Echte Vielfalt

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Der Bundestag diskutierte Mitte November 2025 einen Antrag der Linksfraktion, der darauf abzielt, queere Menschen besser vor Gewalt zu schützen und insbesondere die Sicherheit von CSD- und Pride-Veranstaltungen zu verbessern. Anlass ist ein deutlicher Anstieg queerfeindlicher Übergriffe: Laut Linken wurden 2025 so viele rechtsextreme Angriffe auf Pride-Events registriert wie nie zuvor, nahezu jeder zweite CSD war betroffen.

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Forderungen der Linken

Im Antrag verlangt die Fraktion, dass die Bundesregierung queerfeindliche Gewalt stärker in den Blick nimmt. Sie schlägt unter anderem vor,

  • queerfeindliche Tatmotive systematischer zu erfassen,
  • polizeiliche Meldedienste zu verbessern,
  • Betroffene von Hasskriminalität besser zu unterstützen und
  • eine umfassende Sicherheitsstrategie für 2026 zu entwickeln, um die Versammlungsfreiheit queerer Menschen zu gewährleisten.

Position der Linken in der Debatte

Maik Brückner, queerpolitischer Sprecher der Linken, eröffnete die Debatte mit dem Hinweis, dass sich viele queere Menschen in Deutschland nicht sicher fühlten. Er machte vor allem rechtsextreme Gruppen für Angriffe verantwortlich. Zudem kritisierte er konservative Politiker dafür, mit Polemik gegen queere Themen wie das Selbstbestimmungsgesetz oder die Regenbogenflagge den öffentlichen Diskurs weiter nach rechts zu verschieben.

Reaktionen der Union

CDU und CSU wiesen die Vorwürfe zurück und bezeichneten den Antrag der Linken als „Symbolpolitik“. Der CSU-Abgeordnete Siegfried Walch sprach von fundamentalistischen Einstellungen unter Teilen der Zugewanderten und betonte, dass in Deutschland „unsere Regeln und unser Wertesystem“ gälten, zu rechtsextremen Anschlägen äußerte er sich nicht.
Trotz der Kritik erklärten beide Unions-Politiker, dass queere Menschen selbstverständlich gleichberechtigt seien und offen leben und lieben können sollten.

Kritik der Grünen

Nyke Slawik, queerpolitische Sprecherin der Grünen, warf der Union vor, durch rechtspopulistische Ablenkungsdebatten gesellschaftliche Feindbilder zu schüren, statt reale Probleme anzugehen. Sie warnte vor der Verschiebung des Diskurses nach rechts, die durch Kampagnen gegen trans Personen oder Geflüchtete verstärkt werde. Laut Slawik wird dieser Trend von Rechtsextremen und der AfD aktiv befeuert.

Positionen der AfD

Die Redebeiträge der AfD waren geprägt von starker Abwertung queerer Menschen.
Christopher Drößler nannte Dragqueens „oft pervers“ und sprach von einer „gesellschaftszersetzenden Agenda“. Beatrix von Storch machte vor allem „muslimische Gewalt“ für Übergriffe verantwortlich — eine Behauptung, die wissenschaftlich nicht gedeckt ist und sich in die rechtspopulistische Erzählung einfügt, Migration sei das Kernproblem.
Zudem wurde daran erinnert, dass Drößler selbst zuvor auf Social Media antisemitische und rechtsextreme Verschwörungstheorien über CSDs verbreitet hatte, etwa die Behauptung, Pride-Events seien von „globalistischen Kapitalkräften“ gesteuert.

Stellungnahmen der SPD

SPD-Abgeordneter Helge Lindh kritisierte die AfD scharf dafür, CSDs bewusst als „hypersexualisierte Veranstaltungen“ zu diffamieren. Er warf der Partei vor, selbst die Sexualisierung zur Diskreditierung queerer Menschen zu betreiben.
Sein Parteikollege Hakan Demir betonte, dass der Staat ein verlässlicher Schutzmechanismus für Minderheiten sein müsse.

Weiteres Verfahren und aktuelle Entwicklungen

Nach Abschluss der Debatte wurde der Antrag der Linken zur detaillierten Prüfung in den Innenausschuss überwiesen. Dort wird er weiter beraten, hat jedoch derzeit keine erkennbare Mehrheit im Bundestag.

Der queere Dachverband LSVD⁺ begrüßte grundsätzlich, dass das Thema im Parlament behandelt wurde, sieht aber weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Bislang hat die Bundesregierung keine neue umfassende Sicherheitsstrategie für CSDs vorgelegt, jedoch betonen einzelne Regierungsvertreter, das Thema sei „auf dem Radar“.

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Nach der Bundestagswahl 2025 ist vieles offen. Während politische Akteure über Koalitionen verhandeln, blickt ein Teil der Gesellschaft mit wachsender Sorge in die Zukunft – besonders innerhalb der LSBTIQ*-Community. Die Frage, wie sicher hart erkämpfte Rechte tatsächlich sind, ist keine theoretische mehr. Sie ist real, spürbar und mit Blick auf Europa alarmierend.

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Bedrohliche Signale aus Europa

Ein Blick über die deutschen Grenzen hinaus zeigt, wie schnell gesellschaftlicher Fortschritt ins Wanken geraten kann. Laut ILGA Europe hat sich die Lage für LGSBTIQ*-Menschen in mehreren EU-Staaten zuletzt deutlich verschlechtert. In Ländern wie Ungarn, Italien, Bulgarien oder Rumänien wurden neue Gesetze verabschiedet oder vorbereitet, die queere Menschen offen diskriminieren. Der politische Diskurs wird zunehmend von Desinformation, Hassrhetorik und dem Kampfbegriff der „queeren Propaganda“ geprägt.

Besonders besorgniserregend: Gerichtsurteile europäischer Höchstgerichte zur Gleichstellung von LSBTIQ*-Familien werden in einigen Staaten weiterhin ignoriert. Gleichzeitig geraten Medienfreiheit, Zivilgesellschaft und Versammlungsrechte unter Druck. Hier zeigen sich Entwicklungen, die immer auch direkte Auswirkungen auf Minderheiten haben.

Deutschland ist keine Insel

Auch hierzulande ist die Situation weniger stabil, als sie lange schien. Zwar definieren sich inzwischen rund zwölf Prozent der Menschen in Deutschland als LSBTIQ*, in der Generation Z sogar mehr als jede*r Fünfte. Doch parallel dazu zeigen aktuelle Studien: Die gesellschaftliche Akzeptanz nimmt wieder ab. Hasskriminalität, Diskriminierung im Alltag und Unsicherheit im Berufsleben sind für viele queere Menschen weiterhin Realität.

Gerade deshalb wird eine Gruppe immer wichtiger: Allys, also Menschen außerhalb der Community, die sich bewusst und aktiv an ihre Seite stellen.

Was einen guten Ally ausmacht

Ein Ally zu sein bedeutet mehr als wohlmeinende Likes in sozialen Netzwerken. Es beginnt mit Zuhören, mit dem Erkennen eigener Privilegien und mit der Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen. Wer nie Angst haben musste, sich Händchen haltend zu zeigen oder im Job offen über das eigene Privatleben zu sprechen, lebt in einer anderen Realität – und genau diese Differenz gilt es anzuerkennen.

Gute Allys informieren sich, ohne Betroffene zu retraumatisieren. Sie greifen ein, wenn abfällige Witze gemacht werden oder Vorurteile unwidersprochen bleiben, ruhig, sachlich und ohne moralischen Zeigefinger. Oft reicht ein klarer Satz oder eine einfache Frage, um einen Perspektivwechsel anzustoßen.

Sichtbarkeit und Solidarität im Alltag

Solidarität darf sichtbar sein, muss aber nicht laut auftreten. Ein kleines Symbol, ein offenes Wort oder die Teilnahme an lokalen Initiativen können für queere Menschen ein starkes Signal sein: Du bist nicht allein. Gleichzeitig gilt: Unterstützung heißt nicht Bevormundung. Allys sollten Raum lassen, damit Betroffene selbst sprechen können, also Unterstützung auf Augenhöhe statt Rettungsfantasien.

Verantwortung auf beiden Seiten

Auch die Community selbst steht in der Verantwortung. Viele Menschen wissen wenig über queere Lebensrealitäten – nicht aus Bosheit, sondern aus Unwissen. Wer Allys gewinnen will, braucht Geduld, Offenheit und die Bereitschaft zum Dialog. Angst und Vorurteile lassen sich nicht mit Abwehr, sondern nur mit Argumenten und Begegnung abbauen.

Am Ende profitieren vor allem LSBTIQ*-Menschen von starken Verbündeten. Deshalb gilt: Wer sich solidarisch zeigt, verdient Respekt und Dankbarkeit, nicht Misstrauen oder Abgrenzung. In Zeiten wachsender Unsicherheit ist eines klarer denn je: Gleichberechtigung lässt sich nur gemeinsam verteidigen.

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Queere Literatur aus dem deutschsprachigen Raum ist vielfältig, politisch, poetisch und persönlich. Sie erzählt von Liebe und Identität, von Ausgrenzung und Selbstermächtigung, von Alltagserfahrungen ebenso wie von gesellschaftlichen Kämpfen. Die folgenden Buchtipps stellen aktuelle (Neu-)Veröffentlichungen vor, die queere Lebensrealitäten sichtbar machen und unterschiedliche Perspektiven eröffnen.

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1. Hengameh Yaghoobifarah: Schwindel (2024)

In diesem Roman erzählt Hengameh Yaghoobifarah von einer nichtbinären Hauptfigur, die sich zwischen familiären Erwartungen, queerer Community und der Suche nach einem eigenen Platz in der Welt bewegt. Mit klarer Sprache und gesellschaftlichem Blick verhandelt Schwindel Themen wie Zugehörigkeit, Migration, Körper und Begehren. Ein zeitgenössischer Roman, der queere und postmigrantische Erfahrungen selbstverständlich zusammendenkt und dabei sowohl politisch als auch persönlich bleibt.

2. Linus Giese: Lieben und lieben lassen (2023/2024)

Der Autor von Ich bin Linus widmet sich in diesem Buch queeren Beziehungen, Nähe und emotionaler Offenheit. Zwischen Essay, persönlicher Reflexion und gesellschaftlicher Analyse geht es um Liebe jenseits heteronormativer Vorstellungen. Ein wichtiges Buch für queere Menschen, die sich mit Beziehungsmustern, Selbstakzeptanz und emotionaler Gesundheit auseinandersetzen möchten.

3. Deniz Ohde (Hrsg.): Eure Heimat ist unser Albtraum – Erweiterte Ausgabe (aktuell neu aufgelegt)

Der Sammelband versammelt Texte verschiedener Autor*innen zu Rassismus, Queerness, Klassismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Auch queere Perspektiven spielen eine zentrale Rolle und zeigen, wie eng Diskriminierungsformen miteinander verwoben sind. Kein klassischer Roman, sondern ein politisch-literarisches Werk, das strukturelle Ungleichheiten sichtbar macht und queere Stimmen in gesellschaftliche Debatten einordnet.

4. Alicia Zett: Not Your Type (2024)

Alicia Zett zählt zu den bekanntesten queeren Stimmen der jungen deutschsprachigen Literatur. In Not Your Type erzählt sie eine zeitgenössische queere Liebesgeschichte über Selbstfindung, Unsicherheiten und das Abweichen von Erwartungen – sensibel und nah an der Lebenswelt junger Erwachsener. Ein zugänglicher, emotionaler Roman, der insbesondere für junge queere Leser*innen Identifikationspotenzial bietet.

5. Svenja Gräfen: Radikale Zärtlichkeit (2023, weiterhin hochaktuell)

Dieses Sachbuch beschäftigt sich mit queerer Liebe als politischer Praxis. Svenja Gräfen verbindet feministische, queere und gesellschaftskritische Perspektiven und zeigt, wie Fürsorge, Beziehungen und Solidarität jenseits normativer Vorstellungen gedacht werden können. Ein inspirierendes Buch für alle, die queere Beziehungen nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich reflektieren möchten. 

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Im Zentrum der aktuellen asylpolitischen Entwicklungen steht eine Entscheidung, die für queere Menschen weitreichende Folgen haben dürfte: Staaten, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt und queere Menschen systematisch diskriminiert werden, können künftig sowohl auf EU-Ebene als auch in Deutschland als „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft werden. Dazu zählen Länder wie Ägypten, Marokko, Tunesien und Bangladesch – Staaten, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen mit teils jahrelangen Haftstrafen geahndet werden und in denen dokumentierte Menschenrechtsverletzungen gegen LGBTIQ*-Personen an der Tagesordnung sind.

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Trotz dieser Lage haben sich die EU-Innenminister*innen darauf verständigt, diese Länder in eine gemeinsame Liste sicherer Herkunftsstaaten aufzunehmen. Parallel dazu hat der Deutsche Bundestag am 5. Dezember 2025 eine Reform beschlossen, die es der Bundesregierung ermöglicht, Herkunftsstaaten künftig per Rechtsverordnung als „sicher“ zu deklarieren, auch ohne Zustimmung des Bundesrats. Damit sinken die Hürden erheblich, Staaten mit nachweislicher queerfeindlicher Gesetzgebung als sicher einzustufen.

Für queere Geflüchtete bedeutet dies massiv eingeschränkte Zugangschancen zum Asylverfahren. Asylanträge aus solchen Staaten gelten in der Regel als „offensichtlich unbegründet“ und werden in beschleunigten Verfahren bearbeitet. Individuelle Verfolgungsgründe, etwa aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität, haben es dann besonders schwer, überhaupt berücksichtigt zu werden. Dass ausgerechnet Länder, in denen queere Menschen Verhaftung, Gewalt oder Folter befürchten müssen, als sicher eingestuft werden können, erhöht das Risiko, dass Betroffene in lebensgefährliche Situationen zurückgeschoben werden.

Verschärft wird die Lage durch eine weitere Entscheidung des Bundestags: Ebenfalls am 5. Dezember wurde die Pflicht abgeschafft, Menschen in Abschiebehaft automatisch anwaltlichen Beistand zu gewähren. Für eine ohnehin vulnerable Gruppe bedeutet das, noch weniger Möglichkeiten zu haben, ihre spezifischen Gefährdungen wirksam darzulegen und rechtlich gegen Abschiebungen vorzugehen.

Diese Entwicklungen stehen zudem im deutlichen Widerspruch zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der erst vor wenigen Monaten festgehalten hat, dass ein Staat nur dann als sicher gelten darf, wenn auch homosexuelle Menschen dort geschützt sind. Dennoch treiben sowohl die EU-Minister*innen als auch die Bundesregierung Regelungen voran, die genau das Gegenteil zulassen. Menschenrechts- und LGBTIQ*-Organisationen warnen deshalb vor einer erheblichen Gefährdung queerer Schutzsuchender, deren Chancen auf ein faires Asylverfahren weiter schwinden und deren Risiko, in Verfolgung zurückgeschickt zu werden, deutlich steigt.

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Über den Newsletter des Lesbenverein Intervention e.V. wurden wir auf das Projekt „Queere Lebensgeschichten über 60“ aufmerksam. Initiiert wird das Projekt vom ostdeutsch sozialisierten queeren Dokumentarfotograf Markus Heft , der seit 2021 in Hannover „Visual Journalism and Documentary Photography“ studiert.

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Schon seit 2022 erzählt das Fotoprojekt die Geschichten queerer Menschen in Deutschland, insbesondere von Menschen mit einem Mindestalter von 60 Jahren, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans, inter, nicht-binär oder queer identifizieren. Das Projekt und Markus Heft wurden bereits mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Nun soll das Projekt erweitert und in einem Fotoband unter dem Titel „Für uns geträumt“ im nächsten Jahr veröffentlicht werden. Dafür werden weiterhin Menschen gesucht, die sich portraitieren lassen möchten und ihre queere Lebensgeschichte erzählen möchten.

Markus Heft, 1998 geboren, setzt dieses Projekt um, weil er auf der Suche nach queeren Vorbildern ist, die ihm im Jugendalter gefehlt haben.

Auch wenn vor allem eine aktuell ältere Generation porträtiert wird, soll das Projekt einen Austausch zwischen den Generationen anstoßen. Im Fokus stehen spannende Erlebnisse, Herausforderungen und Kämpfe, die vor Hefts eigener Generation stattfanden und eine queere Lebensgeschichte geprägt haben. Außerdem dreht es sich um die Bedeutung von Sexualität und Identität im Alter.

Markus Heft: „Die Fotos entstehen in einem kollaborativen Prozess. Einzel- oder Paarportraits werden durch Detailaufnahmen von Gegenständen oder Orten, die von Bedeutung sind, ergänzt. Zusätzlich werde ich mit allen Teilnehmenden Interviews führen, um einen individuellen Fokus auf das Leben meiner Protagonist*innen zu legen.“

Momentan ist Markus Heft explizit auf der Suche nach trans, inter und nicht-binären Personen, sowie nach Menschen, die in der DDR lebten. In Alltagsgeschichten möchte er über Themen wie Beziehung, Familie, Einsamkeit, Stolz, erkämpfte Rechte, Berufe sowie Wohnen und Pflege im Alter sprechen. Dabei bleibt er offen für Themen, die die Portraitierten mitbringen. Markus Heft: „Das Fotoprojekt ist eine Einladung zur Zusammenarbeit: Es geht mir nicht darum, ein Projekt über Menschen zu machen, sondern gemeinsam mit ihnen ihre Geschichten zu erzählen.“

Eine Veröffentlichung für den Fotoband und Ausstellungen erfolgt nur nach vorheriger Absprache und Einverständnis.

Wenn Du Interesse hast, Teil des Fotoprojekts zu werden oder Fragen dazu hast, melde dich per E-Mail unter info@markusheft.de.

Weitere Infos und Quelle: Markus Heft

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Wer prägt eigentlich unsere Geschichtsbücher – und wer fehlt darin? Diese Fragen treiben die Berliner Autorin und Journalistin Morgane Llanque schon lange um. Für sie steckt die klassische Geschichtsschreibung voller blinder Flecken: Frauen, queere Personen, Menschen mit Behinderung oder nicht-westliche Kulturen werden bis heute zu oft an den Rand gedrängt. Ihr neues Buch „Vielfalt – Eine andere Geschichte der Menschheit“ will das ändern. Es ist eine Einladung, die Vergangenheit mit anderen Augen zu betrachten.

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Morgane Llanque, Jahrgang 1994 und in Berlin geboren, ist studierte Historikerin, Politikwissenschaftlerin und Kulturjournalistin. Nach Stationen an der Katholischen Journalistenschule und ersten Veröffentlichungen in Medien wie Die Zeit, taz und dem Good Impact Magazin, arbeitet sie heute beim Institut für Auslandsbeziehungen.

Geschichte jenseits der Machtperspektive

Ihr Buch, das im November 2025 im Droemer Verlag erschienen ist, umfasst rund 300 Seiten und führt in acht Kapiteln durch verschiedene Epochen und Weltregionen. Llanques zentrale These: Die Menschheit war schon immer vielfältig – ethnisch, kulturell, geschlechtlich. Doch die überlieferte Geschichtsschreibung, meist von den Mächtigen geprägt, erzählte lange nur einen Ausschnitt dieser Realität.
Besonders deutlich wird das im Blick auf den sogenannten Westen. Llanque widerspricht der Vorstellung, die westlichen Gesellschaften seien historisch homogene Räume von Whiteness, Patriarchat und Heteronormativität gewesen. Dieser Mythos sei bequem, aber unhaltbar – und reiche bis in die Gegenwart, wo rechte und rückwärtsgewandte Bewegungen versuchen, gesellschaftliche Vielfalt zurückzudrängen.

Von der Steinzeit bis zur Globalisierung: Vielfalt ist älter als gedacht

Llanque beginnt ihre Reise in der Steinzeit – und räumt gleich mit einem weiteren beliebten Stereotyp auf. Die Frühgeschichte war keineswegs eine Welt männlicher Dominanz. Neue archäologische Funde deuten vielmehr auf gesellschaftliche Strukturen hin, in denen Frauen Macht hatten, Kriegerinnen existierten und Rollenbilder wesentlich flexibler waren als lange behauptet wurde. Auch Migration ist kein neuzeitliches Phänomen: Nach Llanques Darstellung zeigen aktuelle DNA-Analysen, dass anatolische Bevölkerungsgruppen bereits in der Frühgeschichte weitreichende Wanderungsbewegungen auslösten.

Über Antike und Mittelalter führt sie schließlich in das 18. und 19. Jahrhundert – und zeigt dort, wie selbstverständlich gender-nonkonforme Menschen in vielen Kulturen lebten. Globalisierung, so betont sie, ist ebenfalls kein modernes Konzept: Schon im Mittelalter vernetzten sich Gesellschaften über Kontinente hinweg, ohne dass dies zwangsläufig mit Kolonialismus verbunden war.

Menschen mit Behinderungen: sichtbar und doch unsichtbar

Ein großes Kapitel widmet Llanque Menschen mit Behinderungen, die in der klassischen Geschichtsschreibung oft nur als Randfiguren auftauchen – oder gar nicht. Dabei prägten sie in vielen Fällen politische Entwicklungen, kulturelle Traditionen oder militärische Geschichte. Von einem einäugigen Samurai über den buckligen Staatsmann Salisbury bis zur blinden Pianistin oder Lord Byron mit Klumpfuß: Llanque zeigt, wie vielfältig und prägend diese Biografien waren.

Gender-nonkonforme Geschichte: weltweit und seit Jahrhunderten

Ebenso ausführlich beleuchtet die Autorin Kulturen, in denen gender-nonkonforme Menschen seit jeher selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind. Sie erzählt von den neapolitanischen Femminielli, den Female Husbands aus der angloamerikanischen Geschichte, den Hijras in Südasien sowie den Fa’afafine und Fa’atame in Samoa. Immer wieder wird sichtbar: Genderdiversität ist kein modernes Phänomen, sondern historisch tief verankert – und oft erst durch koloniale oder westliche Normen verdrängt worden.

Ein populäres Buch mit Bildungsanspruch

Auch wenn Llanque nicht den Anspruch erhebt, ein vollständiges Geschichtswerk zu liefern, bietet ihr Buch eine kompakte, gut lesbare Gesamtschau bisher übersehener Kapitel der Menschheitsgeschichte. Kritisch ließe sich anmerken, dass gerade das Berlin-Kapitel etwas blass bleibt. Doch für ein breites Publikum, das „die Geschichte hinter der Geschichte“ entdecken möchte, ist es ein zugänglicher und inspirierender Einstieg.

Für die Geschichtswissenschaft wiederum könnte „Vielfalt“ ein Anstoß sein, stärker mit multiperspektivischen Methoden zu arbeiten – und die Menschheitsgeschichte als das zu begreifen, was sie immer war: ein Geflecht aus vielen Stimmen, Lebensformen und Identitäten.

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Die Tage sind kurz, die Sonne und der blaue Himmel lassen sich seltener blicken und das Ende des Jahres rückt langsam näher. Gleichzeitig bedeutet es aber auch: Überall öffnen die Wintermärkte, auf denen man es sich bei leckeren Getränken und herzhaften sowie süßen Snacks gut gehen lassen kann. Noch mehr Spaß macht das Ganze auf Wintermärkten mit Mottos wie „Pink Christmas“ oder „Winter Pride“. Neben Lebkuchenherzen mit Sprüchen, die sonst immer fehlen, wollen die queeren Wintermärkte die Community sichtbar machen, Raum für die Arbeit verschiedener Organisationen bieten und ein Showprogramm mit Künstler*innen aus der Szene liefern. Dieser Artikel wirft einen Blick auf einige ausgewählte queere Wintermärkte in Deutschland.

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Christmas Avenue Berlin LGBTQIA* Winterdays

Berlin startete mit den LGBTQIA* Winterdays schon vom 05.-22.11.2025 in die Zeit der Wintermärkte. Hier stehen verschiedene Organisationen und Vereine im Mittelpunkt, die ihre Arbeit vorstellen und zum Austausch queerpolitischer Themen einladen. Der größte queere Wintermarkt, die Christmas Avenue am Nollendorfplatz in Schöneberg, wurde dann am 24.11.2025 eröffnet. Neben Live-Musik und Drag-Shows gibt es Lesungen, Bingo, Karaoke, Schrottwichteln und altbekannte Wintermarktstände.

Öffnungszeiten: Christmas Avenue vom 24.11.-23.12.2025: Mo-Do 16-22 Uhr, Fr-So 15-22 Uhr

Ort: geschützt unter der Hochbahn am Nollendorfplatz, Berlin-Schöneberg

Mehr Infos unter Christmas Avenue Berlin.

Pink Christmas München

Mitten Im Glockenbachviertel und ganz in Pink findet in diesem Jahr wieder der Pink Christmas Wintermarkt in München statt. Seit 2005 auf dem Stephansplatz zuhause feiert der Markt dieses Jahr sein 20. Jubiläum. Mit kleiner Showbühne, die täglich ab 18 Uhr durch DJ James Munich besetzt ist, Showsonntagen mit Travestiestar Gene Pascale ab 19 Uhr und vielen weiteren Auftritten ist für das richtige Rahmenprogramm gesorgt. Besondere Aufmerksamkeit bekommt der Welt-Aids-Tag am 01.12. zusammen mit Bürgermeisterin Verena Dietl & Schlagersänger Patrick Lindner. Der Pink Christmas Wintermarkt ist gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar.

Öffnungszeiten: 24.11.-21.12.2025: Mo-Fr 16-22 Uhr, Sa & So 14-22 Uhr

Ort: Stephansplatz, München

Mehr Infos unter Pink Christmas München.

Havenue Köln

Nach mehrjähriger Pause kehrt dieses Jahr die Havenue in Köln zurück. Im Viertel rund um den Friesenplatz, mit den passenden Gay-Bars um die Ecke, sind schillernd, glitzernd und fantasievoll gestaltete Hütten und Glühweinbuden errichtet. Beim entspannten Bummeln entlang von Kerzen, winterlicher Deko und Wein und zwischen dem Duft von Flamm- und Reibekuchen findet ihr hier ebenfalls das Standardprogramm, wie Drag-Shows, DJ-Sets oder Konzerte. Auch der ein oder andere karnevalistische Auftritt stimmt ein auf die jecke Jahreszeit.

Öffnungszeiten: 17.11.-23.12.2025: Mo-Do 12-22 Uhr, Fr 12-23 Uhr, Sa 11-23 Uhr, So 11-22 Uhr

Ort: Friesenplatz, Köln

Mehr Infos unter Havenue Köln.

Winter Pride Markt Hamburg

Nur wenige Meter vom Hamburger Hauptbahnhof im Viertel St. Georg zwischen Kirchenallee und der Langen Reihe findet ihr den größten queeren Wintermarkt in Norddeutschland. Vereine aus der Community stellen ihre Arbeit vor, während Glühwein genossen und norddeutsche Leckereien geschlemmt werden können. Wechselnd stehen verschiedene Organisationen am Zapfhahn für Gespräche und das Sammeln von Spenden, unter anderem die Aidshilfe Hamburg e.V. oder Mitglieder des Hamburg Pride e.V. Musikalisch begleitet wird der Markt von DJs aus der queeren Szene, die vor allem am Freitag und Samstag zum Feiern und Tanzen einladen.

Öffnungszeiten: 15.11.-21.12.2025: So-Do 12-22 Uhr, Fr & Sa 12-24 Uhr
Ort: Ecke Lange Reihe/Kirchenallee, Hamburg-St. Georg

Mehr Infos unter Winter Pride Hamburg.

Rosa Weihnacht Frankfurt

Generell wird in Frankfurt am Main die Wintermarkt-Tradition großgeschrieben. Klein, aber fein ergänzt die Rosa Weihnacht am Friedrich-Stoltze-Platz die Palette der Wintermärkte. Das bekannte Angebot von Glühwein, Leckereien, Geschenken und mehr gilt es auf dem rosa leuchtenden Wintermarkt zu genießen. Erlöse aus den Buden werden teilweise als Spenden an Organisationen aus der Community weitergegeben. Am besten erreicht ihr die Rosa Weihnacht mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Öffnungszeiten: 24.11.-22.12.2025: Mo-Sa 10-21 Uhr, So 11-21 Uhr

Ort: Friedrich-Stoltze-Platz, Frankfurt am Main

Mehr Infos unter Weihnachtsmärkte in Hessen.

Nach all dem: Queere Wintermärkte sind der perfekte Ort für Treffen und Begegnungen der Community während der Winterzeit und einen Ausflug wert! Ist nicht das passende in eurer Nähe dabei, lässt sich auch der lokale Wintermarkt auschecken. Oft gibt es an bestimmten Wochentagen queere Events oder eine queere Hütte.

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Der 25. November ist ein wichtiger Tag: Weltweit wird an diesem Datum auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht. Medien berichten verstärkt, Politiker*innen fordern zu entschlossenem Handeln auf. Doch abseits dieses jährlichen Aktionstags verliert das Thema im öffentlichen Diskurs häufig an Sichtbarkeit und mit ihm die strukturelle Unterstützung, die Betroffene dringend benötigen.

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Die Organisation PINKSTINKS setzt in diesem Jahr bewusst einen Gegenakzent und präsentiert eine Ressource, die ganzjährig wirkt: eine umfangreiche, bundesweite Hilfe-Datenbank mit über 1.000 Anlaufstellen, die Menschen in unterschiedlichsten Situationen kompetente Unterstützung bietet.

Wohin, wenn Unterstützung notwendig wird?

Ob eine Krise, eine konkrete Gefahr oder der Wunsch nach Orientierung: Viele Situationen erfordern professionelle Beratung. Die neue Datenbank bündelt verlässliche Anlaufstellen und erleichtert damit den Zugang zu Hilfe erheblich.

Die Themen, die abgedeckt werden, sind bewusst breit gefasst, denn Unterstützung wird in sehr unterschiedlichen Lebenslagen benötigt. Die Datenbank enthält Anlaufstellen zu:

  • Care-Arbeit
  • Diskriminierung
  • Erkrankungen
  • Fehlgeburt
  • Gewalt
  • Lebenskrisen
  • Queeren Lebensfragen
  • Schwangerschaft
  • Schwangerschaftsabbruch

Damit entsteht ein vielfältiges Angebot, das von psychosozialen Beratungsstellen über Selbsthilfegruppen und medizinische Einrichtungen bis zu spezialisierten Fachorganisationen reicht.

Besonderes Gewicht liegt auf der queeren Unterstützung: PINKSTINKS hat gezielt queere Beratungsstellen, medizinische Angebote und Community-Organisationen integriert. Damit setzt die Datenbank ein klares Zeichen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und für eine Hilfelandschaft, die den realen Bedürfnissen queerer Menschen gerecht wird – sensibel, kompetent und diskriminierungsfrei.

Die Datenbank soll kontinuierlich wachsen – für ein stabiles, verlässliches Unterstützungsnetz, das niemanden zurücklässt.

Ein einzigartiger Überblick über bundesweite Anlaufstellen

Die Datenbank ist nach neun Themenfeldern und allen 16 Bundesländern sortiert und umfasst ein breites Spektrum an Organisationen, Initiativen und behördlichen Ansprechpersonen. Sie bietet Orientierung sowohl für Betroffene als auch für Angehörige, Fachkräfte und alle Personen, die auf der Suche nach passenden Beratungsstrukturen sind.

Engagement sichtbar machen – und stärken

Während der Aufbauphase wurde deutlich, wie viele Menschen und Organisationen bundesweit daran arbeiten, Betroffene zu unterstützen, oft unter schwierigen Bedingungen. PINKSTINKS macht dieses Engagement sichtbar und stärkt es durch eine strukturierte, zugängliche Plattform.

Copyright Logo: Pinkstinks Germany e.V.

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Am 16. November 2025 startet mit „lambda space“ ein bundesweit einmaliges Projekt: Das erste digitale queere Jugendzentrum Deutschlands geht online. Initiiert wurde die Plattform vom Jugendnetzwerk Lambda. Sie soll queeren Jugendlichen im Alter von 14 bis 26 Jahren einen sicheren digitalen Treffpunkt bieten – für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaft.

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Der Hintergrund: Viele queere junge Menschen – besonders auf dem Land – haben nach wie vor kaum Zugang zu unterstützenden Angeboten. Gleichzeitig verbringen sie einen großen Teil ihrer Freizeit online. Doch auch dort fehlen bisher geschützte Räume. Lambda kritisiert, dass die meisten großen Online-Plattformen von profitgetriebenen Tech-Konzernen dominiert würden und sich zunehmend queerfeindliche Tendenzen zeigten. „lambda space“ sei daher eine Antwort auf diese Entwicklung – als sicherer Raum für queere Jugendliche ohne lokale Angebote und als gemeinnützige, bedürfnisorientierte Alternative zu kommerziellen Netzwerken.

Die neue Plattform ermöglicht es Jugendlichen, sich in Foren auszutauschen, eigene Gruppenräume zu verschiedenen Themen zu gründen, über einen geschützten Messenger miteinander zu schreiben und andere queere junge Menschen in ihrer Umgebung kennenzulernen. Dabei steht Sicherheit im Vordergrund: Ein mehrstufiges Zugangssystem soll Schutz bieten, Beiträge werden durch geschulte Moderator*innen und KI in Echtzeit überwacht und das Projekt wird psychologisch begleitet. Außerdem gibt es einfache Möglichkeiten zur Beratung, falls jemand Unterstützung braucht.

Schon 865 Jugendliche stehen auf der Warteliste für den Zugang. Die Lambda-Vorstandsmitglieder Emily Schunk und Oska Jacobs zeigen sich begeistert: „Jetzt beginnt die spannende Beta-Phase, in der wir nach und nach allen 865 Jugendlichen den Zugang eröffnen“, erklärten sie. In Feedbackrunden wollen sie gemeinsam mit den Jugendlichen herausfinden, wie sich die Plattform anfühlt, was gut läuft und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Das Ziel ist klar: Junge queere Menschen sollen überall einen sicheren digitalen Raum haben – unabhängig davon, wo sie leben.

Hier die wichtigsten Infos zu lambda space zusammengefasst:
Website: lambdaspace.de

Was ist lambda space?

  • lambda space bezeichnet sich als erstes digitales queeres Jugendzentrum Deutschlands, das rund um die Uhr und von überall aus erreichbar ist.
  • Zielgruppe: Queere Jugendliche im Alter von 14 bis 26 Jahren — dabei sind auch Menschen willkommen, die sich „unsicher“ über ihre Sexualität oder Identität fühlen.

Wichtige Funktionen/Features

  • Plattformzugang über iOS, Android & Web.
  • Der Anspruch: Eine Atmosphäre wie in einem „echten“ Jugendzentrum – Gemeinschaft, Austausch, Begegnung – ins Digitale zu übertragen.
  • Sicherheit & Schutz stehen im Fokus: z. B. mit Verifikation, privaten Profilen, selbstlöschenden Nachrichten, geschultem Support-Team.

Beteiligung & Mitbestimmung

  • Der Verein betont, dass die Jugendlichen selbst mitentscheiden können: Mitgliedschaft ist kostenlos und bringt Mitspracherechte bei Aktivitäten, Mitgliederversammlung etc. (lambda space)

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Ebow ist eine der erfolgreichsten und besten queerfeministischen Rapperinnen der letzten Jahre. Wer ist Ebow? Was sind ihre Themen und was macht ihre Musik so besonders?

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Die Rapperin, Künstlerin und Schauspielerin Ebow, bürgerlich Ebru Düzgün, wurde 1990 in München geboren und wuchs im Münchner Westend auf. Sie ist Teil einer kurdischen Familie. Ihre Großmutter kam als Gastarbeiterin nach Deutschland und die Mutter trennte sich vom Vater, um ihrer Tochter eine Ausbildung zu ermöglichen. Ebow selbst studierte bis zum abgeschlossenen Master Architektur, bevor sie sich ganz der Musik widmete (Münchner Feuilleton, Goethe-Institut).

Schon früh machte Ebow auf Münchens Bühnen auf sich aufmerksam, etwa beim on3-Festival des Bayerischen Rundfunks (2011) oder dem Sound-of-Munich-Now-Festival (2012). Ihr Sound ist geprägt von einer Mischung aus orientalischen Klängen, R’n’B und Hip-Hop, in dem sich sowohl ihre kulturellen Wurzeln als auch ihre Vielseitigkeit als Künstlerin widerspiegeln (Münchner Feuilleton).

Seit ihrem ersten Album „Ebow“ aus dem Jahr 2013 sind vier weitere Studioalben entstanden: Komplexität (2017), K4L – Kanake for Life (2019), Canê (2022) und FC Chaya (2024). Sie beschreibt sich selbst als politische Musikerin, die sich in ihren Texten und Sounds mit dem Leben als Deutsche mit Migrationshintergrund, Queerfeminismus, Kapitalismuskritik und mit dem Aufwachsen als kurdische lesbische Frau in einer patriarchalen Gesellschaft beschäftigt (ebd., Amnesty International). Ebow eignet sich dabei Machtsymbole der männlich dominierten Deutschrap-Szene an, um auf die Machtdiskrepanzen zwischen Geschlechterrollen und Klassen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen und sich als Frau zu emanzipieren. Ihr Ziel: den Deutschrap von sexistischen und homophoben Klischees befreien und ihm eine feminine, queere und experimentelle Mentalität verleihen (Goethe-Institut). Sie sieht dabei jedoch die Gefahr, in sozialen, teils akademischen Blasen zu versickern: „Wenn wir gemeinsam kämpfen wollen, etwa gegen Rassismus und Sexismus, wieso gibt es dann so viel Beef in den eigenen Reihen? Ich hatte das Gefühl, manchen Leuten ging es nicht darum, eine Gemeinschaft voranzubringen, sondern sich selbst zu vermarkten.“ (ebd.)

Ebow ist also eine Musikerin mit intersektionaler Perspektive. Ihr ist besonders wichtig, nicht primär Songs für weiße Menschen zu schreiben, die sich mit intersektionalem Feminismus auseinandersetzen, sondern ihre Energie in ihre eigene Community zu stecken. Im Song „Hengameh“ findet sich diese Haltung wieder (ebd.).

Mit ihrem jüngsten Album „FC Chaya“ (2024) zeigt sich Ebow so persönlich und verletzlich wie bisher noch nie. Besonders eindrücklich ist der Song „Ebrus Story“, in dem sie von ihrem jahrelang aufgeschobenen Coming-Out als lesbische Frau erzählt. „Den Song zu schreiben und zu veröffentlichen hat sich extrem befreiend angefühlt“, sagt sie. Mit ihrer Tante hatte sie zuvor gesprochen, doch für den Rest der Familie kam ihr Outing durch den Song. Ihre Mutter erwiderte wertschätzend: „Man lerne sich ein Leben lang neu kennen.“ (Amnesty International)

Ebow ist eine Stimme des deutschen Queerfeminismus und einer migrantischen Gesellschaft. Durch poetische Wut, Aneignung von Symbolen zu Selbstermächtigung und Solidarität zur Vielfalt. Dieser Artikel ist nur ein kurzes Portrait über die Rapperin „Ebow“, um sie kennenzulernen und einen Einstieg in die Musik zu finden. Der Titel des Artikels zeigt wichtige Songs und einen Einblick in Ebows Laufbahn und Schaffen, in die unbedingt reingehört werden sollte!

Foto: Cover Foto by Nikolas Petros Androbik, 2024.

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