Echte Vielfalt

Dieser Monat ist Pride Month, der „stolze Monat“, indem queere Menschen sich selbst und gegenseitig feiern und von ihren Verbündeten („Allies“) gefeiert werden. In vielen Städten finden Paraden, Partys, und allerlei andere Veranstaltungen um das Thema Pride statt.

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Nachdem echte-vielfalt.de letztes Jahr beantwortet hat, woher der Pride Month eigentlich kommt und warum wir ihn in Deutschland noch brauchen, einen Artikel dazu veröffentlicht hat, was für ein Aufstand der Ursprung von Pride war („Stonewall was a Riot!“), ist es wichtig, sich einen groben, aktuellen Überblick über den internationalen Stand der Dinge machen – und warum wir Pride wohl noch lange brauchen werden.

So reicht bereits der Blick in Deutsche Nachbarländer, um beispielhafte Gründe für diese weitere Notwendigkeit zu sehen. So gab es kürzlich in der österreichischen Hauptstadt Wien durch Rechtsextreme Protest gegen eine Kinderbuch-Lesung mit der Dragqueen Candy Licious. Im Schweizer Kanton Zürich ist zudem vor Kurzem bei einer Brauchtumsveranstaltung eine „Diversity“-Figur mit Brüsten, Penis und Regenbogen-Rock verbrannt worden, wobei die als Puppe als Symbol gegen vermeintliche „Hyperempfindlichkeit“ einstand.

Und auch im ferneren Ausland gibt es im Bereich queerer Rechte und Anerkennung noch viel Luft nach oben: In der türkischen Hauptstadt Istanbul sind Aktivist*innen brutal festgenommen worden, als sie in der Innenstadt mit Regenbogen-, Trans- und Intersex-Flaggen und mit der Verlesung eines Flugblattes den Beginn des Pride-Monates begehen wollten. Erst vor wenigen Wochen hatte die Polizei in Istanbul einen Campus-Pride an der Bogazici-Universität gewaltsam aufgelöst, als die Teilnehmenden zu den ehemaligen Räumen ihrer queerer Student*innenorganisation marschieren wollten. Auch queere Kulturveranstaltungen wurden zuletzt häufiger untersagt.

Ein langer rechtlicher Weg liegt zudem noch vor vielen afrikanischen Ländern. So sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften nur in etwa der Hälfte der 54 Staaten des Kontinents legal. Viele LGBTQI*-Menschen leben daher in Angst vor Angriffen, Inhaftierung und sogar der Todesstrafe. Auch die freie Meinungsäußerung von LGBTQ-Personen wird drastisch eingeschränkt, und sie werden diskriminiert.

Dies gilt auch für die USA, wo mehrere Bundesstaaten Gesetzesentwürfe eingebracht haben, die Bücher mit LGBTQ+-Themen oder -Charakteren verbieten oder zensieren würden. So hat beispielsweise der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, ein Gesetz unterzeichnet, das den Unterricht über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität vom Kindergarten bis zur dritten Klasse verbietet.

Damit zeichnet sich ein düsteres Bild für queere Rechte weltweit, das daran erinnert, dass der Pride Month zwar eine Feier queerer Identitäten und sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ist – aber eben auch ein Anlass, sich weiterhin für die Rechte von LGBTQI* auf der ganzen Welt einzusetzen.

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Dieser Monat ist Pride Month, der „stolze Monat“, indem queere Menschen sich selbst und gegenseitig feiern und von ihren Verbündeten („Allies“) gefeiert werden. In vielen Städten finden Paraden, Partys, und allerlei andere Veranstaltungen um das Thema Pride statt.

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Nachdem echte-vielfalt.de letztes Jahr beantwortet hat, woher der Pride Month eigentlich kommt und warum wir ihn in Deutschland noch brauchen, und am Montag einen Artikel dazu veröffentlicht hat, was für ein Aufstand der Ursprung von Pride war („Stonewall was a Riot!“), ist es wichtig, sich auch in diesem Jahr den aktuellen Stand der Dinge in Deutschland anzusehen – und warum wir Pride wohl noch lange brauchen werden.

So beklagt der LSVD die „Untätigkeit“ von Bundesinnenministerin Nancy Faeser trotz täglicher queerfeindlicher Hassgewalt. Dabei dürfe, gerade im Hinblick auf „jahrzehntelange Verharmlosung und Ignoranz von Hasskriminalität gegen LSBTI*“ keine Zeit mehr verloren gehen, so der Verband. Es ist unverständlich, weshalb Bundesinnenministerin Faeser die geforderte Fachkommission noch nicht mal eingesetzt hat. Wir stehen kurz vor der Sommerpause und das BMI ignoriert, dass es jeden Tag mindestens drei Gewalttaten gegen LSBTI* gibt. Über 1.000 Taten, allein im Jahr 2021“. Erforderlich sei daher ein Bund-Länder-Programm gegen LSBTI*-feindliche Gewalt. „Notwendig sind konkrete Maßnahmen, eindeutige Zielvereinbarungen und belastbare Selbstverpflichtungen“, so der LSVD.

Diese Notwendigkeit offenbart sich gerade auf Pride Veranstaltungen selbst, wie bei dem diesjährigen CSD in Karlsruhe, bei dem nach der Parade eine Person mit Regenbogenflagge (=Pride-Symbol) angegriffen wurde und Menschen, die zu Hilfe eilten, ebenfalls geschlagen wurden. Gegen die Polizei gibt es schwere Vorwürfe: Laut einer Augenzeugin habe die Polizei die Angreifer*innen – eine Gruppe von 20 bis 25 Personen – „ohne Kontrolle weiterlaufen“ lassen. In einer Pressemitteilung erklärte der queerpolitische Sprecher Florian Wahl: „Unabhängig davon, ob dies tatsächlich der Fall war, müssen wir unsere Polizistinnen und Polizisten schulen, wie mit Hasskriminalität allgemein und queerfeindlichen Übergriffen im Besonderen umzugehen ist.“

Ebendies soll nun in Hamburg geschehen, wo Polizeikräfte künftig intensiver für queerfeindliche Gewalt sensibilisiert werden sollen.

Die Berlin Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität bereits gezielt publik, weswegen diese vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit gemeldet werden und sich hier die Häufigkeit queerfeindlicher Angriffe - nicht nur auf Pride Veranstaltungen – offenbart. Allein in diesem Monat gab es bereits zwei homofeindliche Angriffe in der Hauptstadt. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde ein 31-Jähriger nachts im Berliner Mauerpark von einem Unbekannten homofeindlich beleidigt, mit der Faust geschlagen und beklaut. Drei Tage zuvor, im selben Stadtteil auf einem Sportplatz, soll am Donnerstag ein Mann, offenbar aus Schwulenfeindlichkeit, einen anderen Mann beleidigt und bedroht haben.

Während diesen Pride Month also gefeiert wird – und werden sollte! –, was die LGBTQI*-Community bereits erreicht hat, ist der Kampf für die Rechte queerer Menschen also noch nicht zu Ende. Es lohnt sich weiterhin, in der Tradition von Pride, für diese Rechte aufzustehen und auf die Straße zu gehen („Stonewall was a Riot!“).

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Der Juni ist Pride Month! In diesem Monat trifft man vermehrt auf Regenbogenflaggen, CSD-Plakate, und Einladungen zu queeren Partys – doch auch auf Shirts, Taschen, und Demoschilder, auf denen „Stonewall was a Riot!“ aufgedruckt ist. Was heißt das eigentlich?

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Nachdem echte-vielfalt.de letztes Jahr beantwortet hat, woher der Pride Month eigentlich kommt und warum wir ihn in Deutschland noch brauchen, geht es diesem Artikel darum, was bei dem Stonewall-Aufstand, der der Ursprung von Pride war, eigentlich genau passiert ist – und wie eine Razzia in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ die moderne LGBT+-Rechtsbewegung ins Rollen brachte. Am 28. Juni 1969 hätten Polizist*innen das Stonewall Inn, einen queeren Nachtclub, der damals der Mafia gehörte, versucht zu zerstören. Wie die Polizei damals mitteilte, habe es sich dabei um eine Routine-Razzia in Bars ohne Alkoholverkaufs-Lizenz gehandelt.

Gegen 1.20 Uhr nachts stürmten die NYPD-Beamten durch die Türen des Stonewall Inn. Verärgerte Barbesucher seien schikaniert worden und aus dem Gasthaus geführt worden. Die Polizei habe einige Gäste beiseite genommen, ihren Ausweis verlangt und habe manche sogar einer Genitalkontrolle unterzogen. Das Personal sei unterdessen verhaftet worden. Auf den Straßen habe große Spannung geherrscht, doch die Einzelheiten dieser Nacht sind bis heute umstritten. Jedoch wurden später zwei schwarze trans Frauen, Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera, zu zentralen Figuren im Kampf für die Rechte von homosexuellen und trans Personen und gründeten mit weiteren Aktivist*innen die „Street Transvestite Action Revolutionaries“ (STAR). Damit bot der Stonewall-Aufstand eine Vorlage, um sich gegen die Ungerechtigkeiten zu wehren, denen (gerade BIPOC) LGBTQI* ausgesetzt waren. Es sei danach tagelang noch zu Ausschreitungen gekommen.

Und ein Jahr nach den Unruhen, am 28. Juni 1970, gedachte man der Ereignisse dieses Tages. Dieser einjährige Jahrestag wurde als Christopher Street Liberation Day bezeichnet - und die anschließende Parade zum ersten Pride-Fest der Welt (von dem wir wissen). „Es ist wahrscheinlich der glücklichste Aufstand, den es je gab, und der Grund dafür ist ganz einfach“, so ein Zeitzeuge des ersten Stonewall-Aufstandes - und ebendies gilt auch heute noch für Pride.

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Am 18. Mai war Welt-AIDS-Impfstofftag, an dem wir daran denken, wie weit wir gekommen sind, und gleichzeitig anerkennen, dass es noch ein weiter Weg ist, bis die HIV-Epidemie beendet wird. Diese Woche sehen wir uns das Thema bei Echte Vielfalt genauer an. In diesem Artikel: Seit dem ersten Auftreten von HIV vor über 40 Jahren sind mehr als 36 Millionen Menschen an AIDS-bedingten Krankheiten gestorben - und trotzdem haben wir immer noch keinen wirksamen Impfstoff. Warum?

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Man könnte meinen, dass die Entwicklung eines Impfstoffs zum Schutz vor HIV einfacher sein müsste - schließlich wurden zahlreiche COVID-19-Impfstoffe weniger als ein Jahr, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie ausgerufen hatte, auf den Markt gebracht. Doch HIV sei ein viel komplizierteres Virus als COVID, was die Entwicklung von Impfstoffen schwierig mache. In den vier Jahrzehnten, die seit der Entdeckung des Virus vergangen sind, sind unzählige potenzielle Impfstoffe in den klinischen Versuchsstadien gescheitert.

Matthew Hodson ist geschäftsführender Direktor von aidsmap, einer Wohltätigkeitsorganisation, die die Öffentlichkeit über die Realität von HIV informiert. „Während die meisten anderen Impfstoffe einen Teil des Immunsystems dazu bringen, Antikörper zu produzieren, die eine Infektion beseitigen, sind Antikörper nicht in der Lage, eine HIV-Infektion zu beseitigen“, erklärt Hodson. "Viele Viren, wie z. B. die Grippe, erzeugen eine Immunreaktion, die das Virus ohne Medikamente aus dem Körper entfernt. Bei HIV ist dies nicht der Fall. Selbst wenn HIV behandelt und unterdrückt wird, kann sich das Virus tief in unserer DNA verstecken, so dass es wieder auftaucht, wenn die Behandlung unterbrochen wird." Eine weitere Komplikation bestehe darin, dass sich HIV im Körper schnell weiterentwickelt, sobald sich eine Person mit dem Virus infiziert hat, was bedeutet, dass seine Zusammensetzung von Person zu Person stark variiert. „Ein wirksamer Impfstoff müsste eine Vielzahl verschiedener Stämme erkennen und auf sie reagieren", so Hodson.

Das soll nicht heißen, dass es keine Hoffnung für die Zukunft gibt - es gibt eine Reihe von HIV-Impfstoffen, die sich noch in der Entwicklung befinden, darunter mehrere, die die mRNA-Technologie nutzen, die in COVID-Impfstoffen verwendet wird. Doch Hodson weist darauf hin, dass sich diese Impfstoffe noch in einem sehr frühen Stadium befinden, so dass es, selbst wenn sie sich als erfolgreich erweisen sollten, noch Jahre dauern würde, bis sie auf den Markt kämen. Mehr dazu im nächsten Beitrag auf echte-vielfalt.de.

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„Ich bin eine pansexuelle nicht-binäre Person, die sich zu Menschen aller Geschlechter hingezogen fühlt. Es war eine schwierige Reise, herauszufinden, wie genau ich meine Sexualität bezeichnen sollte, denn als ich Anfang der 2010er Jahre erwachsen wurde, gab es nicht viel pansexuelle Sichtbarkeit,“ erzählt Cáne López. Zehn Jahre später sieht das anders aus: Mittlerweile haben sich sogar Stars wie Miley Cyrus und Janelle Monae als pansexuell geoutet. Doch was bedeutet es, pansexuell zu sein?

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Pansexuell zu sein bedeutet, dass man sich zu Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht hingezogen fühlt, und nicht aufgrund ihres Geschlechts. Oder in den Worten von Lopez, einem*einer Autor*in des queeren Online-Magazins them: "Pan bedeutet, offen zu sein für alles, was mit Liebe zu tun hat, egal ob man auf das Geschlecht achtet oder nicht. Es bedeutet, dass man versteht, dass romantische, emotionale und möglicherweise sexuelle Anziehung auf die Energie ausgerichtet ist, die man von den Menschen empfängt".

Dem Oxford English Dictionary zufolge wurde der Begriff pansexuell erstmals 1914 im Journal of Abnormal Psychology verwendet, um sexuelle Gefühle gegenüber jede*n zu beschreiben. Seitdem hat sich der Begriff zu etwas entwickelt, das Menschen mit Stolz tragen, ein Begriff, der die Anziehung zu Menschen aller Geschlechter oder gar keinem Geschlecht beschreibt. In einem Bericht der Human Rights Campaign aus dem Jahr 2018 gaben 14 % der LGBTQ+-Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren an, pansexuell zu sein.

Bei Pansexualität gehe es wirklich darum, über den Tellerrand zu schauen und zu sagen: 'Hey, wir wollen, dass sich alle so zeigen, wie sie sind", so Jay Watts, pansexuelle Sexualberaterin und Gründerin des Center for Empowered Sexual Wellness. "Für manche Menschen ist das schwer zu begreifen, weil wir als Gesellschaft nicht gut darin sind, uns so zu zeigen“. Vielmehr, so ließe sich argumentieren, zeigen wir uns im Rahmen binärer Genderkonstrukte, die unser Verhalten und unsere Erwartungen prägen. Wichtig sei deswegen, so Watts, Menschen nach ihrer persönlichen Identität zu fragen (wenn es angemessen und respektvoll ist), anstatt etwas über sie zu vermuten.

Lesen Sie hier einen Artikel, der Missverständnisse über Pansexualität richtigstellt.

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Bis 1994 verfolgte die Bundesrepublik Homosexuelle nach dem Paragrafen 175. Nun werden in der Nachkriegszeit so Verurteilte seit 2017 rehabilitiert und entschädigt. Doch nach dem 22. Juli sollten Menschen, die in Deutschland nach 1945 wegen ihrer Homosexualität verfolgt wurden, nicht mehr Anträge auf Entschädigung stellen können. Die Ampel-Fraktionen wollen die Frist verlängern.

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So setzen sich Vertreter*innen von SPD, Grünen und FDP dafür ein, entsprechende Ansprüche für die Entschädigung homosexueller Menschen über den 22. Juli hinaus aufrechtzuerhalten. Queer.de berichtete im Detail.

Der queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Falko Droßmann, sagte, er wolle Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) bitten, "intensiv zu prüfen, die Frist zur Beantragung über den 22. Juli hinaus zu verlängern". Das unbürokratische Beantragungsverfahren müsse unbedingt noch bekannter gemacht werden, um alle Betroffenen zu erreichen. Denn ihnen habe "unser Land in der Vergangenheit so viel Unrecht angetan". Die im Vergleich zur hohen Zahl von Verfolgten sehr niedrige Zahl von Anträgen zeige, dass die Scham bei verfolgten Männern bis heute tief sitze und die Möglichkeit zur Rehabilitierung öffentlich besser bekannt gemacht werden müsse. "Der Altersgruppe entsprechend wäre eine Kampagne in der Apothekenumschau und den öffentlich-rechtlichen Vorabend-Informationssendungen sicher zielführender als eine Social-Media-Kampagne", so der FDP-Sprecher für die Rechte von LGBT, Jürgen Lenders. "Die Ansprüche dürfen nicht verfallen", sagte dieser.

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage des Linken-Fraktionsgeschäftsführers Jan Korte geht den Angaben zufolge hervor, dass bislang lediglich 867.500 Euro von ursprünglich veranschlagten 30 Millionen Euro an die Opfer ausgezahlt wurden.

Das Bundesamt für Justiz hat auf seiner Webseite alle Informationen eingestellt, die Betroffene benötigen. Dort findet sich auch im Downloadbereich ein Antragsformular für die Entschädigung.

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Am 08. Mai ist Schleswig-Holstein Landtagswahl. BiNe – Bisexuelles Netzwerke e. V. hat dafür bisexuelle Wahlprüfsteine online gestellt. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung.

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  • Mit einer bisexuellen Bundesvorsitzenden liege die Tierschutzpartei bei der BiNe-Analyse vorne.
  • Die FDP finde geoutete Bi+sexuelle wichtig.
  • Die Grünen wollen den Aktionsplan „Echte Vielfalt“ weiter ausbauen.
  • Die SPD plane bi-spezifische Schwerpunkte in Lehrplänen.
  • Volt wollen 2022 wieder auf den Bi+Pride.
  • Die CDU sehe keine Notwendigkeit von speziellen Maßnahmen für Bisexuelle im Gesundheitssystem. Dennoch scheine die CDU in Schleswig-Holstein etwas offener zu sein als in anderen Bundesländern.
  • Die Linke und der SSW hätten wie viele kleine Parteien nicht geantwortet.
  • Die rechtsradikale AfD und die Querdenker*innen die Basis seien bewusst nicht angeschrieben worden.

Eine genaue Analyse und alle Antworten finden sich auf der Seite von BiNe.

Echte Vielfalt hat in diesem Video CDU, FDP, Grüne, Linke, SPD und SSW zu queeren Wahlkampfthemen befragt.

Das BiNe – Bisexuelles Netzwerke e. V. "fordert alle Wahlberechtigten auf zu wählen".

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Ab Donnerstag, den 28.04. wird von dem Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eine Ringvorlesung veranstaltet. Das Thema: Why it (still) matters - Warum also Gender und Diversität (immer noch) wichtig sind bzw. eine Rolle spielen.

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Los geht es dabei am 28.04 mit "Soziologischen Perspektiven auf Gender & Diversity", gefolgt von einer Reihe spannender Themen, die bis zum 14.07. wöchentlich behandelt werden. Darunter geht es unter anderem um "Diskriminierung durch Algorithmen", "Schwarzfeministische Perspektiven auf Macht und Machtverhältnisse", "Schwangere Väter und Mütter auf der Pirsch" und "Anerkennung – Schlüsselbegriff einer diversitätsbewussten Sozialpädagogik?!".

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.15 Uhr und finden im Audimax, Hörsaal 1 am Christian-Albrechts-Platz 2 statt. Genauere Informationen können Sie dem Flyer oder der Webseite entnehmen.

Hinweis der Veranstalter*innen: "Der Zugang zum Hörsaal ist nicht barrierefrei. Ein Zugang kann organisiert werden (e-Mail an orga@gender.uni-kiel.de). Sofern Sie eine Simultanübersetzung in deutsche Gebärdensprache benötigen, melden Sie sich 14 Tage vor dem jeweiligen Veranstaltungstermin bei dem*der Diversitätsbeauftragten: orga@gender.uni-kiel.de."

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Muss man sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen, um trans zu sein? Führt das Reden von Lehrer*innen und Ärzt*innen über trans Themen dazu, dass Kinder und Jugendliche denken, sie seien trans, obwohl sie es nicht sind? Stimmt es, dass viele trans Menschen ihre Meinung über ihre Transition ändern und wieder „zurück“ wollen? Die einfach Antwort auf diese Mythen-gesteuerten Fragen, die in den Medien gerne ausgeschlachtet werden: Nein. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, warum all das nicht stimmt.

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Muss man sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen, um trans zu sein?

Nein. Man muss sich keiner Operation oder einem medizinischen Eingriff unterziehen, um trans zu sein. Doch viele Medienberichte konzentrieren sich auf die Körperteile und chirurgischen Eingriffe von trans Menschen, was invasiv und entmenschlichend ist. Für einige trans Personen ist eine Operation zur Linderung von Gender-Dysphorie ein wichtiger Teil ihres Übergangs. Doch der Zugang zu chirurgischen Eingriffen ist nicht immer leicht, und die Covid-19 Pandemie hat bereits bestehenden, lange Wartezeiten noch weiter verzögert. Es muss dringend mehr passieren, damit trans Menschen den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Eingriffe erhalten können, die sie benötigen. Für andere trans Menschen ist eine Operation nichts, was sie wollen oder brauchen, um sich mit ihrem Körper wohlzufühlen. Das Gleiche gilt für Hormonbehandlungen wie Testosteron und Östrogen. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass es beim trans Sein nicht darum geht, ein bestimmtes Aussehen oder bestimmte Körperteile zu haben. So bedeutet eine Transition für jeden Menschen etwas anderes: Es gibt nicht die eine "geschlechtsangleichende Operation" und kein Endziel, das über die Wünsche des Einzelnen hinausgeht. Zusätzlich geht es wohl niemanden etwas an, welche Art von Behandlung eine trans Person erhält oder nicht erhält.

Führt das Reden von Lehrern und Ärzten über trans Themen dazu, dass Kinder und Jugendliche denken, sie seien trans, obwohl sie es nicht sind?

Nein. Doch Länder wie beispielsweise Russland, Polen, Ungarn und jüngst auch US-Staaten haben Gesetze, die verhindern sollen, dass Schulen für Homosexualität oder trans Sein „werben“. Doch wenn Lehrer*innen, Ärzt*innen, Familien und Betreuer*innen mehr über Geschlecht und Sexualität sprechen, können Kinder ihre Identität besser und freier erforschen. Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht, glücklich zu sein und sie selbst zu sein. Diejenigen, die ihre Identität erforschen und erkennen, dass sie trans sind, verdienen Liebe, Unterstützung und altersgemäße Betreuung.

Stimmt es, dass viele Menschen ihre Meinung über ihre Transition ändern?

Nein. Die meisten trans Menschen, die eine Transition durchlaufen, tun dies, ohne es zu bereuen. Eine Abkehr davon ist sehr selten ist (weniger als 1%), kommt jedoch vor. Es gibt viele Gründe für eine Transition, und eine De-Transition an sich ist nicht gleichbedeutend mit Reue. Es kann bedeuten, dass eine Person sich nicht mehr als trans identifiziert oder dass sie sich jetzt einem anderen Geschlecht zugehörig fühlt als dem, mit dem sie sich zuvor identifiziert hat. Der häufigste Grund für eine De-Transition ist, dass eine Person mit der Transfeindlichkeit, die sie bei einer Transition erfahren hat, nicht zurechtkommt. Und diejenigen, die den Übergang abbrechen oder bedauern, verdienen fortlaufende Unterstützung und Betreuung, ebenso wie Menschen, die den Übergang vollziehen und für den Rest ihres Lebens in diesem Geschlecht leben. Doch es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Tatsache, dass einige Menschen ihre Transition aus verschiedensten, nachvollziehbaren Gründen, nicht vollziehen, nicht die Erfahrungen und die Existenz von trans Menschen weniger gültig oder real macht. Es bedeutet auch nicht, dass der Zugang zu einer auf Transition basierenden Gesundheitsversorgung noch schwieriger gemacht werden sollte, als er ohnehin schon ist.

Lesen Sie hier mehr Wahrheiten zum Thema trans. 

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Am 31. März war der Transgender Day of Visibility („TDOV“, dt.: Transgender Tag der Sichtbarkeit), eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die das Bewusstsein für trans Personen und geschlechtliche Vielfalt auf der ganzen Welt schärfen soll. Doch für viele trans Menschen ist Sichtbarkeit keine Wahl, kein Privileg und kein Grund zum Feiern, sondern oft mit Kosten verbunden – für andere gilt das Gegenteil. Jede trans Person hat ihre eigene Erfahrung.

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Deswegen sieht sich Echte Vielfalt in den nächsten fünf Beiträgen trans Themen an, die sonst nicht genug Aufmerksamkeit genießen – und so in Gefahr laufen unsichtbar zu werden.

Welche Folgen ein solcher Mangel an Sichtbarkeit und Repräsentation haben kann, beschreibt eine trans Person für den Amnesty International Blog: „Erst als ich Anfang zwanzig war, habe ich das Wort "nicht-binär" gehört oder meine erste trans Freundin getroffen. Ich lernte nichts über die Geschichte von trans Personen, sah keine trans Menschen auf meinem Bildschirm und las nichts über sie, und das nicht, weil es keine trans Personen gibt, sondern weil in den Geschichten, die mir gezeigt wurden, unsere Erfahrungen nicht erzählt wurden. Ich frage mich immer wieder, wie sehr sich mein Leben verändert hätte, wenn ich mit Menschen aufgewachsen wäre, denen ich hätte nacheifern können, die mir gesagt hätten, dass meine Erfahrungen in Ordnung sind, und die mir all die Dinge gezeigt hätten, die ich als Erwachsene sein kann.“

So wüssten viele Menschen schon in jungen Jahren, dass sie trans sind. Doch manche trans Personen haben vielleicht erst später im Leben die Sprache oder das Verständnis dafür, was es bedeutet, trans zu sein. Andere trans Personen wissen es erst, wenn sie Teenager oder Erwachsene sind. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, trans zu sein, aber klar sein muss, so schreibt Stonewall UK, dass es sich nicht um eine Modeerscheinung oder eine "Lebensstilwahl" handelt und dass alle trans Menschen es verdienen, mit Würde und Respekt behandelt zu werden – und gesehen zu werden. Wenn man nicht als das Geschlecht anerkannt wird, von dem man weiß, dass man es ist, kann das für die Gesundheit extrem schädlich sein.

Deswegen sind vielfältige Sichtbarkeiten wichtiger denn je, und ein wunderbarer Anlass sich mit auch über den TDOV hinaus mit trans Realitäten zu beschäftigen.

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