Echte Vielfalt

Lebensbereiche

Beitritt zum Bündnis für mehr Vielfalt mit vier prominenten Partner_innen an der Westküste – Stadt Heide, Westküstenkliniken, FH Westküste und Brücke SH

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Was haben die „Brücke Schleswig-Holstein“, die „Fachhochschule Westküste“, die „Stadt Heide“ und die „Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide“ gemeinsam? Alle vier Heider Institutionen und Arbeitgeber_innen setzen sich für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ein. Sie unterzeichnen heute (03. März 2017) im Beisein von Gleichstellungsministerin Kristin Alheit die „Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt“ und treten damit dem Bündnis für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Schleswig-Holstein bei. Grundlage sind Beschlüsse in den entsprechenden Entscheidungsgremien, die im Dezember 2016 fielen (z.B. Heider Ratsversammlung am 14.12.2016).

Das Bündnis ist ein wichtiger Teil des Aktionsplans Echte Vielfalt, zu dem der Landtag die Landesregierung beauftragt hat. Dem Bündnis sind bisher über 20 Vereine, Kommunen, private Arbeitgeber und politische Organisationen beigetreten. Ziel des Bündnisses ist die Stärkung der Akzeptanz und Anerkennung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und pansexuellen Menschen. Die Bündnispartner_innen verpflichten sich damit zum Abbau von Diskriminierung und Ausgrenzung.

Die Lübecker Erklärung fußt auf Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes aber insbesondere auf dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) §1, nach dem "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen" sind.

Der stellvertretende Geschäftsführer der Brücke Schleswig-Holstein, Robert Schenk, erklärt dazu: „Mit der Unterzeichnung der Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt unterstreichen wir unsere Haltung bei der Brücke Schleswig-Holstein. Wir verstehen es als Wert, dass es normal ist, verschieden zu sein. Entschieden wenden wir uns gegen Ausgrenzung und Benachteiligung. Wir zeigen Mut zum Miteinander und setzen uns ein für Verständnis, Akzeptanz und Chancengleichheit. Das bedeutet für uns auch: Sexuelle Selbstbestimmung als ein Recht in unserer Gesellschaft zu achten und zu schätzen.“

Die Unterzeichnung der Lübecker Erklärung am 03. März in den Räumen der Brücke SH in Heide wird vom LSVD SH begleitet. Der Vorstandssprecher des LSVD SH, Andreas Witolla, freut sich über das große Interesse an dem Bündnisbeitritt: „Wir sind stolz und glücklich, dass gleich vier große Arbeitgeber_innen die Lübecker Erklärung unterzeichnen möchten. Das ist ein großer Verdienst der Initiative Westküste denkt QUEER, die sich bereits seit 2015 mit vielen bunten Veranstaltungen und Aktionen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt einsetzt. Zur Unterzeichnung werden mit dem stv. Geschäftsführer Robert Schenk (Brücke SH), Frau Prof. Wollesen (FH Westküste), Bürgermeister Ulf Stecher (Stadt Heide) und Frau Dr. Lasserre (Westküstenkliniken) hochrangige Entscheidungsträger der neuen Bündnispartner_innen persönlich anwesend sein und damit die Wichtigkeit und den Stellenwert demonstrieren.“

Andreas Witolla ist begeistert darüber, dass die Gleichstellungsministerin des Landes SH, Kristin Alheit, ebenfalls bei der Unterzeichnung anwesend sein wird und die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnet. Alheit erklärt dazu: „Ich möchte einen offenen und respektvollen Umgang miteinander in ganz Schleswig-Holstein. Die Partner_innen des Bündnisses tragen dazu bei, dieses Ziel gemeinsam zu erreichen und ich freue mich sehr über die Beitritte hier an der Westküste. Sie zeigen nicht nur als Arbeitgeber_in, sondern als ganze Stadt und Region, dass bei Ihnen Vielfalt willkommen ist! Dafür gilt Ihnen mein herzlicher Dank.“

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist ein Bürgerrechtsverband und vertritt die Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTI als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden.

Verantwortlich:
LSVD Schleswig-Holstein e.V.
Andreas Witolla
Vorstandssprecher
c/o RA Wolter
Meesenring 2
23566 Lübeck
Mobil 0163 - 7675747
andreas.witolla@lsvd.de
http://www.lsvd-sh.de

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Anfang 2016 startete die Initiative „Westküste denkt QUEER“ ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm in Dithmarschen und Nordfriesland. Organisiert und durchgeführt wurden knapp 20 Veranstaltungen, bei denen insgesamt über 1000 Besucher_innen begrüßt werden konnten. Durch die bunte Mischung an spannenden Veranstaltungen wurde in toller Atmosphäre ein offenes und interessiertes Publikum erreicht und das Thema „vielfältige Lebensformen“ an der Westküste sichtbar gemacht.

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Nun zündet die Initiative das nächste Veranstaltungsfeuerwerk. Auch hier wurden vorhandene Angebote einbezogen und mit eigenen Ideen ergänzt. Zudem wurde auf eine ausgewogene Verteilung der Angebote und Veranstaltungen geachtet:

  • 12. November 2016 um 21:00 Uhr LSBTIQ Party im Speicher Husum
  • 17. November 2016 um 19:30 Uhr Kinoabend „Something Must Break“ Bornholdt Meldorf
  • 23. November 2016 um 18:00 Uhr Kinoabend „The Danish Girl“ in Leck (Deli-Kino)
  • 01. Dezember 2016 um 19:00 Uhr Kinoabend „Dallas Buyers Club“ in St. Peter-Ording (Kino Nordlicht)
  • 02. Dezember 2016 um 20:00 Uhr Konzert zum Welt-AIDS-Tag in Kooperation mit der Aidshilfe Sylt, unterstützt durch Mittel des Spendenparlaments SH: MAT - Magnolia Acustic Trio - Die Harmonie des Jazz mit der Attitüde des Punk und Coolness des Platt!
  • 07. Dezember 2016 um 18:00 Uhr Coming Out! Mobiles Klassenzimmerstück von Jutta Schubert für alle ab 14 Jahren - Produktion des Landestheaters SH, Aufführungen jeweils mit Nachbereitung durch Theaterpädagogik: an der FH Westküste, Eintritt frei, offen für alle
  • 09. Dezember 2016 um 19:00 Uhr Poetry Slam zum Thema „Vielfalt leben - Akzeptanz fordern und fördern“ gegen Homo- und Transphobie an der FH Westküste

Alle Veranstaltungen finden wieder im Rahmen des -Aktionsplans Echte Vielfalt- für Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten des Landes Schleswig-Holsteins statt. „Echte Vielfalt lebt davon, dass viele unterschiedliche Menschen mitmachen!“ so Gleichstellungsministerin Kristin Alheit. „Die Initiative Westküste denkt QUEER zeigt vorbildlich, wie Akzeptanz im Alltag gelebt und gefördert werden kann. Mein herzlicher Dank geht an alle Beteiligten, die hochengagiert dazu beitragen, dass verschiedene Lebensweisen selbstverständlich werden.

Die Initiative „Westküste denkt QUEER“ wurde durch Vertreterinnen zweier Beratungsstellen, einer Ärztin und der Gleichstellungsbeauftragten Stadt Heide 2014 zunächst in Dithmarschen gegründet. Inzwischen setzt sich die Initiative aus Vertreter*innen von Beratungsstellen (pro familia, Frauen helfen Frauen, Aidshilfe Sylt, Brücke SH, Beratungsstelle der Diakonie), Gleichstellungsbeauftragten, Lokalpolitiker*innen und Privatpersonen aus Dithmarschen und Nordfriesland zusammen.
Allen Beteiligten ist es wichtig, die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt der Menschen auch an der Westküste sichtbar zu machen sowie Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und zur Anerkennung dieser Vielfalt zu schaffen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer.
Kontakt:
Gabriela Petersen
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Heide
Postelweg 1
25746 Heide
Tel.: 0481 – 6850 150
gleichstellungsstelle@stadt-heide.de
http://www.facebook.com/wedequ
http://wedequ.slfl.de

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Aktionen 2015

31. Dezember 2015
Im Unterschied zum Jahr 2014 wurde seit dem Jahr 2015 kein einzelner Träger mit der Umsetzung des Aktionsplanes 2015 einschließlich der umfassenden Pflege der Website www.echte-vielfalt.de beauftragt. Sämtliche Maßnahmen zu dem Aktionsplan seit 2015 wurden durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung (MSGWG) mit den unten aufgeführten zivilgesellschaftlichen Verbänden und Initiativen umgesetzt.

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Im Jahr 2015 sind u. a. nachstehende Aktionen durchgeführt worden:
- Vernetzungstreffen 2015
- Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Aktionsplans (CSD Kiel)
- Veranstaltungsreihe „Westküste denkt QUEER“

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HEIDE. Die Landesregierung hatte in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e.V. (LSVD) den Aktionsplan Echte Vielfalt für die Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten des Landes Schleswig-Holstein auf den Weg gebracht. Gleichstellungsministerin Kristin Alheit nimmt heute (11.12.) in Heide am Auftakt der Veranstaltungsreihe „Westküste denkt QUEER“ teil, die mit Unterstützung des Ministeriums von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Heide und weiteren Beteiligten koordiniert wird. Neben Ministerin Alheit nimmt an der Eröffnung auch Hans-Harald Böttger, Kreispräsident Dithmarschen teil.

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Zur Eröffnung in Heide betont Ministerin Alheit in einem Grußwort:

„Westküste denkt QUEER“ - das werden ganz unterschiedliche Veranstaltungsformate sein – die aber einem gemeinsamen Nenner haben: Es geht um Information und Aufklärung über die Vielfalt sexueller Identitäten. Es geht darum, Wissen über und Akzeptanz von unterschiedlichen Lebens- und Liebesweisen zu einer Selbstverständlichkeit zu machen – die es nach wie vor nicht ist. Das ist eine Aufgabe, die hier an der Westküste und die überall im Land wichtig ist. Und von der ich mir wünsche, dass noch viel mehr Menschen sich beteiligen und Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz setzen. Es geht darum, Menschen in ihren ganz unterschiedlichen Identitäten und Orientierungen den Respekt zu erobern, der ihnen wie allen Menschen zusteht.

Ganz gleich, ob sie dem entsprechen, was manche als „Normalität“ auffassen. Dieses noch unerfüllte Anliegen betrifft nicht nur Menschen mit einer trans- oder intersexuellen Identität. Abwehr und Aggression treffen und betreffen alle Menschen, die nicht-heterosexuell leben und lieben. Für sie gehören offene oder unterschwellige Homophobie nach wie vor zum Alltag. Diese Feindseligkeit hat viele Facetten und Ausdrucksformen. Von Diskriminierungen, Beleidigungen, Mobbing bis hin zu Hassparolen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen.

Und es gibt immer noch gesellschaftliche Bereiche, in denen Schwule, Lesben und Transidente mit Verleugnung der eigenen Persönlichkeit leben müssen. Das gilt für den Profisport ebenso wie für Menschen in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik. Aber eben auch für ganz viele Menschen in nicht prominenter Lage. Das ist eine fast absurde Situation in einer Gesellschaft, in der heterosexuelle Identitäten als Selbstverständlichkeit gelebt und offen zur Schau gestellt werden. Etwa von Paaren, die händchenhaltend flanieren; oder von Kolleginnen, die auf der Arbeit von ihrem Freund erzählen; oder Politikern, die Frau und Kinder als Wahlargument präsentieren.

All das soll niemandem ausgeredet werden. Wenn aber lesbische, schwule, trans- und intergeschlechtliche Personen dafür eintreten, dass sie berücksichtigt werden, dass ihre Existenz sichtbar gemacht wird – dann wird das teilweise regelrecht als Angriff interpretiert. Menschen, denen die Allgegenwärtigkeit von Hetero-Sexualität so gar nicht auffällt, verwahren sich dann – und eben nur in diesem Zusammenhang – gegen vermeintliche „Sexualisierung“. Dabei geht es um etwas ganz anderes: Um das Anliegen, in seiner Identität gesehen und akzeptiert zu werden. Und dieses Anliegen ist doch so normal wie nur irgendetwas und so berechtigt wie nur irgendetwas.

Weil dies aber noch keine Selbstverständlichkeit, sondern überall eine Herausforderung ist, haben wir in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr einen Aktionsplan auf den Weg gebracht: Als Landesregierung mit dem Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e.V, dem ich bei der Gelegenheit nochmal ausdrücklich danken möchte und weiteren Partnern. „Echte Vielfalt, Aktionsplan zur Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten“ umfasst Aktivitäten und Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen:

Sei es Initiativen der Landeregierung für die noch ausstehende rechtliche Gleichstellung nicht-heterosexueller Lebensweisen. Seien es Aktivitäten, die Akzeptanz unterschiedlicher Identitäten noch stärker in der Gesellschaft verankern, die Vorurteile und Homophobie zurückdrängen. Wesentliche Zielsetzung für die nachhaltige Wirkung des Aktionsplans ist dabei insbesondere die enge Kooperation mit den landesweit und regional engagierten Akteuren. Dabei sind in relativ kurzer Zeit richtig gute und anspruchsvolle Maßnahmen auf den Weg gebracht worden.

Zum Beispiel wurde die Informations- und Aufklärungsfibel produziert; eine Foto- Aktion, die auf dem Kieler CSD ganz viel Anklang gefunden hat, auch auf den CSDs in Lübeck und Neumünster angeboten und wurde das „Bündnis gegen Homophobie“ gegründet. Mit 11 Unternehmen, Vereinen und Verbänden als Erstunterzeichner der “Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt”. Akzeptanz sexueller Vielfalt lässt sich nicht verordnen. Es bedarf eines engagierten Miteinanders aller gesellschaftlich relevanten Gruppen. Das ist Leitlinie der Landesregierung. Wir wollen – gemeinsam mit den Akteuren – einen Kulturwandel in der Gesellschaft: hin zu mehr Sensibilität für Vielfalt, hin zu einer Sensibilisierung der Menschen dafür, was Diskriminierung im Alltag ausmacht und wie diese zu überwinden ist. und auch: Hin zu einem Klima, in dem LSBTI-Menschen offen und mit Selbstbewusstsein auftreten können als die Menschen, die sie sind und die sie sein wollen. Mir kommt es darauf an, „Echte Vielfalt“ nicht nur in Drucksachen und Broschüren, sondern vor allem im Bewusstsein der Menschen im Land voranzubringen. Dafür braucht es ein breites gesellschaftliches Bündnis.

Deshalb ist es mir wichtig, nach dem guten Start des Aktionsplans mit den Akteuren weitere Pflöcke einzuschlagen für echte Vielfalt im „Echten Norden“.

Die Initiative „Westküste denkt QUEER“, die sich hier im vergangenen Jahr gegründet und richtig breit aufgestellt hat, ist ein tolles Beispiel dafür, worum es geht und wie das geht. Sie will hier an der Westküste über vielfältige sexuelle Identitäten aufklären, will Akzeptanz fördern, will Ängste und Berührungsängste abbauen. Das unterstütze ich gerne und es zeigt mir, dass die Initiative für den Aktionsplan „Echte Vielfalt“ im vergangenen Jahr kein Strohfeuer war, sondern überall im Land Menschen sind, die das selbst wichtig finden und befördern wollen.

Ich wünsche mir, dass die bestehende Vielfalt in Schleswig-Holstein sichtbar und einer breiteren Öffentlichkeit vertrauter wird. Ich weiß, dass das auch Durchhaltevermögen und eine gewisse Zähigkeit braucht. Wobei die den Menschen gerade hier an der Westküste ja nicht zu Unrecht nachgesagt wird!

Heute ist der Auftakt zu einem tollen Programm, das hier in recht kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, das zu ermöglichen.

Ich wünsche Ihnen für die Veranstaltungsreihe breites Interesse und gute Begegnungen mit Menschen, die sich anstoßen lassen, sich gedanklich zu bewegen. Und dabei – im Sinne des Titels – auch „queere“ Gedanken zuzulassen.“

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Heute (30. März 2015) ist die Stadt Flensburg dem schleswig-holsteinischen Bündnis gegen Homophobie beigetreten. Mit ihrer Unterzeichnung der "Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt“ besiegelt die Stadt Flensburg als neues Bündnis-Mitglied ihr Bekenntnis zu Akzeptanz und Respekt.

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Beschlossen und auf den Weg gebracht hatte dies mehrheitlich die Ratsversammlung der Stadt Flensburg am 12. Februar diesen Jahres.

Ratsfrau Ellen Kittel-Wegner:

„Die Teilhabe aller FlensburgerInnen ist als zentrales Ziel in unserer Flensburg-Strategie verankert. Dazu gehört für uns, dass wir auch der Diskriminierung homosexueller Menschen im Alltag aktiv entgegentreten und mit dem Beitritt zum Bündnis ein deutliches Zeichen für Toleranz in der Fördestadt setzen. Damit folgen wir dem guten Beispiel unserer Europa-Universität.“

Flensburgs Bürgermeister Henning Brüggemann:

„Es ist wichtig, dass das Thema Homophobie bzw. das Bekenntnis dagegen öffentlich diskutiert wird. Nur so können wir die leider immer noch vorkommende chauvinistische Unkultur langfristig überwinden. Daher bin ich froh, dass Flensburg heute als 1. Kommune in Schleswig-Holstein dem Bündnis gegen Homophobie beigetreten ist“.

Auch der gebürtige Flensburger und Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands Schleswig-Holstein e.V. (LSVD) Danny Clausen-Holm ist stolz auf seine Heimatstadt:

"Mit unseren Partnerinnen und Partnern in diesem Bündnis gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem gerechten und offenen Schleswig-Holstein. Flensburg ist weltoffen, das wissen wir im Norden. Mit ihrem Beschluss hat die Flensburger Ratsversammlung einen weiteren Schritt getan.“

Zukünftig ist Verena Balve als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt gefordert. Ihre Aufgabe ist es nun, mögliche kommunale Maßnahmen gegen Homophobie mit den Akteuren vor Ort zu entwickeln, um diese dem Rat vorzustellen und mittelfristig in den Alltag zu implementieren.

Verena Balve:

„Wir wollen ein Klima der Offenheit und Liberalität gegenüber Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung etablieren. Als Verwaltung mit Vorbildfunktion fangen wir heute damit bei uns an.“

Der Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e.V. hat das Bündnis gegen Homophobie 2014 initiiert. Das Bündnis hat das Ziel, gesellschaftlich relevante Gruppen, Unternehmen oder Vereine für eine gleichberechtigte Gesellschaft mit ins Boot zu holen. Bündnispartnerinnen und Bündnispartner unterzeichnen die Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt.

Darin heißt es:

"Homophobie geht uns alle an. Kein Mensch darf aufgrund der sexuellen Identität benachteiligt werden – ebenso wenig wie aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung oder des Alters."

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verpflichten sich, im Alltag jeglicher Form von Diskriminierung entgegenzutreten.

Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt gehören bisher unter anderem die AOK Nordwest, die Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Schleswig-Holstein, Der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein, die Europa-Universität Flensburg, die Christian Albrechts Universität zu Kiel, die Lübecker Konditorei Junge (Stadtbäckerei Junge), der Schleswig-Holsteinischer Fußballverband, die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein, der Landesfrauenrat Schleswig-Holstein, der Landesjugendring und weitere Unternehmen, Verbände, und Initiativen.

Die Stadt Flensburg ist die erste Kommune, die dem Bündnis beitritt. Der Kreistag Rendsburg-Eckernförde hat im März 2015 ebenfalls einen Beitritt beschlossen.

Das Bündnis gegen Homophobie kooperiert eng mit dem „Aktionsplan für Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten“ des Landes Schleswig-Holstein, kurz: „Aktionsplan Echte Vielfalt“. Der Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e.V. erstellte den Aktionsplan 2014 in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung.

Pressekontakt Stadt Flensburg: Pressekontakt: Stadt Flensburg, Kathrin Ove

Alle Fotos/Copyright:  Pressekontakt: Stadt Flensburg, Kathrin Ove

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CAU engagiert sich im Bündnis gegen Homophobie - Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt unterzeichnet

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Mit Windstärke 9 brauste es um das denkmalgeschützte Hochhaus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) als Vizepräsidentin Professorin Anja Pistor-Hatam am Montag, 2. März die sogenannte „Lübecker Erklärung“ unterzeichnete.  Mit der Unterzeichnung bekennt sich die CAU zu Akzeptanz und Respekt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Die Universität wird im Zuge dessen Mitglied in dem vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Schleswig-Holstein getragenen Bündnis gegen Homophobie. [spoiler title="Weiterlesen"]Für das Präsidium der Kieler Universität ist die Akzeptanz vielfältiger sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Ausdrucksformen selbstverständlich. Das machte Vizepräsidentin Pistor-Hatam bei der Unterzeichnung deutlich:

„Wir unterstützen das gesellschaftliche Engagement gegen Homophobie, Hass und Intoleranz und für die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Die Freiheit der Wissenschaft basiert auf Gleichheit und Selbstbestimmung. Beschäftigte, Studierende und Lehrende tragen in der täglichen Arbeit dazu bei, dass an der Universität eine Kultur des Respekts gelebt wird.“

Die Anregung zur Unterzeichnung kam aus dem Personalrat der CAU, der queer students group (qsg Kiel) und der Arbeitsstelle Gender und Diversity im Institut für Sozialwissenschaften.

„Studien zufolge verschweigen homosexuelle Beschäftigte ihre sexuelle Orientierung häufig und sind seltener in Leitungsfunktionen zu finden. Die Personalräte der CAU sind daher für die Thematik sensibilisiert“,

so Vizepräsidentin Pistor-Hatam. Dass Homo- und Transsexualität auch für Studierende ein hohes Diskriminierungsrisiko darstellen, hatte 2010 eine an der CAU vorgenommene Befragung gezeigt. Den Studienalltag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender zu verbessern, steht deshalb im Fokus der Arbeit der qsg Kiel. Für die inhaltliche Integration des Themas in Forschung und Lehre der CAU sorgen Vorlesungen, Veröffentlichungen und Projekte verschiedener Fakultäten, zum Beispiel die der bundesweit anerkannten Arbeitsstelle Gender und Diversity unter der Leitung von Professorin Uta Klein.

Alle Fotos/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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PRESSEMITTEILUNG BASIN BİLDİRİSİ

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Kiel, den 09.12.2014

In der Jahreskonferenz „Echte Vielfalt“ 2014 des Lesben und Schwulenverbandes Schleswig-Holstein (LSVD) ist die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) dem „Bündnis gegen Homophobie“ beigetreten.

Die stellvertretenden Vorstandsfrauen, Dr. Reyhan Kuyumcu und Aysun Güneş, haben symbolisch und rechtskräftig das Papier unterschrieben.

„Seit Jahren schon setzt sich die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein für eine Anerkennungskultur in Deutschland ein. Es ist wichtig die Vielfalt in der Gesellschaft und die Vielfalt in jedem einzelnen Menschen zu erkennen und anzuerkennen“,

sagte Dr. Reyhan Kuyumcu.

„Die Vielfalt in der Identität und sexuellen Orientierung gehört genauso zu unserer Gesellschaft, wie die Vielfalt in Sprachen, Kulturen und Ethnien“,

fügte Frau Güneş hinzu.

„Es ist für uns eine Herzensangelegenheit Menschen in ihrer Identität zu stützen und zu stärken. Menschen dürfen nicht für ihre natürlichen Eigenschaften ausgegrenzt werden. Deswegen freuen wir uns dem ‚Bündnis gegen Homophobie‘ beigetreten zu sein“,

ergänzte Herr Dr. Küçükkaraca, Landesvorsitzender der TGS-H.

Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Diedrichstraße 2, 24143 Kiel
Tel.: 0431/ 76 114/-15 oder Tel.: 0431/ 364 17 22/-23
E-Mail: info@tgsh.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Pressemitteilung der TGS-H zum Download

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Bericht von der Veranstaltung

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„Alles nur schrill und sexy? Wie lesbische und schwule Themen in den Medien vorkommen. Ein Workshop für Journalistinnen und Journalisten.“

am 30. Oktober 2014 im Wissenschaftszentrum in Kiel

Praxisbeispiele, wie man „besser“, „schöner“ oder „richtiger“ über Lesben, Schwule und Transgender schreiben kann, interessierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Abend. Eingeladen waren Journalistinnen und Journalisten, Pressesprecherinnen und Pressesprecher, Medienleute, Bloggerinnen / Blogger und Studierende.

Der Vorstand vom Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e. V. (LSVD) eröffnete den Abend, begrüßte die Gäste und stellte die Referentin und den Referenten vor. Anschließend sprach Mitveranstalter Günther Jesumann vom Deutschen Journalisten-Verband Schleswig-Holstein ein Grußwort.

Martin Munz, Journalist und Redakteur bei panorama3, NDR, begann sein Referat mit einer Übersicht über die schleswig-holsteinischen Print-Publikationen der vergangenen fünf Jahre mit Artikeln über bzw. mit Lesben und Schwulen. Seiner Theorie „Noch nie wurde so viel über Lesben und Schwule berichtet“ und „Noch nie wurde so vorurteilsfrei über Lesben und Schwule berichtet“ stellte er Berichte über CSD-Veranstaltungen gegenüber, die über „bunt“, „schrill“ und „Paradiesvögel“ berichteten. Die Frage „Wie wichtig ist es, dass die sexuelle Orientierung in die Berichterstattung einfließt?“ beantwortete er – nachdem er Beispiele wie Klaus Wowereit, Thomas Hitzlsperger und Barbara Hendricks gezeigt hatte – mit „Homosexualität ist kein Tabu mehr, Homosexualität ist genauso wichtig wie Heterosexualität – und die wird ständig erwähnt – mit der Empfehlung, diese „am besten am Rande einfließen zu lassen“. Bespiel: „Brigitte lebt zusammen mit ihrer Partnerin in Lübeck“ oder „Christian hat seinen Traummann noch nicht gefunden“.

Bereits hier entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, ob eine Journalistin oder ein Journalist jemanden „outen“ darf. Das Beispiel „Peter Altmaier" (taz 2013) vertiefte die Diskussion noch. „Ein Outing kann gerechtfertigt sein, wenn es für die Einschätzung der Glaubwürdigkeit des Protagonisten relevant ist. Aber stimmen muss es!“ war eine weitere These von Martin Munz, da „Homosexualität genauso relevant wie Heterosexualität (ist) und Homosexualität kann für die Einschätzung von politischen oder gesellschaftlichen Prozessen entscheidend sein kann“.

„Outing“, „Coming-out“, „bekennt sich zu ihrer/seiner Homosexualität“, „Homosexuelle und Lesben“ waren Beispiele, die Martin Munz in seinen Beispielen gefunden hatte. „Outing“ sagt man, wenn jemand geoutet wird, z. B. als Rosa von Praunheim Alfred Biolek und Hape Kerkeling geoutet out, „Coming out“ schreibt man, wenn jemand sich selbst outet, z. B. Klaus Wowereit. „Bekennen“ kann man sich zu Straftaten oder zu Sünden“, im Zusammenhang mit Homosexualität sei es besser zu schreiben, „Anne lebt offen lesbisch“ oder „Björn lebt offen schwul“.

Insgesamt zeigte Martin Munz ca. 30 Artikel aus der schleswig-holsteinischen Presselandschaft, aus Medien anderer Regionen und aus überregionalen Zeitungen. Auffällig war, dass von ca. 700 gefundenen Artikeln nur knapp über 70 von lesbischen Frauen handelten. „Lesben kommen nach wie vor in der Öffentlichkeit nicht vor,“ war dann auch die These von Nicole Koenecke, die aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung als Nachrichtenredakteurin bei tagesschau  und tagesthemen (Redaktion ard aktuell) berichtete.

Zum Schluss stellte sich zusätzlich zu den beiden Referierenden Rebekka Elena Röder von der Transgender-Gruppe der HAKI e.V. für Fragen zur Berichterstattung zum Themenbereich „Trans*“ zur Verfügung, was auf große Zustimmung stieß. Ein wichtiger Punkt: Bei der Berichterstattung über transidente Menschen nicht von Geschlechtsumwandlung, sondern von Geschlechtsangleichung zu sprechen, war etwas, was ihr sehr wichtig war und ist.

Für 2015 ist eine Fortsetzung unter umgekehrten Vorzeichen geplant: Dann wird es darum gehen, wie gute Pressearbeit aussehen kann, damit Medien sie aufgreifen.

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Das Bild von Lesben, Schwulen und Transidenten in den Medien stand im Zentrum der ersten Jahreskonferenz, des Aktionsplans Echte Vielfalt. Der Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein e.V. (LSVD) hatte in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Landes Schleswig-Holstein und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung in den Kieler Landtag eingeladen.

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Hans-Jürgen Wolter, Sprecher des LSVD, begrüßte die Gäste:

"Mit vielen Projekten, die wir in diesem Jahr begonnen haben, betreten wir in Schleswig-Holstein auch Neuland. Es gibt gute und starke Initiativen für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transidenten hier in Schleswig-Holstein. Ohne ihre Arbeit hätte der „Aktionsplan Echte Vielfalt“ nicht so fruchtbaren Boden vorgefunden. Er ergänzt die vorhandene Struktur in Schleswig-Holstein."

In ihrer Rede versprach die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Kristin Alheit, weiter für Echte Vielfalt, Akzeptanz und eine gerechte Gesellschaft einzustehen:

Ministerin Kristin Alheit

 

"Wir werden uns auch in 2015 dafür stark machen, dass bestehende Aktivitäten gegen Homophobie innerhalb der gesamten Landesregierung weiter ausgebaut werden; dass die gute Kooperation mit den CSD-Vereinen Kiel und Lübeck fortgeführt wird ebenso wie die mit NaSowas und HAKI e.V.
Auch auf Bundesebene werde ich mich weiter für die rechtliche Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Transgender stark machen."

Ministerin Alheit hob die positiven Entwicklungen hervor, die auch durch Bundesratsinitiativen des Landes Schleswig-Holstein unterstützt wurden und stellte fest:

"Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch einiges zu tun. Auf einem Weg, den es sich lohnt zu gehen! Mein Wunsch ist, dass wir den Weg zu einem Land, in dem die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten selbstverständlich ist, gemeinsam weitergehen."

 Dr. Reyhan Kuyumcu von der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein unterzeichnet die Lübecker Erklärung

Das schleswig-holsteinische Bündnis gegen Homophobie konnte bei der Jahreskonferenz drei neue Mitglieder begrüßen: Die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein, den Landesjugendring Schleswig-Holstein und die Firma Seniorenpartner Elisabeth Schulz GmbH & Co.KG.

Samiah El Samadoni, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Schleswig-Holstein

Samiah El Samadoni, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Landes Schleswig-Holstein, stellte die Arbeit ihrer Einrichtung vor und informierte über die Angebote, die Ratsuchende bei der Antidiskriminierungsstelle in Anspruch nehmen können. Sie betonte die Bedeutung einer diskriminierungsfreien Umgebung für die freie Entwicklung einer Gesellschaft.

Elke Amberg über Lesben, Schwule, Transidente in den Medien

Der Fachvortrag des Abends befasste sich - wie auch schon ein Workshop zum Aktionsplan Ende Oktober 2014 - mit Lesben, Schwulen und Transidenten in der Wahrnehmung der Massenmedien. Die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Elke Amberg stellte ihre Studie zur Darstellung von Lesben in den Medien vor und setzte sie in Bezug zur Berichterstattung über Schwule und Transidente. Sie analysierte die Berichterstattung zur lesbisch-schwulen Gleichstellungspolitik sowie rund um das alljährliche Szene-Event Christopher-Street-Day. Lesben und Transidente kommen in deutschen Massenmedien kaum vor. Schwule kommen vor, werden aber einseitig als schrill beschrieben. Das belegte Elke Amberg eindrucksvoll an Hand zahlreicher Beispiele.  Sie analysierte, welche gesellschaftlichen Konsequenzen aus dieser journalistischen Schieflage erwachsen.

Zum Abschluss der Konferenz präsentierten Ursula Schele (PETZE-Institut)  und Danny Clausen-Holm (SL Veranstaltungen zur Förderung der Primärprävention) die Planungen des Aktionsplans Echte Vielfalt für 2015 vor. Schwerpunkte werden ein Projekt zur Kita-Bildung, die Ausweitung des schleswig-holsteinischen Bündnisses gegen Homophobie sowie intensive Öffentlichkeitsarbeit sein.

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