst Jahre später machte er sie öffentlich und wurde zu einer der wichtigsten Stimmen für Vielfalt im Fußball. Seine Geschichte ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Beispiel: Talent allein reicht nicht, wenn das Umfeld nicht sicher ist. Urban selbst betont immer wieder, dass sich zwar die gesellschaftliche Debatte verändert habe, die Strukturen im Profifußball jedoch deutlich weniger. Frauenfußball: Sichtbarer, aber nicht gleichgestellt Während im Männerfußball Unsichtbarkeit vorherrscht, zeigt sich im deutschen Frauenfußball ein anderes Bild. Spielerinnen wie Almuth Schult oder internationale Stars, die auch in der Bundesliga spielen, gehen offen(er) mit queeren Identitäten um. Das wirkt zwar auf den ersten Blick progressiv, doch auch hier gilt: Sichtbarkeit bedeutet nicht automatisch Gleichberechtigung und die Medienaufmerksamkeit bleibt oft hinter der des Männerfußballs zurück. Die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball machen deutlich, dass es nicht nur um Akzeptanz geht, sondern um gesellschaftliche Zuschreibungen. Was sich ändern muss Wenn der deutsche Fußball wirklich vielfältig sein will, braucht es mehr als Kampagnen. Notwendig sind beispielsweise verlässliche Schutzstrukturen für Spieler*innen, klare Sanktionen bei Diskriminierung im Stadion und online, verbindliche Diversity-Konzepte in Vereinen und Verbänden sowie sichtbare Unterstützung durch Führungspersonen im Sport. Vor allem aber braucht es ein Klima, in dem ein Coming-out nicht als Risiko, sondern als Selbstverständlichkeit gilt.





