Weiterlesen Trotz dieser Lage haben sich die EU-Innenminister*innen darauf verständigt, diese Länder in eine gemeinsame Liste sicherer Herkunftsstaaten aufzunehmen. Parallel dazu hat der Deutsche Bundestag am 5. Dezember 2025 eine Reform beschlossen, die es der Bundesregierung ermöglicht, Herkunftsstaaten künftig per Rechtsverordnung als „sicher“ zu deklarieren, auch ohne Zustimmung des Bundesrats. Damit sinken die Hürden erheblich, Staaten mit nachweislicher queerfeindlicher Gesetzgebung als sicher einzustufen. Für queere Geflüchtete bedeutet dies massiv eingeschränkte Zugangschancen zum Asylverfahren. Asylanträge aus solchen Staaten gelten in der Regel als „offensichtlich unbegründet“ und werden in beschleunigten Verfahren bearbeitet. Individuelle Verfolgungsgründe, etwa aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität, haben es dann besonders schwer, überhaupt berücksichtigt zu werden. Dass ausgerechnet Länder, in denen queere Menschen Verhaftung, Gewalt oder Folter befürchten müssen, als sicher eingestuft werden können, erhöht das Risiko, dass Betroffene in lebensgefährliche Situationen zurückgeschoben werden. Verschärft wird die Lage durch eine weitere Entscheidung des Bundestags: Ebenfalls am 5. Dezember wurde die Pflicht abgeschafft, Menschen in Abschiebehaft automatisch anwaltlichen Beistand zu gewähren. Für eine ohnehin vulnerable Gruppe bedeutet das, noch weniger Möglichkeiten zu haben, ihre spezifischen Gefährdungen wirksam darzulegen und rechtlich gegen Abschiebungen vorzugehen. Diese Entwicklungen stehen zudem im deutlichen Widerspruch zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der erst vor wenigen Monaten festgehalten hat, dass ein Staat nur dann als sicher gelten darf, wenn auch homosexuelle Menschen dort geschützt sind. Dennoch treiben sowohl die EU-Minister*innen als auch die Bundesregierung Regelungen voran, die genau das Gegenteil zulassen. Menschenrechts- und LGBTIQ*-Organisationen warnen deshalb vor einer erheblichen Gefährdung queerer Schutzsuchender, deren Chancen auf ein faires Asylverfahren weiter schwinden und deren Risiko, in Verfolgung zurückgeschickt zu werden, deutlich steigt.
Aufklärung und Bildung
Aufruf für die Portraitserie: „Queere Lebensgeschichten über 60“
9. Dezember 2025Weiterlesen Schon seit 2022 erzählt das Fotoprojekt die Geschichten queerer Menschen in Deutschland, insbesondere von Menschen mit einem Mindestalter von 60 Jahren, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans, inter, nicht-binär oder queer identifizieren. Das Projekt und Markus Heft wurden bereits mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Nun soll das Projekt erweitert und in einem Fotoband unter dem Titel „Für uns geträumt“ im nächsten Jahr veröffentlicht werden. Dafür werden weiterhin Menschen gesucht, die sich portraitieren lassen möchten und ihre queere Lebensgeschichte erzählen möchten. Markus Heft, 1998 geboren, setzt dieses Projekt um, weil er auf der Suche nach queeren Vorbildern ist, die ihm im Jugendalter gefehlt haben. Auch wenn vor allem eine aktuell ältere Generation porträtiert wird, soll das Projekt einen Austausch zwischen den Generationen anstoßen. Im Fokus stehen spannende Erlebnisse, Herausforderungen und Kämpfe, die vor Hefts eigener Generation stattfanden und eine queere Lebensgeschichte geprägt haben. Außerdem dreht es sich um die Bedeutung von Sexualität und Identität im Alter. Markus Heft: „Die Fotos entstehen in einem kollaborativen Prozess. Einzel- oder Paarportraits werden durch Detailaufnahmen von Gegenständen oder Orten, die von Bedeutung sind, ergänzt. Zusätzlich werde ich mit allen Teilnehmenden Interviews führen, um einen individuellen Fokus auf das Leben meiner Protagonist*innen zu legen.“ Momentan ist Markus Heft explizit auf der Suche nach trans, inter und nicht-binären Personen, sowie nach Menschen, die in der DDR lebten. In Alltagsgeschichten möchte er über Themen wie Beziehung, Familie, Einsamkeit, Stolz, erkämpfte Rechte, Berufe sowie Wohnen und Pflege im Alter sprechen. Dabei bleibt er offen für Themen, die die Portraitierten mitbringen. Markus Heft: „Das Fotoprojekt ist eine Einladung zur Zusammenarbeit: Es geht mir nicht darum, ein Projekt über Menschen zu machen, sondern gemeinsam mit ihnen ihre Geschichten zu erzählen.“ Eine Veröffentlichung für den Fotoband und Ausstellungen erfolgt nur nach vorheriger Absprache und Einverständnis. Wenn Du Interesse hast, Teil des Fotoprojekts zu werden oder Fragen dazu hast, melde dich per E-Mail unter info@markusheft.de. Weitere Infos und Quelle: Markus Heft
Jetzt online: Deutschlands vielfältigste Hilfe-Datenbank
27. November 2025Weiterlesen Die Organisation PINKSTINKS setzt in diesem Jahr bewusst einen Gegenakzent und präsentiert eine Ressource, die ganzjährig wirkt: eine umfangreiche, bundesweite Hilfe-Datenbank mit über 1.000 Anlaufstellen, die Menschen in unterschiedlichsten Situationen kompetente Unterstützung bietet. Wohin, wenn Unterstützung notwendig wird? Ob eine Krise, eine konkrete Gefahr oder der Wunsch nach Orientierung: Viele Situationen erfordern professionelle Beratung. Die neue Datenbank bündelt verlässliche Anlaufstellen und erleichtert damit den Zugang zu Hilfe erheblich. Die Themen, die abgedeckt werden, sind bewusst breit gefasst, denn Unterstützung wird in sehr unterschiedlichen Lebenslagen benötigt. Die Datenbank enthält Anlaufstellen zu: Damit entsteht ein vielfältiges Angebot, das von psychosozialen Beratungsstellen über Selbsthilfegruppen und medizinische Einrichtungen bis zu spezialisierten Fachorganisationen reicht. Besonderes Gewicht liegt auf der queeren Unterstützung: PINKSTINKS hat gezielt queere Beratungsstellen, medizinische Angebote und Community-Organisationen integriert. Damit setzt die Datenbank ein klares Zeichen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und für eine Hilfelandschaft, die den realen Bedürfnissen queerer Menschen gerecht wird – sensibel, kompetent und diskriminierungsfrei. Die Datenbank soll kontinuierlich wachsen – für ein stabiles, verlässliches Unterstützungsnetz, das niemanden zurücklässt. Ein einzigartiger Überblick über bundesweite Anlaufstellen Die Datenbank ist nach neun Themenfeldern und allen 16 Bundesländern sortiert und umfasst ein breites Spektrum an Organisationen, Initiativen und behördlichen Ansprechpersonen. Sie bietet Orientierung sowohl für Betroffene als auch für Angehörige, Fachkräfte und alle Personen, die auf der Suche nach passenden Beratungsstrukturen sind. Engagement sichtbar machen – und stärken Während der Aufbauphase wurde deutlich, wie viele Menschen und Organisationen bundesweit daran arbeiten, Betroffene zu unterstützen, oft unter schwierigen Bedingungen. PINKSTINKS macht dieses Engagement sichtbar und stärkt es durch eine strukturierte, zugängliche Plattform. Copyright Logo: Pinkstinks Germany e.V.
Jugendnetzwerk Lambda eröffnet bundesweit einzigartige Plattform für queere Jugendliche
25. November 2025Weiterlesen Der Hintergrund: Viele queere junge Menschen – besonders auf dem Land – haben nach wie vor kaum Zugang zu unterstützenden Angeboten. Gleichzeitig verbringen sie einen großen Teil ihrer Freizeit online. Doch auch dort fehlen bisher geschützte Räume. Lambda kritisiert, dass die meisten großen Online-Plattformen von profitgetriebenen Tech-Konzernen dominiert würden und sich zunehmend queerfeindliche Tendenzen zeigten. „lambda space“ sei daher eine Antwort auf diese Entwicklung – als sicherer Raum für queere Jugendliche ohne lokale Angebote und als gemeinnützige, bedürfnisorientierte Alternative zu kommerziellen Netzwerken. Die neue Plattform ermöglicht es Jugendlichen, sich in Foren auszutauschen, eigene Gruppenräume zu verschiedenen Themen zu gründen, über einen geschützten Messenger miteinander zu schreiben und andere queere junge Menschen in ihrer Umgebung kennenzulernen. Dabei steht Sicherheit im Vordergrund: Ein mehrstufiges Zugangssystem soll Schutz bieten, Beiträge werden durch geschulte Moderator*innen und KI in Echtzeit überwacht und das Projekt wird psychologisch begleitet. Außerdem gibt es einfache Möglichkeiten zur Beratung, falls jemand Unterstützung braucht. Schon 865 Jugendliche stehen auf der Warteliste für den Zugang. Die Lambda-Vorstandsmitglieder Emily Schunk und Oska Jacobs zeigen sich begeistert: „Jetzt beginnt die spannende Beta-Phase, in der wir nach und nach allen 865 Jugendlichen den Zugang eröffnen“, erklärten sie. In Feedbackrunden wollen sie gemeinsam mit den Jugendlichen herausfinden, wie sich die Plattform anfühlt, was gut läuft und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Das Ziel ist klar: Junge queere Menschen sollen überall einen sicheren digitalen Raum haben – unabhängig davon, wo sie leben. Hier die wichtigsten Infos zu lambda space zusammengefasst: Was ist lambda space? Wichtige Funktionen/Features Beteiligung & Mitbestimmung
Website: lambdaspace.de
Weiterlesen Kontext und Probleme Das Jahr 2025 ist bisher von zahlreichen Herausforderungen für die trans Community geprägt. In den USA verfolgt die Regierung unter Donald Trump offen transfeindliche politische Maßnahmen, während in Deutschland große Unsicherheit herrscht. Hier steht die Evaluierung des Selbstbestimmungsgesetzes an, eine umstrittene Meldedatenverordnung für Personenstandsänderungen ist in Planung und wichtige queerpolitische Reformen – etwa zu Artikel 3 des Grundgesetzes, zum Abstammungsrecht und zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz – kommen nur schleppend voran. Zusätzlich belasten schwerfällige medizinische Verfahren, lange Wartezeiten und bürokratische Hürden den Zugang zu Gesundheitsleistungen, besonders für nichtbinäre Menschen, deren Versorgung weiterhin unzureichend bleibt. Parallel dazu nehmen Angriffe auf geschlechtsbejahende medizinische Versorgung zu, unter anderem durch Gruppen wie SEGM (Society for Evidence-Based Gender Medicine), die vom US-amerikanischen Southern Poverty Law Center als Hassorganisation eingestuft werden. Für besondere Irritation sorgte zudem, dass der Präsident der Bundesärztekammer ein SEGM-Event offiziell begrüßte – ein Vorfall, der in der Community als alarmierendes Signal wahrgenommen wurde. Bedeutung der WMA-Erklärung Die WMA, deren Mitglied auch die Bundesärztekammer ist, hat ein Papier veröffentlicht, das: Die WMA-Erklärung wird als ermutigendes Signal und als Leitlinie für medizinische und politische Verantwortung gesehen. Sie sei ein Aufruf zu Solidarität und aktivem Engagement gegen transfeindliche Strukturen — sowohl von Ärzt*innen als auch von Regierungen. Doch bis diese Prinzipien Realität werden, bleibt viel Arbeit, besonders in Deutschland, wo die Community zum Dialog und entschlossenem Handeln aufruft.
Hinweis: Social Media Camp 2025 für queere Jugendliche in Mözen
10. November 2025Weiterlesen Ziel des Wochenendes ist es, den Teilnehmenden einen geschützten Rahmen zu bieten, um den sicheren und reflektierten Umgang mit sozialen Medien zu erlernen, digitale Informationen kritisch zu bewerten und Strategien gegen Hate Speech zu entwickeln. Der Verein Social Media Camp e.V. besteht seit 2021 und wurde unter anderem mit dem Medienkompetenzpreis des Landes Schleswig-Holstein 2023 ausgezeichnet. Inhalte und Ablauf Das Camp bietet ein vielfältiges Programm mit Workshops und Austauschmöglichkeiten zu Themen rund um Medienkompetenz, digitale Sicherheit und gesellschaftliches Engagement im Netz. Die Anreise erfolgt am Freitag Nachmittag individuell bis zum Hauptbahnhof Lübeck, von wo aus die Gruppe gemeinsam zum Veranstaltungsort in Mözen fährt. Teilnahmebedingungen Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro und beinhaltet Unterkunft und Verpflegung. Für Jugendliche mit finanziellen Einschränkungen stehen kostenlose Sozialtickets auf Anfrage zur Verfügung. Anmeldung und weitere Informationen Interessierte können sich per E-Mail an anmeldung@social-media-camp.eu wenden.
Neben den inhaltlichen Angeboten steht auch der persönliche Austausch mit anderen Teilnehmenden im Mittelpunkt.
Weitere Informationen zur Kooperation mit dem CSD Deutschland e.V. finden sich in der Pressemitteilung unter:
https://csd-deutschland.de/das-social-media-camp-x-csd-deutschland-2025/
Abstimmung über Speicherung von queeren Merkmalen im Melderegister vom Bundesrat vertagt
6. November 2025Weiterlesen Was ist konkret passiert? Konkret bedeutet dies: Für Personen mit Einsicht ins Melderegister (auch Steuerbehörden und Rentenversicherung) ist unmittelbar sichtbar, wenn eine trans*, intergeschlechtliche und nicht-binär Person ihre Daten geändert hat. Das betrifft einen früheren Geschlechtseintrag sowie Vornamen und das Datum der Änderung dieser Daten. Die Möglichkeit der Einsicht ist nicht zweckgebunden (LSVD+, taz). Die geplanten Änderungen bedeuteten, nach Ausführungen des LSVD+, einen unverhältnismäßigen Eingriff in Grundrechte von trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen. Außerdem wecke die vorgeschlagene Meldestruktur die Erinnerung an „rosa Listen“ aus den Zeiten der Weimarer Republik, die es Nationalsozialist*innen erleichtert haben, LSBTIQ*-Personen zu identifizieren. Anfang September wurden die überarbeiteten Entwürfe vom BMI an den Bundesrat weitergegeben und sollten geplant am 17.10.2025 zur Abstimmung kommen. Die Überarbeitung enthielt lediglich die Änderung, dass eine gezielte Suche nach den Eintragungen zu trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären Merkmalen ausgeschlossen werden solle. Wie das konkret umgesetzt werden soll, ist nicht festgehalten (LSVD+). Doch zur Abstimmung im Bundesrat ist es nicht gekommen. Der Tagesordnungspunkt Nr. 57 wurde abgesetzt und damit die Abstimmung vertagt. Vermutlich, weil zuvor keine ausreichende Mehrheit in den Landesregierungen gefunden werden konnte. Das Meldewesen ist Ländersache. Außerdem sollte in Betracht gezogen werden, dass die Verantwortlichen dem Druck aus den Communitys und Kritiker*innen nachgegeben haben könnten. Unter anderem der Bundesratsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte geraten, den Entwurf abzulehnen. Der Bundesverband Trans* und der LSVD+-Verband Queere Vielfalt kritisierten von Seiten der Community die ungeschützte Sichtbarkeit, die Sondermarkierung im Melderegister und ein unverhältnismäßiges Zwangs-Outing, da die Nachvollziehbarkeit einer Person durch das Geburtenregister bereits bestehe (LSVD+, taz). Außerdem sei es absurd, da durch das Transsexuellengesetz schon länger eine Änderung von Vornamen und Geschlecht möglich, aber die Identifizierbarkeit dabei keine Bedingung ist und diese Änderungen bisher immer mit einem Sperrvermerk gespeichert wurden (taz). Robin Ivy Osterkamp (Vorstand Bundverband Trans*): „Das Ziel des Selbstbestimmungsgesetzes war es, Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen abzubauen. Wenn die geplanten Änderungen im Meldewesen umgesetzt werden, verletzen diese jedoch erneut die Grundrechte von trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären Personen.“ (LSVD+) Wie es mit den Entwürfen und Änderungen im Melderegister weitergeht ist noch unklar. Wir bleiben dran!
Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt berichtet, dass das Bundesinnenministerium (BMI) im Juli Verordnungsentwürfe für mehrere Änderungen im Meldewesen vorlegte. Es sollen neue Datenblätter eingeführt werden, in denen „[…] die Angaben über den ehemaligen Geschlechtseintrag und die Änderung künftig zum persönlichen Datensatz einer Person gehören.“ (LSVD+).
Die Gender-Mediathek – eine Datenbank für feministische und geschlechterbezogene audiovisuelle Medien
4. November 2025Weiterlesen Die Datenbank lässt sich über verschiedene Wege durchsuchen: Neben einer Volltext- und Schlagwortsuche stehen unter anderem Filter wie „Doku“, „Zum Hören“ oder „Kurzfilm“ zur Verfügung. So können Nutzende gezielt, entsprechend ihren Fragestellungen und Wünschen, nach passenden Medien suchen. Der Eintrag zu einem Medium, genannt „Medienkarte“, liefert dann Informationen über Inhalt, Produktion/Anbietende, technische Angaben (z.B. Format und Länge), Quellen und Hinweise zum sinnvollen pädagogischen Einsatz der Medien. Regelmäßig widmet sich die Mediathek einem Schwerpunkt unter „Im Fokus“ aus dem Bereich feministischer und geschlechtspolitischer Themen. Bereits behandelte Schwerpunkte sind unter anderem Männlichkeit, trans* Leben, Schwarz sein und queere Kämpfe. Ein systematischer Prüfprozess mit beispielsweise einem klaren Qualitäts- und Kriterienkatalog ist derzeit nicht umsetzbar. Die Inhalte werden aktuell von der Redaktion und Mitarbeitenden des Stiftungsverbundes der Heinrich-Böll-Stiftung, basierend auf Erfahrungen aus der eigenen Bildungsarbeit und Rücksprache mit so vielen Kolleg*innen wie möglich ausgewählt. Das soll verhindern, dass verschiedene Perspektiven und Zugänge verloren gehen, dennoch bleibt die Auswahl subjektiv. Aufgrund dessen erhebt die Gender-Mediathek keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher ist für das Projekt die kollaborative Zusammenarbeit besonders wichtig. Leicht und zügig können Nutzende über das Formular „Medien empfehlen“ selbst Vorschläge für feministische und geschlechterpolitische Bildungsmedien bei der Redaktion einreichen und so aktiv zur Erweiterung der Sammlung beitragen. Die Gender-Mediathek ist ein gemeinsames Projekt des Gunda-Werner-Instituts, der Heinrich-Böll-Stiftung sowie deren 16 Landesstiftungen.
Weiterlesen Für viele ist es noch immer schwer, offen über ihre Identität zu sprechen – besonders, wenn in Familie oder Freundeskreis abwertende Sprache benutzt wird oder Angst vor Ablehnung besteht. Diese innere Belastung kann auf Dauer psychisch stark belasten und sogar zu Angststörungen oder Depressionen führen, wie die News-Plattform watson berichtet. In Deutschland haben viele junge queere Menschen noch Angst, offen zu ihrer Identität zu stehen. Um dem entgegenzuwirken, hat der Verein „Coming Out Day“ ein neues bundesweites Beratungsprojekt gestartet: Coming Out und so. Das Angebot richtet sich an queere Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre, die Unterstützung bei Themen wie Coming-out, Transition, Liebeskummer, Diskriminierung oder familiären Problemen suchen. Über einen Videochat können sie anonym und kostenlos mit geschulten Peer-Berater*innen sprechen – also mit jungen queeren Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Familienministerium gefördert und ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Ziel ist es, durch digitale Kommunikation einen niedrigschwelligen, sicheren und flexiblen Zugang zu schaffen. Alle Berater*innen haben zuvor Schulungen durch Psycholog*innen und Sozialpädagog*innen absolviert. Online lässt sich eine passende Person auswählen und ein Termin für Gespräche per Video-Beratung vereinbaren. Wahlweise ist eine Beratung auch über Mail oder Messenger möglich. Logo: Coming Out Day e.V.
Das Motto: „Einfach mal über alles quatschen mit einer Person, die Dich nicht judged und selber ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie du!“
Weiterlesen Wie queer.de berichtet, sind laut Regierung lose rechtsextreme Gruppierungen, die sich über soziale Medien und Messenger organisieren, ein wesentlicher Treiber. Diese Gruppen – etwa „Jung & Stark“ oder „Deutsche Jugend Voran“ – mobilisieren schnell und treten unter anderem mit Störaktionen gegen CSDs (Christopher Street Days) auf. Die Bundesregierung nennt gezielte Hetze gegen die LSBTIQ*-Community als einen aktuellen Schwerpunkt der Szene. Über soziale Netzwerke rekrutieren rechtsextreme Akteure junge Menschen, oft unterstützt durch „extremistische Influencer“. Auch Jugendorganisationen rechtsextremer Parteien wie „Die Heimat“ (ehemals NPD) oder „Der III. Weg“ wirken im Internet erfolgreich. Selbst die mittlerweile aufgelöste Junge Alternative der AfD wird als Beispiel genannt. Grünen-Politikerinnen Schahina Gambir und Marlene Schönberger kritisieren, dass die Bundesregierung trotz der wachsenden Gefahr keinen klaren Handlungsplan habe und sogar bei Präventions- und Aussteigerprogrammen sparen wolle. So soll etwa der Etat der Bundeszentrale für politische Bildung gekürzt werden – obwohl der Haushalt des Innenministeriums insgesamt steigt. Grünen-Politikerin Marlene Schönberger warnte, rechtsextreme Jugendliche und junge Erwachsene stellten „eine massive Gefahr für unsere Demokratie“ (queer.de) dar. Tatsächlich sieht der Haushaltsentwurf Einsparungen im Bereich der politischen Bildung vor: Der Etat der Bundeszentrale für politische Bildung soll bis 2026 laut Spiegel um mehr als zwei Millionen Euro sinken. Gleichzeitig wächst jedoch der Gesamthaushalt des Bundesinnenministeriums – um rund 841 Millionen Euro.








