Demos gegen Merz-Aussage: Für Vielfalt und gegen Ausgrenzung
28. Oktober 2025Weiterlesen Trotz der Proteste erhielt Merz Rückendeckung, etwa vom offen schwulen CDU-Politiker Jens Spahn, der die Äußerungen verteidigte. Kritik: „Wenn Herr Merz über das Stadtbild spricht, dann meint er auch mich“ Auf der Berliner Kundgebung machte eine trans Frau deutlich, dass Merz’ Aussagen nicht nur Migrant*innen, sondern auch queere Menschen treffen würden: Damit sprach sie vielen aus der Seele: Die Sorge wächst, dass queere Menschen – nach Migrant*innen und anderen Minderheiten – zum nächsten Feindbild politischer Stimmungsmache werden könnten. Die Teilnehmenden forderten eine klare Abkehr von rechtspopulistischer Sprache und ein Bekenntnis zu einer offenen, solidarischen Gesellschaft, in der Vielfalt sichtbar und geschützt ist. „Stadtbild“ oder „Weltbild“? Die Redner*innen warfen Merz vor, mit seinen Worten ein verengtes, normatives Weltbild zu transportieren. Wer nicht ins konservative Schema passe – ob queer, arm oder migrantisch – werde als „Problem“ wahrgenommen. Ein Demonstrationsbanner brachte es auf den Punkt: „Lieber Menschenrechte als rechte Menschen.“ Erinnerung an frühere queerfeindliche Äußerungen Die Kritik an Merz knüpfte an frühere Aussagen an: Bereits im Juni hatte er in einer Talkshow mit Blick auf queere Menschen von einem „Zirkuszelt“ gesprochen. Viele Demonstrierende sahen darin eine wiederkehrende Abwertung queerer Lebensrealitäten und forderten eine klare Distanzierung der CDU von solchen Haltungen. Queere Sicht: Solidarität statt Spaltung Queere Aktivist*innen warnten, dass rechte und konservative Diskurse gezielt versuchten, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen – etwa Migrant*innen gegen Queers.
Für viele in der queeren Community war das ein weiterer Beleg dafür, dass auch innerhalb der Union queerfeindliche und rassistische Narrative zunehmend normalisiert werden.
„Wenn Herr Merz über das Stadtbild spricht, dann meint er nicht nur Menschen, die nicht weiß sind – dann meint er auch mich.“
Die Demonstrationen betonten dagegen Solidarität: Ein vielfältiges Stadtbild bedeute, dass alle dazugehören – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Identität.






